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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Donnerstag, 28. Mai 2015

KINOVORSCHAU SOMMER 2015 (Teil 2)

Letztes Update vom 25. Juli: Cameron Crowes Komödie "Aloha" mit Bradley Cooper und Emma Stone wurde kurzfristig um zwei Wochen auf den 6. August vorverlegt.

Auf Teil 1 meiner großen Kinovorschau für den Sommer 2015 folgt, welch Überraschung, Teil 2. Mit Fortsetzungen, Animationsfilmen, Dramen, genau einem Western, Komödien, Horrorfilmen und selbstverständlich: Superhelden!

2. Juli:
"Minions" (3D):
Die (gar nicht mal so) heimlichen Stars der beiden populären "Ich – Einfach unverbesserlich"-Animationsfilme waren die kleinen Helferlein des Möchtegern-Oberbösewichts Gru: die Minions. Und die bekommen nun einen eigenen Film, der ihre Vorgeschichte erzählt. Denn bereits lange vor Gru haben die Minions zerstörerischen Herren wie Dschingis Khan und Dracula gedient, ehe sie einen weniger brutalen Neuanfang in der Antarktis versuchten – wo sie sich aber tödlich langweilten und sich deshalb in den 1960er Jahren auf die Suche nach einem neuen Meister machten …

Nachdem die ersten beiden "Insidious"-Gruselfilme von James Wan sehr erfolgreich waren, sieht die Konstellation beim dritten Film etwas anders aus: "Chapter 3" ist – wie der deutsche Untertitel bereits erahnen läßt – ein Prequel, das die Vorgeschichte des Mediums Elise (Lin Shaye) und ihrer beiden "Geisterjäger"-Helfer Tucker und Specs erzählt. James Wan ist nach seinem gelungenen Wechsel zum "Fast & Furious"-Franchise nur noch als Produzent beteiligt; die kreative Führung übernimmt sein langjähriger Partner (seit ihrem Durchbruch mit "Saw") Leigh Whannell, der als Regisseur, Drehbuch-Autor und (als Specs) einer der Hauptdarsteller fungiert.

"Men & Chicken":
Der dänische Filmemacher Anders Thomas Jensen, der sich nach seinem gefeierten und vor rabenschwarzem Humor triefenden Regiedebüt mit "Adams Äpfel" im Jahr 2005 vorwiegend auf das Schreiben von Drehbüchern konzentrierte (u.a. für Susanne Biers OSCAR-Gewinner "In einer besseren Welt" und Kristian Levrings Western "The Salvation"), kehrt auf den Regiestuhl zurück mit dieser wiederum sehr schwarzhumorigen Tragikomödie. Mads Mikkelsen ("Casino Royale") und der Schwede David Dencik ("Dame, König, As, Spion") spielen zwei ungleiche Brüder – Gabriel (Dencik) ist ein unauffälliger Philosophie-Professor, Elias ein ausschweifender Frauenheld. Trotz ihrer denkbar verschiedenen Lebenswege müssen sie sich zusammenraufen, als sie nach dem Tod ihres Vaters erfahren, daß sie adoptiert wurden. Und so machen sie sich auf die abenteuerliche Suche nach ihrem biologischen Vater ...

"Ich seh, ich seh":
In dem psychologischen Arthouse-Horrorfilm des österreichischen Regieduos Veronika Franz (Autorin von Ulrich Seidls "Paradies"-Trilogie) und Severin Fiala erleben die Zwillinge Lukas und Elias, wie ihre Mutter von einer Schönheitsoperation stark verändert zurückkehrt – nicht nur äußerlich. Sie behauptet, daß sie einfach nur vollkommen geschafft sei von den Strapazen und ihre Ruhe haben wolle – doch die Kinder argwöhnen, daß die Frau gar nicht ihre Mutter sein könnte, sondern eine böswillige Fremde. Also beschließen sie, die Frau auf die Probe zu stellen … Bei den Kritikern kommt "Ich seh, ich seh" überwiegend gut an, allerdings soll der auf mehreren Festivals prämierte Film sowohl psychologisch als auch in der Gewaltdarstellung richtig schwere Kost sein.

9. Juli:
Nachdem sein Comeback nach dem Ausscheiden aus dem Gouverneursamt von Kalifornien bislang nicht so richtig in Fahrt kam, wendet sich Action-Altstar Arnold Schwarzenegger einmal mehr seiner wohl ikonischsten Rolle zu: "Terminator: Genisys" ist dabei ein Reboot, in dem außer Arnie fast alles neu ist. Regie führt Fantasy-Spezialist Alan Taylor ("Thor – The Dark Kingdom", TV-Serie "Game of Thrones"), die Handlung spielt sich sowohl in der Zukunft als auch in der Vergangenheit ab. Jason Clarke ("Planet der Affen: Revolution") verkörpert John Connor, die letzte Hoffnung der Menschheit, im Jahr 2029, Emilia Clarke ("Game of Thrones") seine Mutter Sarah im Jahr 1983 und Jai Courtney ("Das Versprechen eines Lebens") Johns ebenfalls in der Zeit zurückgesandten Freund Kyle Reese. Arnie ist, wie bereits im zweiten und dritten Teil der Reihe, auf der Seite der Guten, da er von den Zukunfts-Rebellen zum Schutz Sarahs umprogrammiert wurde – zu tun bekommt er es mit einem neueren Terminator-Modell, das aussieht wie Lee Byung-hun ("G.I. Joe – Die Abrechnung"). Falls die Einspielergebnisse stimmen, soll "Genisys" den Auftakt einer Trilogie bilden.

"It Follows":
Der unabhängig produzierte psychologische Horrorfilm von David Robert Mitchell wurde von den Kritikern (96% positive Rezensionen bei Rotten Tomatoes!) und auf Festivals ausgiebig gefeiert und hat die Hauptdarstellerin Maika Monroe ("The Guest") auf den Weg zu einem echten Star gebracht. Sie spielt die 19-jährige Jay, die feststellen muß, daß durch Sex nicht einfach nur Körperflüssigkeiten und Geschlechtskrankheiten übertragen werden können – sondern auch ein böswilliger Geist! Loswerden kann sie ihn angeblich nur, indem sie ihn wiederum auf sexuellem Wege überträgt – was Jay in eine heftige moralische Zwickmühle bringt …

"Für immer Adaline":
In der übernatürlichen Romanze spielt Blake Lively ("Savages") eine Frau namens Adaline, die 1933 im Alter von 29 Jahren nach einem Unfall einfach aufhört zu altern. Aus Angst vor den Konsequenzen, wenn man ihre scheinbare Unsterblichkeit entdecken würde, verbringt sie die nächsten 80 Jahre sehr zurückgezogen – doch dann verliebt sie sich in Ellis (Michiel Huisman, "Game of Thrones") ... Regie führte Lee Toland Krieger ("Celeste & Jesse Forever").

"DUFF – Hast du keine, bist du eine":
DUFF ist ein Akronym für "Designated Ugly Fat Friend" – also eine nicht allzu schmeichelhafte (wenngleich eher augenzwinkernd gemeinte) Bezeichnung für jemanden, der seine attraktiveren Freunde im Vergleich noch besser aussehen läßt. Im Teenager-Alter ist so etwas wohl von besonders großer Bedeutung und deshalb handelt es sich hierbei um eine klassische Teenie-Komödie. Bei den Kritikern hat sie erstaunlich gut abgeschnitten, weil ihr eine sympathische Herangehensweise attestiert wird sowie der Hauptdarstellerin Mae Whitman ("Vielleicht lieber morgen") in der Titelrolle eine starke Leistung.

"Entourage":
Nach acht erfolgreichen Staffeln im amerikanischen Pay-TV erhält die regulär 2011 beendete und in Deutschland mangels Free-TV-Ausstrahlung nicht allzu bekannte satirische Kultserie um den (auf den Erfahrungen von Produzent Mark Wahlberg in seiner Anfangsphase in Hollywood basierenden) aufstrebenden Schauspieler Vincent Chase (Adrian Grenier, "Anything Else") und seinen Anhang nun auch einen eigenen Kinofilm. Da nahezu das gesamte Team der TV-Serie vor und hinter der Kamera versammelt ist, dürfen Fans auf einen gelungenen Ausflug ins Kino mit zahlreichen Star-Cameos hoffen.

"Mama gegen Papa Wer hier verliert, gewinnt":
In der französischen Slapstick-Komödie mit Marina Foïs ("22 Bullets"), Laurent Lafitte ("Der Schaum der Tage") und Anne Le Ny ("Ziemlich beste Freunde") will sich ein Ehepaar trennen und gerät darüber in Streit um die Kinder. Soweit nicht ungewöhnlich, allerdings wollen hier beide Elternteile – die jeweils ihren Traumjob in Aussicht haben – unbedingt, daß der jeweils andere das Sorgerecht übernimmt … In Frankreich wollten das immerhin rund drei Millionen Kinogänger sehen, und da französische Erfolgskomödien immer wieder auch in Deutschland gut funktionieren, darf man von einem breitflächigen Start in den hiesigen Kinos ausgehen.

"Den Menschen so fern":
Im Herbst 2014 gewann David Oelhoffens Adaption einer Kurzgeschichte des französischen Humanisten Albert Camus drei Preise beim Filmfestival in Venedig. Viggo Mortensen ("Der Herr der Ringe") spielt das in Algerien geborene ehemalige französische Armeemitglied Daru, das sich in den 1950er Jahren in den algerischen Bergen als Französischlehrer niedergelassen hat. Als ein Bauer aus dem Dorf von der bei den Einheimischen immer verhassteren französischen Kolonialmacht hingerichtet werden soll, flieht Daru mit ihm ins Gebirge … Die Musik zu dem politischen Kriegsdrama komponierten der australische Songwriter Nick Cave und Warren Ellis, die bereits gemeinsam an "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" und "Lawless" arbeiteten.

"Escobar – Paradise Lost":
Der italienische Schauspieler Andrea Di Stefano ("Life of Pi") inszeniert in seinem Regie- und Drehbuch-Debüt Benicio del Toro ("Inherent Vice") als berühmt-berüchtigten Drogenbaron Pablo Escobar. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive des jungen Kanadiers Nick (Josh Hutcherson, "Die Tribute von Panem"), der eher zufällig in die Welt des Verbrechens eintaucht, als er sich im Surf-Urlaub in Kolumbien in eine Schönheit verliebt, die sich als Nichte Escobars herausstellt. Der Gangsterfilm feierte bereits im letzten Herbst in Toronto seine Premiere, wo er allerdings überwiegend mediokre oder leicht überdurchschnittliche Kritiken erhielt.

"Big Business – Außer Spesen nichts gewesen":
Die Roadtrip-Komödie von Ken Scott ("Der Lieferheld") zählt trotz namhafter Besetzung mit Vince Vaughn ("Die Hochzeits-Crasher"), Tom Wilkinson ("Michael Clayton"), Dave Franco ("21 Jump Street") und Sienna Miller ("American Sniper") zu den größten US-Kinoflops des Jahres. Die Story dreier amerikanischer Geschäftsleute, die nach Europa reisen, um einen großen Deal abzuschließen, dort aber in massig unerwartete Schwierigkeiten geraten, klingt schon nicht sonderlich originell – die Umsetzung soll aber sogar noch phantasie- und schwungloser und letztlich einfach langweilig geraten sein.

"Kafkas Der Bau":
Jochen Alexander Freydank, der 2009 für seinen Kurzfilm "Spielzeugland" mit dem OSCAR ausgezeichnet wurde, hat sich erstaunlich lange Zeit gelassen für sein Langfilmdebüt. Das basiert auf einer unvollendeten Geschichte Franz Kafkas ("Der Prozeß") und erzählt von einem Mann mittleren Alters (gespielt von "Tatort"-Kommissar Axel Prahl), der eigentlich ein erfülltes Leben mit seiner Familie führt, aber so überzeugt ist, daß ihm von der immer schnellebigeren Außenwelt Böses droht, daß er sich immer fanatischer von allen "Störfaktoren" isoliert. Kafkas Erzählung spielt übrigens in der Tierwelt, war aber natürlich – wir reden hier immerhin von Franz Kafka – als Metapher angelegt, weshalb Freydanks Ansatz durchaus funktionieren kann.

16. Juli:
"Am grünen Rand der Welt":
Thomas Vinterbergs ("Das Fest") Kostümfilm ist eine Neuverfilmung des Romanklassikers von Thomas Hardy, der bereits die Vorlagen zu Filmen wie Roman Polanskis "Tess" oder Michael Winterbottoms "Das Reich und die Herrlichkeit" lieferte. Carey Mulligan ("Shame") verkörpert die Hauptfigur der ebenso jungen wie eigenwilligen Bathsheba, die im späten 19. Jahrhundert in Südengland drei sehr verschiedene Verehrer anzieht: den einfachen Farmer Gabriel (Matthias Schoenaerts, "Die Gärtnerin von Versailles"), einen gutaussehenden Sergeant namens Frank (Tom Sturridge, "Radio Rock Revolution") und den wohlhabenden, aber deutlich älteren William (Michael Sheen, "Die Queen"). Die US-Rezensionen sind sehr positiv ausgefallen, wobei neben den Kostümen vor allem Vinterbergs intensiv-intime Regieführung und die Darsteller-Leistungen gelobt werden.

"Unknown User":
In den USA avancierte der günstig produzierte Horrorfilm – der im Großen und Ganzen wie ein Found Footage-Film funktioniert – zu einem kleinen Überraschungshit, was sicher auch mit der recht innovativen und cleveren Einbindung der Internet-Thematik rund um soziale Netzwerke zusammenhängt. Denn es geht um eine Gruppe früherer Schüler, die als junge Erwachsene über das ganze Land verteilt wohnen und sich nur per Skype regelmäßig sehen und sprechen. Doch dann erhalten sie beim Chatten von einem Unbekannten Drohungen, die mit dem ein Jahr zurückliegenden Selbstmord einer früheren Mitschülerin zusammenhängen …

"Heil":
Nachdem er letztes Jahr mit seinem kompromißlosen Glaubensdrama "Kreuzweg" auf der Berlinale für Furore sorgte, bleibt der deutsche Regisseur Dietrich Brüggemann seinem Faible für kontroverse Stoffe treu, lockert aber die Stimmung gleichzeitig deutlich auf: "Heil" ist eine Neonazi-Satire. Newcomer Jerry Hoffmann (TV-Serie "Zeit der Helden", dieses Jahr auch noch in einer Nebenrolle im Hollywood-Actionfilm "Hitman: Agent 47" zu sehen) spielt den bekannten dunkelhäutigen Autor Sebastian, der während einer Lesetour in Ostdeutschland unerwünschten Besuch von einer von Sven (Benno Fürmann, "Nordwand") angeführten Neonazi-Bande erhält. Das Resultat des Zusammenpralls ist eine Amnesie bei Sebastian, der in der Folge von Sven in seinem Sinne indoktriniert wird und in Fernseh-Talkshows mit braunen Parolen irritiert. Seine schwangere Freundin Nina (Liv Lisa Fries, "Und morgen Mittag bin ich tot") macht sich auf den Weg, um herauszufinden, was mit Sebastian nur los ist …

"Desaster":
Als der deutsche Schauspieler Justus von Dohnányi ("Der Untergang") 2007 sein Regiedebüt feierte, war die Filmbranche durchaus beeindruckt: "Bis zum Ellenbogen" erwies sich als eine kleine, aber sehr feine Indie-Komödie. Dennoch dauerte es ganze acht Jahre, bis sich von Dohnányi erneut auf den Regiestuhl setzte (und erneut das Drehbuch verfaßte). "Desaster" ist eine in St. Tropez spielende Krimi-Komödie, in der es um einen Gangsterboß (Milan Peschel, "Der Nanny"), unerwünschte Kronzeugen, einen bestechlichen Anwalt (Stefan Kurt, "Giulias Verschwinden") samt Frau (Anna Loos, "Anatomie") und zwei Auftragsmörder (von Dohnányi selbst und "Tatort"-Star Jan Josef Liefers) geht. Das erinnert ein wenig an Thomas Jahns 1990er Jahre-Meisterstück "Knockin' on Heaven's Door" – und wenn es auch so unterhaltsam wird, dann könnten wir hier einen echten deutschen Kinohit anstehen haben!

"Amy":
Die Dokumentation über das Leben der jung verstorbenen Soulsängerin Amy Winehouse sorgte bei ihrer Premiere in Cannes vor allem deshalb für Wirbel, weil Winehouses Familie – die anfänglich noch mit den Filmemachern zusammenarbeitete – sie heftig kritisierte. Für Fans der britischen Musikerin vermutlich trotzdem ein Muß.

23. Juli:
"Ant-Man" (3D):
Gefühlt war bereits das spektakuläre Superhelden-Zusammentreffen "Avengers: Age of Ultron" der Abschluß von Phase 2 des Marvel Cinematic Universe – offiziell wird diese Ehre jedoch dem jüngsten Neuzugang unter den verfilmten Comicheroen zuteil, wenngleich man "Ant-Man" vermutlich eher als eine Art Epilog betrachten sollte. Jedenfalls spielt der Komödienspezialist Paul Rudd ("Wanderlust") den bislang vermutlich kleinsten Superhelden der Kinogeschichte, denn als Scott Lang kann er sich dank eines erstaunlichen Anzugs extrem schrumpfen lassen. Das mag im ersten Moment nicht übermäßig nützlich erscheinen, aber natürlich kann man in Ameisengröße jede Menge Orte erreichen, die sonst nicht zugänglich wären – und daß der Anzug auch noch (was sonst?) übermenschliche Kräfte verleiht, schadet sicher nicht. Bevor "Ant-Man" im Mai 2016 in "Captain America 3: Civil War" auf einige der Avengers treffen wird, geht es hier zunächst einmal um die Anfänge des Ameisenmannes. Regie führte Peyton Reed ("Galaxy Quest"), in tragenden Rollen sind Michael Douglas ("Haywire"), Evangeline Lilly ("Der Hobbit – Smaugs Einöde") und als Bösewicht Corey Stoll ("Midnight in Paris") zu sehen.

"Magic Mike XXL":
In der Fortsetzung des Überraschungshits "Magic Mike" aus dem Jahr 2012 wollen sich die männlichen Stripper um ihren von Channing Tatum ("Jupiter Ascending") gespielten Star mit einer spektakulären Vorstellung in den Ruhestand verabschieden. Aus dem tragikomischen Vorgänger fehlt der inzwischen zum OSCAR-Gewinner aufgestiegene Matthew McConaughey, aber ansonsten sind die gutaussehenden Protagonisten fast ausnahmslos wieder mit von der Partie. Da "Magic Mike"-Regisseur Steven Soderbergh inzwischen nur noch für das Fernsehen arbeitet, bekam für das Sequel sein langjähriger Regieassistent Gregory Jacobs die Leitung übertragen.

"Becks letzter Sommer":
Christian Ulmen ("Maria, ihm schmeckt's nicht!") verkörpert in Frieder Wittichs ("13 Semester") tragikomischem Roadmovie nach einem Roman von Benedict Wells den abgehalfterten Musiker Robert Beck, der seine Brötchen inzwischen als Musiklehrer verdient. Als sich einer seiner Schüler als ungewöhnlich talentiert erweist, sieht Beck seine Chance, als dessen Mentor und Manager ein Comeback in der Musikbranche zu schaffen – doch eine gemeinsame Autoreise nach Istanbul entwickelt sich für alle Beteiligten zur aufschlußreichen Suche nach dem Sinn des (jeweiligen) Lebens …

"Taxi Teheran":
Der diesjährige Gewinner des Goldenen Bären bei der Berlinale ist ein unter schwierigsten Bedingungen gedrehter, semidokumentarischer Film des iranischen Regiestars Jafar Panahi ("Der Kreis") – der vom iranischen Regime eigentlich ein striktes Filmverbot auferlegt bekam. So verwirklichte Panahi mit einem Mini-Budget seine Geschichte, in der er selbst als Taxifahrer unterwegs ist und mit seinen Kunden über Gott und die Welt spricht – gefilmt von einer fest im Auto montierten Kamera. Das klingt unspektakulär, wurde von den Kritikern und dem Berlinale-Publikum aber ebenso für seine aufschlußreichen Dialoge über das Leben im Iran wie für den ungebrochen humorvoll-optimistischen Grundton gefeiert – und mit dem Goldenen Bär belohnt.

"Kartoffelsalat – Nicht fragen!":
Einige der populärsten deutschen YouTube-Stars haben sich für eine Zombiekomödie unter der Regie von Michael David Pate ("Gefällt mir") zusammengetan. Wenn alle ihre Follower dafür ins Kino gehen, wird "Kartoffelsalat" einer der erfolgreichsten deutschen Filme aller Zeiten …

30. Juli:
"Slow West":
Michael Fassbender ("12 Years a Slave") und der junge Kodi Smit-McPhee ("The Road") sind die Protagonisten des australischen (aber in Amerika spielenden) Westerns von John Maclean, dessen Langfilmdebüt als Regisseur und Drehbuch-Autor viel Lob erfahren hat. Smit-McPhee spielt den schottischen Immigranten Jay, der auf der beschwerlichen Reise in den Westen auf einen schweigsamen Fremden (Fassbender) trifft, der ihm gegen Bezahlung Schutz verspricht. Den hat er schon bald bitter nötig, denn Kopfgeldjäger haben es auf Jays Freundin Rose und ihren Vater abgesehen, die in der schottischen Heimat wegen Mordes gesucht werden.

"Pixels" (3D):
In den letzten Jahren hat Ex-Comedy-Superstar Adam Sandler ("50 erste Dates") einen Flop nach dem anderen gedreht – seine Art des eher derben, wenig anspruchsvollen Humors, die so lange vor allem in den USA wunderbar funktionierte, scheint sich tatsächlich überlebt zu haben. Und so versucht er sich nun an dieser Ensemble-Komödie, deren eigentliche Stars sowieso die Gegenspieler sein dürften – denn in "Pixels" geht es um einen Alienangriff auf die Erde, der durch ein extrem unglückliches Mißverständnis zustandekommt. Denn die Aliens haben in den 1980er Jahren von der NASA ins Weltall gesendete Aufnahmen von Videospielen wie "Space Invaders" oder "Pac-Man" empfangen und die prompt als Kriegserklärung der Erde gewertet. Um die vermeintlichen Drohungen der Menschheit mit gleicher Münze zu kontern, attackieren die Außerirdischen nun die Erde mit den Videospiel-Kreaturen nachempfundenen, aber sehr realen und gigantischen "Raumschiffen". Familienfilm-Veteran Chris Columbus ("Kevin allein zu Haus", "Harry Potter und der Stein der Weisen") führte Regie, an Sandlers Seite agieren Kevin James ("Der Kaufhaus Cop") als US-Präsident (!) sowie Peter Dinklage ("X-Men: Zukunft ist Vergangenheit"), Michelle Monaghan ("Mission: Impossible III") und Josh Gad ("Wish I Was Here").

"Es ist kompliziert ..!":
Die New Yorkerin Lake Bell – die man in Deutschland vor allem aus ihren TV-Serienrollen in "Surface" und "Boston Legal" kennen dürfte – hat sich in den letzten Jahren zu einem richtigen Multitalent und Darling der Indie-Szene gemausert: Ob als Regisseurin, Autorin, Comedian oder Schauspielerin, die Kritiker zeigen sich sehr angetan von ihrer scheinbar nie versiegenden Kreativität. Bei der Komödie "Es ist kompliziert ..!" ist sie wieder einmal nur als Darstellerin involviert: Sie spielt den überzeugten Single Nancy, der unverhofft von dem charmanten Jack (Simon Pegg, "Star Trek Into Darkness") für sein Blind Date gehalten wird – und spontan mitspielt, was zu einer turbulenten Nacht in London führt …

"Gefühlt Mitte Zwanzig":
Der Arthouse-Liebling Noah Baumbach ("Frances Ha", Co-Autor von Wes Andersons "Der fantastische Mr. Fox") widmet sich einmal mehr Komplikationen menschlicher Beziehungen. Im Zentrum stehen die miteinander verheirateten, aber kinderlosen Mittvierziger Josh (Ben Stiller, "Das erstaunliche Leben des Walter Mitty") und Cornelia (Naomi Watts, "The Impossible"), die sich in ihrem eingefahrenen Leben zunehmend langweilen. Als der Kontakt zu alten Freunden nach und nach abbricht, hängen sie verstärkt mit dem deutlich jüngeren, idealistischen Paar Jamie (Adam Driver, "Inside Llewyn Davis", demnächst Bösewicht in "Star Wars") und Darby (Amanda Seyfried, "Les Misérables") ab. Das bringt tatsächlich wieder Schwung in ihr Leben, allerdings nicht ausschließlich positiven. Den Kritikern zufolge zählt "Gefühlt Mitte Zwanzig" zu Baumbachs besten Filmen und überzeugt mit geschliffenen Dialogen und einem einsichtsvollen Blick auf seine Protagonisten.

"The Vatican Tapes":
In dem Found Footage-Horrorfilm von Mark Neveldine (der erstmals ohne seinen "Crank"- und "Ghost Rider 2"-Partner Brian Taylor Regie führt) ist die Mittzwanzigerin Angela nach einem Unfall scheinbar von Dämonen besessen, die einige Priester – gespielt u.a. von Michael Peña ("Herz aus Stahl") und Djimon Hounsou ("Eragon") – austreiben wollen. Auf eine ordentliche Horrorqualität läßt hoffen, daß das Drehbuch von Christopher Borrelli 2009 in die "Black List" der besten noch unverfilmten Manuskripte gewählt wurde.

"Margos Spuren":
In Jake Schreiers ("Robot & Frank") romantischem Abenteuer geht es um die beiden Teenager Margo (Cara Delevingne, "Anna Karenina") und Quentin (Nat Wolff) die einst gemeinsam den Körper eines Suizidopfers gefunden haben, sich anschließend aber auseinanderlebten. Doch als Margo spurlos verschwindet, erkennt Quentin, daß sie unauffällige Spuren hinterließ, die scheinbar ausdrücklich für ihn bestimmt sind. Autor der Jugendroman-Vorlage ist John Green, der bereits Pate stand für den letztjährigen Hit "Das Schicksal ist ein mieser Verräter", in dem auch Nat Wolff mitspielte.

"Ooops! Die Arche ist weg …" (3D):
Ein Animationsfilm für Kinder, in dem es um einige exotische Tiere geht, die in Noahs Arche die bevorstehende Sintflut überstehen wollen, aber feststellen müssen, daß ihre Tierarten gar nicht gerettet werden sollen. Also versuchen sie alles, um doch irgendwie an Bord zu kommen. Zu den deutschen Sprechern der europäischen Co-Produktion zählen Katja Riemann ("Fack ju Göhte!") und Christian Ulmen.

6. August:
Für sein fünftes Leinwand-Abenteuer als Geheimagent Ethan Hunt tut sich Hauptdarsteller Tom Cruise erneut mit seinem "Jack Reacher"-Regisseur Christopher McQuarrie zusammen, der auch gleich das Drehbuch geschrieben hat. Über die Handlung ist noch nicht viel bekannt, aber Hunt und seine Kameraden bekommen es mit einer finsteren Geheimorganisation namens "The Syndicate" zu tun. Aus dem Vorgänger "Mission: Impossible – Phantom Protokoll" kehren außer Cruise auch Jeremy Renner ("American Hustle"), Simon Pegg und Ving Rhames ("The Tournament") zurück, der damit neben Cruise der einzige ist, der in allen bisherigen Filmen der Reihe dabei war. Neuzugänge sind Sean Harris ("Prometheus") als Bösewicht, Alec Baldwin ("Rock of Ages") als CIA-Chef und Rebecca Ferguson ("Hercules") als Agentin. Übrigens ist gerüchteweise sogar schon Teil 6 in Planung …

"Horns":
Nach dem gelungenen Gothic-Grusler "Die Frau in Schwarz" stürzt sich Ex-"Harry Potter" Daniel Radcliffe erneut in einen Horrorfilm – dieses Mal spielt er einen jungen Mann namens Ig in einer typisch amerikanischen Kleinstadt, der urplötzlich als Mörder verdächtigt wird, als die Leiche seiner Freundin gefunden wird. Zwar werden die Anschuldigungen fallen gelassen, als die Polizei keine Beweise für seine Schuld finden kann; wie das aber nunmal so ist (nicht nur) in einer Kleinstadt, ist Ig trotzdem eine Art Ausgestoßener. Und dann stellt er auch noch eines Morgens fest, daß auf seiner Stirn kleine Hörner zu wachsen beginnen … Die Kritiker waren vom neuen Film des französischen Horrorspezialisten Alexandre Aja ("The Hills Have Eyes") nur mittelmäßig angetan, bei Genrefreunden scheint er jedoch recht gut anzukommen.

"True Story – Spiel um Macht":
Ein weiterer Beitrag zur populären Kino-Kategorie "auf einer wahren Geschichte basierend": Jonah Hill ("The Wolf of Wall Street") verkörpert den nach einem Skandal um eine schlecht recherchierte Reportage gescheiterten Journalisten Michael Finkel, der eines Tages vom FBI darüber informiert wird, daß der mittlerweile inhaftierte Serienkiller Christian Longo (James Franco, "Spring Breakers") seine Identität gestohlen hatte. Finkel besucht Longo im Gefängnis aus Neugierde über dessen Motivation für den Identitätsdiebstahl und es entwickelt sich eine seltsame Beziehung zwischen den beiden grundverschiedenen Männern – Finkel hofft, durch Longos Erzählungen ein Comeback als Journalist zu schaffen, riskiert dafür aber auch seine Ehe mit Jill (Felicity Jones, "Die Entdeckung der Unendlichkeit"). Der Trailer zu dieser bizarren Geschichte sieht sehr vielversprechend aus, die US-Kritiken sind allerdings eher mittelmäßig ausgefallen.


"Aloha – Die Chance auf Glück":
In den letzten Zeiten erreichte der US-Filmemacher Cameron Crowe zwar nur noch selten die qualitativen Höhen seiner frühen Werke "Almost Famous" oder "Jerry Maguire", dennoch ist er weiterhin ein Mann, dessen Filme gut unterhalten und deshalb mit Spannung erwartet werden dürfen. Sein neuester Streich ist wieder einmal eine humorvolle Romanze, spielt auf Hawaii und handelt von einem erfolgreichen Militärdienstleister (Bradley Cooper, "Silver Linings"), der nach einem heftigen beruflichen Rückschlag an die Stätte seines größten Erfolges zurückkehrt – denn auf Hawaii hat er einst ein US-Weltraum-Programm durchgeführt. Schon bald nach seiner Ankunft findet er sich allerdings zwischen zwei ausgesprochen attraktiven Frauen wieder, die ihn von seiner eigentlichen Aufgabe ziemlich ablenken: einer früheren Liebe (Rachel McAdams, "A Most Wanted Man") und einer taffen Soldatin (Emma Stone, "Einfach zu haben"), die ihn auf dem Militärgelände im Auge behalten soll. In weiteren Rollen agieren Bill Murray ("Darjeeling Limited") als zwielichtiger Milliardär und Alec Baldwin als General.

"Learning to Drive – Fahrstunden fürs Leben":
In der Tragikomödie von Isabel Coixet ("Mein Leben ohne mich") verkörpert Patricia Clarkson ("Whatever Works") die Schriftstellerin Wendy, deren Leben komplett auf den Kopf gestellt wird, als ihr Mann sie verläßt. Um ihre Alltagstauglichkeit zu verbessern, nimmt sie zunächst einmal Fahrstunden bei dem indischen Taxifahrer Darwan (Sir Ben Kingsley, "Hugo Cabret"). Durch ihre sehr verschiedenen Ansichten gewinnen beide unerwartete Einsichten

"About a Girl":
Eine deutsche Coming of Age-Geschichte über die 15-jährige Charleen (Jasna Fritzi Bauer, "Barbara"), die ihre Familie (als Mutter: Heike Makatsch aus "Sein letztes Rennen") mit einem Selbstmordversuch schockiert. Widerwillig stimmt sie einer Therapie zu, die erstaunlich gut funktioniert – allerdings nicht im Sinne des Erfinders, sondern weil Charleen im Wartezimmer einen beliebten Mitschüler trifft, mit dem sie eigentlich wenig gemeinsam zu haben glaubte …

13. August:
"Fantastic Four":
Bei den Comic-Fans kam die Ankündigung eines erneuten Reboots der speziell in den USA sehr beliebten Marvel-Superhelden gar nicht gut an. Erstens sind die letzten beiden Filme noch nicht allzu lange her (2005 und 2007), zweitens waren die zwar nicht allzu beliebt, mit ihrer Besetzung waren die meisten jedoch zufrieden. Und drittens kann man das vom Ensemble dieses Neuanfangs nicht behaupten. Zu jung, zu geschliffen, dazu … nunja, teilweise mit der falschen Hautfarbe. Dabei sind Kate Mara ("127 Hours") als Die Unsichtbare, Miles Teller ("Whiplash") als Mr. Fantastic, Jamie Bell ("Der Adler der neunten Legion") als The Thing und Michael B. Jordan ("Chronicle") als Human Torch gar nicht wirklich jünger als es vor zehn Jahren Jessica Alba, Chris Evans, Michael Chiklis und Ioan Gruffudd waren; und daß Human Torch nun entgegen der Comicvorlage schwarz ist – na und? Gut, ich kann nachvollziehen, daß eine solche Änderung viele Fans ärgert, aber andererseits ist so etwas innerhalb der Comics auch nicht wirklich unbekannt – Thor beispielsweise ist neuerdings eine Frau! Schauspielerisch sind die neuen Fantastic Four jedenfalls vielversprechend, und nach den ersten Trailern sind etliche der negativen Stimmen auch schon verstummt. Mal sehen, ob das fertige Resultat des Fast-"Star Wars"-Regisseurs Josh Trank (er sollte eines der Spin-Offs realisieren, was dann aber doch nicht hinhaute) qualitativ ebenfalls überzeugen kann – zumindest ist die Schwelle durch die beiden letzten "Fantastic Four"-Filme nicht allzu hoch gelegt worden …

"Codename U.N.C.L.E.":
Auch diese Adaption einer beliebten TV-Geheimagenten-Serie aus den 1960er Jahren (lief in Deutschland als "Solo für O.N.K.E.L.") wurde von Anfang an von viel Skepsis begleitet – und wird bis heute von vielen Branchenexperten als heißer Flop-Kandidat gehandelt. Tatsächlich muß man schon sagen, daß es zumindest mutig ist, heutzutage für die extrem umkämpfte Sommersaison einen teuren Action-Agentenfilm zu schaffen, der in den 1960er Jahren spielt und mit Henry Cavill ("Man of Steel") und Armie Hammer ("Lone Ranger") zwei Hauptdarsteller aufbietet, die noch nicht wirklich bewiesen haben, daß sie einen Blockbuster ohne größere Unterstützung durch etablierte Stars schultern können. Der britische Regisseur Guy Ritchie ("Sherlock Holmes") hat sich allerdings noch nie großartig darum geschert, was andere denken oder von ihm erwarten – was manchmal tolle Filme hervorgebracht hat ("Bube, Dame, König, GrAs"), manchmal aber auch komplette Rohrkrepierer ("Stürmische Liebe – Swept Away"). Immerhin ist es in der heutigen Zeit eine angenehme Abwechslung, daß auf der Kinoleinwand tatsächlich mal wieder Amerikaner und Russen zusammenarbeiten, denn Cavill muß sich als CIA-Agent Napoleon Solo mit seinem KGB-Pendant Illya Kuryakin (Hammer) zusammentun, um (was sonst?) eine atomwaffenproduzierende Geheimorganisation zu Fall zu bringen. Den Chef des "guten" Geheimdienstes U.N.C.L.E. porträtiert übrigens Hugh Grant ("Cloud Atlas").

"Dating Queen":
Nachdem seine letzten Filme ("Wie das Leben so spielt", "Immer Ärger mit 40") sowohl bei den Kritikern als auch an den Kinokassen nicht mehr ganz so gut ankamen wie seine früheren Komödien-Hits á la "Beim ersten Mal", könnte Regisseur und Drehbuch-Autor Judd Apatow mit "Trainwreck" ein großes Comeback feiern. Erste Vorab-Kritiken und Zuschauerreaktionen von Testvorführungen sind jedenfalls sehr positiv ausgefallen. Der amerikanische Comedy-Star Amy Schumer spielt die Hauptrolle der Journalistin Amy, die von Monogamie überhaupt nichts hält und sehr zufrieden mit ihrem unsteten Leben ist – bis sie einen Artikel über den erfolgreichen und charmanten Arzt Aaron (Bill Hader, "Nachts im Museum") schreiben soll …

"Barbie – Eine Prinzessin im Rockstar Camp":
In dem von Barbie-Puppen inspirierten Animationsfilm von Karen J. Lloyd werden versehentlich die "Trainingscamps" für eine Prinzessin und einen weiblichen Rockstar vertauscht. Zum Film passende neue Puppen kommen natürlich auch in den Handel ...

20. August: 
"Self/Less – Der Fremde in mir":
Die Filme des indischen Regie-Visionärs Tarsem ("The Cell", "The Fall", "Krieg der Götter") polarisieren seit jeher, da bei Tarsem die Story stets dem opulenten visuellen Stil untergeordnet wird. Das entspricht natürlich nicht jedermanns Geschmack, aber da die Optik seiner Filme in der Regel wirklich grandios ist, nehmen seine Fans es gerne in Kauf. Nachdem Tarsem sich bereits in mehreren Genres (Serienmörder-Thriller, Fantasy, Märchen-Comedy) ausprobiert hat, betritt er mit dem Science Fiction-Thriller "Selfless" wieder Neuland. Daß Tarsem dieses Mal vielleicht auch inhaltlich stärker überzeugen kann, darauf läßt die Tatsache hoffen, daß das Drehbuch von den spanischen Brüdern David und Álex Pastor stammt, die mit den beiden (zugegebenermaßen auch nicht unumstrittenen) Endzeitfilmen "Carriers" und "The Last Days" bereits bewiesen haben, daß sie ein Händchen für Genrestoffe haben. In "Selfless" geht es um einen todkranken Milliardär (Sir Ben Kingsley), der sich Zugang zu einer hochexperimentellen Prozedur verschafft, die ihm ewiges Leben bescheren soll, indem sie sein Bewußtsein in den Körper eines jüngst verstorbenen jüngeren Mannes (Ryan Reynolds, "The Voices") transferiert. Das Vorhaben gelingt, doch wird der Milliardär dummerweise von verstörenden Flashbacks aus der Vergangenheit des vorherigen "Bewohners" seines neuen Körpers geplagt …

"Southpaw":
Nachdem Jake Gyllenhaal bei der letzten OSCAR-Verleihung trotz einer grandiosen Vorstellung in dem düsteren Journalisten-Thriller "Nightcrawler" knapp an der Nominierung vorbeigeschlittert ist, könnte es nächstes Jahr endlich klappen. Denn erste Ausschnitte aus dem grimmigen Boxerdrama von Antoine Fuqua ("The Equalizer") lassen mehr als nur erahnen, daß Gyllenhaal – der für die Rolle eines vom Tod seiner Frau (Rachel McAdams) vollkommen aus der Spur geworfenen Boxstars mächtig Muskeln aufgebaut hat – ein weiteres Mal eine beeindruckend intensive Performance abliefert.

"Vacation – Wir sind die Griswolds":
In den USA ist die 1983 begonnene und bislang vierteilige "Vacation"-Comedy-Reihe mit Chevy Chase Kult – in Deutschland (wo der Originalfilm auf den Titel "Die schrillen Vier auf Achse" hört) ist so richtig bekannt eigentlich nur die Weihnachts-Variante "Schöne Bescherung". Der fünfte Film fungiert gleichzeitig als Reboot (daher der gleiche Originaltitel wie 1983) und als Fortsetzung, denn Chevy Chase und Beverley D'Angelo nehmen ihre Rollen als chaotisches Ehepaar Griswold wieder auf, rücken allerdings vom Zentrum an den Rand der Handlung. Die neuen Protagonisten sind der nun von "Hangover"-Star Ed Helms (im Original: Anthony Michael Hall) gespielte Sohn Rusty und seine Familie, die – da bleibt sich die Reihe treu – mit dem Wohnmobil in den Familienurlaub quer durch die USA aufbrechen. Das bisherige Autoren-Duo John Francis Daley (vor allem bekannt aber als Darsteller des Dr. Lance Sweets in der TV-Serie "Bones") und Jonathan Goldstein ("Kill the Boss") feiert sein Kino-Regiedebüt.

"Boy 7":
In dem Verschwörungs-Thriller von Özgür Yildirim ("Chiko") spielt David Kross ("Der Vorleser") einen jungen Mann, der ohne Erinnerung auf U-Bahn-Gleisen zu sich kommt. Völlig verwirrt stolpert er in den nahegelegenen Bahnhof, nur um entdecken zu müssen, daß die Polizei ihn sucht! "Boy 7" ist die Verfilmung des gleichnamigen niederländischen Romans von Mirjam Mues und hat in der weiblichen Hauptrolle die bezaubernde Emilia Schüle ("Vaterfreuden", "Tod den Hippies!! Es lebe der Punk") zu bieten. Interessantes Detail am Rande: Mehr oder weniger parallel zu dieser deutschen Adaption entstand auch in den Niederlanden eine, die auf dem gleichen Drehbuch basiert. Primärer Grund für das ungewöhnliche Vorgehen ist schlicht die Neugierde, länderspezifische Unterschiede bei der Realisierung nachvollziehen zu wollen.

"Broadway Therapy":
Peter Bogdanovich war in den 1970er Jahren einer der prägenden Regisseure des sogenannten "New Hollywood", das die Filmbranche mit der Abkehr vom früheren Hochglanzkino zugunsten meist härterer, grimmigerer und pessimistischerer Filme (z.B. "Taxi Driver", "Chinatown" oder "Bonnie und Clyde") revolutionierte. Bogdanovich steuerte dazu so unterschiedliche Filme wie das Coming of Age-Drama "Die letzte Vorstellung", die brüllkomische Komödie "Is' was, Doc?" mit Barbra Streisand und die sensible Tragikomödie "Paper Moon" bei. Diese Glanzzeiten sind allerdings lange vorbei, weshalb sich Bogdanovich nach einigen Flops bereits seit den 1990er Jahren vor allem auf das TV-Geschäft konzentriert, wo er sich sowohl als Regisseur als auch als Schauspieler (z.B. in der Kultserie "Die Sopranos") betätigt. Mit 75 Jahren wagt er nun sein Kino-Comeback mit der Komödie "Broadway Therapy", in der eine junge Prostituierte (Imogen Poots, "Centurion") in New York nach einem Schäferstündchen mit einem Broadway-Regisseur (Owen Wilson, "Grand Budapest Hotel") mit dessen Hilfe Karriere als Schauspielerin macht … Scheinbar haben Bogdanovich die Dreharbeiten (u.a. auch mit Jennifer Aniston als Therapeutin) Appetit auf mehr gemacht, denn er plant bereits seine nächste Komödie "One Lucky Moon".

"Der kleine Rabe Socke 2 – Das große Rennen":
Der erste Kinder-Animationsfilme über den kleinen Raben erreichte in Deutschland knapp eine halbe Million Kino-Zuschauer – offensichtlich genug für eine Fortsetzung, in der Socke seine Wintervorräte verliert und deshalb ein Wettrennen gewinnen muß, um an Ersatz zu kommen …

"Taxi – Nach dem Roman von Karen Duve":
In Kerstin Ahlrichs' in den 1980er Jahren spielender romantischer Komödie befindet sich die Mittzwanzigerin Alex (Rosalie Thomass, "Beste Zeit") in einer Sinnkrise, nachdem sie ihre Ausbildung abgebricht. Vorübergehend verdingt sie sich als Taxifahrerin in Hamburg und beginnt zudem ein Verhältnis mit Dietrich (Stipe Erceg, "Die vierte Macht") – doch dann trifft sie auf den kleinwüchsigen Marc ("Game of Thrones"-Star Peter Dinklage), in dem sie einen möglichen Seelenverwandten erkennt …

27. August: 
"Hitman: Agent 47":
Als im Jahr 2007 der Action-Thriller "Hitman – Jeder stirbt alleine" in die Kinos kam, wurde er trotz (meiner Meinung nach: verdient) mieser Kritiken zu einer der erfolgreicheren Videospiel-Adaptionen – immerhin konnte das Budget von geschätzt knapp $25 Mio. an den weltweiten Kinokassen vervierfacht werden. Dennoch kam es nie zu einer Fortsetzung, was vielleicht auch an erwähnter negativer Rezeption lag, die die Verantwortlichen wohl an den Erfolgsaussichten eines Sequels zweifeln ließ. Trotzdem bleibt es Fakt, daß die inzwischen fünfteilige Spielereihe enorm populär ist – und so ist es eine keine wirkliche Überraschung, daß diesen Sommer ein Reboot ansteht. Statt Timothy Olyphant verkörpert nun Keira Knightleys Gatte Rupert Friend ("Stolz und Vorurteil") den schweigsamen Auftragskiller mit Moralkodex, sieht seiner Vorlage aus den Spielen aber ehrlich gesagt auch nicht bedeutend ähnlicher als sein Vorgänger. Auch abgesehen von dieser optischen Abweichung darf man an einer erheblich höheren Qualität als beim letzten "Hitman"-Film durchaus Zweifel hegen: Regie führt mit dem in Polen geborenen und in Deutschland ausgebildeten Aleksander Bach ein absoluter Kino-Frischling, der bislang nur als Musikvideo-Regisseur arbeitete (dafür aber immerhin mehrere Preise gewann), und von Drehbuch-Autor Kyle Ward stammt der miese "Machete Kills". Auch die Besetzung hat mit Friend, Zachary Quinto ("Der große Crash"), Ciarán Hinds ("Brügge sehen … und sterben?") und Thomas Kretschmann ("Wanted") zwar einige talentierte Mimen vorzuweisen, wäre aber ebenso gut bei einer Direct-to-DVD-Produktion vorstellbar …

"Das Märchen der Märchen":
Für seine gelungene Premiere beim Filmfestival in Cannes wird Matteo Garrones ("Gomorrha") episodisch angelegter Fantasyfilm mit einem regulären deutschen Kinostart belohnt. Zu den Stars der ebenso phantasievoll wie blutig gestalteten und eindeutig nicht an Kinder gerichteten Adaption einiger in Italien populärer Storys aus Giambattista Basiles moralisch ambivalenter Märchensammlung "Das Pentameron" zählen Salma Hayek ("Frida") und John C. Reilly ("Ricky Bobby") als Königspaar sowie Vincent Cassel ("Black Swan"), Toby Jones ("Captain America") und Shirley Henderson ("Bridget Jones").

"The Gallows":
Ein amerikanischer Found Footage-Horrorfilm von den Newcomern Travis Cluff und Chris Lofing über eine Teenager-Gruppe, die in einem Schulgebäude zu Ehren eines dort vor 20 Jahren während einer Schultheater-Aufführung tödlich verunglückten Schülers das seinerzeit gespielte titelgebende Stück erneut aufführen will. Wie man angesichts des Labels "Horrorfilm" erahnen kann, ist das nicht die allerschlaueste Idee.

"Frank":
Michael Fassbender agiert in dieser schrägen irischen Tragikomödie von  Lenny Abrahamson ("Adam & Paul") als exzentrischer Lead-Sänger einer Rockband, der auf der Bühne wie auch im "wahren Leben" nur mit einem riesigen Pappschädel auf dem Kopf herumläuft. Als die Band ein Mitglied verliert, nimmt Frank den jungen und eigentlich überforderten Keyboarder Jon (Domhnall Gleeson, "Ex Machina") unter seine Fittiche, der die Gruppe auf ihrer Reise zu Studioaufnahmen in Irland begleitet. Die Kritiker waren von dem skurrilen Road-Movie abseits des Mainstreams sehr angetan.

"Der Chor – Stimmen des Herzens":
Der kanadische Regisseur François Girard ("Die rote Violine", "Silk") erzählt die inspirierende Geschichte des problembeladenen 11-jährigen Stet, der nicht nur seine Mutter mit aggressivem Verhalten in den Wahnsinn treibt, aber auch über ein großes Gesangstalent verfügt. Als er vom Chorleiter (Dustin Hoffmann, "Barney's Version") eines renommierten Knabenchors in einer Musikschule aufgenommen wird, denkt Stet zunächst gar nicht daran, sich anzupassen. Doch die Kraft der Musik setzt sich allmählich durch ...

"Straight Outta Compton":
In Nordamerika hat die Nacherzählung des Aufstiegs der Hip Hop-Pioniere N.W.A. (zu deren Mitgliedern Dr. Dre und Ice Cube zählten) durchaus das Zeug zum Hit, hierzulande dürften die Erfolgschancen gering sein. Daran wird auch F. James Gray ("The Italian Job") als Regisseur nichts ändern können.

"We Are Your Friends":
Ex-Teeniestar Zac Efron ("Bad Neighbors") verkörpert in dem Musikdrama von Kino-Debütant Max Joseph den aufstrebenden Electro-D.J. Cole, dessen Weg zum Ruhm durch seine Gefühle für Sophie (Emily Ratajkowski, "Gone Girl"), die Freundin seines Mentors James (Wes Bentley, "Interstellar"), gefährdet wird ...

Damit ist meine Vorschau auf Juli und August 2015 am Ende angelangt. In der Herbstvorschau wird es dann wieder jede Menge anspruchsvolle Dramen mit OSCAR-Ambitionen geben – und natürlich Neues von James Bond und "Star Wars"!


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