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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

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Samstag, 17. Januar 2015

Samstags-Update (3/2015) (aktualisiert)

Im deutschen Kinostartplan bis Ende Februar gab es in dieser Woche überraschend viele kurzfristige Änderungen: Mit dem französischen Thriller "Das blaue Zimmer", der schwarzen Komödie "The Voices" mit Ryan Reynolds und Katja von Garniers Scorpions-Doku "Forever and a Day" wurden gleich drei Filme, die im Februar starten sollten, um einige Wochen verschoben:


Box Office-News:
In Deutschland setzt Til Schweigers Tragikomödie "Honig im Kopf" ihren Siegeszug fort und verteidigt mit erneut rund 600.000 Zuschauern völlig problemlos die Führung in den Charts. Damit wird im Laufe des Wochenendes die 3 Millionen Zuschauer-Marke geknackt werden, was eine Auszeichnung mit der Goldenen Leinwand nach sich zieht. Daß es noch eine zweite (dann für 6 Millionen) geben könnte, läßt sich inzwischen nicht mehr ausschließen. Dahinter geht es allerdings weit weniger spektakulär zu: Platz 2 sichert sich erneut "Taken 3" mit Liam Neeson, der im Vergleich zum Startwochenende rund die Hälfte seiner gut 400.000 Besucher verliert. Den dritten Rang sollte sich die US-Komödie "Let's Be Cops" mit bis zu 150.000 Zuschauern sichern. Als einziger der vielen mittelbreiten Neustarts dieser Woche kann Sönke Wortmanns bissige Komödie "Frau Müller muß weg!" überzeugen, die knapp auf sechsstellige Besucherzahlen kommen könnte. Das Arthouse-Publikum zeigt sich derweil einigermaßen unbeeindruckt von selbst hochkarätigen Neustarts und straft das Musical "Annie" mit Jamie Foxx (rund 75.000 Zuschauer), Angelina Jolies "Unbroken" (50.000), "Der große Trip" mit Reese Witherspoon, "The Gambler" mit Mark Wahlberg (je etwa 40.000) und den Dänen-Thriller "Schändung" (20.000) mit bestenfalls mittelmäßigen Zahlen ab.
In den USA gibt es dagegen einen absoluten Sensations-Newcomer: Daß Clint Eastwoods mit sechs OSCAR-Nominierungen bedachte, eher konservative Zuschauerschichten ansprechende Kriegs-Charakterstudie "American Sniper" viele Zuschauer anlocken würde, hatte sich bereits angedeutet; daß die Amerikaner jedoch dermaßen euphorisch die Kinosäle stürmen würden, daß es zu einem langen Startwochenende (am Montag ist der Martin Luther King-Feiertag) von mindestens $75-80 Mio. reichen würde (und damit mit Abstand zu einem neuen Januar-Startrekord; bisher waren das die $48,6 Mio. der letztjährigen Komödie "Ride Along", die ebenfalls am MLK-Wochenende anlief), damit war wirklich nicht zu rechnen. Angesichts der vielen OSCAR-Nominierungen und einer bislang herausragenden Mundpropaganda (am Starttag befragte Besucher vergaben den Cinemascore-Bestwert A+), welche die nicht überragenden Kritiken deutlich übertrifft, sollte "American Sniper" ein langes Kinoleben beschert sein, das Endergebnis dürfte die $200 Mio. locker übertreffen. Unter diesen Sensationszahlen leiden die anderen Neustarts etwas: Die Komödie "Die Trauzeugen-AG" mit Kevin Hart zielt am 4-Tage-Wochenende auf "nur" etwa $25 Mio. ab, erwartet wurden eher $30 Mio. oder sogar noch etwas mehr. Im gleichen Bereich dürfte der hervorragend rezensierte Kinderfilm "Paddington" landen, was im Rahmen der Prognosen läge. Katastrophal läuft es dagegen für Michael Manns von den Kritikern mittelmäßig aufgenommenen Cyber-Thriller "blackhat" mit Chris Hemsworth, der an den vier Tagen womöglich nicht einmal die $5 Mio.-Marke knacken wird ... Das bei den OSCARs weitgehend ignorierte Bürgerrechts-Drama "Martin Luther King" kann nach seinem leicht enttäuschenden Start übrigens auch vom MLK-Wochenende nicht wirklich profitieren und sollte mit etwa $11 Mio. auf Platz 5 landen.

Quellen:
Deadline Hollywood

Nachtrag: "American Sniper" hat in den USA selbst nach dem Sensations-Starttag sämtliche Erwartungen weit übertroffen, dabei sogar zwei NFL-Halbfinals am Sonntag getrotzt (obwohl American Football eigentlich eine ähnliche Zielgruppe ansprechen sollte wie Eastwoods Film) und bereits am normalen 3 Tage-Wochenende mit rund $90 Mio. den Januar-Startrekord mehr als verdoppelt! Am gesamten, zusätzlich den heutigen Feiertag umfassenden Martin Luther King-Wochenende werden damit höchstwahrscheinlich die $100 Mio. geknackt.

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