Schon lange gab es keinen Kinomonat mehr mit einem derart umfangreichen und abwechslungsreichen Programm wie in diesem Oktober: Vor allem das deutsche Kino meldet sich lautstark an mit neuen Werken von Bora Dagtekin, Volker Schlöndorff, Doris Dörrie, Ulrike Ottinger oder Andreas Dresen, dazu gibt es im Halloween-Monat natürlich ein paar - wenn auch diesmal gar nicht so viele - Horrorfilme ("Other Mommy", "Clayface", "Queens of the Dead"), mehrere OSCAR-Hoffnungen ("Digger", "The Social Reckoning", "Sinn und Sinnlichkeit", "Klara und die Sonne") und die zutiefst polarisierende Nahost-Doku "NAZA":
Empfohlener Beitrag
In eigener Sache: Mein neues Filmbuch
Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit längerer Zeit das Cover meines neuen Buchs präsen...
Mittwoch, 30. September 2026
KINOVORSCHAU OKTOBER 2026
1. Oktober:
"Digger":
Filme
des Mexikaners Alejandro González Iñárritu
sind relativ selten, dafür aber fast immer ein Erlebnis. Mit Werken
wie "Amores Perros", "Babel", "Birdman"
oder "The Revenant" erarbeitete sich der enge Freund von
Guillermo del Toro und Alfonso Cuarón (auch als "Three Amigos"
bekannt) einen ausgezeichneten Ruf und gewann nebenbei vier
OSCARs. Entsprechend groß ist die Erwartungshaltung an "Digger",
einen Film, über den viel mehr als die Prämisse nicht bekannt ist –
selbst die Trailer verraten nicht viel, manch einer glaubt sogar, es
handle sich um ein Musical (was aber von Insidern verneint wird). Tom
Cruise spielt die Hauptrolle des so egomanischen wie ultrareichen
Erdöl-Unternehmers Digger Rockwell, dessen Geschäfte eine
Umweltkatastrophe verursacht haben, die die Menschheit auszulöschen
droht. Und da er für den ganzen Schlamassel verantwortlich zeichnet,
soll und will Digger nun auch zum Retter der Welt avancieren … In
weiteren Rollen der (vermutlich) schwarzen Komödie agieren John
Goodman (als US-Präsident), Sandra Hüller in ihrer vierten
OSCAR-verdächtigen Rolle des Jahres (als Diggers Halbschwester), Riz
Ahmed und Jesse Plemons. Erste US-Kritiken deuten auf einen stark polarisierenden Film hin.
"Frau
Winkler verlässt das Haus":
In
Doris Dörries' ("Kirschblüten – Hanami") neuer
Tragikomödie spielt die einstige Fassbinder-Muse Angela Winkler
("Die verlorene Ehre der Katharina Blum") die Titelfigur,
die nicht nur ebenfalls Winkler heißt, sondern auch eine frühere
Schauspielerin ist. Allerdings spielt die Handlung in der nahen
Zukunft des Jahres 2030, in der Frau Winkler pflegebedürftig ist und
ihre Tocher Emi (Laura Tonke, "Zwei im falschen Film") als günstigere Alternative für ein
Pflegeheim einen Pflegeroboter anschafft – mit dem sich ihre Mutter
nach anfänglichem Mißtrauen tatsächlich anzufreunden beginnt.
"Verity –
Dunkle Geheimnisse":
Anne
Hathaway ist schon lange erfolgreich im Geschäft, doch ein Jahr wie
2026 hat sie wohl auch noch nicht erlebt. Sie agierte in gleich zwei
großen Blockbustern ("Der Teufel trägt Prada 2" und "Die
Odyssee"), zudem in zwei etwas nischigeren, aber von der Kritik
gelobten Werken ("Mother Mary" und "The End of Oak
Street"). Und jetzt kommt auch noch "Verity" dazu, ein
erotischer Psychothriller von Michael Showalter ("The Big Sick")
nach einem Roman von Bestseller-Autorin Colleen Hoover ("Nur
noch ein einziges Mal"), in dem sie die erfolgreiche
Schriftstellerin Verity Crawford verkörpert. Nach einem
geheimnisumwitterten Unfall ist Verity leider nicht mehr in der Lage,
ihre gefeierte Buchreihe zu vollenden, weshalb ihr Gatte Jeremy (Josh
Hartnett, "Sin City") die junge Autorin Lowen (Dakota
Johnson, "50 Shades of Grey") anheuert, um die Reihe für
Verity zu Ende zu bringen. Bei der Arbeit daran, für die sie Veritys
Notizen und Manuskripte verwenden darf, stößt Lowen jedoch bald auf die titelgebenden dunklen Geheimnisse, die ein ganz anderes
Licht auf die Erfolgsautorin werfen ...
"Shaun das
Schaf – Spuk im Kürbisfeld":
Nicht
nur Kinder verfolgen die Abenteuer des lebenslustigen und neugierigen
Knetmasse-Schafs Shaun und seiner Freunde mit Vergnügen, wie allen
voran der hervorragende und OSCAR-nominierte erste Kniofilm "Shaun
das Schaf – Der Film" im Jahr 2015 bewies. Nach dem etwas
schwächeren "Shaun das Schaf – Der Film: UFO-Alarm"
(2019) erscheint nun mit "Spuk im Kürbisfeld" ein dritter
Kinofilm, der mit glänzenden Kritiken ausgestattet ist. Wie der
Untertitel vermuten läßt, spielt "Spuk im Kürbisfeld" an
dem von den Schafen geliebten Halloween, das durch die Schusseligkeit
des Farmers der Mossy Bottom Ranch bedroht wird. Shaun will Halloween
retten, sorgt mit seinen Bemühungen jedoch wie üblich in erster
Linie für jede Menge Chaos (und zahlreiche Anspielungen auf die Welt
des Horrorfilms). Und dann verschwindet auch noch der Farmer spurlos
...
"Corpus
Delicti":
"Wunderschön"-Koautorin
Lena Stahl feiert ihr Kino-Regiedebüt mit einer Adaption von Juli
Zehs in der nahen Zukunft spielendem Bestseller. Darin sorgt die
"Methode" für eine Gesellschaft, in der Sicherheit und
Gesundheit das wichtigste sind, zu Lasten u.a. der persönlichen
Freiheit. In dieser für die einen utopischen, für die anderen
dystopischen Welt gerät die Wissenschaftlerin Mia (Hannah
Herzsprung, "Das fliegende Klassenzimmer") ins Zweifeln,
als ihrem Bruder Moritz (Damian Hardung, TV-Serie "Club der
roten Bänder") eine Mordanklage blüht. Mia ist von Moritz'
Unschuld trotz erdrückender Beweislage überzeugt und begnint,
entgegen der Vorgaben durch die "Methode" selbst zu
ermitteln – womit sie den Mächtigen bald ein Dorn im Auge ist …
Mit Christian Friedel ("Das weiße Band") und Alexander
Fehling ("Gut gegen Nordwind").
"NAZA":
Beim
Filmfest von Venedig erhielt der investigative Dokumentarfilm der
2025 für "No Other Land" OSCAR-gekrönten
jüdisch-israelischen Filmemacher Yuval Abraham und Rachel Szor die
längsten stehenden Ovationen in der Festivalgeschichte (fast 25
Minuten!) – in ihrer israelischen Heimat gelten die beiden vor
allem für die rechtsgerichtete Netanjahu-Regierung als
Landesverräter, denen die Staatsbürgerschaft entzogen werden sollte (woraufhin über 1000 israelische Künstler ihre Solidarität mit
Abraham und Szor erklärten). "Kontrovers" ist also fast
noch tief gegriffen als Einordnung von "NAZA", der mit
Sicherheit auch in Deutschland für viele Diskussionen sorgen wird.
Die beiden Regisseure haben seit dem Massaker der Hamas am 7. Oktober
2023 fast drei Jahre lang erschreckende Aussagen von zwei Dutzend
israelischen Militärs und Geheimdienstlern gesammelt (die aus
Sicherheitsgründen anonymisiert wurden), in denen diese vom offenbar
bewußt schonungslosen, KI-gestützten Vorgehen auch und gerade gegen
palästinensische Zivilisten berichten, deren Leiden als "Kollateralschaden" in Kauf genommen werde.
8.
Oktober:
"The Social
Reckoning":
Vor
16 Jahren brachte David Fincher mit "The Social Network"
über Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ein u.a. mit drei OSCARs
bedachtes Meisterwerk des Wirtschaftsfilms in die Kinos – was
maßgeblich am brillanten Drehbuch von Aaron Sorkin lag. Dieser Aaron
Sorkin ("Molly's Game") hat nun mit "The Social
Reckoning" selbst eine Art Fortsetzung gedreht, deren Grundlage
die 2021 von "Wall Street Journal" veröffentlichten
"Facebook Files" sind, die offenbaren, wie die
Facebook-Manager um Chef Zuckerberg sehr genau um die schädlichen
Auswirkungen ihres "Sozialen Netzwerks" u.a. auf
Jugendliche und auf die Politik wußten und sie zugunsten des
finanziellen Erfolges geflissentlich in Kauf nahmen. Da Jesse
Eisenberg die Zuckerberg-Rolle (für die er damals eine
OSCAR-Nominierung erhielt) nicht erneut spielen wollte, übernimmt
sie diesmal "Succession"-Star Jeremy Strong. Die
eigentliche Hauptrolle ist allerdings die Whistleblowerin Frances
Haugen, die von der letztjährigen OSCAR-Gewinnerin Mikey Madison
("Anora") verkörpert wird und sich mit den brisanten Akten
an den Reporter Jeff Horwitz (Jeremy Allen White, TV-Serie "The
Bear") wendet.
"Lügen über
meine Mutter":
Die
neue fränkische "Tatort"-Kommissarin Rosalie Thomass
spielt die Hauptrolle in der Verfilmung des in den 1980er Jahren
spielenden autobiographischen Romans von Daniela Dröscher durch
ihren Lebenspartner Aron Lehmann ("Das schönste Mädchen der
Welt"). Thomass (die auch das Drehbuch schrieb) agiert als
Cornelia, deren Ehemann Werner (Golo Euler) findet, sie sei zu dick
und trage deshalb auch die Schuld an seinen Mißerfolgen in Beruf und
Gesellschaft (ohne vorzeigbare Frau kein gesellschaftlicher Aufstieg
und sowas). Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive der
sechsjährigen Tochter Ela (Elise Lindner), die als Erwachsene dann
eben einen erfolgreichen Roman über diese turbulente Zeit schreiben
sollte.
"Alte
Liebe":
Und
gleich noch eine deutsche Literaturverfilmung, lustigerweise mit
Rosalie Thomass' Vorgängerin im Franken-"Tatort" in der
weiblichen Hauptrolle: Andreas Dresen ("Sommer vorm Balkon")
hat den gleichnamigen Roman von Elke Heidenreich adaptiert, in dessen
Mittelpunkt das seit beinahe 40 Jahren verheiratete Paar Lore (Dagmar
Manzel) und Harry (Joachim Król) steht. Als Harry pensioniert wird,
kriselt die Beziehung zunehmend – und dann steht auch noch die
bereits dritte Hochzeit ihrer Tochter mit einem reichen, deutlich
älteren Mann an ...
"Forgotten
Island" (3D):
Mit
glänzenden Kritiken kann der neue DreamWorks-Animationsfilm
"Forgotten Island" von dem "Der gestiefelte Kater: Der
letzte Wunsch"-Regieduo Joel Crawford und Januel Mercado
aufwarten. Darin geht es um die beiden befreundeten philippinischen
Teenagerinnen Jo und Raissa. Als sie die Schule abgeschlossen haben,
will Raissa in Kalifornien studieren und am Abend vor ihrer Abreise
wird sie mit einer Abschiedsparty bedacht. Dabei stoßen die
Freundinnen zufällig auf ein magisches Portal, das sie auf die
sagenumwobene, von mythischen Kreaturen bewohnte Insel Nakali bringt,
von der Jos Großmutter beiden oft erzählt hatte ...
"Hope":
Gute
Kritiken kann auch die in Cannes vorgestellte, gut
zweieinhalbstündige südkoreanische SciFi-Action-Horrorkomödie von
Na Hong-jin ("The Wailing") aufweisen, der nahe der
demilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea spielt. Dort
kommt es zu immer mehr unerklärlichen Ereignissen, beispielweise
brutal gerissenen Rindern. Doch verantwortlich dafür zeichnet nicht
etwa, wie zunächst vermutet, ein "normales" Raubtier,
sondern noch viel gefährlichere außerirdische Kreaturen. Hwang
Jung-min ("New World") spielt die Hauptrolle des
Polizeichefs Bum-seok, die Aliens werden via Motion-Capture-Verfahren
u.a. von Michael Fassbender und Alicia Vikander verkörpert.
15.
Oktober:
"Street
Fighter" (3D):
Bereits
zwei Mal wurde die kultige japanische Kampfspiel-Reihe von Capcom
fürs Kino verfilmt: 1994 als "Street Fighter – Die entscheidende Schlacht" trotz mieser Kritiken durchaus erfolgreich
(über 800.000 Zuschauer in Deutschland, knapp $100 Mio. weltweites
Einspielergebnis bei einem Budget von $35 Mio.), vermutlich v.a.
wegen der namhaften Besetzung mit Jean-Claude van Damme, Kylie
Minogue und Ming-Na Wen. Dennoch dauerte es 15 Jahre, bis mit "Street
Fighter: The Legend of Chun-Li" ein weiterer Realfilm mit
komplett neuer Besetzung rund um Kristin Kreuk und Chris Klein
folgte, der mit dem Vorgänger zwar in Sachen miese Kritiken
gleichzog, nicht aber beim kommerziellen Erfolg (knapp $13 Mio.
Einspielergebnis bei $50 Mio. Produktionskosten). Der dritte Versuch
soll nun endlich in beiden Kategorien überzeugen, wobei man
natürlich sagen muß, daß Kampffilme nicht unbedingt das
Lieblingsgenre der professionellen Kritiker sind. Die Chancen beim
Publikum dürften besser stehen, denn der japanisch-amerikanische
Regisseur Kitao Sakurai ("Bad Trip") hat eine sehenswerte
Besetzung zusammengetrommelt: Noah Centineo ("Black Adam")
spielt die Hauptrolle des meisterhaften Kämpfers Ken Masters, der
ebenso wie sein langjähriger Erzfeind Ryu (Andrew Koji, "Snake
Eyes") von Chun-Li (Callina Liang, "Bad Genius") für
das "World Warrior Tournament" angeworben wird. Im
Hintergrund spielt sich allerdings eine vom sinistren M. Bison (David
Dastmalchian, "The Suicide Squad") geleitete Verschwörung
mit ungeahnten Konsequenzen ab … Weitere Kämpfer werden u.a. von
den Wrestling-Superstars Joe "Roman Reigns" Anoa'i und Cody
Rhodes verkörpert sowie von weiteren Stars wie Jason Momoa, Curtis
"50 Cent" Jackson oder Eric André.
"Sinn und
Sinnlichkeit":
Gut
30 Jahre nach Ang Lees OSCAR-prämierter Adaption des gleichnamigen
Romans von Jane Austen bringt die britische Regisseurin Georgia
Oakley ("Blue Jean") eine Neuverfilmung in die Kinos, die mit überwiegend positiven Kritiken bedacht wurde. Daisy
Edgar-Jones ("Twisters") und Esmé Creed-Miles (TV-Serie
"Hanna") verkörpern
die Schwestern Elinor und Marianne Dashwood, die im frühen 19.
Jahrhundert nach dem Tod ihres Vaters den gesellschaftlichen Abstieg
befürchten müssen und mit ihrer Mutter ("Outlander"-Star
Caitriona Balfe) und der jüngsten Schwester Margaret in ein kleines
Landhaus umziehen. Das bringt auch Liebeskummer mit sich, denn für
Elinors Schwarm Edward (George Mackay, "1917") ist sie nun
nicht mehr standesgemäß. Derweil verliebt sich Marianne in den
charmanten John Willoughby (Frank Dillane, TV-Serie "Fear the
Walking Dead").
"Whalefall"
(3D):
Na,
das ist mal eine originelle (wenn auch quasi biblische) Prämisse für
den Survival-Thriller von Brian Duffield ("Zerplatzt"): Jay
Gardiner (Austin Abrams, "Resident Evil") sucht bei einem
Tauchgang nach den sterblichen Überresten seines Vaters (Josh
Brolin) und wird dabei dummerweise versehentlich von einem Pottwal
lebendig verschluckt! Jays Sauerstoffvorrat reicht für etwa eine
Stunde – in dieser Zeit muß er irgendwie einen halbwegs sicheren
Ausweg aus dem Inneren des riesigen Säugetiers finden ...
"Sacrifice":
Romain
Gavras' ("Athena") hochkarätig besetzter satirischer
Actionthriller klingt nach einem spannenden Projekt, leider sind die
Kritiken jedoch sehr mäßig ausgefallen. Chris "Captain
America" Evans spielt den gefallenen Filmstar Mike, der ein
Comeback versucht, dann aber dummerweise von den Mitgliedern eines
Kults gekidnappt wird, die glauben, mit der Opferung dreier
archetypischer Menschen die Welt retten zu können. Dazu auserwählt
haben sie Mike als Helden, den Milliardär Ben (Vincent Cassel) als
Bösewicht und die junge Katie (Ambika Mod) als Künstlerin. Anya
Taylor-Joy ("Furiosa") spielt die Anführerin des Kults, in
weiteren Rollen agieren Salma Hayek, John Malkovich und Popstar
Charli XCX.
"Heimsuchung
– Eine Jahrhundertgeschichte":
Der
inzwischen 87-jährige Volker Schlöndorff ("Die Blechtrommel")
präsentiert als seinen womöglich letzten Film die Adaption des
Romans "Heimsuchung" von Jenny Erpenbeck. Im Zentrum steht
nicht etwa eine Person, sondern ein brandenburgisches Seegrundstück,
das von den 1920er Jahren an in vielen Facetten deutsche Geschichte
erlebt. Hauptrollen spielen Stars wie Lars Eidinger, Martina Gedeck,
Detlev Buck, Ulrich Matthes, Susanne Wolff und Angela Winkler.
22.
Oktober:
"Der
perfekte Urlaub":
Erfolgsgarant
Bora Dagtekin ("Fack ju Göhte") lockte 2019 mit der
Komödie "Das perfekte Geheimnis" über 5,3 Millionen
Interessierte in die Kinos, sieben Jahre später folgt mit "Der
perfekte Urlaub" eine überraschend späte Fortsetzung. Der
gesamte hochkarätige Haupt-Cast (Elyas M'Barek, Jella Haase,
Karoline Herfurth, Florian David Fitz, Jessica Schwarz, Frederick
Lau, Wotan Wilke Möhring) kehrt zurück, wobei die Beziehung
zwischen den Freunden in der Folge des eskalierten Abendessens im
Vorgänger durchaus belastet ist. Um das zu ändern, wollen die vier
Männer einen gemeinsamen Mallorca-Urlaub unternehmen – dummerweise
haben Eva (Schwarz) und Carlotta (Herfurth) sowie deren beste
Freundin Maus (Diana Amft) die gleiche Villa als Unterkunft gebucht
und wie sich zeigt, gibt es noch immer unaufgedeckte Geheimnisse
zwischen den Protagonisten ...
"Clayface":
Das
Reboot des DC-Superhelden-Universums unter der Leitung von "Guardians
of the Galaxy"-Mastermind James Gunn und Produzent Peter Safran
hat zwar im TV-Bereich mit gefeierten Serien wie "Peacemaker",
"Creature Commandos" und aktuell "Lanterns"
bereits einige Erfolge gefeiert, im eigentlich wichtigeren
Kinobereich sieht es hingegen noch nicht so gut aus. Gunns "Superman"
performte zwar ordentlich, aber auch nicht mehr, und der darauf
folgende "Supergirl" von Craig Gillespie floppte gar auf
der ganzen Linie und stieß bei Kritikern und Publikum auf ein sehr
geteiltes Echo. Es steht zu befürchten, daß zumindest der
kommerzielle Erfolg mit James Watkins' ("Die Frau in Schwarz")
Body-Horrorfilm "Clayface" nicht viel größer wird, denn
erstens handelt es sich beim Protagonisten um eine vergleichsweise
unbekannte Nebenfigur (die häufig als Batman-Widersacher auftritt)
und zweitens erreicht man mit einem Body-Horrorfilm mit
Erwachsenenfreigabe voraussichtlich nicht unbedingt den Kern des
DC-Mainstream-Publikums. Zumal dann, wenn der die Titelfigur von
einem so unbekannten Schauspieler wie dem Waliser Tom Rhys Harries
verkörpert wird, den man am ehesten in britischen TV-Serien wie
"Jekyll and Hyde", "Britannia" oder "White
Lines" gesehen haben kann. Rhys Harries spielt also den jungen
Schauspieler Martin Hagen, dessen Gesicht bei einem brutalen Überfall
entstellt wird – für einen Schauspieler eher suboptimal.
Verzweifelt wendet er sich an eine zwielichtige Wissenschaftlerin
(Naomi Ackie aus "Star Wars Episode IX"), die ein
experimentelles Verfahren an ihm testet – das Martins Körper
ungeplant in eine Art lebendigen Lehm verwandelt, den er zu allen
möglichen Gestalten formen kann … Auf einen guten Film hoffen
lassen die beiden Drehbuch-Autoren: Mike Flanagan ("Doctor
Sleeps Erwachen") und Hossein Amini ("Drive").
"Ali G: Who
Iz I?":
Der
britische Komiker und Schauspieler Sacha Baron Cohen ("Borat")
bringt nach über zehn Jahren seine populäre, wenn auch nicht
unumstrittene Kunstfigur des selbsternannten weißen Gangsta-Rappers
Ali G zurück – 24 Jahre nach dem ersten Kinofilm "Ali G
Indahouse". Es wird interessant sein, ob die Figur in einer
stark veränderten Welt immer noch funktioniert oder nicht –
jedenfalls wird Ali G in Kürze erstmals Vater und will in den USA
den Durchbruch schaffen, um für sein Kind angemessen sorgen zu
können.
"Die andere
Seite":
Die
junge Münchener Filmemacherin Mariko Minoguchi sorgte 2019 mit ihrem
Langfilm-Debüt "Mein Ende. Dein Anfang." durchaus für
Aufsehen in der Branche, dennoch dauerte es sieben Jahre bis zu ihrem
zweiten Kinofilm – für dessen Hauptrolle sie aber immerhin Nina
Hoss gewinnen konnte. Die spielt in dem dystopischen
deutsch-österreichischen Survival-Thriller die Ärztin Hanna, die
nach dem Verlust ihrer gesamten Familie durch eine tödliche Epidemie
alleine in der Wildnis der Berge lebt – nicht freiwillig, denn sie
selbst ist zwar immun, aber dennoch Überträgerin des Virus. Als sie
auf eine weitere Ausgestoßene trifft, Lila (Precious Mariam Sanusi),
tun sie sich zusammen und wollen die Alpen überqueren, um
hoffentlich auf deren Südseite ein besseres, freieres Leben zu
finden. Erste Kritiken lassen auf gutes deutschsprachiges Genrekino
hoffen!
29.
Oktober:
"Klara und
die Sonne":
Nachdem
der neuseeländische Filmemacher Taika Waititi ("Jojo Rabbit")
mit seinen letzten beiden Filmen ("Thor: Love and Thunder"
und "Next Goal Wins") etwas schwächelte, hoffen Fans auf
die Rückkehr zu seiner alten Form mit dieser Adaption des
gleichnamigen anspruchsvollen Science Fiction-Romans von Kazuo
Ishiguro ("Alles, was wir geben mußten"). "Wednesday"-Star
Jenna Ortega spielt die Hauptrolle der Klara – ein Roboter in einer
von KI bestimmten nahen Zukunft, der als Gefährte für Kinder
designt wurde. Klara soll der schwer kranken Teenagerin Josie (Mia
Tharia) eine Unterstützung und Freundin sein, stellt in Folge ihrer
so gesammelten Erfahrungen aber zunehmend auch den Sinn ihrer eigenen
Existenz in Frage … In weiteren Rollen agieren Amy Adams (als
Josies Mutter), Natasha Lyonne, Steve Buscemi und Simon "The
Mentalist" Baker.
"Other
Mommy":
Das
wahrscheinliche Highlight der diesjährigen Halloween-Saison ist der
neue Horrorfilm von Rob Savage ("The Boogeyman") nach einem
Bestseller von Josh Malerman, in dem die achtjährige Bela (Arabella
Olivia Clark) zunehmend das beängstigende Gefühl bekommt, daß
ausgerechnet ihre von ihr heiß geliebte Mutter (Jessica Chastain,
"Mama") eine Gefahr darstellt. Ist es überhaupt wirklich
noch ihre Mutter oder wurde ihr Körper von einer finsteren Präsenz
übernommen?
"By Any
Means":
Der
zweite Kino-Spielfilm des afroamerikanischen Filmemachers Elegance
Bratton nach "The Inspection" ist ein auf einer (wohl
wahren, wenn auch im Detail nie offiziell bestätigten) Geschichte
basierender historischer Actionthriller, der Mitte der 1960er Jahre
in Mississippi spielt. In dem sehr konservativen Südstaat wurde mal
wieder ein Bürgerrechtsaktivist ermordet und der schwarze FBI-Agent
Strider (Yahya Abdul-Mateen II, "Aquaman") soll diesen
aufklären – wovon die offen rassistische und korrupte lokale
Polizei nicht begeistert ist. Um dennoch voranzukommen, muß Strider
ausgerechnet mit dem berüchtigten New Yorker Mafia-Killer Greg
Scarpa (Mark Wahlberg) zusammenarbeiten … Die US-Kritiken fielen
mittelmäßig aus.
"Aufstand
der Tiere":
Andy
Serkis' ("Venom 2") im Motion-Capture-Verfahren animierte
Neuverfilmung des metaphernreichen George Orwell-Klassikers "Farm
der Tiere" fiel bei der Kritik trotz namhafter
englischsprachiger Sprecherriege (Woody Harrelson, Glenn Close, Seth
Rogen, Kathleen Turner, Jim Parsons) durch, wobei v.a. ein zu
glattpoliertes Drehbuch bemängelt wird.
"Queens of
the Dead":
George
A. Romero war der unumstrittene Großmeister des Zombiefilms, vor allem "Die Nacht der lebenden Toten" und "Zombie"
(aka "Dawn of the Dead") gelten zurecht als unsterbliche
Genreklassiker. Neun Jahre nach seinem Tod eifert Romeros
Tochter Tina in ihrem Regiedebüt ihrem Vater nach, dem Low Budget-Film "Queens of the Dead" – und konnte
damit den Großteil der Rezensenten überzeugen! In der Horrorkomödie
spielt Katy O'Brian ("Love Lies Bleeding") D.J. Dre, die in
einem Brooklyner Lagerhaus eine große Party inklusive Drag-Show
organisiert. Doch es kommt, wie es bei einem Romero-Film kommen muß:
Eine Zombie-Epidemie bricht aus und eine sehr diverse Gruppe von
Dragqueens und sonstigen Partygästen muß sich zusammenraufen, um
die Nacht zu überleben. Mit Riki Lindhome ("Under the Silver
Lake"), Komikerin Margaret Cho und einem Gastauftritt von
Genrelegende Tom Savini (Darsteller in und Maskenbildner bei "Dawn
of the Dead", später Regisseur des "Die Nacht der lebenden
Toten"-Remakes "Die Rückkehr der Untoten" von 1990).
"Die
Blutgräfin":
Isabelle
Huppert verkörpert in der Horrorkomödie der deutschen Künstlerin
Ulrike Ottinger (die gemeinsam mit Literatur-Nobelpreisträgerin
Elfriede Jelinek auch das Drehbuch schrieb und beinahe 30 Jahre lang
an dem Stoff arbeitete!) die berüchtigte "Blutgräfin"
Erzsébet Báthory, die als Vampirin seit Jahrhunderten existiert und
im Wien unserer Gegenwart gemeinsam mit ihrer treuen Zofe Hermine
(Birgit Minichmayr) das drohende Ende ihres Daseins zu verhindern
sucht. Lars Eidinger, Thomas Schubert, Karl Markovics, Burghart
Klaußner und ChrisTine Urspruch ergänzen die hochkarätige
Besetzung. Bei der Premiere auf der Berlinale kam "Die
Blutgräfin" gut an.
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