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Dienstag, 13. September 2016

Neues aus Hollywood: Zwei Romanverfilmungen und Gary Oldman als Churchill

Heute mit drei aktuellen Meldungen:

  • Der britische Regisseur Joe Wright hat sich schon öfters mit in der Vergangenheit spielenden Stoffen befaßt, wobei er dafür in der Regel auf große literarische Stoffe zurückgriff ("Stolz und Vorurteil", "Abbitte", "Anna Karenina"). Auch in seinem nächsten Film "The Darkest Hour" begibt sich Wright in die Vergangenheit, genau genommen in die Anfangszeit des Zweiten Weltkrieges - allerdings gibt es diesmal keine Romanvorlage und es steht eine bedeutende Person der Zeitgeschichte im Mittelpunkt: Sir Winston Churchill. Nach einem Drehbuch des OSCAR-nominierten Anthony McCarten ("Die Entdeckung der Unendlichkeit") wird "The Darkest Hour" schildern, wie Churchill als frisch gewählter britischer Premierminister im Jahr 1940 mit dem Vormarsch der Nazis durch Europa umgehen und letztlich entscheiden muß, ob er Großbritannien gegen den Widerstand des Königs und Teilen seiner eigenen Partei in den Krieg führt oder einfach dabei zusieht, wie Kontinentaleuropa in Flammen aufgeht (wobei Großbritannien natürlich schnell zum nächsten Ziel werden könnte, wie Churchill sehr bewußt war). Kein Geringerer als Gary Oldman ("Dame, König, As, Spion") wird Churchill verkörpern, was zwar rein optisch als eine ungewöhnliche Wahl erscheint, schauspielerisch aber natürlich sehr viel verspricht. Kristin Scott Thomas ("Lachsfischen im Jemen") wird Churchills Frau Clementine spielen, Sir John Hurt ("Alien") seinen Amtsvorgänger Neville Chamberlain und Lily James ("Cinderella") seine persönliche Sekretärin. Als stotternder König George VI. (Protagonist von "The King's Speech") agiert der Australier Ben Mendelsohn ("Star Wars: Rogue One", "Königreich des Verbrechens"). Der Beginn der Dreharbeiten zu "The Darkest Hour" in Großbritannien ist für Herbst vorgesehen, der US-Kinostart wurde bereits für den 27. November 2017 festgelegt.

  • Einen namhaften Cast kann auch der Actionthriller "American Assassin" vorweisen, die Adaption des gleichnamigen, im Original 2010 erschienenen Bestsellers des im Jahr 2013 verstorbenen Vince Flynn. Wie der deutsche Buch-Untertitel "Wie alles begann" bereits andeutet, handelt es sich innerhalb der 15 Romane umfassenden Reihe um ein Prequel, in dem die Anfänge des CIA-Agenten Mitch Rapp geschildert werden. Jungstar Dylan O'Brien ("Maze Runner", TV-Serie "Teen Wolf") übernimmt die Rolle des jungen Agenten, während Michael Keaton ("Spotlight") seinen anfangs widerwilligen Mentor, den Kalter Krieg-Veteran Stan Hurley, verkörpern wird. Als es eine Welle scheinbar nicht zusammenhängender Terroranschläge in verschiedenen Ländern gibt, wird das Duo von CIA-Direktorin Irene Kennedy (Sanaa Lathan, "The Perfect Guy") auf den Fall angesetzt und entdeckt wirklich ein Muster. Zusammen mit einer türkischen Agentin (Shiva Negar) müssen sie vor Ort versuchen, einen mysteriösen Bösewicht (Taylor Kitsch, "Savages") davon abzuhalten, im Mittleren Osten einen neuen Weltkrieg zu entfachen. Ich kenne die Bücher nicht, aber das Ganze klingt natürlich schon ein bißchen so wie die Jack Ryan-Bücher von Tom Clancy respektive deren Verfilmungen. Da der letzte Reboot-Versuch "Jack Ryan: Shadow Recruit" mit Chris Pine aus dem Jahr 2014 scheiterte, könnte "American Assassin" vielleicht in diese Lücke stoßen. Interessant zu sehen sein wird auch, ob das 1980er Jahre-Setting der Vorlage beibehalten wird oder (was ich eher vermute) die Handlung in die Gegenwart transportiert wird. Die Regie übernimmt mit Michael Cuesta ein Mann, der sich in der Thematik zwar auskennt (er inszenierte zahlreiche Episoden der TV-Serie "Homeland"), für das Kino bislang allerdings nur kleinere Independent-Produktionen wie "Kill the Messenger" drehte. Auch Drehbuch-Autor Stephen Schiff hat als Autor der TV-Serie "The Americans" thematisch relevante Erfahrungen gesammelt, zudem schrieb er bereits für Clint Eastwood ("Ein wahres Verbrechen") und Oliver Stone ("Wall Street: Geld schläft nicht"). Die Dreharbeiten in Europa haben kürzlich begonnen, ein Kinostarttermin ist noch nicht bekannt - ich würde auf Frühjahr (falls der Film rechtzeitig fertig wird) oder Spätsommer/Herbst 2017 tippen.

  • Weniger actionreich dürfte es in "Bel Canto" zugehen, einer Liebesgeschichte vor dem Hintergrund unsterblicher Musik und tödlicher Gefahr (so die Formulierung der Produktionsfirma). Unter der Regie von Paul Weitz ("American Pie", "About a Boy", "American Dreamz") geht es um die berühmte Sopranistin Roxane Coss (Julianne Moore, "A Single Man"), die in ein diktatorisch geführtes südamerikanisches Land reist, um für sehr viel Geld auf der Geburtstagsfeier des japanischen Unternehmers Katsumi Hosokawa (Ken Watanabe, "Batman Begins") aufzutreten. Besagte Feier wird allerdings von Rebellen unter der Führung von General Benjamin (Demián Bichir, "The Hateful 8") gestürmt, die die Anwesenden als Geiseln nehmen, um Gefangene freizupressen. Darauf geht die Gegenseite zunächst nicht ein, weshalb Geiselnehmer und Geiseln rund einen Monat lang auf engstem Raum miteinander auskommen müssen. Auch "Bel Canto" basiert auf einem Roman, den in diesem Fall die Amerikanerin Ann Pratchett 2003 veröffentlichte und der mit renommierten Preisen ausgezeichnet wurde. Die Drehbuch-Adaption übernahm Weitz selbst in Zusammenarbeit mit Anthony Weintraub, der auch als Produzent fungiert. Da das Projekt aktuell im Umfeld des Filmfestivals von Toronto internationalen Käufern vorgestellt wird, könnte die Produktion im Herbst beginnen, mit dem Kinostart rechne ich nicht vor Herbst 2017.

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