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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Montag, 8. Januar 2018

TV-Tips für die Woche 2/2018

Montag, 8. Januar:
Arte, 20.15 Uhr: "Meine liebste Jahreszeit" (1993)
Catherine Deneuve und Daniel Auteuil spielen in André Techinés ("Die Unschuldigen") an die Filme von Ingmar Bergman erinnernder Charakterstudie die Geschwister Emilie und Antoine, deren sowieso recht schwieriges Verhältnis zueinander nach einem Schlaganfall ihrer Mutter noch stärker auf die Probe gestellt wird. Der hochgelobte damalige Eröffnungsfilm von Cannes ist in vier Akte unterteilt, von denen jeder einer Jahreszeit entspricht.

Arte, 22.20 Uhr: "Leben im Schloß" (1966)
In Jean-Paul Rappeneaus ("Cyrano von Bergerac") Regiedebüt, einer romantischen Komödie mit für das Genre ungewöhnlichem Kriegshintergrund, spielen Catherine Deneuve und Philippe Noiret das Ehepaar Marie und Jerome, das während der deutschen Besetzung Frankreichs in einem Schloß in der Normandie wohnt. Dort machen bald sowohl ein ein deutscher Offizier als auch ein französischer Widerstandskämper Marie schöne Augen ...

Außerdem:
Ein Quantum Trost (der als Folge eines Autorenstreiks während der Vorproduktion schwächste James Bond-Film mit Daniel Craig, der aber trotzdem einige starke Sequenzen enthält; 22.25 Uhr im ZDF)

Dienstag, 9. Januar:
Servus TV, 20.15 Uhr: "Sideways" (2004)
Die für ihr Drehbuch OSCAR-prämierte Tragikomödie bedeutete den endgültigen Durchbruch für Filmemacher Alexander Payne, der seitdem zu den gefragtesten Regisseuren anspruchsvoller Werke zählt (seine Gesellschaftssatire "Downsizing" kommt am 18. Januar in die deutschen Kinos). Paul Giamatti und Thomas Haden Church spielen zwei Freunde mittleren Alters, die zusammen auf eine einwöchtige Weintour durch Kalifornien gehen. Dabei treffen sie auf Maya (Virginia Madsen) und Stephanie (Ex-"Grey's Anatomy"-Star Sandra Oh), die ihrer beider Leben gehörig auf den Kopf stellen ...

Außerdem:
Skyfall (der stärkste James Bond-Film mit Daniel Craig sowie einer der besten James Bond-Filme überhaupt; 20.15 Uhr im ZDF)

Mittwoch, 10. Januar:
SAT. 1, 20.15 Uhr: "Ein Chef zum Verlieben" (2002)
Die nicht wirklich originelle, aber amüsante romantische Komödie von Marc Lawrence punktet vor allem mit den beiden Hauptdarstellern Sandra Bullock und Hugh Grant. Bullock spielt die engagierte Weltverbesserungs-Anwältin Lucy, die für den selbstverliebten Immobilien-Milliardär George arbeiten muß, um den Abriß eines Gemeindezentrums zu verhindern. Der Storyverlauf ist natürlich von A bis Z vorhersehbar, aber die glänzende Chemie zwischen Bullock und Grant macht den Film für Genrefreunde zu einem ziemlich großen Vergnügen.

Außerdem:
50/50 - Freunde fürs (Über)Leben (gelungene Krebs-Tragikomödie mit Joseph Gordon-Levitt, Seth Rogen und Anna Kendrick; 0.40 Uhr im BR)

Donnerstag, 11. Januar:
Kabel Eins, 20.15 Uhr: "Full Metal Jacket" (1987)
Siehe meine Empfehlung von Dezember 2015 für Stanley Kubricks Anti-Kriegs-Meisterwerk.

Außerdem:
Mord im Pfarrhaus (nette Komödie mit typisch britischem Humor und guter Besetzung: Rowan "Mr. Bean" Atkinson, Kristin Scott Thomas, Patrick Swayze und Dame Maggie Smith; 20.15 Uhr bei Super RTL)

Freitag, 12. Januar:
BR, 22.45 Uhr: "Nevada-Paß" (1975)
Tom Gries' solider Westernkrimi mit Agatha Christie-Anleihen nach einem Roman von Alistair MacLean zählt nicht zu den besten Filmen mit Charles Bronson, der den Falschspieler John - der fälschlicherweise eines Anschlages auf die Armee bezichtigt wird, auf der Zugfahrt zum Militärgericht aber auf Umwegen selbst zu einem Mordermittler avanciert - aber mit gewohnter Intensität verkörpert.

Außerdem:
Unstoppable (geradliniger und spannender Action-Thriller, in dem Denzel Washington und Chris Pine versuchen, eine Zugkatastrophe zu verhindern; 20.15 Uhr bei Pro 7)

Samstag, 13. Januar:
One, 18.10 Uhr: "Quax, der Bruchpilot" (1941)
Heinz Rühmann spielt in Kurt Hoffmanns Komödienklassiker den angeberischen Angestellten Otto, genannt Quax, der 1930 eine Ausbildung zum Sportflieger gewinnt. Da der Film während des Zweiten Weltkrieges gedreht wurde, ist er natürlich nicht frei von Propagandaelementen, die Vorlage der Geschichte stammt aber aus dem Jahr 1928 und ist weitestgehend unpolitisch.

Außerdem:
Sherlock Holmes - Spiel im Schatten (mitunter etwas langatmiger zweiter Teil der actionreichen Detektivgeschichten mit Robert Downey Jr. und Jude Law, der aber ein starkes Finale abliefert; 20.15 Uhr bei VOX)
Selma (Free-TV-Premiere des OSCAR-prämierten 1960er Jahre-Bürgerrechtsdramas mit David Oyelowo als Dr. Martin Luther King; 23.55 Uhr in der ARD)
Der Exorzismus von Emily Rose (gut gespielter Mix aus Grusel- und Gerichtsfilm, dem aber jeder Funke Originalität abgeht; 1.00 Uhr bei ZDF Neo)

Sonntag, 14. Januar:
Tele 5, 20.15 Uhr: "Gesprengte Ketten" (1963)
John Sturges' brillante Kriegs-Tragikomödie ist einer meiner 30 absoluten Lieblingsfilme - das fast dreistündige Epos schildert mit beeindruckender Starbesetzung (Steve McQueen, Charles Bronson, James Garner, Richard Attenborough, Donald Pleasance, James Coburn), wie einige alliierte Kriegsgefangene den Ausbruch aus einem besonders gut gesicherten Gefangenenlager der Nazis wagen. Dabei läßt sich der Film ebenso viel Zeit für die Figurenzeichnung wie für den raffinierten Ausbruchsplan und schafft das Kunststück, niemals auch nur für eine Sekunde zu langweilen. Das liegt auch daran, daß "Gesprengte Ketten" der ernsten (übrigens auf wahren Begebenheiten basierenden) Handlung zum Trotz lange durch einen ungewohnt vergnüglichen Ton geprägt ist. Kurzum: Ein wahres Meisterwerk, wie sie so leider schon lange nicht mehr gedreht werden! In den IMDb Top 250 der besten Filme aller Zeiten belegt "Gesprengte Ketten" aktuell Platz 127.

Arte, 20.15 Uhr: "Flags of our Fathers" (2006)
Ehe im Alter Clint Eastwoods reaktionäre Seite immer stärker zum Vorschein kam und unter anderem im Dreh des ärgerlich propagandistischen "American Sniper" resultierte, beeindruckt die Hollywood-Legende 2006 mit zwei Anti-Kriegsfilmen, die die berühmt-berüchtigte Schlacht um Iwo Jima während des Zweiten Weltkrieges aus amerikanischer und aus japanischer Sicht schilderten. Während die wenige Monate später veröffentlichte japanische Variante "Letters from Iwo Jima" (die auch hierzulande im Originalton mit Untertiteln gezeigt wurde und von Arte tags darauf gezeigt wird) von den Kritikern gefeiert wurde und einen OSCAR gewann, erhielt die US-Perspektive in "Flags of our Fathers" etwas weniger Lob und Aufmerksamkeit. Das ist einerseits fair, da es der eindeutig schwächere Film ist; gleichzeitig hätte "Flags of our Fathers" dennoch mehr Beachtung verdient, da es ein gut gemachter, gekonnt gesellschaftskritischer Anti-Kriegsfilm ist. Es geht um drei überlebende Helden der Schlacht um Iwo Jima, die als Belohnung für eine Werbetour durch die USA verpflichtet werden, auf der sie helfen sollen, Kriegsanleihen zu verkaufen. Im Vergleich zum Einsatz im Krieg klingt das gut, die Realität überfordert das Trio jedoch schon bald, unter anderem wegen unbehandelter posttraumatischer Belastungsstörung und denkbar unsensibler Aktionen, an denen sie teilnehmen sollen (wie der Erstürmung eines Wackelpudding-Hügels in einem Football-Stadion ...).

Außerdem:
Focus (Free-TV-Premiere der mit Will Smith und Margot Robbie stark besetzten romantischen Gaunerkomödie, die unterhaltsam beginnt, sich im Storyverlauf aber erschreckend einfallslos präsentiert; 20.15 Uhr bei Pro 7)
Argo (der von Ben Affleck inszenierte "Bester Film"-OSCAR-Gewinner über die ungewöhnliche Rettung amerikanischer Botschaftsangehöriger aus dem Iran nach der Islamischen Revolution von 1979; 20.15 Uhr bei RTL II)
Song for Marion (sympathische britische Feelgood-Tragikomödie über einen von Terence Stamp verkörperten alten Grantler, der durch einen Popsongs trällernden Rentner-Chor unerwartet den Lebensmut wiederfindet; 1.30 Uhr im SWR)

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