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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Montag, 15. Januar 2018

TV-Tips für die Woche 3/2018

Montag, 15. Januar:
Arte, 20.15 Uhr: "Letters from Iwo Jima" (2004)
Nachdem er in "Flags of Our Fathers" die Schlacht um Iwo Jima im Zweiten Weltkrieg aus der amerikanischen Perspektive geschildert hat (auch wenn die Schlacht selbst darin gar nicht die Hauptrolle spielte), folgt im noch deutlich besseren "Letters from Iwo Jima" die japanische Seite. Obwohl der engagierte Anti-Kriegsfilm mit dem Hauptdarsteller Ken Watanabe ("Last Samurai", "Batman Begins") weltweit im japanischen Originalton mit Untertiteln gezeigt wurde (so auch heute von Arte), kam er auf vier sehr verdiente OSCAR-Nominierungen, darunter eine für den besten Film des Jahres.

Arte, 22.30 Uhr: "Die Hafenkneipe von Tahiti" (1963)
Weltberühmt wurde er vor allem für Western wie "Der schwarze Falke" oder "Der Mann, der Liberty Valance erschoß", doch John Ford widmete sich auch anderen Genres mit Erfolg. Zu seinen entspanntesten Werken, auch wenn am Rande der Themenkomplex "Rassismus und Vorurteile" behandelt wird, zählt zweifellos die Actionkomödie "Die Hafenkneipe von Tahiti". Darin verkörpert John Wayne mit gewohntem Charisma den rauflustigen Weltkriegs-Veteranen Donovan, der sich - wie auch einige Kameraden von ihm - in der Südsee zur Ruhe gesetzt hat. Gestört wird die Idylle durch die Ankunft einer zielgerichteten jungen Frau (Elizabeth Allen), die ihrem leiblichen Vater (Jack Warden) - und Donovans bestem Freund - eine Erbschaft streitig machen will, die an eine Moralklausel geknüpft ist ...

Außerdem:
Selma (am amerikanischen Martin Luther King Day zeigt One das OSCAR-prämierte 1960er Jahre-Bürgerrechtsdrama mit David Oyelowo als King zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr)
Snow White and the Huntsman (mittelmäßige Action-Fantasy-Version von Schneewittchen, die aber zumindest mit der Optik und Charlize Theron als herrlich böser Königin punktet; 22.15 Uhr im ZDF)
Alien vs. Predator (ordentlich beginnendes, in der zweiten Hälfte jedoch stark nachlassendes Crossover der beiden Kult-Horrorfilmreihen; 22.55 Uhr bei Kabel Eins)

Dienstag, 16. Januar:
Servus TV, 20.15 Uhr: "Garden State" (2004)
Lang überfällige Free-TV-Premiere der wunderbaren, einfühlsamen romantischen Tragikomödie, mit der "Scrubs"-Star Zach Braff sein vielfach prämiertes Regie- und Drehbuchdebüt feierte. Er selbst spielt in dem autobiographisch gefärbten Film die Hauptrolle des wenig erfolgreichen, zu Depressionen neigenden Schauspielers Andrew, der für die Beerdigung seiner Mutter in seinen Heimatort zurückkehrt und auf die hübsche Sam (Natalie Portman) trifft. Die beiden kommen sich näher, doch ehe eine glückliche Beziehung auch nur ansatzweise in Reichweite kommt, muß Andrew erst einmal sein Leben wieder in den Griff bekommen ...


3sat, 22.25 Uhr: "Betty Blue - 37,2 Grad am Morgen" (1985)
OSCAR-nominiertes erotisches Liebesdrama von Jean-Jacques Beineix ("Diva") über den 30 Jahre alten angehenden Schriftsteller Zorg (Jean-Hugues Anglade, "Die Bartholomäusnacht"), der sich in die 19-jährige Betty (Béatrice Dalle, "Night on Earth") verliebt. Sie versuchen, sich gemeinsam ein schönes Leben aufzubauen, doch Betty hat erhebliche, zudem immer stärker werdende psychische Probleme, was das Ganze zu einem recht aussichtslos erscheinenden Unterfangen macht.

Mittwoch, 17. Januar:
Arte, 20.15 Uhr: "Ende eines Sommers" (2008)
Free-TV-Premiere des französischen Familiendramas von Olivier Assayas ("Die Wolken von Sils Maria"), in dem Juliette Binoche, Charles Berling und Jérémie Renier drei Geschwister spielen, die zum 75. und wohl letzten Geburtstag ihrer kranken Mutter zusammenkommen. Die will bereits klären, was nach ihrem Tod mit den wertvollen Kunstwerken geschieht, die sie von ihrem Onkel geerbt hat - doch während sie selbst und zwei ihrer Kinder alles verkaufen wollen, möchte Frédéric, daß Haus und Kunstwerke im Familienbesitz verbleiben.

Arte, 22.50 Uhr: "Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit" (2013)
Free-TV-Premiere der warmherzigen britisch-italienischen Tragikomödie, in der Eddie Marsan (TV-Serie "Ray Donovan") den stets korrekten Londoner Beamten John May verkörpert, der Beerdigungen vereinsamt Verstorbener organisiert. Diese Aufgabe erfüllt er mit großer Hingabe, bis er seinen Job verliert. Eine letzte Beerdigung darf er noch ausrichten, und so tut er alles, damit ein verstorbener Nachbar den schönstmöglichen Abschied von dieser Welt erhält ...

Außerdem:
Spectre (Free-TV-Premiere des vierten James Bond-Films mit Daniel Craig, der zwar nicht an die hohe Qualität des direkten Vorgängers "Skyfall" anknüpfen kann, aber auch dank Christoph Waltz als Bösewicht Blofeld immer noch unterhaltsam ist; 20.15 Uhr im ZDF)
7 Zwerge - Männer allein im Wald (die klamaukige Comedy-Version von Schneewittchen mit Otto Waalkes als Zwerg, Nina Hagen als böser Königin und ihrer Tochter Cosma Shiva Hagen als Schneewittchen; 20.15 Uhr bei Kabel Eins, das direkt im Anschluß um 22.20 Uhr auch die schwächere Fortsetzung "7 Zwerge - Der Wald ist nicht genug" zeigt)

Donnerstag, 18. Januar:
Servus TV, 20.15 Uhr: "Ein perfekter Ehemann" (1999)
Eine amüsante und dialogstarke, wenn auch recht konventionelle Oscar Wilde-Adaption, in der Rupert Everett, Julianne Moore (beide mit Golden Globe-Nominierungen) und Cate Blanchett politische wie auch amouröse Ränke schmieden.

Außerdem:
The Return of the First Avenger (Chris Evans' zweiter Soloeinsatz - jedoch unter tatkräftiger Mithilfe von Scarlett Johansson als Black Widow - als Supersoldat ist dank eines stärkeren Drehbuchs mit Politthriller-Elementen viel besser als der erste; 20.15 Uhr bei VOX)
Green Lantern (ehe er als Marvel-Antiheld "Deadpool" Erfolge feierte, scheiterte Ryan Reynolds als DC-Superheld Green Lantern in diesem optisch recht eindrucksvollen, inhaltlich allerdings komplett unausgegorenen SciFi-Abenteuer; 22.55 Uhr bei VOX)

Freitag, 19. Januar:
BR, 0.10 Uhr: "Du kannst anfangen zu beten" (1968)
In dem französisch-italienischen Thriller tun sich ein Ex-Militärarzt (Alain Delon) und ein früherer Fremdenlegionär (Charles Bronson), denen es nach ihrer Rückkehr aus dem Algerienkrieg nicht gut ergeht, für einen ungewöhnlichen Einbruch zusammen.

Außerdem:
Shutter Island (Leo DiCaprio und Mark Ruffalo ermitteln in Martin Scorseses stimmungsvoller Schauermär in den 1950er Jahren in einer auf einer kleinen Insel gelegenen Irrenanstalt; 20.15 Uhr um fast acht Minuten gekürzt bei RTL II, ungeschnittene Wiederholung am Samstag um 22.30 Uhr)
Amityville Horror (mit Ryan Reynolds und Melissa George gut besetzter, jedoch dramaturgisch enttäuschender Gruselfilm; 2.15 Uhr bei RTL II)
Silent Hill (erfreulich gelungene erste Verfilmung der legendären Horror-Computerspielreihe, in der sich Sean Bean auf die Suche nach einer in dem verlassenen Bergarbeiterort Silent Hill spurlos verschwundenen Frau und Tochter macht; 3.40 Uhr bei RTL II)

Samstag, 20. Januar:
ZDF Neo, 20.15 Uhr: "Midnight Run" (1988)
Siehe meine Empfehlung von April 2016 für die rasante Actionkomödie mit Robert De Niro.

ZDF, 2.10 Uhr: "Sinola" (1972)
John Sturges' viertletzter, deutlich von Italo-Western inspirierter Film zählt eindeutig nicht zu seinen besten (kein Wunder bei Klassikern wie "Die glorreichen Sieben" oder "Gesprengte Ketten"), bietet Westernfans aber routinierte Unterhaltung. Clint Eastwood spielt nach einem Drehbuch von Elmore Leonard ("Out of Sight") den Pferdezüchter Joe Kidd, der bei der Jagd auf mexikanische Bauern hilft, die seine Pferde gestohlen haben, jedoch bald erkennt, daß er beim skrupellosen Großgrundbesitzer Harlan (Robert Duvall) und den von ihm angeheuerten brutalen Kopfgeldjägern nicht wirklich auf der richtigen Seite steht ...

Sonntag, 21. Januar:
ARD, 23.35 Uhr (sowie tags darauf um 20.15 Uhr bei One): "Der Kongreß" (2013)
Free-TV-Premiere der u.a. mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichneten experimentellen Real-/Animationsfilm-Kombination des israelischen Regisseurs Ari Folman (der zuvor bereits mit seiner OSCAR-nominierten animierten Doku "Waltz with Bashir" für Aufsehen sorgte). "Der Kongreß" basiert lose auf Stanislaw Lems "Der futurologische Kongreß" und handelt von der nicht mehr ganz jungen Schauspielerin Robin Wright (gespielt von der echten Robin Wright aus "House of Cards"), die einem Filmstudio gestattet, ihren Körper "einzuscannen", um so eine digitale Darstellerin zu erschaffen. Dafür erhält sie einen Haufen Geld, darf allerdings selbst nie wieder schauspielern und verschwindet für 20 Jahre von der Bildfläche ...

RTL II, 1.40 Uhr: "Schlacht um Midway" (1976)
Nach dem aus US-Sicht verlorenen Vietnam-Krieg wurden klassische Zweiter Weltkriegs-Filme aus Hollywood eine Zeitlang ziemlich rar, stattdessen dominierten ab Ende der 1970er Jahre schonungslos kritische Anti-Kriegsfilme. Zu den wenigen Publikumserfolgen nach alter Machart zählt Jack Smights stargespickte Nacherzählung der titelgebenden Schlacht, die als großer Wendepunkt im Pazifik-Konflikt während des Zweiten Weltkrieges gilt. Sonderlich innovativ ist "Schlacht um Midway" nicht, dafür aber ausgesprochen routiniert und handwerklich nahezu makellos in Szene gesetzt. Und die Stars wie Henry Fonda, Charlton Heston, James Coburn, Robert Mitchum, Toshirō Mifune oder Glenn Ford schaden natürlich auch nicht.

Außerdem:
Last Night (gut gespieltes, jedoch lahmes und zu geschwätziges Beziehungsdrama mit Keira Knightley, Sam Worthington und Eva Mendes; 2.40 Uhr im SWR)

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