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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

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Dienstag, 7. Januar 2014

22 BULLETS (2010)

Originaltitel: L'immortel
Regie: Richard Berry, Drehbuch: Matthieu Delaporte, Alexandre de La Patelliére und Richard Berry, Musik: Klaus Badelt
Darsteller: Jean Reno, Kad Merad, Joey Starr, Marina Foïs, Jean-Pierre Darroussin, Richard Berry, Gabriella Wright, Claude Gensac, Catherine Samie
 L'immortel
(2010) on IMDb Rotten Tomatoes: 42% (5,1); weltweites Einspielergebnis: $21,3 Mio.
FSK: 18, Dauer: 117 Minuten.

Charly Mattei (Jean Reno, "Léon – Der Profi", "Die purpurnen Flüsse") war lange Zeit einer der mächtigsten Gangsterbosse in Südfrankreich. Vor drei Jahren hat er sich komplett aus den kriminellen Geschäften zurückgezogen, um mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Umso unerwarteter kommt es, als er eines Tages in einem Parkhaus von einer Handvoll maskierter, schwerbewaffneter Männer angegriffen wird. Doch Mattei erweist sich als "Der Unsterbliche" (so die wörtliche Übersetzung des Originaltitels) und überlebt trotz 22 Kugeln in seinem Körper schwer verletzt. Als er wieder einigermaßen fit ist, sinnt er wenig überraschend auf Rache, während die engagierte Polizistin Marie Goldman (Marina Foïs, "Affären á la carte", "Poliezei") ihm zuvorkommen und die Täter verhaften will ...

Kritik:
"22 Bullets" von Richard Berry, der auch eine Nebenrolle spielt, ist ein geradezu idealtypischer französischer Gangsterfilm, der sich ziemlich nahtlos in die lange Reihe von Genreklassikern aus diesem Land wie "Der Teufel mit der weißen Weste", "Der Clan der Sizilianer" oder die beiden "Public Enemy No. 1"-Filme einfügt – obwohl er stilistisch und teilweise auch inhaltlich eigentlich eher Hollywood-Vorbildern wie "Der Pate" oder "GoodFellas" (und deren Härtegrad) nacheifert. Diese Verbindung aus französischen und amerikanischen Elementen ist insgesamt erfreulich rund geraten und sorgt dafür, daß "22 Bullets" Genrefreunde gut unterhält.

Die Story allerdings beruht zwar auf wahren Geschehnissen, ist deshalb aber noch lange nicht neu und wird von Berry auch nicht übermäßig originell oder wendungsreich erzählt. Tatsächlich ist das eine "Mysterium", das in die Geschichte eingebaut ist, sogar eher negativ zu bewerten, weil es schlicht überflüssig ist und zudem zu vorhersehbar; dennoch ist "22 Bullets" alles in allem packend und dabei mit genau dem richtigen Maß an Pathos inszeniert, wozu die an die "Bourne"-Trilogie erinnernde Musik von Klaus Badelt ("Fluch der Karibik", "Point Blank") ihren Teil beiträgt. Die zahlreichen Schießereien und sonstigen Actionszenen inmitten des reizvollen Schauplatzes Marseille sind zudem gelungen choreographiert und von Kameramann Thomas Hardmeier stilvoll bebildert, was das Zuschauen bei dieser grimmigen Gangster-Geschichte phasenweise zu einem echten Genuß macht.

Für die französische Schauspiel-Ikone Jean Reno ist dieser hartgesottene und scheinbar nicht kaputt zu kriegende Charly Mattei selbstverständlich eine Paraderolle, die er mit geradezu traumwandlerischer schauspielerischer Sicherheit charismatisch und mit gewohnter Intensität auf die Leinwand bringt. Als Bösewicht überzeugt neben ihm der hierzulande vor allem aus dem Komödien-Hit "Willkommen bei den Sch'tis" bekannte Kad Merad, aber auch der übrige Cast macht seine Sache gut und haucht den bis in die Nebenrollen recht sorgfältig gezeichneten Figuren cineastisches Leben ein.

Fazit: "22 Bullets" ist ein typisch französischer und dabei ziemlich brutaler Edel-Gangsterfilm, atmosphärisch und gut besetzt, dazu geradlinig, temporeich und im besten Sinne altmodisch inszeniert – nur die Handlung ist nicht wirklich originell und strapaziert manchmal die Grenzen der Glaubwürdigkeit.

Wertung: 8 Punkte.


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