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Montag, 2. Februar 2015

OSCAR-News Roundup: Wichtige Siege für "Boyhood" und "The Imitation Game"

Auch an diesem Wochenende wurden wieder einige Filmpreise vergeben, schließlich ist die OSCAR-Verleihung ja auch nur noch drei Wochen entfernt. Dieses Mal standen allerdings eher Filmschaffende im Vordergrund, die sonst nicht ganz so viel öffentliche Beachtung finden wie Schauspieler oder Regisseure: die Drehbuch-Autoren, die Ausstatter und die Cutter. Das mag erst mal unsexy klingen, hat aber durchaus Bedeutung auch für die ganz großen OSCAR-Kategorien.

So konnte der erst 33-jährige US-Autor Graham Moore für sein Drehbuch-Debüt "The Imitation Game" den renommierten "Scripter Award" mit nach Hause nehmen, der alljährlich von der Universität von Südkalifornien für adaptierte Drehbücher verliehen wird und in den letzten vier Jahren immer mit dem OSCAR-Gewinner in der entsprechenden Kategorie übereinstimmte. Damit ist das ein wichtiger Sieg für das britische Spionagedrama, denn "The Imitation Game" gilt zwar als Mitfavorit in der Kategorie, noch bessere Chancen werden allerdings "Whiplash" eingeräumt – der beim Scripter Award aber nicht nominiert und möglicherweise auch gar nicht wählbar war (da er von den meisten Experten eigentlich in die Originaldrehbuch-Kategorie einordnet wird, nur eben nicht von der OSCAR-Academy).

Der "Editing"-Kategorie kommt in der OSCAR-Verleihung eine größere Bedeutung zu, als man meinen möchte. Denn über die Jahre hinweg hat sich eine recht zuverlässige "Bauernregel" etabliert, wonach der Sieger dieser Kategorie auch sehr gute Chancen auf den Triumph in der Königskategorie "Bester Film" hat. Entsprechend gespannt wird jedes Jahr die Preisverleihung der Vereinigung der Cutter mit dem schönen Namen "ACE Eddie Awards" erwartet. Dieses Mal konnten sich die Favoriten durchsetzen, was vor allem für "Boyhood" eine gute Nachricht ist, nachdem dessen Vorreiterstellung zuletzt durch einige unerwartete Prestigesiege für "Birdman" ins Wanken geriet. "Boyhood" erhielt den Eddie in der Drama-Sparte, während sich Wes Andersons "Grand Budapest Hotel" bei den Komödien durchsetzen konnte. Zudem wurde bei den Dokumentarfilmen die ebenfalls aussichtsreich im Rennen liegende Edward Snowden-Doku "Citizenfour" ausgezeichnet und bei den Animationsfilmen "The LEGO Movie", der ja auch Topfavorit bei den OSCARs war – bis er sensationell gar nicht erst nominiert wurde.

Für Hinweise auf den Verlauf der Animationsfilm-Kategorie muß man sich demnach woanders umschauen, und da ist es doch praktisch, daß am Wochenende ebenfalls die Annie Awards vergeben wurden, die sich ausschließlich animierten Produktionen (beziehungsweise in den technischen Kategorien auch Animationen in Realfilmen) widmen. Und hier ging Dreamworks' "Drachenzähmen leicht gemacht 2" mit sechs Trophäen (darunter der Hauptpreis als "Bester Animationsfilm") als großer Sieger hervor. Da die OSCAR-Kategorie ohne "The LEGO Movie" sehr offen ist, kann die Wikinger-Drachen-Geschichte ihre leichte Favoritenstellung ausbauen; allerdings soll nicht unerwähnt bleiben, daß mit "Toy Story 3" bislang erst ein einziges Mal eine Fortsetzung den Animationsfilm-OSCAR gewinnen konnte. 

Bleiben noch die Ausstatter. Auch deren Gilde hat am Wochenende ihre Preise, die DGA Awards, vergeben und dabei auf nennenswerte Überraschungen verzichtet: "Grand Budapest Hotel" gewann bei den "Kostümfilmen", "Birdman" bei den zeitgenössischen Produktionen und "Guardians of the Galaxy" bei den "Fantasyfilmen". Bei den OSCARs gilt "Grand Budapest Hotel" als Favorit, die anderen beiden DGA-Sieger sind (im Fall von "Birdman" einigermaßen überraschend) gar nicht nominiert worden.

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