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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Dienstag, 9. Juni 2015

Neues aus Hollywood (23/2015)

Drei neue Meldungen:

  • Nachdem die Schauspielerin Blake Lively ("Savages") gerade erst in den USA ein künstlerisch wie kommerziell recht ordentliches Debüt als Hauptdarstellerin in der übernatürlich angehauchten Romanze "Für immer Adaline" (deutscher Kinostart: 9. Juli) gegeben hat, konnte sie prompt ihre nächste Hauptrolle an Land ziehen. Für Regisseur und (mit Sean Conway) Drehbuch-Autor Marc Forster ("World War Z") steht sie als blinde Gina vor der Kamera, die mit ihrem Ehemann James (Jason Clarke, "Planet der Affen: Revolution") in der thailändischen Hauptstadt Bangkok lebt, wo James arbeitet. Als sie in einem hochmodernen Verfahren eine neue Hornhaut transplantiert bekommt und wieder sehen kann, ändert sich für Gina alles. Der Clou des romantischen Thriller-Dramas "All I See Is You" ist, daß Gina (und damit auch der Zuschauer) zunächst die Welt gewissermaßen durch James' Augen sieht, der seiner Frau alles beschreibt; nach der gelungenen Operation ist Gina nicht mehr auf diese Hilfe angewiesen, sondern kann alles selbst erfassen – mit teils deutlichen Wahrnehmungsunterschieden, die sich auch auf die Beziehung des Ehepaars auswirken. Weitere Rollen spielen Danny Huston ("The Warrior's Way"), Wes Chatham ("Die Tribute von Panem – Mockingjay") und Ahna O'Reilly ("The Help"). Für die Dreharbeiten, die letzte Woche begonnen haben, sind fast drei Monate Zeit angesetzt, von denen die ersten beiden Monate in Thailand stattfinden werden, der Rest dann in Südspanien.

  • Theoretisch gelang dem amerikanischen Filmemacher Steven Shainberg vor 13 Jahren der Durchbruch: Seine satirische SM-Tragikomödie "Secretary – Womit kann ich dienen?" mit James Spader und Maggie Gyllenhaal wurde beim Sundance Festival gefeiert und prämiert, ebenso bei zahlreichen weiteren Festivals, Gyllenhaal erhielt gar ihre erste Golden Globe-Nominierung. In diesem Jahr erfuhr "Secretary" sogar eine kleine Renaissance, denn im Zuge der Bestseller-Verfilmung "Fifty Shades of Grey" wurde Shainbergs seinerzeit in den Kinos überwiegend von der klassischen Arthouse-Klientel wahrgenommenes Werk vielfach als eine qualitativ wesentlich ansprechendere Alternative angepriesen. Vielleicht verhilft das Shainberg zu einer späten Genugtuung, denn seine Karriere kam nach "Secretary" dann doch nicht so richtig in Gang. Maßgeblich verantwortlich dafür war wohl, daß 2006 sein nächster Film – "Fur", ein unkonventionelles Portrait der von Nicole Kidman verkörperten Photographin Diane Arbus – bei Kritikern wie auch Publikum durchfiel. Anschließend war Steven Shainberg nur noch an einigen unbekannten Filmen als Produzent beteiligt; nun startet er einen Comeback-Versuch mit dem futuristischen Thriller "Rupture", dessen Drehbuch er gemeinsam mit Brian Nelson ("30 Days of Night") geschrieben hat. Noomi Rapace ("Prometheus") spielt die Hauptrolle der Renee Morgan, die mit ihrem 12-jährigen Sohn ein unspektakuläres Leben führt. Eines Tages wird sie von einer mysteriösen Organisation entführt und in ein Labor gebracht, wo sie erfährt, daß sie der Schlüssel zu einer außerirdischen Bedrohung der Menschheit ist ... Michael Chiklis ("Parker") spielt den Anführer von Renees Entführern, in weiteren Rollen agieren Peter Stormare ("22 Jump Street"), Kerry Bishé ("Red State") und Lesley Manville ("Mr. Turner"). Die Dreharbeiten in Toronto haben letzte Woche begonnen, womit ein Kinostart Anfang 2016 (womöglich wieder in Sundance) realistisch erscheint.

  • Eine weit erfolgreichere Karriere als bislang Steven Shainberg hat sein Kollege Gore Verbinski hingelegt. Bereits mit der Komödie "Mäusejagd" machte er sich in den 1990er Jahren einen Namen, mit dem hervorragenden J-Horror-Remake "Ring" empfahl er sich 2002 endgültig für größere Aufgaben. Und so inszenierte Verbinski mit "Fluch der Karibik" (und den beiden direkten Fortsetzungen) mit Johnny Depp einen der populärsten Blockbuster des 21. Jahrhunderts. Mit Rückschlägen kennt sich Verbinski aber auch aus, denn nach seinem Abschied von der Piraten-Reihe (beim vierten Teil führte Rob Marshall Regie, den fünften inszenieren derzeit die beiden Norweger Joachim Rønning und Espen Sandberg) schaffte er zwar zunächst mit der animierten Western-Hommage "Rango" einen mittleren Hit, der sogar den Animations-OSCAR gewann, anschließend folgte mit dem extrem teuren "Lone Ranger" jedoch ein gewaltiger Flop. Da ist es umso wichtiger, daß sein nächstes Projekt wieder deutlich besser funktioniert. Zumindest der finanzielle Erfolgsdruck dürfte überschaubar sein, denn die Handlungsprämisse (und mehr ist noch nicht bekannt) des Mystery-Thrillers "A Cure for Wellness" klingt nicht unbedingt nach einem Budget in dreistelliger Millionen-Dollar-Höhe: Dane DeHaan ("The Amazing Spider-Man 2") spielt einen jungen Mann, der in die Schweizer Alpen reist, um dort seinen Boß von einem therapeutischen Institut abzuholen. Am Zielort angekommen, muß er allerdings erfahren, daß sein Chef spurlos verschwunden ist. Jason Isaacs ("Sweetwater") wird den sinistren Direktor des Instituts verkörpern, die junge Mia Goth ("Nymphomaniac: Vol. II") eine Insassin. Das Drehbuch hat Verbinski mit Justin Haythe ("Zeiten des Aufruhrs") verfaßt. Die Dreharbeiten in Europa sollen noch diesen Monat beginnen, mit einem Kinostart ist wohl in der ersten Hälftes des kommenden Jahres zu rechnen.

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