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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Montag, 9. April 2012

KINOVORSCHAU SOMMER 2012

In den USA beginnt im Mai die spektakulärste Zeit des Kinojahres: die von zahlreichen teuren Blockbustern bevölkerte Sommersaison. Wer auf intellektuell anspruchsvolle Kinokost erpicht ist, der muß bis zur im Herbst beginnenden OSCAR-Saison warten, aber Freunde des gepflegten Krachbumm-Kinos werden in den Monaten von Mai bis Juli mit einem wahren Feuerwerk spektakulärer Filme versorgt – glücklicherweise gelingt es einigen davon traditionell sogar, eine überzeugende Symbiose von Action und Anspruch einzugehen. Früher mußte sich das deutschsprachige Publikum meist Wochen bis Monate gedulden, bis die US-Highlights in den hiesigen Kinos anliefen, in Zeiten der illegalen Internet-Downloads starten jedoch vor allem die (potentiellen) Highlights fast weltweit simultan. Durch die Fußball-EM, die die Anzahl der Kinozuschauer in den teilnehmenden Staaten für mehrere Wochen deutlich nach unten absacken läßt, gelten im Juni allerdings etwas andere Regeln, da sich die meisten Verleiher ihre Highlights lieber aufsparen, bis die EM vorbei ist.

Damit genug der Vorrede, es folgt eine Übersicht der in meinen Augen interessantesten Neustarts der kommenden Monate in Deutschland:

26. April:
- "The Avengers": Selten genug, aber das Zusammentreffen der populärsten Marvel-Comic-Superhelden startet hierzulande sogar eine Woche früher als in den USA. Fanliebling Joss Whedon ("Buffy", "Firefly", "Serenity") führt Regie beim gemeinsamen Kampf von Captain America, Iron Man, Hulk und Thor gegen einen öffentlich noch nicht klar definierten Feind, der aber mit Thor-Erzfeind Loki und einer Alienrasse zusammenzuhängen scheint. Wie bereits in den vorangegangenen Filmen wird Captain America von Chris Evans verkörpert, Iron Man von Robert Downey, Jr. und Thor von Chris Hemsworth. Lediglich Hulk erhält nach Eric Bana und Edward Norton mit Mark Ruffalo ("The Kids Are All Right", "Zodiac") erneut einen anderen Darsteller.

- "American Pie: Das Klassentreffen": In den USA bereits am Freitag gestartet, vereint der vierte "American Pie"-Kinofilm die Originaldarsteller wieder. Wie der Titel bereits sagt, treffen Jim, Stifler und Co. dieses Mal bei einem Klassentreffen aufeinander und haben wieder einmal jede Menge Spaß. Gemäß US-Kritiken und ersten Zuschauerreaktionen scheint der neue Film sich in etwa auf dem gleichen Qualitätsniveau wie die drei Vorgänger halten zu können.

3. Mai:
- "Wir kaufen einen Zoo": Ein Überbleibsel aus der US-Weihnachts-Saison, kommerziell in den USA durchaus erfolgreich, auch mit ordentlichen Kritiken, aber weit von den zuvor erhofften OSCAR-Weihen entfernt. Angesichts des Titels ist ein Inhaltsüberblick kaum vonnöten, denn tatsächlich kauft in dem auf wahren Ereignissen basierenden Film der Witwer Matt Damon mit seinen beiden Kindern einen heruntergekommenen Zoo und will ihm unter Mithilfe von Tierpflegerin Scarlett Johansson wieder zum Erfolg verhelfen. Klingt nach netter, harmloser Unterhaltung für die ganze Familie.

- "50/50": Auch Independent-Highlights hat der Mai in den deutschen Kinos zu bieten, allen voran diese (auf den Erfahrungen des Drehbuch-Autors Will Reiser basierende) gefeierte Tragikomödie um einen jungen Mann im Kampf gegen eine Krebserkrankung. Kritikerliebling Joseph Gordon-Levitt ("Brick", "(500) Days of Summer") spielt die Hauptrolle, der mit Reiser befreundete Seth Rogen ("Superbad", "Beim ersten Mal") seinen besten Freund.

- "Bel Ami": In der Neuverfilmung des berühmten Romans von Guy de Maupassant versucht sich "Twilight"-Herzensbrecher Robert Pattinson nach "Wasser für die Elefanten" erneut an einer ernsthaften Rolle. Hier spielt er den mittellosen Georges, der durch seinen Schlag bei den Frauen eine erstaunliche gesellschaftliche Karriere einschlägt. Die Besetzung ist eindrucksvoll (Uma Thurman, Christina Ricci, Kristin Scott Thomas, Colm Meaney), die Kritiken leider nur mittelmäßig.

10. Mai:
- "Dark Shadows": Tim Burtons neues Werk ist die Filmversion einer gleichnamigen, in den USA sehr populären Horror-Fantasy-Seifenoper der 1960er Jahre. Wie so oft bei Burton spielt Johnny Depp die Hauptrolle, den 1972 nach fast 200 Jahren befreiten Vampir Barnabas. Auch die weiteren Rollen des komödiantisch geprägten Fantasyfilms sind beeindruckend besetzt: Michelle Pfeiffer, Helena Bonham Carter, Jackie Earle Haley, Eva Green (als verführerische Hexe), Jonny Lee Miller, Sir Christopher Lee und Chloë Grace Moretz machen den Film hoffentlich so gut und durchgedreht, wie die Trailer wirken.

- "21 Jump Street": In einer weiteren TV-Serien-Adaption (Hauptrolle im Original: Johnny Depp) spielen Jonah Hill ("Moneyball", "Superbad") und Channing Tatum ("Haywire", "Für immer Liebe") zwei junge Cops, die zu einem Undercover-Einsatz in der Schule geschickt werden. Zum allgemeinen Erstaunen erwies sich die recht derbe Action-Komödie in den USA als großer Hit und erhielt sogar hervorragende Kritiken.

17. Mai:
- "Der Diktator": In der sehr, sehr, sehr freien Umsetzung eines Romans von Saddam Hussein (!) wird Sacha Baron Cohen ("Borat", "Bruno") unter der Regie von Larry Charles ("Lass es, Larry!", "Whatever Works") als heroischer Diktator sicher wieder für unzählige durchgeknallte Situationen sowie hysterische Lacher im Publikum sorgen ...

24. Mai:
- "Men in Black 3": Dazu muß wohl nicht viel gesagt werden: Zum dritten Mal treiben Will Smith und Tommy Lee Jones auf der Jagd nach bösen Aliens ihr Unwesen, diesmal sogar samt Zeitreise in die Vergangenheit (mit Josh Brolin als jüngerer Version von Tommy Lee Jones).

- "Moonrise Kingdom": Im neuen, in den 1960er Jahren spielenden Film von Kultregisseur Wes Anderson ("Die Royal Tenenbaums", "Die Tiefseetaucher", "Der fantastische Mr. Fox") geht es um die Suche nach einem verschwundenen Teenager-Pärchen. Auf der Suche sind unter anderem Bruce Willis, Edward Norton, Bill Murray, Tilda Swinton und Frances McDormand.

31. Mai:
- "Snow White and the Huntsman": Nach Tarsems am Donnerstag angelaufenen "Spieglein, Spieglein" die zweite Schneewittchen-Version in kurzer Zeit. Den Trailern zufolge könnten die Unterschiede allerdings größer kaum sein, denn wo "Spieglein, Spieglein" als comedylastige Familienunterhaltung daherkommt, verspricht "Snow White and the Huntsman" ein actiongeladenes Fantasyspektakel zu werden. Wobei man sich durchaus fragen darf, welcher Zauberspiegel denn bitteschön Charlize Theron als böser Königin ernstlich weismachen will, daß "Twilight"-Star Kristen Stewart als Schneewittchen die Schönste im ganzen Land sei ...

7. Juni:
- "Streetdance 2": Die Fußball-Zeit versuchen die Verleiher vor allem mit Filmen zu überbrücken, die Frauen und/oder Teenies ansprechen. Dafür dürfte diese 3D-Tanzfilm-Fortsetzung durchaus geeignet sein.

14. Juni:
- "Rock of Ages": Eher für Männer interessant sein könnte diese Musical-Verfilmung mit einer geballten Ladung 1980er Jahre-Rockmusik (Bon Jovi, Foreigner, Journey, Def Leppard und viele mehr) und Tom Cruise als Rockstar Stacee Jaxx.

- "The Cabin in the Woods": Horrorfans lassen sich normalerweise auch durch Fußball nicht vom Kinobesuch abhalten. Bleibt zu hoffen, daß das auch auf dieses von Joss Whedon verfaßte und auf Festivals bereits hymnisch gefeierte Werk mit der nur scheinbar banalen Prämisse (fünf Freunde machen in einer einsam gelegenen Waldhütte Rast und werden mit unheimlichen Geschehnissen konfrontiert) zutrifft.

21. und 28. Juni: Keine wirklich interessanten Neustarts.

5. Juli:
- "Ice Age 4": In der neuesten Episode der vor allem in Europa unglaublich erfolgreichen Animations-Reihe müssen Sid, Diego und Manny samt Anhang eine Seereise auf einem Eisberg unternehmen.

- "Spider-Man": Eines der am kontroversesten diskutierten Reboots der letzten Zeit beginnt die Geschichte von Peter Parker (Andrew Garfield aus "The Social Network" ersetzt Tobey Maguire) noch einmal ganz von vorne. Ob das nach dem zwar qualitativ enttäuschenden, aber immer noch sehr erfolgreichen dritten Maguire-Film wirklich nötig ist, darüber kann man streiten. Die Trailer sehen nicht viel anders aus als Sam Raimis Trilogie, dafür gibt es nun 3D und anstatt mit Mary Jane bandelt Peter nun mit Gwen Stacey (Emma Stone) an. Immerhin läßt hoffen, daß Marc Webb, Regisseur des grandiosen "(500) Days of Summer" hinter der Kamera steht.

12. Juli:
- "Abraham Lincoln – Vampire Hunter": Die Comic-Verfilmung läßt angesichts der interessant-verrückten Thematik ("President by day. Hunter by night.") und Regisseur Timur Bekmambetov ("Night Watch", "Wanted") zumindest auf anspruchslose Action-Horror-Unterhaltung hoffen. Dominic Cooper ("Captain America") spielt die Titelrolle.

19. Juli:
- "Der Lorax": In der neuesten animierten Dr. Seuss-3D-Verfilmung ("Der Grinch", "Horton hört ein Hu") wird dem überwiegend kindlichen Publikum von der titelgebenden Waldkreatur eine umweltgerechte Botschaft vermittelt. In den USA ein großer Hit.

- "G.I. Joe – Die Abrechnung": Der erste Teil der Actionfigur-Verfilmung war qualitativ ein ziemlicher Reinfall und an der Kinokasse auch nur mittelmäßig erfolgreich. Dennoch gibt es nun eine rundumüberholte Fortsetzung, in der aus dem ersten Teil außer Hauptdarsteller Channing Tatum nur wenige Figuren übernommen wurden. Dafür gibt es mit Bruce Willis und Dwayne "The Rock" Johnson zwei hochkarätige Neuzugänge. Die Regie übernahm mit Jon M. Chu überraschend ein Mann, der bisher vor allem als Regisseur der "Step Up"-Tanzfilme zu Bekanntheit gelangte.
Nachtrag vom 28. Mai: Der Kinostart von "G.I. Joe - Die Abrechnung" wurde auf Ende März 2013 verschoben, da der Film nachträglich in 3D konvertiert werden soll.

26. Juli:
- "The Dark Knight Rises": Christopher Nolans Abschluß seiner bereits jetzt legendären Batman-Trilogie ist wohl der am heißesten erwartete Film dieses Sommers. Über die Handlung ist bislang glücklicherweise wenig an die Öffentlichkeit gedrungen, aber der Film wird erst acht Jahre nach dem Ende des meisterhaften Vorgängers einsetzen. Bleibt zu hoffen, daß es Nolan ein weiteres Mal gelingt, die gewaltigen Erwartungen, die in ihn gesetzt werden, zu erfüllen.

2. August:
- "Merida – Legende der Highlands": Der neue Pixar-Film handelt von einer schottischen Bogenschützin und Königstochter (im Original gesprochen von Kelly Macdonald), die mit ihrem Eigensinn ungewollt für Chaos im Königreich sorgt, das sie anschließend wieder beizulegen versucht.

- "Ted": In der schwarzen Komödie von "Family Guy"-Schöpfer Seth McFarlane muß sich Mark Wahlberg zwischen seinem besten Freund – seinem aufgrund eines in der Kindheit in Erfüllung gegangenen Weihnachtswunsches lebendig gewordenen und mit einem extrem losen Mundwerk gesegneten Teddy-Bär – und seiner von Mila Kunis ("Black Swan") verkörperten Freundin entscheiden ...

9. August:
- "Prometheus": Neben "The Dark Knight Rises" und "The Avengers" sicherlich der mit den höchsten Erwartungen bedachte Sommerstart, stellt der in 3D gefilmte "Prometheus" Sir Ridley Scotts Rückkehr ins Science-Fiction-Genre dar. Genau genommen handelt es sich um ein erstklassig besetztes (Charlize Theron, Michael Fassbender, Idris Elba, Noomi Rapace, Guy Pearce) Prequel zu "Alien". Genauere Informationen zum Inhalt gibt es kaum, der erste Trailer zum (in Deutschland, denn in den USA startet er bereits im Juni) letzten potentiellen Sommerkino-Ereignis 2012 verspricht aber ganz großes Kino!

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