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Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Dienstag, 24. Januar 2017

OSCAR-Nominierungen 2017

Alle Nominierungen für die 89. Academy Awards mit meiner Einschätzung zu den einzelnen Kategorien (außer den drei Kurzfilm-Kategorien):

Bester Film:
- Fences
- Hacksaw Ridge
- Hidden Figures
- La La Land
- Lion
- Moonlight

Wiederum wurden die maximal möglichen zehn Nominierungen verpaßt, aber bei neun ist die Auswahl natürlich immer noch groß genug. Kuriosum am Rande: Keiner der neun Nominees hat einen Anfangsbuchstaben aus dem Bereich N-Z! Ungewöhnlicherweise in dieser durchaus für Überraschungen bekannten Kategorie wurden tatsächlich sämtliche Favoriten nominiert, hoffnungsvolle Außenseiter wie "Sully", "Nocturnal Animals", "Loving", "Jackie" oder sogar "Deadpool" gingen leer aus. Den Sieg sollte ein Favoriten-Trio unter sich ausmachen: "La La Land", "Moonlight" und "Manchester by the Sea". Und diese Reihung entspricht meiner Ansicht nach auch der Siegwahrscheinlichkeit.

Regie:
- Damien Chazelle, "La La Land"
- Mel Gibson, "Hacksaw Ridge"
- Barry Jenkins, "Moonlight"
- Kenneth Lonergan, "Manchester by the Sea"
- Denis Villeneuve, "Arrival"

Viel frisches Blut bei den Regisseuren, vier davon sind noch relativ neu im OSCAR-Geschäft, mit Mel Gibson hat es nur ein Hollywood-Veteran zu einer Nominierung gebracht - und damit eher unerwartet Hochkaräter wie Clint Eastwood ("Sully"), Martin Scorsese ("Silence") oder Denzel Washington ("Fences") ausgestochen, mit Garth Davis ("Lion") und David Mackenzie ("Hell or High Water") aber auch zwei weitere aussichtsreiche Neulinge. Das Feld dürfte nun relativ offen sein, wobei ich Gibson und Villeneuve als Sieger ausschließen würde. Chazelle, Jenkins und Lonergan haben alle gute Chancen, mein Tip momentan: Chazelle wird gewinnen!


Hauptdarsteller:
- Casey Affleck, "Manchester by the Sea"
- Andrew Garfield, "Hacksaw Ridge"
- Ryan Gosling, "La La Land"
- Viggo Mortensen, "Captain Fantastic"
- Denzel Washington, "Fences"

Mit Viggo Mortensen hat es ein Wackelkandidat unter die Top 5 geschafft, mit dem Rest des Feldes war absolut zu rechnen. Mortensens Nominierung bedeutet aber auch: Tom Hanks wurde wieder übergangen (diesmal für "Sully"), ebenso Jake Gyllenhaal ("Nocturnal Animals") und Joel Edgerton ("Loving"), die als weitere Anwärter auf den fünften Platz galten. Glasklarer Favorit ist Casey Affleck, am ehesten könnte ihm wohl Gosling noch gefährlich werden (falls "La La Land" einen großen Siegeszug quer durch alle Kategorien schafft).

Hauptdarstellerin:
- Isabelle Huppert, "Elle"
- Ruth Negga, "Loving"
- Natalie Portman, "Jackie"
- Emma Stone, "La La Land"
- Meryl Streep, "Florence Foster Jenkins"

Wie bei den Männern galten auch bei den Frauen vier der fünf Plätze quasi als gesetzt - doch "Arrival"-Hauptdarstellerin Amy Adams ging sensationell leer aus! Dafür ist Ruth Negga dabei, die weitere Kolleginnen wie Emily Blunt ("Girl on the Train"), Annette Bening ("20th Century Women") oder Taraji P. Henson ("Hidden Figures") ausstechen konnte. Auch für den deutschen "Toni Erdmann"-Star Sandra Hüller hat es nicht gereicht - das war zu erwarten (den in dieser Kategorie fast schon obligatorischen "Ausländer-Quotenplatz" nahm von Beginn der Awards Season an die Französin Isabelle Huppert ein), verdient hätte sie es trotzdem gehabt. Was die Siegchancen betrifft, glaube ich weder an Negga noch an Streep (die mit der 20. Nominierung ihren Rekord weiter ausbaut), bei den drei übrigen ist es ein enges Rennen. Generell gilt Stone vor Portman als Topfavoritin, Huppert hat aber bereits zahlreiche Preise während der Awards Season gewonnen. Ich glaube dennoch an Emma Stone als Siegerin.

Nebendarsteller:
- Mahershala Ali, "Moonlight"
- Jeff Bridges, "Hell or High Water"
- Dev Patel, "Lion"
- Lucas Hedges, "Manchester by the Sea"
- Michael Shannon, "Nocturnal Animals"

Hugh Grant ("Florence Foster Jenkins") muß weiterhin auf seine erste OSCAR-Nominierung warten, auch Kevin Costner ("Hidden Figures") hat es nicht geschafft. Dafür konnte Michael Shannon sich gegen seinen zuletzt (u.a. mit dem Golden Globe-Gewinn) aussichtsreicher scheinenden "Nocturnal Animals"-Kollegen Aaron Taylor-Johnson durchsetzen. Hoher Favorit ist Ali, der fast alle in der bisherigen Awards Season vergebenen bedeutenden Preise gewinnen konnte.

Nebendarstellerin:
- Viola Davis, "Fences"
- Naomie Harris, "Moonlight"
- Nicole Kidman, "Lion"
- Octavia Spencer, "Hidden Figures"
- Michelle Williams, "Manchester by the Sea"

Auch hier waren vier Plätze recht klar, die verbleibende Frage war: Wird aus "Hidden Figures" Octavia Spencer oder Janelle Monáe nominiert? Man entschied sich für die routinierte Spencer, für die es nach ihrem "The Help"-Sieg bereits die zweite OSCAR-Nominierung ist. Hier sind die Siegchancen ziemlich gleichmäßig verteilt, am günstigsten sollten die Sterne für Davis, Harris und Williams stehen. Williams hat in dem intensiven Charakterdrama "Manchester by the Sea" eine überragende Szene, ansonsten aber nicht allzu viel zu tun - ob das wohl reicht? Leichte Favoritin ist Viola Davis, ich würde momentan aber eher auf Naomie Harris tippen.

Nicht-englischsprachiger Film:
- "Unter dem Sand", Dänemark (deutsche Koproduktion)
- "Ein Mann namens Ove", Schweden
- "The Salesman (Forushande)", Iran
- "Tanna - Eine verbotene Liebe", Australien
- "Toni Erdmann", Deutschland 

Soweit sie nicht schon in der Vorauswahl ausgeschieden sind (wie Frankreich mit "Elle" und Spanien mit "Julieta"), haben eigentlich alle Favoriten den Sprung in das "Hauptfeld" geschafft. Zwar fehlt mit Kanadas "Einfach das Ende der Welt" ein Hochkaräter, der aber aufgrund sehr kontroverser Kritiken sowieso als Wackelkandidat galt. Und die Schweiz muß sich mit "Mein Leben als Zucchini" mit der (angesichts der großen Konkurrenz aus dem englischsprachigen Bereich tendentiell sowieso etwas prestigeträchtigeren) Nominierung in der Animationsfilm-Kategorie begnügen. Für Australien ist der in zwei in Vanuatu verwendeten Sprachen gedrehte "Tanna" übrigens die erste Nominierung überhaupt in dieser Kategorie! Den Sieg sollten jedoch Deutschland und Iran unter sich ausmachen, wobei ich momentan etwas zu "The Salesman" neige.

Animationsfilm:
- Vaiana
- Mein Leben als Zucchini
- Die rote Schildkröte

Wie öfters in den letzten Jahren zeigt sich die Academy bei den Animationsfilm-Nominierungen erfreulich aufgeschlossen und qualitätsbewußt. Während Pixars Megahit "Findet Dorie" (meiner Meinung nach zu Recht) und auch andere Blockbuster wie "Sing" oder "Trolls" leer ausgehen, werden mit "Kubo", "Mein Leben als Schildkröte" und der Studio Ghibli-Koproduktion "Die rote Schildkröte" gleich drei anspruchsvolle Produktionen von außerheld der Hollywood-Studios mit Nominierungen geehrt. Favorit ist allerdings trotzdem Disneys wunderbarer "Zoomania", wobei ich "Kubo" durchaus einen Überraschungscoup zutrauen würde.

Dokumentarfilm:
- I Am Not Your Negro
- Life, Animated
- O.J.: Made in America
- Seefeuer
- 13th

Mit "Weiner", "Cameraperson" und "The Eagle Huntress" fehlen einige der höher gehandelten Kandidaten, die größten Favoriten sind aber dabei, darunter der italienische Berlinale-Gewinner "Seefeuer". Aussichtsreichster Sieganwärter ist "O.J.: Made in America" vor Ava DuVernays provokativ aufrüttelndem "13th" und "I Am Not Your Negro".

Originaldrehbuch:
- Taylor Sheridan, "Hell or High Water"
- Damien Chazelle, "La La Land"
- Kenneth Lonergan, "Manchester by the Sea"
- Yorgos Lanthimos und Efthymis Filippou, "The Lobster"
- Mike Mills, "20th Century Women"

Mehr oder weniger ist alles wie erwartet, die leichte Hoffnung auf eine Nominierung für "Toni Erdmann" hat sich somit nicht erfüllt. Bemerkenswert: Für sein erst zweites Drehbuch (nach "Sicario") hat Taylor Sheridan bereits seine zweite OSCAR-Nominierung erhalten! Favorit ist aber Kenneth Lonergan vor Damien Chazelle.

Adaptiertes Drehbuch:
- Eric Heisserer und Ted Chiang, "Arrival"
- August Wilson, "Fences"
- Allison Schroeder, Theodore Melfi und Margot Lee Shetterly, "Hidden Figures"
- Luke Davies, "Lion"
- Barry Jenkins, "Moonlight"

Auch hier keine Überraschungen, wobei sich Luke Davies im Kampf um den fünften Platz vermutlich gegen Tom Fords "Nocturnal Animals" durchsetzen konnte. Auch die von manchen erhoffte "Deadpool"-Nominierung (quasi als Belohnung für einen Comic-Blockbuster, der sich richtig was traut und mit den Konventionen bricht) blieb ein Wunschtraum. Die besten Chancen hat voraussichtlich Barry Jenkins, abschreiben darf man aber auch "Fences", "Hidden Figures" und "Arrival" nicht.

Kamera:
- Arrival
- La La Land
- Lion
- Moonlight
- Silence

"Silence" konnte sich gegen "Nocturnal Animals" und "Hell or High Water" durchsetzen, ansonsten alles wie erwartet. Den Sieg dürften normalerweise "Arrival" und "La La Land" unter sich ausmachen.

Kostüme:
- Florence Foster Jenkins
- Jackie
- La La Land 

Erneut keine großen Überraschungen, wobei "The Dressmaker", "Hail, Caesar!", "Silence" oder die Jane Austen-Adaption "Love & Friendship" unter die Top 5 hätten rutschen können. Ein klarer Favorit ist nicht auszumachen, am besten sieht es vermutlich für "Jackie", "Florence Foster Jenkins" und "La La Land" aus.

Visuelle Effekte:
- Deepwater Horizon
- Kubo - Der tapfere Samurai

Endlich eine Kategorie mit Unerwartetem: Mit"Arrival" und "Phantastische Tierwesen" fliegen zwei Mitfavoriten (unverdient) komplett raus, dafür rutscht der ziemlich krasse Außenseiter "Deepwater Horizon" rein. Und mit "Kubo" holt erstmals seit "Nightmare Before Christmas" im Jahr 1994 ein Animationsfilm eine Nominierung für die visuellen Effekte - und das sehr verdient! Klarer Favorit ist dennoch "The Jungle Book".

Musik:
- Nicholas Britell, "Moonlight"
- Justin Hurwitz, "La La Land"
- Mica Levi, "Jackie"
- Dustin O'Halloran und Hauschka, "Lion"
- Thomas Newman, "Passengers"

In einer Kategorie, in der sich die Academy sonst fast schon traditionell an Altmeister und sonstige vielfache Nominees klammert, tauchen tatsächlich vier "unverbrauchte" Nominees auf - wow! Nur Thomas Newman hält das Fähnlein der Arrivierten aufrecht, wobei seine Nennung durchaus überraschend kommt. Mit dem Experimentalmusiker Hauschka ist ein Deutscher vertreten, wohingegen Hans Zimmer (der am "Hidden Figures"-Score beteiligt war, der bei den Golden Globes noch nominiert wurde) sich in den Reigen der fehlenden Altmeister einreiht. Überraschungen sind in dieser Kategorie alles andere als selten, doch die besten Aussichten hat sicherlich das Musical "La La Land".

Filmsong:
- "Audition (The Fools Who Dream)" von Justin Hurwitz, "La La Land"
- "Can't Stop the Feeling" von Justin Timberlake, "Trolls"
- "City of Stars" von Justin Hurwitz, "La La Land"
- "The Empty Chair" von J. Ralph und Sting, "Jim: The James Foley Story"
- "How Far I'll Go" von Lin-Manuel Miranda, "Vaiana"

Vier Favoriten und mit "The Empty Chair" nur ein Außenseiter. Persönlich bedauere ich vor allem das Fehlen von Tori Amos' "Flicker" (aus dem Film "Audrie & Daisy"). Erwähnenswert ist übrigens, daß inzwischen nur noch maximal zwei Songs pro Film nominiert werden dürfen, sonst wäre "La La Land" möglicherweise noch häufiger vertreten. So können sich wenigstens nur diese beiden Songs gegenseitig die Stimmen abknöpfen, denn favorisiert sind sie allemal. Allerdings haben auch "Can't Stop the Feeling" und "How Far I'll Go" gute Aussichten und tatsächlich vermute ich (leider) einen Sieg für Justin Timberlakes "Can't Stop the Feeling".

Ton:
- Arrival
- Hacksaw Ridge
- La La Land
- Rogue One: A Star Wars Story
- 13 Hours

Doch etwas überraschend ist das Fehlen von "Deepwater Horizon", schließlich haben bei den Ton-Kategorien traditionell Filme mit lautem Krachbumm gute Chancen - wie man ja auch an der Auswahl von "Hacksaw Ridge", "Rogue One" und "13 Hours" erkennt. Echte Favoriten gibt es hier nicht, aber da Kriegsfilme beim Ton oft gut abschneiden, tippe ich auf "Hacksaw Ridge" vor "La La Land" (als Musical beim Ton natürlich auch gut dabei).

Tonschnitt:
- Arrival
- Deepwater Horizon
- Hacksaw Ridge
- La La Land

Es gilt im Grunde genommen das Gleiche wie beim Ton, wobei hier das Fehlen von "Rogue One" verwundert (und, wie beim Ton, auch ein bißchen das von "Jungle Book" und "Deadpool").

Ausstattung:
- La La Land
- Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind
- Arrival
- Passengers

Mit "Passengers" war nicht unbedingt zu rechnen, dafür fehlt Mitfavorit "Jackie". Favorit ist "La La Land", aber "Phantastische Tierwesen" und vielleicht auch "Arrival" sollte man nicht zu früh abschreiben.

Schnitt:
- La La Land
- Hacksaw Ridge
- Moonlight
- Arrival
- Hell or High Water

Alles in etwa so wie erwartet, wobei aber das Fehlen von Wackelkandidat "Manchester by the Sea" erwähnenswert ist - immerhin gewannen nur wenige Filme die "Bester Film"-Kategorie ohne gleichzeitige "Schnitt"-Nominierung! Favoriten sind "La La Land" und "Moonlight".

Make-up und Hairstyling:
- Ein Mann namens Ove

Nicht unbedingt die bedeutendste Kategorie, vielleicht gerade deshalb voller Überraschungen. Die Favoriten "Florence Foster Jenkins", "Deadpool", "Hail, Caesar!" und "The Dressmaker" fehlen komplett, nun treten also zwei Big Budget-Blockbuster gegen eine skurrile schwedische Tragikomödie an. Eigentlich spricht viel für "Star Trek Beyond", ich tippe aber auf "Ein Mann namens Ove".

Kurzfilm:
- Ennemis Intérieurs
- La Femme et le TGV
- Silent Nights
- Sing
- Timecode

Animierter Kurzfilm:
- Blind Vaysha
- Borrowed Time
- Pear Cider and Cigarettes
- Pearl
- Piper

Dank dem sehr schönen "Findet Dorie"-Vorfilm "Piper" geht Pixar zumindest nicht komplett leer aus.

Kurzdoku:
- The White Helmets
- Watani: My Homeland
- Joe's Violin
- 4.1 Miles
- Extremis

Die britische Produktion "Watani" stammt von dem deutsch-spanischen Kriegsberichterstatter und Dokumentarfilmer Marcel Mettelsiefen.

Auflistung nach Anzahl der Nominierungen (nur Filme mit mehr als zwei Nennungen):

La La Land: 14
Moonlight: 8
Arrival: 8
Hacksaw Ridge: 6
Lion: 6
Manchester by the Sea: 6
Fences: 4
Hell or High Water: 4
Hidden Figures: 3
Jackie: 3

Die Gewinner der Nominierungen:
Mit 14 OSCAR-Nominierungen stellt "La La Land" den Rekord für die meisten Nominierungen für einen Film ein - nur "Alles über Eva" (1950) und "Titanic" war das bislang gelungen! Damit festigt das romantische Musical seine Favoritenstellung vor dem mit acht Nennungen ebenfalls stark abschneidenden "Moonlight" und "Manchester by the Sea". Freuen können sich auch "Arrival", "Hacksaw Ridge" und "Lion", wobei das SciFi-Drama durchaus noch besser hätte abschneiden können (das Fehlen von Hauptdarstellerin Amy Adams ist eine sehr schmerzliche Enttäuschung), wohingegen "Lion" eher noch besser als erhofft dasteht. Mel Gibson kann sich zudem darüber freuen, daß er mit seiner seiner zweiten Regie-Nominierung (nach "Braveheart" 1996, für den er gewann) sich wohl endgültig als wieder rehabilitiert in Hollywood betrachten kann. Und auf niedrigem Niveau darf sich noch die von den Kritikern verrissene SciFi-Romanze "Passengers" über zwei unerwartete Nominierungen im technischen Bereich freuen.

Die Verlierer der Nominierungen:
Bei den Einzelpersonen definitiv Amy Adams, die als beste Hauptdarstellerin für "Arrival" ihre Nominierung sicher zu haben schien (und mit "Nocturnal Animals" sogar noch eine zweite Chance hatte). Bei den Filmen erstaunt primär das schwache Abschneiden des Crowdpleasers "Hidden Figures", der zwar als "Bester Film" nominiert wurde, ansonsten aber nur noch bei den Nebendarstellerinnen und dem Drehbuch bedacht wurde. Clint Eastwoods "Sully" wird ebenso wie Tom Fords "Nocturnal Animals" und Martin Scorseses "Silence" mit nur einer Nominierung abgespeist. Und daß Marvels "Deadpool" auch in den technischen Kategorien ignoriert wird und somit komplett leer ausgeht, war so auch nicht zu erwarten (manche Beobachter glaubten ja sogar an Nominierungen als "Bester Film", für das Drehbuch und für den Hauptdarsteller Ryan Reynolds!). Auf hohem Niveau klagen können vielleicht auch "Manchester by the Sea", das im Kampf um die Königskategorie dank insgesamt "nur" sechs Nominierungen (und keiner in der wichtigen Schnitt-Kategorie) etwas hinter die sowieso stärker eingeschätzten Konkurrenten "La La Land" und "Moonlight" zurückfällt, sowie "Hell or High Water" mit vier Nominierungen (dafür alle in Hauptkategorien).

Fazit:
Die Rekordzahl an Nominierungen für "La La Land" könnte zwar auf eine relativ vorhersehbare OSCAR-Verleihung mit einem Siegeszug des Musicals hindeuten, doch das Drama "Moonlight" bleibt eine sehr starke Konkurrenz. Vielleicht können ja auch "Manchester by the Sea" und "Arrival" noch eingreifen, die aber durch jeweils eine schwerwiegende Nichtnominierung (Schnitt bei "Manchester", Amy Adams bei "Arrival") recht schwere Rückschläge erleidet mußten. Über mangelnde ethnische Diversität in den Schauspieler-Kategorien kann man sich dafür dieses Jahr definitiv nicht beschweren, insgesamt stehen 13 weiße Darsteller sieben anderer Hautfarbe gegenüber - wobei sich darunter allerdings einmal mehr keine Asiaten (jedoch immerhin der indischstämmige Brite Dev Patel) oder Latinos befinden. Die ganz großen Sensationen blieben bei den Nominierungen aus (abgesehen vom Fehlen von Amy Adams), Überraschungen gab es trotzdem einige und viele Kategorien bleiben spannend. Wir können uns also schon einmal freuen auf die von Jimmy Kimmel moderierte OSCAR-Verleihung, die am 26. Februar 2017 in Los Angeles über die Bühne gehen wird.

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