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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Samstag, 14. Mai 2016

TV-Tips für das Pfingstwochenende 2016

Samstag, 14. Mai:
RTL II, 20.15 Uhr: "Shanghai Knights" (2003)
Im noch ein bißchen unterhaltsameren Sequel zur Western-Martial Arts-Komödie "Shanghai Noon" verschlägt es Kung Fu-Spezialist Jackie Chan und Cowboy Owen Wilson Ende des 19. Jahrhunderts nach London, wo sie ein Komplott gegen die Königsfamilie vereiteln müssen.

VOX, 20.15 Uhr: "Der Plan" (2011)
Hollywood wird ja gern Ideenlosigkeit vorgeworfen, aber George Nolfis SciFi-Romanze ist in der Tat mal ziemlich originell (und ziemlich gut) geraten: Der junge Politiker David (Matt Damon) findet heraus, daß die ganze Welt und jedes einzelne Menschenleben einem peniblen Plan folgt, dessen Einhaltung die Mitglieder des "Planbüros" überwachen. Da einer davon einen kleinen, aber folgenschweren Fehler gemacht hat, lernte David die schöne, geheimnisvolle Elise (Emily Blunt) kennen, in die er sich auf den ersten Blick verliebte. Das Problem an der Sache: Es ist absolut nicht geplant, daß die beiden zusammenkommen, weshalb das Planbüro alles tut, um es zu verhindern - doch David will unbedingt selbst über sein Leben bestimmen ...

Servus TV, 23.20 Uhr: "Django" (1966)
Sergio Corbuccis brutaler Italo-Western-Klassiker mit Franco Nero als schweigsamem Rächer, der mit einem Sarg im Schlepptau durch Amerika zieht, ist neben Sergio Leones Filmen der wohl bekannteste Vertreter des Genres.

ZDF Neo, 0.15 Uhr: "Ein Mann, ein Mord" (1997)
Eine zu Unrecht etwas in Vergessenheit geratene schwarze Komödie, in der ein professioneller Auftragsmörder (John Cusack) einen Auftrag in seiner Heimatstadt Detroit mit dem Besuch des zufällig gleichzeitig stattfindenden Klassentreffens seiner Highschool verbinden will, ohne zu wissen, daß auf ihn selbst ein Killer angesetzt ist - das zieht haarsträubende, für das Publikum jedoch sehr witzige Konsequenzen nach sich ...

ZDF, 0.50 Uhr: "American Gangster" (2007)
Sir Ridley Scotts auf wahren Begebenheiten beruhender, sehr guter Gangster-Thriller über einen mächtigen afroamerikanischen Drogendealer (Denzel Washington) in den 1970er Jahren und seinen hartnäckigen Verfolger (Russell Crowe) von der Polizei.

Außerdem:
Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford (inhaltlich anspruchsvoller, brillant gefilmter und gespielter, gut zweieinhalb Stunden langer Western-Abgesang mit Brad Pitt und einem herausragenden Casey Affleck; 20.15 Uhr bei Servus TV)
Der große Crash (spekulatives, aber spannendes und mit Kevin Spacey, Paul Bettany, Jeremy Irons, Stanley Tucci und Demi Moore hochkarätig besetztes Kammerspiel über den Beginn der weltweiten Finanzkrise durch den Zusammenbruch von Lehman Brothers; 4.10 Uhr bei 3sat)

Pfingstsonntag:
Servus TV, 16.50 Uhr: "El Dorado" (1966)
Alternder Revolverheld tut sich mit einem alten, dem Suff verfallenen Freund und einem jungen Cowboy zusammen, um zahlenmäßig klar überlegene Fieslinge abzuwehren: Diese simple, aber effektive Prämisse gefiel Starregisseur Howard Hawks so gut, daß er sie gleich zwei Mal verfilmte: In "Rio Bravo" (1959) und in "El Dorado". Beide übrigens sehr humorvoll in Szene gesetzte Filme zählen zu den Highlights des Western-Genres, da "El Dorado" nicht einfach nur ein Remake ist, sondern eher ein Remix, der eine alternative Version der Story präsentiert. In beiden Versionen spielt John Wayne den alternden, aufrechten Revolverhelden, während den Säufer in "Rio Bravo" Dean Martin verkörpert, in "El Dorado" jedoch Robert Mitchum.

Arte, 20.15 Uhr: "Police Python 357" (1976)
Französischer Krimi von Alain Resnais, in dem die heimliche Geliebte des Polizeiinspektors Ferrot (Yves Montand) ermordet wird. Ferrot ermittelt in dem Fall, in dem alle Indizien auf den Liebhaber der Frau als Täter hinweisen - also auf ihn selbst ...

3sat, 20.15 Uhr: "Love Story" (1970)
Kein Zweifel: Dieser Film ist hochgradig sentimental inszeniert, die Handlung (Mann und Frau verlieben sich, heiraten gegen den Widerstand der Eltern, dann wird ihr Glück zunehmend auf die Probe gestellt) ist dünn. Dennoch fällt es selbst hartgesottenen Zuschauern schwer, sich der Faszination dieser ihre hemmungslose Kitschigkeit stolz vor sich hertragenden epischen Liebesgeschichte zu entziehen, was sowohl am Traum-Leinwandpaar Ali McGraw und Ryan O'Neal liegt als auch an der tollen Musik von Francis Lai (allen voran das "Theme from Love Story") und den Dialogen ("Liebe bedeutet, niemals um Verzeihung bitten zu müssen") des Literaturwissenschaftlers Erich Segal.

Pro7Maxx, 20.15 Uhr: "Last Samurai" (2003)
In Edward Zwicks ("Blood Diamond") zweieinhalbstündigem Abenteuer-/Kriegsepos reist der tief gefallene Bürgerkriegsheld Algren (Tom Cruise) in das sich gerade zögerlich dem Rest der Welt gegenüber öffnende Japan, um den Samurai moderne Kriegsführung beizubringen. Trotz heftiger Rückschläge findet Algren in der ihm so fremden Kultur langsam wieder ins Leben zurück und verliebt sich sogar. Für die zweite Hauptrolle erhielt der famose Ken Watanabe eine OSCAR-Nominierung, die ihm den Weg nach Hollywood (z.B. "Batman Begins") ebnete.

RTL, 22.05 Uhr: "WALL*E - Der Letzte räumt die Erde auf" (2008)
Der meiner Ansicht nach mit Abstand beste Pixar-Animationsfilm verbindet feinen, vor allem im bezaubernd poetischen ersten Akt weitgehend nonverbalen Humor mit einer sozialkritischen Handlung: In der fernen Zukunft hat die Menschheit die vollkommen zugemüllte Erde verlassen und fliegt in gewaltigen autarken Raumschiffen durchs Weltall, bis der Heimatplanet irgendwann wieder bewohnbar ist. Zurückgeblieben sind nur einige Roboter, die Müll einsammeln sollen. Nach 700 Jahren ist allerdings nur noch WALL*E funktionsfähig, der ein eigenes Bewußtsein entwickelt hat und eines Tages eine kleine, lebensfähige Pflanze findet. Daraufhin landet wenig später der weibliche Roboter EVE, denn die Existenz der Pflanze könnte bedeuten, daß der Planet wieder besiedelt werden kann ...

Servus TV, 22.05 Uhr: "Die Königin und der Leibarzt" (2012)
Die historische Romanze vom dänischen Regisseur Nikolaj Arcel bedeutete für die inzwischen OSCAR-gekrönte Schwedin Alicia Vikander ("The Danish Girl") den internationalen Durchbruch. In dem lose auf wahren Geschehnissen basierenden und im 18. Jahrhundert spielenden Film verkörpert Vikander die dänische Königin Caroline Mathilde, die sich in den neuen Leibarzt (Mads Mikkelsen) ihres kindischen Gemahls verliebt, den der Aufklärung verpflichteten Johann Friedrich Struensee. Nicht zuletzt, weil dessen revolutionäre soziale Ideen, die beim König durchaus Anklang finden, den Adel bedrohen, ist das natürlich eine zum Scheitern verurteilte Liebe ...

Pro 7, 23.00 Uhr: "V wie Vendetta" (2005)
Die visuell und akustisch mitreißend präsentierte Adaption einer Graphic Novel von Alan Moore zählt zu meinen absoluten Lieblingsfilmen (und nicht nur meinen, wie Platz 149 in den IMDb Top 250 belegt). Die dystopische Geschichte spielt in einem faschistischen Großbritannien, in dem nur noch wenige Menschen gegen die Tyrannei des Großkanzlers Adam Sutler (John Hurt) aufbegehren. Und wer es tut, der lebt nicht lange. Doch eines Tages taucht ein mit einer Guy Fawkes-Maske (bestimmt den meisten bekannt durch die Anonymous-Bewegung, die sie auch gerne nutzt) kostümierter Mann (Hugo Weaving) auf, der Regierungsmitglieder tötet und mit spektakulären Aktionen die Bevölkerung zum Widerstand aufruft. Zu seiner Komplizin wird die junge Evey (Natalie Portman), der V eines Nachts das Leben rettet. Offiziell fungierte übrigens der Newcomer James McTeigue als Regisseur, er wurde aber sehr tatkräftig unterstützt von den nicht nur als Produzenten und Drehbuch-Autoren involvierten Wachowski-Geschwistern (den Machern der "Matrix"-Trilogie), was die emotionale Wucht des Films erklärt (denn McTeigue kam mit seinen späteren Filmen qualitativ nie auch nur annähernd an sein Debüt heran).

Außerdem:
Wasser für die Elefanten (betont altmodisch in Szene gesetztes Zirkus-Liebesdrama mit Robert Pattinson, Reese Witherspoon und Christoph Waltz; 14.45 Uhr im ZDF)
Die Tribute von Panem - Catching Fire (obwohl die Story des ersten Teils über weite Strecken wiederholt wird, ist die Fortsetzung deutlich besser, da sie sich auf die wesentlichen Dinge konzentriert und zudem sichtlich hochwertiger produziert ist; 20.15 Uhr bei Pro 7)

Pfingstmontag:
Arte, 20.15 Uhr: "Wenn der Postmann zweimal klingelt" (1981)
Wie phänomenal die Leinwand-Chemie zwischen Jack Nicholson und Jessica Lange in diesem erotischen Thriller über die Affäre zwischen einer attraktiven Hausfrau und einem Herumtreiber ist, zeigt schon die Tatsache, daß sich (in der Prä-Internet-Ära) über Jahre hinweg hartnäckig das Gerücht hielt, ihre zentrale Sexszene in diesem Remake eines (besseren) Films von 1946 sei nicht gespielt gewesen ...

3sat, 20.15 Uhr: "Die drei Musketiere" (1973)
Richard Lesters starbesetzte (Oliver Reed, Richard Chamberlain, Michael York, Raquel Welch, Christopher Lee, Geraldine Chaplin) Verfilmung des Abenteuerromans von Alexandre Dumas ist vermutlich immer noch die beste und unterhaltsamste. Und sie war so erfolgreich, daß es zwei Fortsetzungen gab, von denen 3sat die erste ("Die vier Musketiere"), 1974 erschienene, direkt im Anschluß (21.55 Uhr) zeigt.

ZDF, 23.20 Uhr: "King Kong" (2005)
Peter Jacksons episches, im besten Sinne altmodisches Remake des 1930er Jahre-Klassikers läßt sich Zeit bei der Einführung der zentralen Charaktere (eine Hollywood-Filmcrew, die auf Skull Island drehen will), begeistert dann aber mit einem von Andy "Gollum" Serkis per Motion Capture sehr überzeugend verkörperten und gegen Dinosaurier kämpfenden King Kong, der die reizende Schauspielerin Ann Darrow (Naomi Watts) entführt und sich in sie verliebt. Das dreistündige Abenteuerepos blieb etwas hinter den kommerziellen Erwartungen zurück (was vermutlich gerade an der betont altmodischen Inszenierung lag), ist aber ein echtes Erlebnis mit vielen denkwürdigen Szenen.

ZDF, 2.10 Uhr: "Katzenmenschen" (1982)
In Paul Schraders (der Drehbuch-Autor von "Taxi Driver") erotischem Gruselfilm (einem losen Remake eines Films aus dem Jahr 1942) fasziniert Nastassja Kinski als junge Irena, die von einem unglaublichen Familiengeheimnis erfährt. Mehr zur Handlung zu verraten, wäre ein klarer Spoiler.

Außerdem:
12 Years a Slave (Free-TV-Premiere des bewegenden Sklaverei-Dramas von Steve McQueen mit Chiwetel Ejiofor, Lupita Nyong'o und Michael Fassbender, das drei OSCARs gewann und in den IMDb Top 250 auf Platz 188 steht; 20.15 Uhr bei Pro 7)
Inception (Christopher Nolans raffiniertes, visuell beeindruckendes Traumwelten-Verwirrspiel mit Leo DiCaprio, Joseph Gordon-Levitt, Marion Cotillard, Tom Hardy und Ellen Page steht in den IMDb Top 250 auf Rang 14; 20.15 Uhr bei VOX)
Hannibal Rising (optisch durchaus reizvolles, inhaltlich mäßiges "Das Schweigen der Lämmer"-Prequel über den jungen Hannibal Lecter; 22.55 Uhr bei Pro 7)
Apocalypto (Mel Gibsons archaisches und brutales, in Maya-Sprache gedrehtes und deutsch untertiteltes Maya-Epos; 23.05 Uhr bei Kabel Eins)

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