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Montag, 26. Mai 2014

Neues aus Hollywood (21/2014)

In medias res:

  • In den meisten Teilen der Welt werden nur wenige Menschen das amerikanische 20.000 Einwohner-Städtchen Selma in Alabama kennen, in den USA hingegen lernt jedes Kind in der Schule von dessen großer Bedeutung für die Gleichberechtigung im Staat. Denn Selma war im Jahr 1965 Ausgangspunkt dreier in die Geschichte eingegangener Märsche für die Gleichberechtigung der Schwarzen, an denen unter anderem Martin Luther King Jr. teilnahm. Warum Selma? Weil dort aufgrund der diskriminierenden Gesetzeslage von rund 15.000 erwachsenen Schwarzen nur eine niedrige dreistellige Zahl wählen durfte. Drei Märsche waren es übrigens deshalb, weil erst der dritte ohne größere Störungen sein Ziel erreichte, das 86 km entfernt gelegene Montgomery, in dem sich 1955 Rosa Parks schlagzeilenträchtig geweigert hatte, in einem Bus ihren Platz für einen Weißen freizumachen – woraufhin sie festgenommen wurde. Diese für die amerikanische Gesellschaft so umwälzenden Ereignisse wurden natürlich schon in zahlreichen Kinofilmen und TV-Produktionen thematisiert, doch einen richtigen Klassiker über die Märsche von Selma nach Montgomery gibt es noch nicht. Die afroamerikanische Regisseurin Ava DuVernay ("Middle of Nowhere") möchte das mit "Selma" ändern, zu dem sie gemeinsam mit Paul Webb auch das Drehbuch geschrieben hat. Brad Pitt ist wie bei "12 Years a Slave" mit seiner eigenen Produktionsfirma Plan B an dem Projekt beteiligt, auch TV-Legende Oprah Winfrey ("Der Butler") zählt zu den Geldgebern. Der zuletzt stark aufstrebende David Oyelowo ("Planet der Affen: Prevolution", "Jack Reacher") wird als King Jr. zu sehen sein, Tom Wilkinson ("Michael Clayton") übernimmt die Rolle des US-Präsidenten Lyndon B. Johnson. Die Dreharbeiten in Georgia und an den historischen Schauplätzen laufen bereits, womit "Selma" schon im ersten Halbjahr 2015 in die Kinos kommen könnte.

  • Steven Spielberg. Joel und Ethan Coen. Tom Hanks. Schon für sich genommen alles zutiefst respektierte Superstars. Wie grandios müßte das werden, wenn sie sich für einen Film zusammentun? Nun, das werden wir (wenn alles gut geht) in den nächsten Jahren erfahren, denn gemeinsam wollen sie einen im Kalten Krieg spielenden Thriller realisieren. Die Coens ("No Country for Old Men", "Inside Llewyn Davis") sollen auf Grundlage eines Entwurfs von Newcomer Matt Charman (dessen "Suite française"-Skript derzeit mit Michelle Williams, Kristin Scott Thomas, Sam Riley und Alexandra Maria Lara verfilmt wird) das Drehbuch verfassen, Spielberg ("Gefährten", "Tim & Struppi") will die Regie übernehmen und Tom Hanks ("Captain Phillips") ist für die Hauptrolle des James Donovan vorgesehen. Dieser war ein amerikanischer Anwalt, der 1962 für die CIA mit den Russen über die Freilassung eines zwei Jahre zuvor über der Sowjetunion abgeschossenen und inhaftierten Piloten eines Spionageflugzeugs verhandelte. Das klingt nach einem spannenden Stoff, der für die Beteiligten wie maßgeschneidert ist. Allerdings soll auch nicht verschwiegen werden, daß die Internet Movie Database weit über ein Dutzend zukünftige Projekte auflistet, an denen Spielberg auf die eine oder andere Weise beteiligt ist. Ob und, falls ja, wann Spielberg diesen noch unbetitelten Thriller drehen wird, läßt sich schwer vorhersagen, zumal er zuletzt bei einigen Filmen wie dem SF-Thriller "Robopocalypse" oder dem dann von Clint Eastwood übernommenen Scharfschützen-Projekt "American Sniper" relativ kurz vor dem geplanten Drehstart wieder ausstieg (wobei bei ersterem immer noch die Möglichkeit bestehen soll, daß er nach einer grundlegenden Überarbeitung des Drehbuchs zurückkehrt). Es bleibt zu hoffen, daß er diesen Cold War-Thriller tatsächlich durchzieht.

  • Kaum hat der junge Regisseur Gareth Edwards mit seinem "Godzilla"-Reboot den ersten kommerziellen Hit seiner Karriere gelandet, ist er auch schon zu einem der gefragtesten Männer der Branche avanciert. Sein Terminplan dürfte für die nächsten Jahre allerdings bereits gut ausgefüllt sein, denn vergangene Woche wurde nicht nur bekannt, daß er zwei "Godzilla"-Fortsetzungen inszenieren soll, für die allerdings noch kein genauer Zeitplan existiert; nein, er erhielt auch noch den Auftrag, vorher das erste "Star Wars"-Spin-Off zu drehen, das zwischen Episode VII und Episode VIII voraussichtlich Ende 2016 in die Kinos kommen wird. Für das Drehbuch wurde außerdem Gary Whitta ("The Book of Eli", Co-Autor der gefeierten "The Walking Dead"-Computerspiele von Telltale Games) angeheuert, über die Handlung oder auch nur die Hauptperson des Films (Yoda? Ein junger Han Solo? Boba Fett?) weiß man aber noch nichts.

Quellen:

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