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Dienstag, 7. April 2015

Neues aus Hollywood (14/2015)

Auch in der Osterwoche gab es zumindest zwei interessante Meldungen aus Hollywood:

  • Beginnen wir, passend zu Ostern, mit "Risen": Der ursprünglich "Clavius" getaufte Historienfilm wird das Kino-Comeback des einstigen Blockbuster-Regisseurs Kevin Reynolds darstellen. Reynolds feierte seinen größten Erfolg 1991 mit "Robin Hood – König der Diebe". Zugegebenermaßen blieb das sein einziger echter Blockbuster, denn vier Jahre später spielte das postapokalyptische Epos "Waterworld" weltweit zwar mehr als $250 Mio. ein, war ob der für damalige Verhältnisse gigantischen Kosten von $175 Mio. aber dennoch ein kommerzieller Reinfall. Bemerkenswerte, thematisch oft ungewöhnliche Filme hat er vorher und nachher dennoch gedreht, wobei ich vor allem den die Erlebnisse einer russischen Panzercrew erzählenden Kriegsfilm "Bestie Krieg", den historischen Osterinsel-Abenteuerfilm "Rapa Nui" und "Montecristo", eine actionreiche, aber gelungene Neuinterpretation von Dumas' "Der Graf von Monte Christo" empfehlen möchte. Nachdem 2006 die mittelalterliche Sagenadaption "Tristan & Isolde" floppte, war Reynolds erstmal weg vom Fenster, 2012 gelang ihm jedoch im US-Fernsehen dank einer erneuten Zusammenarbeit mit seinem "Robin Hood"- und "Waterworld"-Helden Kevin Costner ein Comeback: Die Western-Miniserie "Hatfields & McCoys" war ein nie erwarteter Zuschauermagnet mit bis zu 15 Millionen Zuschauern je Episode. Dieser Erfolg ebnete Reynolds den Weg zurück ins Kino, wo er nun wieder einmal einen Stoff verfilmen darf, der lange in der Vergangenheit liegt. In "Risen" geht es nämlich um die Auferstehung Jesu Christi, wobei die Geschichte dieses Mal aus römischer Perspektive erzählt wird. Joseph Fiennes ("Hercules") übernimmt die Hauptrolle des römischen Tribuns Clavius, der von Pontius Pilatus die Aufgabe übertragen bekommt, den Leichnam des Gekreuzigten zu bewachen und zu verhindern, daß dessen radikale Anhänger ihn stehlen und behaupten, Jesus wäre tatsächlich – wie angekündigt – vom Tode auferstanden. Wie wir alle wissen, verschwand der Leichnam trotzdem, weshalb Clavius, der natürlich von dem befürchteten Diebstahl ausgeht, alles versucht, um ihn zurückzuholen, ehe in Jerusalem ein Aufstand ausbrechen kann. Der römische Statthalter Pilatus wird von Peter Firth (TV-Serie "Spooks") verkörpert, Tom Felton ("Planet der Affen: Prevolution") agiert als Clavius' Untergebener. Die Dreharbeiten nach einem Manuskript von Kevin Reynolds und Karen Janszen ("Heirat nicht ausgeschlossen") sind bereits abgeschlossen, in den USA soll "Clavius" am 22. Januar 2016 in die Kinos kommen.

  • Bereits seit dem Jahr 2013 will der britische OSCAR-Gewinner Colin Firth (aktuell mit "Kingsman: The Secret Service" erfolgreich im Kino) einen Film über die wahre Geschichte von Donald Crowhurst drehen. Crowhurst war ein Amateur-Segler, der 1968 an einem hochdotierten Rennen teilnahm, in dem es um die erste Nonstop-Weltumrundung in einem Einhandsegler ging. Der wenig erfolgreiche Unternehmer hoffte, mit dem Preisgeld sowie der werbeträchtigen öffentlichen Aufmerksamkeit seine Schulden bezahlen zu können. Daß er als Amateur gegen erfahrene Profi-Segler antrat, kratzte nicht an seinem Selbstbewußtsein. Als er bemerkte, daß er keine Chance hatte, begann er damit, falsche Positionsangaben zu funken, um ein besseres Abschneiden vorzutäuschen. Wie es weiterging, will ich an dieser Stelle nicht spoilern, es wurde jedoch ziemlich dramatisch und lieferte durchaus mehr als genügend Stoff für einen Film (wer jetzt neugierig geworden ist und nicht bis zum Kinostart warten will, kann ja bei Wikipedia nachschauen). Und Firth sollte eine weitere OSCAR-Nominierung eigentlich so gut wie sicher haben, sofern der noch unbetitelte Film qualitativ kein vollkommener Reinfall wird – was angesichts des hochkarätigen Teams hinter der Kamera nicht zu erwarten ist: Das Drehbuch hat Scott Z. Burns ("Das Bourne Ultimatum", "Der Informant!") geschrieben, die Regie übernimmt James Marsh ("Die Entdeckung der Unendlichkeit"). Für die Rolle von Crowhursts Ehefrau Clare befindet sich Rachel Weisz ("Agora") in Verhandlungen. Die Dreharbeiten sollen noch in diesem Frühjahr beginnen, was für einen Kinostart irgendwann 2016 spricht. Die kommende Awards Season dürfte schwer zu schaffen sein (Dreharbeiten auf Wasser nehmen in der Regel viel Zeit in Anspruch), insofern kann es durchaus sein, daß wir den Film erst im (Spät-)Herbst 2016 zu Gesicht bekommen werden.

Quellen:

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