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Mittwoch, 28. November 2012

Klassiker-Rezension: MIT STAHLHARTER FAUST (1955)

Originaltitel: Man Without a Star
Regie: King Vidor, Drehbuch: Borden Chase und D.D. Beauchamp, Musik: Hans J. Salter und Herman Stein
Darsteller: Kirk Douglas, William Campbell, Jeanne Crain, Richard Boone, Jay C. Flippen, Claire Trevor, Myrna Hansen, Jack Elam, Mara Corday, Sheb Wooley, Paul Birch, Eddy Waller
 Man Without a Star
(1955) on IMDb Rotten Tomatoes: -; US-Einspielergebnis: $2,2 Mio.
FSK: 16, Dauer: 86 Minuten.

Dempsey Rae (Kirk Douglas, "Spartacus") ist ein texanischer Cowboy, der kein Geld in der Tasche hat, aber stets ein fröhliches Lied auf den Lippen. Als er während einer Zugfahrt als blinder Passagier dem jungen Burschen Jeff (William Campbell, "Wiegenlied für eine Leiche") das Leben rettet, weicht ihm dieser nicht mehr von der Seite und so nimmt der gutmütige Dempsey ihn unter seine Fittiche. Gemeinsam heuern sie am Ziel ihrer Reise als Cowboys auf einer großen Ranch an – doch als deren neuer Besitzer sich als ebenso skrupellose wie schöne Frau aus dem Osten Amerikas entpuppt, bahnt sich Ärger an ...

Kritik:
"Mit stahlharter Faust" ist ein typischer Western, der durch ein paar Variationen der üblichen Handlungsmuster interessant wird. Das beginnt mir der Tatsache, daß der obligatorische geldgierige Großgrundbesitzer diesmal erstens eine sehr schöne Frau ist und sich zweitens Protagonist Dempsey Hals über Kopf in sie verliebt. Dadurch wird der sonst so friedliebende und lebenslustige Cowboy seinen Prinzipien untreu und bringt eine zunächst ungeahnte dunkle Seite seiner Persönlichkeit zum Vorschein – was sich natürlich ebenso auf sein leicht beeinflußbares Protégé Jeff auswirkt. Schwarz und weiß verschwimmen in diesem Western also erfreulicherweise; zumindest so lange, bis Dempseys Erzfeind Steve Miles (Richard Boone, "Der Scharfschütze") auftaucht, der mit seiner ungezügelten Brutalität in Windeseile zum eindeutigen Bösewicht des Films avanciert.

Während man vielen Hollywood-Filmen mit Fug und Recht eine fehlende oder zumindest eine mangelhafte Entwicklung ihrer Figuren vorwerfen kann, trifft auf "Mit stahlharter Faust" eher das Gegenteil zu. Denn die teils radikalen Sinneswandel, die etliche Charaktere gleich mehrmals innerhalb der nur 85-minüigen Laufzeit durchmachen, lassen ihre Glaubwürdigkeit ohne Zweifel etwas leiden. Immerhin bleibt die Geschichte dafür aber bis zum – leider eher enttäuschenden, da ideenlosen und arg kurzen – Showdown stets spannend.

Vor allem Leinwandlegende Kirk Douglas in einer für ihn ungewöhnlich humorvollen Rolle mit sogar einigen regelrecht komödiantischen Szenen verleiht seiner Rolle dennoch die nötige Authentizität. Richard Boone gibt zudem – der Klischeehaftigkeit zum Trotz – einen veritablen Bösewicht ab, während Jeanne Crain ("Ein Brief an drei Frauen") in der weiblichen Hauptrolle der rothaarigen Rancherin Reed Bowman leider nur selten Raum zum Glänzen bekommt. Warum Dempsey sich so unvermittelt in diese Frau verliebt, ist jedenfalls (abgesehen von ihrer Schönheit) nur ansatzweise nachvollziehbar.

Die für das Genre typischen weiten Landschaftsaufnahmen und die gelungene Musik samt einiger amüsanter Gesangseinlagen von Kirk Douglas sorgen ebenso wie die routinierte Inszenierung durch Regieveteran King Vidor ("Der Zauberer von Oz", "Mimi", "Ein Mann wie Sprengstoff") durchgehend für schönstes Western-Feeling.

Fazit: "Mit stahlharter Faust" ist ein klassischer Western aus der Hochzeit des Genres. Sicherlich kein Meisterwerk, hebt er sich doch von der Masse ähnlich strukturierter Filme durch einige interessante Abweichungen und einen spielfreudigen Hauptdarsteller Kirk Douglas positiv ab.

Wertung: 8 Punkte.


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