Die ganz großen Blockbuster gibt es im September wie gewohnt nicht mehr (abgesehen von einer leicht erweiterten Wiederaufführung von Marvels "Avengers: Endgame"), dafür aber etliche vielversprechende Mid-Budget-Filme wie "The Uprising", "Resident Evil" oder "Eiserne Wildnis", zudem einige frühe OSCAR-Kandidaten ("Vaterland", "Primetime") - und natürlich das Kinofest am 12. und 13. September mit besonders günstigen Eintrittspreisen in den teilnehmenden Kinos!
3. September:
"Das gewisse
Etwas":
Die
neue Komödie von Marc Rothemund ("Mein Blind Date mit dem
Leben") ist ein Remake des französischen Megahits "Was ist
schon normal?", der in seiner Heimat mit beinahe 11 Millionen
Kinogängern zum erfolgreichsten Film des Jahres 2024 avancierte (und
bei uns auf gut 210.000 Zuschauer kam). Florian Lukas ("Good
Bye, Lenin!") spielt Karlo, der nach einem Diebstahl gemeinsam
mit Sohn Alex (Max von der Groeben, "Fack ju Göhte")
untertauchen muß. Als das Duo zufällig auf einen Reisebus voller
junger Menschen mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung
auf dem Weg in ein Ferienlager stößt, sehen sie dafür die perfekte
Möglichkeit gekommen und schleichen sich in die von Polly (Mala
Emde, "303") betreute Gruppe ein ...
"Onslaught":
Nach
zuletzt zwei hoch budgetierten "Godzilla"-Filmen ("Godzilla
vs. Kong" und "Godzilla x Kong: The New Empire")
erinnert sich Genrespezialist Adam Wingard wieder seiner
Independent-Wurzeln mit Filmen wie "The Guest" – mit dem
sich "Onslaught" laut Wingard übrigens ein Filmuniversum
teilt, ohne eine Fortsetzung zu sein. Für das auf anspruchsvolle
Genrekost spezialisierte Kultstudio A24 erzählt er in "Onslaught"
von einem heftig mißglückten Militärexperiment, in dessen Folge
einige gentechnisch optimierte Supersoldaten die Anwohner
terrorisieren. Die mit ihrer Tochter in einem Wohnwagenpark
residierende Veteranin Celeste (Adria Arjona, "A Killer
Romance") stellt sich ebenso wie einige Söldner dem Kampf mit
dem scheinbar übermächtigen Feind … Zur Besetzung zählen mit
"The Guest"-Hauptdarsteller Dan Stevens, Michael
Biehn ("Aliens"), Reginald VelJohnson ("Stirb
Langsam") und Rebecca Hall ("Iron Man 3") weitere
genreerfahrene Stars.
"Vaterland":
Sage
und schreibe vier realistische OSCAR-Chancen hat Sandra Hüller in
diesem Jahr: Neben den beiden Hollywood-Filmen "Der Astronaut"
und "Digger" (startet am 1. Oktober) und dem deutschen
Berlinale-Gewinner "Rose" zählt dazu auch das neue, in
Schwarzweiß gedrehte Werk des polnischen Regiestars Pawel
Pawlikowski ("Cold War"), der dafür in Cannes mit dem
Regiepreis geehrt wurde. Hüller spielt in dem Road-Movie
Erika Mann, die Tochter des Literatur-Nobelpreisträgers Thomas Mann
(Hanns Zischler, "Die Theorie von Allem"). Im Jahr 1949
kehrt Thomas Mann nach 15-jährigem US-Exil vor den Nazis erstmals in
sein noch stark vom verlorenen Zweiten Weltkrieg gezeichnetes
Vaterland zurück und reist gemeinsam mit Tochter Erika von Frankfurt
am Main nach Weimar, wo er einen Preis erhalten soll.
"That's Why
the Lady is a Champ":
"Euphoria"-Star
Sydney Sweeney erhielt viel Lob für ihre schauspielerische Leistung
in diesem ansonsten arg konventionell geratenen und an den US-Kinokassen
heftig gefloppten Sportlerinnen-Biopic von David Michôd
("War Machine"). Sweeney verkörpert darin die Boxerin
Christy Martin, die in den 1990er Jahren zu einer der populärsten
Sportlerinnen der USA avancierte. Gleichzeitig nahmen jedoch die
Schwierigkeiten in ihrem Privatleben mit dem Manager und späteren
Ehemann Jim (Ben Foster, "Warcraft") immer weiter zu.
10.
September:
"Practical
Magic 2 – Zauberhafte Schwestern":
Griffin
Dunnes Komödie "Zauberhafte Schwestern" aus dem Jahr 1998
ist nicht wirklich ein Film, der nach einer Fortsetzung geschrien
hat. Der mit Sandra Bullock und Nicole Kidman in den Hauptrollen als
Hexenschwestern Sally und Gillian Owens immerhin stark besetzte
Genremix erhielt gemischte, überwiegend sogar negative Kritiken und
schnitt an den Kinokassen bestenfalls mittelmäßig ab (er spielte
gerade einmal sein Budget wieder ein – ein kommerzieller Hit sieht
anders aus). Warum sollte man dazu eine Fortsetzung drehen? Nunja,
vielleicht hatten Kidman und Bullock beim gemeinsamen Drehen einfach
so viel Spaß, daß sie das fast 30 Jahre später wiederholen wollten
– und da beide Stars in ihren langen Karrieren genügend Geld
verdient haben, konnten sie sogar als Produzentinnen bei der
Finanzierung helfen. Und da Alice Hoffman, auf deren Roman der Film
basierte, erst 2021 ein neues Buch über die Schwestern
veröffentlichte, bot sich eine gute Gelegenheit. So steht uns nun
tatsächlich ein neues Abenteuer der beiden Hexen ins Haus, bei dem
diesmal die Dänin Susanne Bier die Regie übernahm, die mit Bullock
bereits beim Netflix-Hit "Bird Box" zusammengearbeitet hat
und mit Kidman bei der HBO-Miniserie "The Undoing". Die
Owens-Familie ist dummerweise immer noch von einem fiesen Liebesfluch
betroffen, der jeden Mann sterben läßt, in den sich eine Owens-Frau
verliebt, und der sich jetzt auch auf Sallys Töchter Kylie (Joey
King, "Bullet Train") und Antonia ("Game of
Thrones"-Star Maisie Williams) auszuwirken droht. Um den Fluch
endlich zu brechen, müssen sie sich erneut der düsteren
Vergangenheit ihrer Familie stellen ...
"The
Uprising – Für die Freiheit":
Auf
den aufwendig produzierten Historienfilm von Paul Greengrass ("Flug
93") bin ich persönlich nicht nur deshalb sehr gespannt, weil
ich erstens ein Fan von Greengrass' Werk bin und zweitens das Genre
sehr mag, sondern auch deshalb, weil der in England spielende "The
Uprising" großteils bei mir in der Nachbarschaft gedreht wurde,
nämlich u.a. in Nürnberg und im fränkischen Freilandmuseum Bad
Windsheim. Andrew Garfield ("Silence") spielt die
Hauptrolle eines einfachen Bauern, der im späten 14. Jahrhundert zum
Anführer eines gewalttätigen Bauernaufstands gegen den jungen König
Richard II. (Woody Norman) avanciert. Oder zumindest dachte man das,
doch zwei Wochen vor dem Kinostart wurde in einem Trailer enthüllt,
daß Garfield in Wahrheit den jungen Robin Hood spielt und "The
Uprising" somit als eine Art Origin-Story fungiert! Mit Jamie Bell
("Rocketman"), Thomasin McKenzie ("Last Night in
Soho"), Jonny Lee Miller (TV-Serie "Elementary") und
Katherine Waterston ("Inherent Vice").
"Bad
Apples":
Störenfriede
im Unterricht sind vermutlich für jede Lehrkraft ein großes und
wiederkehrendes Ärgernis. In dem mit guten Kritiken ausgestatteten
schwarzhumorigen Comedy-Thriller "Bad Apples" nach einem
Roman von Rasmus Lindgren greift Saoirse Ronan ("Brooklyn")
als Lehrerin Maria allerdings zu einer recht extremen Gegenmaßnahme,
denn sie entführt den zehnjährigen Danny (Eddie Waller) kurzerhand
(wenn auch eher unabsichtlich) und sperrt ihn in ihrem Keller ein! In
der Folge läuft der Unterricht zwar viel harmonischer ab, aber
logischerweise beginnt schon bald eine Suchaktion der Polizei (und
auch von Dannys Mitschülern) ...
"Oasis:
Don't Look Back in Anger":
Die
Musik-Doku von Dylan Southern und Will Lovelace begleitet die von
Fans lange erwartete Comeback-Tour der Gallagher-Brüder im Jahr 2025
und zeigt Interviews ebenso wie Konzertaufnahmen.
17.
September:
"Resident
Evil":
Sowohl
als Computer-/Videospiel (seit 1996) als auch im Kino (ab 2002) hat
die ursprünglich japanische Horrorreihe "Resident Evil"
bereits große Erfolge gefeiert – wenn auch die von Paul W.S.
Anderson verantwortete Filmreihe angesichts zumeist nur rudimentärer
Ähnlichkeiten zur Vorlage bei den meisten Spielefans alles andere
als wohl gelitten war. Nachdem 2021 der Reboot-Versuch "Resident Evil:
Welcome to Raccoon City" trotz größerer Nähe zum Original
floppte, versucht man es nun wieder mit einem etwas anderen Ansatz:
"Resident Evil" erzählt eine komplett eigenständige
Geschichte, die parallel zu der des Spiels "Resident Evil 2"
verläuft (nur in unsere Gegenwart versetzt). Hoffnung macht Fans vor
allem, daß der für seine Indie-Horrorfilme "Barbarian"
und "Weapons" gefeierte US-Filmemacher Zach Cregger Regie
und (gemeinsam mit Shay Hatten, Autor des "John Wick"-Spin-Offs
"Ballerina") Drehbuch übernahm, der selbst bekennender Fan
der Spielereihe ist. Die Hauptrolle spielt Austin Abrams ("Scary
Stories to Tell in the Dark") als medizinischer Kurierfahrer
Bryan, der eine Lieferung an das Krankenhaus von Raccoon City
erledigen soll. Klingt einfach … würde Bryan nicht mitten in den
Ausbruch einer vom T-Virus verursachten Zombie-Epidemie geraten!
"Coyote vs.
ACME":
Unter
Cineasten zählt der aktuelle Warner Bros.-Chef David Zaslav zu den
verhasstesten Persönlichkeiten überhaupt, seit er auf die Idee kam,
aus Steuerzwecken bereits fertige Filme zu vernichten. Während der
von Adil El Arbi und Bilall Fallah inszenierte "Batgirl"
mit Leslie Grace und Michael Keaton (als Batman) wohl tatsächlich
für immer verloren ist, konnte Dave Greens "Coyote vs. ACME"
angesichts großer Widerstände letztlich durch einen Verkauf an die
unabhängige Produktions- und Vertriebsfirma Ketchup Entertainment
gerettet werden. Zum Glück! Denn die Kritiker sind begeistert vom
neuesten "Looney Tunes"-Abenteuer, einem
Realfilm-/Trickfilm-Mix, in dem Wile E. Coyote unerwartete
Konsequenzen aus seinem permanenten Mißerfolg beim Versuch, den Road
Runner zu fangen, zieht: Er verklagt gemeinsam mit dem Anwalt Kevin
(Will Forte, "Nebraska") die von Buddy Crane (John Cena) geleitete ACME
Corporation, die er für sein Scheitern verantwortlich macht! Bleibt
zu hoffen, daß genügend Menschen den Film sehen, damit sich für
Ketchup Entertainment das finanzielle Risiko gelohnt hat, "Coyote
vs. ACME" vor der Mülltonne zu retten.
"Pressure":
Das
positiv rezensierte britisch-französische Kriegsfilm-Kammerspiel des
australischen "Hotel Mumbai"-Regisseurs Anthony Maras
konzentriert sich auf die drei Tage vor dem D-Day in der Normandie
und begleitet – basierend auf einem Theaterstück von David Haig –
die wichtigsten handelnden Personen bei den Vorbereitungen. Dazu
gehört naheliegenderweise der alliierte Oberbefehlshaber Dwight D.
Eisenhower (Brendan Fraser, "The Whale"), aber auch der
oberste britische Metereologe James Stagg (Andrew Scott, "Knives
Out 3"), von dessen präziser Wettervorhersage viel abhängt …
Mit Kerry Condon ("The Banshees of Inisherin"), "Homeland"-Star Damian Lewis und Chris Messina.
"Runner":
Scott
Waughs ("Act of Valor") Actionkomödie erzählt vom
Ex-Elitesoldaten Hank (Alan "Reacher" Ritchson), der
inzwischen als Kurier für spezielle Lieferungen arbeitet. Sein
aktueller Auftrag ist es, in Australien gemeinsam mit dem
medizinischen Kurier Ben (Owen Wilson, "Die Tiefseetaucher")
eine Leber zu einer 7-Jährigen zu bringen, deren Leben von einer
schnellen Transplantation abhängt. Dummerweise hat es aber auch ein
mächtiger Gangsterboß auf das kostbare Organ abgesehen und hetzt
diverse Söldner auf Hank und Ben.
"Kalter
Hund":
Als
Marianne (Corinna Harfouch) am Morgen von dessen 100. Geburtstag
ihren Gatten Herrmann tot im Bett vorfindet – offensichtlich
bereitete er selbst mit einer Überdosis Pillen seinem langen Leben
ein Ende –, hat sie ein Problem. Denn zum runden Geburtstag ist
eine große Feier mit Verwandten und Lokalpresse geplant. Da deren
Absage und ihr Grund doch ziemlich peinlich wären, beschließt
Marianne in der schwarzhumorigen Tragikomödie von Pauline
Roenneberg, die Sache einfach durchzuziehen und den Gästen Herrmanns
Tod zu verheimlichen ...
24.
September:
"Eiserne
Wildnis – Heart of the Beast":
Nach
dem Kriegsfilm "Herz aus Stahl" arbeitet US-Regisseur David
Ayer erneut mit Hauptdarsteller Brad Pitt zusammen, diesmal dürfte
es aber deutlich weniger Leinwandtote geben. Denn in dem
Survivalthriller spielt Pitt den früheren Elitesoldaten James
Belmont, der gemeinsam mit dem ebenfalls im Ruhestand befindlichen
Militärhund Odin einen Flugzeugabsturz in der Wildnis von Alaska
übersteht. Um bis zu einer möglichen Rettung zu überleben, müssen
Mensch und Hund zusammenarbeiten, um den Widrigkeiten der
unbarmherzigen Natur zu widerstehen.
"Bibi
Blocksberg – Die total verhexte Zeitreise":
Obwohl
der letztjährige Reboot der beliebten Kinderfilm-Reihe nach den
Büchern von Elfie Donnelly mit gerade einmal knapp 380.000
Kinogängern weit hinter den Zahlen der früheren Filme (inklusive
der "Bibi & Tina"-Reihe) zurückblieb – von denen bis
auf den letzten Teil alle locker die Millionenmarke knackten –,
kommt eine schnelle Fortsetzung auf die Leinwände. Erneut unter der
Regie von Gregor Schnitzler müssen Bibi (Nala) und ihre Freunde
Marita (Fia-Marie Lin) und Florian (Aitonas Avgoustakis) ihre
Schulpraktika erledigen, wobei Bibi ungewollt eine vermeintlich
langweilige Stelle als Museumsaufseherin erhält. Als aus diesem
Museum ein wertvolles Ausstellungsstück verschwindet, macht sich das
Trio auf die Suche nach den Dieben – und landet irgendwie in der
Vergangenheit!
"Emil und
die Detektive":
Wie
intelligent es ist, gleich zwei deutsche Kinderfilme nach berühmten
literarischen Vorlagen am gleichen Tag in den Kinos starten zu
lassen, ist eine berechtigte Frage (trotz Herbstferien). Dennoch geschieht es, sofern
nicht einer der beiden kurzfristig noch verlegt wird. Die oft
verfilmte Erich Kästner-Vorlage adaptiert diesmal David Dietl ("Ein
Münchner im Himmel") und die Titelrolle des die Sommerferien
bei seiner Oma (Ursula Werner, "Wolke Neun") in Berlin
verbringenden Emil übernimmt Nicholas Jonah Peter. Da ihm auf der
Reise sein Geldbeutel gestohlen wird, macht er sich sofort auf die
Jagd nach dem Dieb (Merlin Sandmeyer, TV-Serie "Die Discounter")
und erhält in Berlin Unterstützung durch eine Gruppe junger
Detektive …
"Avengers:
Endgame Extended" (3D):
Knapp
drei Monate vor dem Start von "Avengers: Doomsday" (16.
Dezember) bringt Marvel noch einmal das große Finale der "Infinity
Saga", den immer noch zweiterfolgreichsten Film aller Zeiten in
die Kinos. Und um die Chancen zu erhöhen, vielleicht sogar "Avatar"
von Platz 1 der Liste zu verdrängen (dafür fehlen allerdings knapp
$125 Mio.), dürfen sich Fans über eine um ein paar Minuten
erweiterte Fassung freuen, die einen direkten Übergang zu "Doomsday"
bilden soll.
"Spa
Weekend":
Mäßig
rezensierte US-Komödie vom genreerfahrenen Duo Jon Lucas und Scott
Moore ("Bad Moms") über drei Freundinnen mittleren Alters
("Scary Move"-Star Anna Faris, Leslie Mann aus "Immer
Ärger mit 40" und Michelle Buteau), die bei einem luxuriösen
Spa-Wochenende Abwechslung vom monotonen Alltag suchen.
Erwartungsgemäß verläuft das Wochenende ziemlich turbulent, woran
die unerwartet hinzustoßende chaotische Mel (Isla Fisher, "Die
Unfaßbaren") ihren Anteil hat.
"Primetime":
Robert
Pattinson ("Die Odyssee") gilt als OSCAR-Kandidat für
seine Rolle als kontroverser Journalist Chris Hansen in diesem auf
einer wahren Geschichte basierenden Thriller von
Spielfilm-Regiedebütant Lance Oppenheim. Hansen moderierte in den
2000er Jahren im US-TV das Reality-Format "To Catch a Predator",
in dem Pädophile durch Lockvögel in eine Falle gelockt wurden. Was
als im Prinzip idealistische Idee beginnt, droht jedoch mit
zunehmendem Erfolg und entsprechendem Quotendruck schon bald aus dem
Ruder zu laufen ...
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