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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Sonntag, 6. November 2016

TV-Tips für die Woche 45/2016

Montag, 7. November:
Arte, 20.15 Uhr: "Mr. Smith geht nach Washington" (1939)
Passend zur US-Präsidentschaftswahl am Dienstag zeigt Arte den vermutlich optimistischsten Politfilm in der Geschichte des Kinos. In Frank Capras vom American Film Institute auf Platz 5 der inspirierendsten US-Filme aller Zeiten gewählter satirischer Tragikomödie wird der naive Pfadfinderführer Jefferson Smith (James Stewart in einer seiner besten Rollen) vom Gouverneur des Bundesstaates als Ersatz für den verstorbenen Senator nach Washington geschickt, in der Annahme, er könne problemlos gelenkt werden. Doch nach anfänglichen Problemen nimmt Mr. Smith die Herausforderungen des neuen Amtes an und will mit aller Kraft und gegen zahlreiche Widerstände Gutes für die Jugend bewirken. In Zeiten eines Wahlkampfes Clinton vs. Trump wirkt Capras Film noch mehr wie ein Märchen aus einer anderen Zeit und Welt als es ohnehin schon der Fall ist, die Eigenheiten des amerikanischen Politsystems (speziell das "Filibustern" in der Schlüsselszene des Films) rufen zudem außerhalb der USA vermutlich eher Befremden hervor - aber die Leidenschaft, mit der der große Filmemacher Frank Capra hier zeigt, wie auch der sprichwörtliche kleine Mann eine Demokratie zum Guten beeinflussen kann, macht ihn gerade in der heutigen Situation zunehmender Demokratieverdrossenheit zum Pflichtprogramm für jeden, der sich auch nur ansatzweise für Politik interessiert.

One, 20.15 Uhr: "Rabbit Hole" (2010)
In dem intensiven australischen Familiendrama versucht ein Ehepaar (Nicole Kidman und Aaron Eckhart), den Unfalltod des Sohnes zu verarbeiten.

Arte, 23.15 Uhr: "Iwan der Schreckliche I und II" (1944 und 1958)
Arte zeigt am Stück die beiden ersten Teile des monumentalen und mit Filmmusik von Sergej Prokofjew ("Peter und der Wolf") unterlegten Zaren-Biopics des sowjetischen Kinovisionärs Sergej M. Eisenstein ("Panzerkreuzer Potemkin"). Eigentlich wollte Eisenstein eine Trilogie drehen, die blieb jedoch unvollendet, da der seiner Hauptfigur gegenüber ziemlich kritische Teil II bei Stalin (euphemistisch formuliert) wenig Begeisterung auslöste und deshalb auch erst nach Stalins Tod und mehr als zehn Jahre nach der Fertigstellung veröffentlicht wurde. Mit dem Dreh zu Teil III war Eisenstein sogar schon ziemlich weit, Kunstbanause Stalin ließ jedoch fast alles Filmmaterial vernichten ...

Außerdem:
Little Big Soldier (Jackie Chan spielt in diesem tragikomischen Historienfilm einen einfachen Fußsoldaten, der nach einer Schlacht den gegnerischen Anführer gefangennimmt - hinter dem aber etliche Gruppierungen her sind; 20.15 Uhr um knapp drei Minuten gekürzt bei Tele 5)
Jack Reacher (unmittelbar vor dem Kinostart des zweiten Teils zeigt das ZDF um 22.15 Uhr noch einmal Tom Cruises ersten Einsatz als taffer Ex-Militärpolizist)

Dienstag, 8. November:
Disney Channel, 20.15 Uhr: "The Illusionist" (2006)
Im fiktiven Wettrennen mit Christopher Nolans thematisch ähnlich gelagertem und im gleichen Jahr veröffentlichten "Prestige - Meister der Magie" ging Neil Burgers Mystery-Thriller leider ziemlich unter, dabei zeigt er sich qualitativ durchaus auf Augenhöhe. Edward Norton spielt den Illusionisten Eisenheim, der um das Jahr 1900 herum in Wien tätig ist und seine Fähigkeiten einsetzt, um seine mit dem Kronprinz von Österreich (Rufus Sewell) verlobte, selbst dem Adel zugehörige Jugendliebe (Jessica Biel) zurückzugewinnen.

BR, 23.50 Uhr: "Der Name der Leute" (2010)
Unkonventionelle Liebeskomödie von Michel Leclerc, die mit typisch französischer Leichtigkeit durchaus ernste Themen anspricht. Sara Forestier ("Die unerschütterliche Liebe der Suzanne") bezaubert in der Hauptrolle als junge, extrovertierte Frau mit Integrationshintergrund, die mit Begeisterung erzkonservative Männer dadurch "bekehrt", daß sie Sex mit ihnen hat! Dann trifft sie auf den Beamten Arthur (Jacques Gamblin) und verliebt sich in ihn ...

Außerdem:
Turbo Kid (Free-TV-Premiere der liebevoll-detailverliebt inszenierten kanadischen Low Budget-Hommage an die dystopischen B-Actionfilme der 1980er Jahre; 22.00 Uhr bei Tele 5)

Mittwoch, 9. November:
Arte, 20.15 Uhr: "Barbara" (2012)
Christian Petzold und Nina Hoss: daß das eine wahre Traumpaarung ist, hat sich inzwischen selbst bis nach Hollywood herumgesprochen. In "Yella", "Jericho" und "Phoenix" trieb der wohl angesehenste deutsche Arthouse-Filmemacher seiner Generation seine Hauptdarstellerin zu wahren Glanzleistungen, das vielfach ausgezeichnete DDR-Drama "Barbara" macht da keine Ausnahme. Hoss spielt die titelgebende Ärztin, die die DDR 1980 verlassen will, stattdessen aber zunächst inhaftiert und dann in ein Provinzkrankenhaus geschickt wird.

HR, 23.45 Uhr: "Die Kinder des Monsieur Mathieu" (2004)
Die für zwei OSCARs nominierte Tragikomödie zählt zu den großen Erfolgen des französischen Kinos des 21. Jahrhunderts, alleine in Deutschland sahen fast 1,1 Millionen Kinogänger den Wohlfühlfilm über einen Musiklehrer, der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg einen Schulchor gründet.

Außerdem:
Der Vorleser (Stephen Daldrys Bernhard Schlink-Adaption ist nicht frei von dramaturgischen Schwächen, hat aber Hauptdarstellerin Kate Winslet in der Rolle einer ungebildeten Ex-KZ-Aufseherin zu Recht ihren ersten OSCAR beschert; 23.30 Uhr im BR)

Donnerstag, 10. November:
ARD, 1.55 Uhr: "Ungleiche Brüder" (2008)
Ein stark besetzter französischer Thriller über zwei sehr unterschiedliche Brüder - der eine ist Polizist (Guillaume Canet), der andere ein frisch geläutert aus dem Knast entlassener Mörder (François Cluzet), dessen ehrlicher Wille zur Integration in die bürgerliche Gesellschaft immer wieder ausgebremst wird ... Hauptdarsteller Canet drehte fünf Jahre später als Regisseur und Co-Autor das US-Remake "Blood Ties" mit Clive Owen, Billy Crudup, Marion Cotillard und Mila Kunis.

Freitag, 11. November:
Arte, 13.50 Uhr: "Duell der Degen" (1997)
Rasantes, klassisches und unterhaltsames Mantel-und-Degen-Abenteuer aus französischen Landen: Daniel Auteuil verkörpert den Fechtmeister Lagardère, der von einem befreundeten Herzog (Vincent Perez) mit dessen letzten Atemzügen gebeten wird, seine kleine Tochter zu beschützen, denn erst ihr Tod würde den Mörder zum unumstrittenen neuen Herzog machen.

Außerdem:
Cloverfield (J.J. Abrams' erfolgreicher Found Footage-Monsterfilm mit Lizzy Caplan; 22.55 Uhr bei RTL II)
Iron Sky (trashige SciFi-Komödie aus Finnland über eine Invasion von Nazis, die sich heimlich auf der dunklen Seite des Mondes auf ihr großes Comeback vorbereitet haben ...; 0.30 Uhr bei RTL II)

Samstag, 12. November:
WDR, 14.20 Uhr: "Robert Altman's Last Radio Show" (2006)
Siehe meine Empfehlung von Dezember 2015 für Robert Altmans betont nostalgischen letzten Film, in dem es ironischerweise (und auf wahren Geschehnissen basierend) um den letzten Tag eines vor der Einstellung stehenden Country-Radiosenders geht.

SAT. 1 Gold, 22.10 Uhr: "Love Story" (1970)
Siehe meinen TV-Tip von Pfingsten für Arthur Hillers berühmtes Liebesdrama mit Ali McGraw und Ryan O'Neal.

Außerdem:
John Carter - Zwischen zwei Welten (spezialeffektlastiges, spaßiges Fantasy-Mars-Abenteuer nach den Pulp-Romanen von Edgar Rice Burroughs; 20.15 Uhr bei VOX)

Sonntag, 13. November:
RTL II, 20.15 Uhr: "Apollo 13" (1995)
Ron Howards mit zwei OSCARs ausgezeichnete Schilderung des nach der Explosion eines Tanks fast verhängnisvoll verlaufenen Fluges der amerikanischen Mondlandemission Apollo 13 punktet mit großer Realitätsnähe dank einer fast dokumentarisch anmutenden (aber niemals langweiligen) Inszenierung und mit seiner hochkarätigen Besetzung (Tom Hanks, Kevin Bacon, Bill Paxton, Gary Sinise, Ed Harris).

RTL II, 23.00 Uhr: "Contact" (1997)
Am 24. November kommt Denis Villeneuves von den Kritikern bereits enthusiastisch gefeierter OSCAR-Kandidat "Arrival" mit Amy Adams in die deutschen Kinos, in dem es um den ersten Kontakt der Menschheit mit Außerirdischen geht. Knapp 20 Jahre zuvor nutzte Starregisseur Robert Zemeckis ("Zurück in die Zukunft", "Forrest Gump") eine ziemlich ähnliche Prämisse - wenngleich in "Arrival" die Aliens auf der Erde landen, wohingegen in "Contact" die Menschen zu den Außerirdischen aufbrechen müssen - für ein intelligentes SciFi-Drama mit Jodie Foster und Matthew McConaughey.

Außerdem:
Stolz und Vorurteil (herrliche Jane Austen-Adaption von Joe Wright mit der OSCAR-nominierten Hauptdarstellerin Keira Knightley; 14.35 Uhr im ZDF)
22 Jump Street (Free-TV-Premiere des gelungenen Sequels zum comedylastigen Serienreboot mit Channing Tatum und Jonah Hill; 20.15 Uhr bei RTL)
Die Tribute von Panem - The Hunger Games (solider Auftakt der dystopischen "Young Adult"-Reihe, auch wenn in der zweiten Hälfte Budgetrestriktionen und inszenatorischer Ideenarmut unübersehbar sind; 20.15 Uhr bei Pro 7)
The Tourist (Florian Henckel von Donnersmarcks Hollywood-Debüt ist ein etwas zu gemächlich erzählter Hochglanz-Thriller mit Johnny Depp und Angelina Jolie; 20.15 Uhr bei Sixx)

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