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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Montag, 2. Mai 2016

Neues aus Hollywood (18/2016)

In der letzten Wochen gab es einige Entwicklungen in Hollywood, das reicht auf jeden Fall, um über zwei davon ausführlicher zu berichten und zwei weitere kurz zusammenzufassen:

  • Da ja gerade mit "Captain America 3" ein Superhelden-Abenteuer aus dem Hause Marvel die globalen Kinos erobert, finde ich es passend, mit einem anderen Marvel-Superhelden zu beginnen: Wolverine. Zugegeben, die Wolverine- und X-Men-Filme werden nicht von Marvel selbst produziert, sondern von Twentieth Century Fox, aber das hat der Qualität bisher meistens nicht geschadet (anders als etwa bei ihrem letztjährigen "Fantastic Four"-Flop oder Sonys mäßig geglücktem und inzwischen schon wieder beendetem "The Amazing Spider-Man"-Reboot). Wolverine gilt dank Hugh Jackmans charismatischer Verkörperung gemeinhin als beliebtester Part der Mutantengruppe (auch wenn manche ihn inzwischen überpräsent finden), weshalb er als einziger in allen bisherigen Filmen der Reihe zugegen war und als einziger in Solo-Filmen auftreten durfte. Jackman, mittlerweile immerhin auch schon 47 und seit 16 Jahren in der Rolle zu sehen, hat bereits vor längerer Zeit angekündigt, daß der dritte "Wolverine"-Solofilm sein letzter Einsatz als krallenbewehrter Vielfraß sein wird. Über die Handlung des für den 2. März 2017 geplanten Films ist zwar offiziell noch überhaupt nichts bekannt (es halten sich jedoch hartnäckige Gerüchte, daß sie auf der Comic-Story "Old Man Logan" basieren soll), immerhin ist mittlerweile aber einiges über die Besetzung verlautbart worden. So wird Patrick Stewart einmal mehr Wolverine in seiner Rolle als weiser Professor X zur Seite stehen, während der relativ unbekannte Boyd Holbrook ("Gone Girl", Netflix-Serie "Narcos") den Haupt-Bösewicht spielen soll. Weitere, noch nicht näher spezifizierte Rollen gingen an den britischen Charaktermimen Richard E. Grant ("Gosford Park") und seinen häufig mit Ricky Gervais arbeitenden Landsmann Stephen Merchant (TV-Serien "Extras" und "Hello Ladies", Co-Schöpfer von "The Office (UK)"). Regie führt wie bei "Wolverine - Weg des Kriegers" James Mangold, das Drehbuch stammt vom Newcomer David James Kelly. Die Dreharbeiten zu dem bisher titellosen Film sollen diese Woche starten.

  • Überhaupt nichts mit Superhelden zu tun wird "Rebel in the Rye" haben, ein Biopic über J.D. Salinger, den Autor des vor allem in den englischsprachigen Gegenden enorm erfolgreichen, von Experten zu den besten amerikanischen Literaturwerken überhaupt gerechneten Coming of Age-Romans "Der Fänger im Roggen". Der Schauspieler (TV-Serie "Buffy") und Drehbuch-Autor ("Der Butler", "Die Tribute von Panem: Mockingjay 1 + 2") Danny Strong feiert hiermit sein Langfilm-Regiedebüt (nachdem er bereits drei Episoden der TV-Serie "Empire" in Szene setzte). Strong steuert ebenso das Drehbuch bei, das auf einer Biographie von Kenneth Slawenski basiert und unter anderem Salingers wilde Jugend, seine Erlebnisse als Soldat im Zweiten Weltkrieg (samt posttraumatischer Belastungsstörung) und anschließend seine keineswegs durchgehend von Erfolg gekrönten Bemühungen als Journalist und Schriftsteller schildert, bis er 1951 sein großes Meisterwerk veröffentlichte. Als J.D. Salinger wird Nicholas Hoult ("Mad Max: Fury Road") zu sehen sein, weitere Rollen gingen an Kevin Spacey, Sarah Paulson ("12 Years a Slave"), Brian d'Arcy James ("Spotlight"), Victor Garber ("Argo") und Hope Davis ("Mord und Margaritas"). Die Dreharbeiten zu "Rebel in the Rye" haben bereits in New York begonnen, vielleicht reicht es ja noch zu einem Kinostart Ende 2016 und damit passend zur Awards Season.

  • Abschließend zwei wichtige Personalentscheidungen, die in der letzten Woche für Aufsehen sorgten, ohne daß man ansonsten allzu viel über die jeweiligen Projekte schreiben könnte: a) OSCAR-Gewinnerin Alicia Vikander ("The Danish Girl", "Ex Machina") wird die neue Lara Croft im "Tomb Raider"-Reboot. Damit hat sie sich gegen die ebenfalls angedachte "Star Wars"-Heroine Daisy Ridley durchgesetzt, die ich persönlich vom Gesicht her passender gefunden hätte. Schauspielerisch kann man aber natürlich überhaupt nichts gegen Vikander sagen und immerhin bleibt es so nach Angelina Jolie dabei, daß die gute Lara nur von OSCAR-Preisträgerinnen verkörpert wird ... b) Nachdem "Batman v Superman" die hohen Erwartungen weder qualitativ noch kommerziell zur Gänze erfüllen konnte und dem Marvel-Konkurrenten "Captain America 3" eindeutig unterliegen wird, bleibt es knifflig im geplanten DC Comics-Filmuniversum, denn Seth Grahame-Smith hat seinen Job als Regisseur des ersten, für 2018 vorgesehenen "The Flash"-Solofilms wegen der obligatorischen "kreativen Differenzen" abgegeben. Angesichts der durchwachsenen bisherigen Kinobilanz des Roman- und Drehbuch-Autors ("Stolz und Vorurteil & Zombies", "Abraham Lincoln - Vampirjäger", "Dark Shadows"), der sein Regiedebüt abliefern sollte, mag seine Demission auf den ersten Blick gar nicht mal so schlimm wirken (wobei das natürlich maßgeblich davon abhängt, wer ihm nun nachfolgen wird), aber nach außen hin ist das definitiv kein gutes Zeichen. Allerdings will ich auch nicht verschweigen, daß der Konkurrent Marvel aus einer ähnlichen Situation ("Ant-Man") trotz anfänglichen Fan-Furors letztlich absolut unbeschadet herauskam. Bei Marvel lief das "Cinematic Universe" zu dem Zeitpunkt jedoch bereits rund, während DCs Versuche, nachzuziehen, bisher ausgesprochen stotterig verlaufen - wozu auch die unbestätigten, aber alles andere als überraschenden Gerüchte passen, wonach hinter den Kulissen ein heftiger Richtungsstreit zwischen den Geldgebern und dem bisherigen kreativen Mastermind Zack Snyder hinsichtlich der beiden für 2017 und 2018 geplanten "Justice League"-Filme herrschen soll. Es wird jedenfalls spannend zu sehen sein, ob DC noch die Kurve bekommt, denn ob Marvel oder DC Comics: Genug GUTE Comicverfilmungen kann es doch eigentlich nie geben ...

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