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Mittwoch, 7. September 2016

Neues aus Hollywood: Soderbergh-Comeback, "Jumanji"-Sequel und ein Wörterbuch-Film!

Während aktuell auf den Filmfestivals in Venedig und Telluride zahlreiche OSCAR-Kandidaten ihre Premiere feiern (dazu werde ich voraussichtlich nächste Woche noch einen eigenen Artikel verfassen), kann ich heute auch mal wieder mit drei interessanten Neuigkeiten über kommende Projekte aufwarten:

  • Als der OSCAR-prämierte Filmemacher Steven Soderbergh nach dem verwickelten Thriller "Side Effects" im Alter von nur 50 Jahren unter anderem aufgrund seiner Unzufriedenheit mit den Rahmenbedingungen speziell bei den großen Filmstudios das Ende seiner Kinokarriere verkündete, nahm ihm das - ehrlich gesagt - niemand ab. Natürlich, das heutige TV- respektive Streaming-Geschäft bietet ambitionierten Geschichtenerzählern genügend Möglichkeiten, um theoretisch komplett auf das Kinogeschäft zu verzichten; und Soderbergh nutzte diese Möglichkeiten seitdem mit seinem preisgekrönten HBO-Biopic "Liberace" und der ebenfalls hochgelobten historischen Krankenhausserie "The Knick" mit Clive Owen leidlich aus. Aber daß der Schöpfer von Werken wie "Sex, Lügen und Video", "Erin Brockovich", "Traffic", "Contagion" und "Der Informant!" tatsächlich für immer auf eine Kinopräsenz verzichten würde, daran glaubte kaum jemand. Et voilà ... bereits nach drei Jahren kann Soderbergh seiner alten Liebe nicht mehr widerstehen. Und die Geschichte, die ihm sein Kino-Comeback beschert, paßt hervorragend zu dem Mann, der die "Ocean's Eleven"-Trilogie zu einem Welthit machte: "Logan Lucky" ist ebenfalls ein humorvoller Heistfilm, der allerdings nicht in der Hochglanzwelt der Casinos spielt, sondern im Umfeld der NASCAR-Rennfahrerszene. Sonst ist zu der Handlung von Drehbuch-Autorin und Film-Newcomerin Rebecca Blunt übrigens noch fast nichts bekannt, nur, daß es um zwei Brüder geht, die mit ein paar Freunden während eines NASCAR-Rennens in North Carolina einen großen Raubzug durchführen. Und wie man es nicht anders gewohnt ist, hat Soderbergh dafür einen beeindruckenden Cast versammelt, auch wenn noch nicht klar ist, wer wen spielen wird: Daniel Craig ("Verblendung"), Channing Tatum ("Jupiter Ascending"), Hilary Swank ("Million Dollar Baby"), Adam Driver ("Star Wars Episode VII"), Katherine Waterston ("Steve Jobs"), Katherine Heigl ("27 Dresses"), Sebastian Stan ("Captain America 3") und Seth MacFarlane ("Ted") sind die bekanntesten Darsteller. Meine Vermutung ist, daß Craig und Tatum die besagten Brüder verkörpern werden. Eine Kooperation mit der NASCAR-Rennserie wurde übrigens auch geschlossen, wir dürfen uns also wohl auf spektakuläre Rennszenen freuen. Die Dreharbeiten in Atlanta laufen bereits, in den USA soll "Logan Lucky" am 13. Oktober 2017 in die Kinos kommen.

  • "Logan Lucky" wird sicher kein ganz billiger Film werden, noch teurer dürfte jedoch "Jumanji" werden, trotz der fehlenden "2" im Titel die späte Fortsetzung von Joe Johnstons spezialeffektreichem Familienabenteuer aus dem Jahr 1995 mit Robin Williams und Kirsten Dunst, in dem ein Brettspiel sozusagen lebendig wird. Daß es sich um eine Fortsetzung handelt und nicht etwa um ein Remake oder einen Reboot, behauptet zumindest Hauptdarsteller Dwayne Johnson ("Hercules"), der einen gewissen Dr. Bravestone spielen wird. Auch hier hüllen sich alle Beteiligten in Geheimhaltung, was konkrete Plotdetails angeht, aber die übrige Besetzung mit den beiden Comedy-Experten Jack Black ("Tropic Thunder") und Kevin Hart (der dieses Jahr bereits mit Johnson in "Central Intelligence" zu sehen war) sowie Karen Gillan ("Guardians of the Galaxy") und Sänger Nick Jonas läßt ein humorvolles Spektakel für die ganze Familie erwarten - so wie beim ersten Film eben. Regie führt Jake Kasdan ("Bad Teacher"), das Drehbuch schrieb Scott Rosenberg ("High Fidelity"). Die Dreharbeiten sollen noch im September auf Hawaii beginnen, der US-Kinostart von "Jumanji" ist für den 28. Juli 2017 vorgesehen.

  • Deutlich origineller als "Logan Lucky" und "Jumanji" ist die Idee für "The Professor and the Madman": Die Adaption eines Bestsellers von Simon Winchester aus dem Jahr 1998, in dem es tatsächlich um die Erstellung des legendären Wörterbuchs "Oxford English Dictionary" (das auch in Deutschland viele Schüler kennen dürften, bei uns mußte es sich jedenfalls jeder zulegen, der den Leistungskurs Englisch belegte)! Man mag sich fragen, was an der Herkunftsgeschichte eines Wörterbuchs so filmreif sein soll, aber die ist in der Tat ungewöhnlich spannend. Denn nicht nur der Professor James Murray, der 1857 den Anstoß für das höchst ambitionierte Projekt gab, spielte dabei eine wichtige Rolle, sondern auch der amerikanische Militärarzt Dr. W.C. Minor, der über die Jahre hinweg Tausende Einträge für das Wörterbuch verfaßte - während er als Folge eines Totschlags (jahrzehntelang) in der Irrenanstalt einsaß! Der iranisch-amerikanische Regisseur Farhad Safinia (Co-Autor von "Apocalypto") verfilmt diese Geschichte nun, wobei er auf ein Drehbuch des britischen Altmeisters John Boorman ("Excalibur", "Rangoon", "Der Schneider von Panama") zurückgreifen kann, das er selbst und Todd Komarnicki (dessen aktuelles Drehbuch "Sully" gerade von Clint Eastwood verfilmt und in Telluride uraufgeführt wurde) überarbeitet haben. Safinias "Apocalypto"-Regisseur Mel Gibson (der derzeit in Venedig ein umjubeltes Regie-Comeback mit seinem Antikriegsfilm "Hacksaw Ridge" feiert) ist die treibende Kraft hinter dem Projekt, für dessen Umsetzung er seit Erscheinen des Buches gekämpft hat. Er fungiert bei "The Professor and the Madman" als ein Produzent sowie als der Darsteller von Professor Murray. Für die zweite Hauptrolle des Dr. Minor wurde Sean Penn ("Die Dolmetscherin") angeheuert - eine sehr gute Wahl, wie ich finde -, Natalie Dormer ("Die Tribute von Panem: Mockingjay 1") wird als die Witwe jenes Mannes agieren, den Dr. Minor im Wahn tötete. Die Dreharbeiten sollen Ende September losgehen, mit dem Kinostart dürfte auch hier in der zweiten Jahreshälfte 2017 zu rechnen sein.

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