Empfohlener Beitrag

In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Donnerstag, 15. Januar 2015

OSCAR-Nominierungen 2015

Alle Nominierungen für die Academy Awards 2015 (deren Preisträger am 22. Februar in Los Angeles gekürt werden) samt Kommentierung der einzelnen Kategorien:

Bester Film:
- American Sniper
- Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)
- Boyhood
- Grand Budapest Hotel
- The Imitation Game
- Martin Luther King – Der Marsch von Selma
- Die Entdeckung der Unendlichkeit
- Whiplash

Nachdem es in den letzten drei Jahren immer neun Nominierungen in der Königskategorie gab, fanden dieses Mal nur acht Filme genügend Unterstützung, um sich für diese maximal zehn Vertreter umfassende Kategorie zu qualifizieren. Die großen Favoriten sind allesamt dabei, von den Wackelkandidaten haben es Clint Eastwoods "American Sniper", Damien Chazelles Independent-Drama "Whiplash" und Ava DuVernays "Martin Luther King" geschafft. Der größte fehlende Name dürfte wohl Bennett Millers "Foxcatcher" sein, was insofern verwundert, als der Film in den anderen Hauptkategorien viele Nominierungen einheimsen konnte. Auch "Gone Girl", "Into the Woods" und "Nightcrawler" müssen ihre verhaltenen Hoffnungen begraben. Favorit für den Gewinn ist "Boyhood" vor "Birdman"; der Rest dürfte keine Chance haben.

Regie:
- Alejandro González Iñárritu, "Birdman"
- Richard Linklater, "Boyhood"
- Bennett Miller, "Foxcatcher"
- Wes Anderson, "Grand Budapest Hotel"
- Morten Tyldum, "The Imitation Game"

Angesichts der vielen Ehrungen und Nominierungen, mit denen Clint Eastwood in den letzten Wochen vor allem von den Gilden aus der Filmbranche geradezu überhäuft wurde (trotz nicht wirklich überragender Kritiken für "American Sniper"), ist es fast schon überraschend, daß er bei den OSCAR-Nominierungen leer ausgeht. Für ihn ist Bennett Miller hineingerutscht, was für ihn ein schöner Trost für die fehlende Nennung seines Kriminal-Dramas als "Bester Film" sein dürfte. Schade und durchaus bezeichnend für die Filmbranche, deshalb aber auch nicht wirklich überraschend: Ava DuVernay, Regisseurin des wohl bestrezensierten Films des Jahres 2014 – "Martin Luther King – Der Marsch von Selma" – taucht nicht in der Liste auf. Viele hofften ja, daß Kathryn Bigelows Sieg für "The Hurt Locker" vor ein paar Jahren ein Ende der totalen männlichen Domäne in der Regie-Kategorie bedeuten würde, doch wenn selbst ein von den Kritikern fast ausnahmslos gefeierter Film nicht ausreicht, um einer talentierten Regisseurin zu einer Nominierung zu verhelfen, dann relativiert sich diese Hoffnung doch erheblich. Favoriten für den Sieg sind jedenfalls Linklater und Iñárritu.

Hauptdarsteller:
- Steve Carell, "Foxcatcher"
- Bradley Cooper, "American Sniper"
- Benedict Cumberbatch, "The Imitation Game"
- Michael Keaton, "Birdman"
- Eddie Redmayne, "Die Entdeckung der Unendlichkeit"

Carell und Cooper sind kleine Überraschungen, für die die etwas höher eingeschätzten Jake Gyllenhaal (in "Nightcrawler" mein persönlicher Favorit unter jenen Werken, die ich bereits gesehen habe), "Martin Luther King"-Darsteller David Oyelowo und Ralph Fiennes ("Grand Budapest Hotel") weichen mußten. Leider ist auch Timothy Spall für seine beeindruckende Verkörperung des Malers "Mr. Turner" übergangen worden (was sich aber bereits abgezeichnet hatte). Klarer Favorit ist Michael Keaton.

Hauptdarstellerin:
- Marion Cotillard, "Zwei Tage, eine Nacht"
- Felicity Jones, "Die Entdeckung der Unendlichkeit"
- Julianne Moore, "Still Alice"
- Rosamund Pike, "Gone Girl"
- Reese Witherspoon, "Der große Trip – Wild"

Vier Plätze waren eindeutig, um den fünften haben Amy Adams ("Big Eyes"), Jennifer Aniston ("Cake"), Emily Blunt ("Into the Woods"), Hilary Swank ("The Homesman") und Marion Cotillard gerangelt. Die Französin gewann und kann sich über ihre zweite OSCAR-Nominierung freuen. Klare Favoritin ist jedoch Julianne Moore als Alzheimer-Patientin in "Still Alice".

Nebendarsteller:
- Robert Duvall, "Der Richter"
- Ethan Hawke, "Boyhood"
- Edward Norton, "Birdman"
- Mark Ruffalo, "Foxcatcher"
- J.K. Simmons, "Whiplash"

Keine Überraschungen hier, Simmons ist favorisiert. Am ehesten könnte ihm wohl noch Norton gefährlich werden.

Nebendarstellerin:
- Patricia Arquette, "Boyhood"
- Laura Dern, "Der große Trip – Wild"
- Keira Knightley, "The Imitation Game"
- Emma Stone, "Birdman"
- Meryl Streep, "Into the Woods"

Wie bei den Hauptdarstellerinnen galten vier Nominierungen als sicher, die fünfte konnte sich Laura Dern vor u.a. Jessica Chastain ("A Most Violent Year"), Tilda Swinton ("Snowpiercer") und Rene Russo ("Nightcrawler") angeln. Eine große Favoritin gibt es hier nicht, aber Arquette werden die besten Aussichten eingeräumt, wobei man die ab sofort 19-fach nominierte Streep natürlich nie unterschätzen darf.

Animationsfilm:
- Baymax – Riesiges Robowabohu
- Die Boxtrolls
- Drachenzähmen leicht gemacht 2
- Song of the Sea
- Die Legende der Prinzessin Kaguya

So mainstreamlastig die OSCAR-Nominierungen in den meisten Kategorien auch sind – bei den Animationsfilmen gibt es immer wieder Überraschungen. So auch im Jahr 2015. Daß der (zumindest für längere Zeit) letzte Studio Ghibli-Film "Die Legende der Prinzessin Kaguya" nominiert werden würde, darauf konnte man zumindest noch hoffen (auch wenn der 2D-Film bei den Golden Globes und den meisten anderen Preisverleihungen der letzten Wochen ignoriert wurde); doch daß zusätzlich auch noch der irische "Song of the Sea" berücksichtigt wird, dafür aber Topfavorit "The LEGO Movie" nicht – das kann man schon als sensationell bezeichnen! Die Favoritenlage ist dadurch ziemlich offen, die größten Chancen dürfte nun der Golden Globe-Gewinner "Drachenzähmen leicht gemacht 2" besitzen.

Nicht-englischsprachiger Film:
- "Ida", Polen
- "Leviathan", Russland
- "Tangerines", Estland
- "Timbuktu", Mauretanien
- "Wild Tales", Argentinien

Das schwedische Drama "Höhere Gewalt" fehlt, ansonsten wurden aber alle Favoriten (die nicht wie etwa der kanadische "Mommy" oder der belgische "Zwei Tage, eine Nacht" bereits in der Vorauswahl gescheitert sind) nominiert. "Ida" und "Leviathan" werden die besten Aussichten eingeräumt, allerdings sollte man den auch in deutschen Arthouse-Kinos erfolgreich laufenden Episodenfilm "Wild Tales" nicht unterschätzen. Auch der in einem von Islamisten unterdrückten Landstrich Afrikas spielende "Timbuktu" könnte ein symbolträchtiger Gewinner sein. Eigentlich wäre also nur ein Sieg von "Tangerines" eine große Überraschung.

Originaldrehbuch:
- Alejandro González Iñárritu, Nicolás Giacobone, Alexander Dinelaris, Jr. und Armando Bo, "Birdman"
- Richard Linklater, "Boyhood"
- E. Max Frye und Dan Futterman, "Foxcatcher"
- Wes Anderson und Hugo Guinness, "Grand Budapest Hotel"
- Dan Gilroy, "Nightcrawler"

Keine Überraschungen, selbst "Nightcrawler" hat es trotz der ausgebliebenen Nominierungen als "Bester Film" und für Hauptdarsteller Gyllenhaal auf die Liste geschafft. Favoriten sind "Boyhood" und "Birdman", Außenseiterchancen hat "Grand Budapest Hotel".

Adaptiertes Drehbuch:
- Jason Hall, "American Sniper"
- Graham Moore, "The Imitation Game"
- Paul Thomas Anderson, "Inherent Vice – Natürliche Mängel"
- Anthony McCarten, "Die Entdeckung der Unendlichkeit"
- Damien Chazelle, "Whiplash" 

Überraschend fehlt Gillian Flynns Adaption ihres eigenen Erfolgsromans "Gone Girl", auch Nick Hornby hat es mit "Der große Trip – Wild" nicht geschafft. Dafür konnte Paul Thomas Anderson eine Trost-Nominierung für seine kontrovers diskutierte 1970er Jahre-Krimikomödie "Inherent Vice" einheimsen, auch "American Sniper" ist wieder vertreten. Insgesamt ist die Kategorie offen, als leichter Favorit gilt "The Imitation Game". Mich würde jedoch ein Sieg für "Whiplash" nicht wundern.

Kamera:
- Emmanuel Lubezki, "Birdman"
- Robert Yeoman, "Grand Budapest Hotel"
- Lukasz Zal und Ryszard Lenczewski, "Ida"
- Dick Pope, "Mr. Turner"
- Roger Deakins, "Unbroken"

"Ida" und "Unbroken" sind einigermaßen überraschend vertreten, dafür fehlen "Interstellar", "Nightcrawler" und "The Imitation Game". Favorisiert ist "Titelverteidiger" Lubezki (gewann 2014 für "Gravity") mit "Birdman" vor "Mr. Turner".

Kostüme:
- Milena Canonero, "Grand Budapest Hotel"
- Mark Bridges, "Inherent Vice – Natürliche Mängel"
- Colleen Atwood, "Into the Woods"
- Anna B. Sheppard und Jane Clive, "Maleficent – Die dunkle Fee"
- Jacqueline Durran, "Mr. Turner"

"Inherent Vice" ist eine ziemliche Überraschung und konnte vermutlich "The Imitation Game" verdrängen. Ansonsten alles wie erwartet. Die besten Chancen sollten "Grand Budapest Hotel" und "Into the Woods" besitzen.

Spezialeffekte:
- Dan DeLeeuw, Russell Earl, Bryan Grill und Dan Sudick, "Captain America 2: The Return of the First Avenger"
- Joe Letteri, Dan Lemmon, Daniel Barrett und Erik Winquist, "Planet der Affen: Revolution"
- Stephane Ceretti, Nicolas Aithadi, Jonathan Fawkner und Paul Corbould, "Guardians of the Galaxy"
- Paul Franklin, Andrew Lockley, Ian Hunter und Scott Fisher, "Interstellar"
- Richard Stammers, Lou Pecora, Tim Crosbie und Cameron Waldbauer, "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit"

Comic-Superhelden dominieren die notorische "Krachbumm"-Kategorie stärker denn je – da muß sogar "Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere" überraschend weichen (als erster Mittelerde-Film!), ebenso "Godzilla". Am wenigsten erwartet wurde die Nominierung für "Captain America 2", für die langlebige "X-Men"-Reihe ist es die erste OSCAR-Nominierung überhaupt! Aber als Favorit gilt allen Superhelden zum Trotz "Interstellar".

Musik:
- Alexandre Desplat, "Grand Budapest Hotel"
- Alexandre Desplat, "The Imitation Game"
- Hans Zimmer, "Interstellar"
- Gary Yershon, "Mr. Turner"
- Jóhann Jóhannsson, "Die Entdeckung der Unendlichkeit"

Eine Doppelnominierung für den Franzosen Desplat, dazu die neunte OSCAR-Nominierung für den deutschen Starkomponisten Zimmer. Dafür fehlen etwas unerwartet Atticus Ross und Trent Reznor ("Gone Girl"), die für "The Social Network" seinerzeit sogar gewannen. Meiner Meinung nach hätte auch Steven Price für "Herz aus Stahl" eine Nominierung verdient gehabt, aber das war sowieso unwahrscheinlich. Leichter Favorit dürfte der Isländer Jóhannsson vor Desplat (mit "Grand Budapest Hotel") sein.

Filmsong:
- "Everything is Awesome" von Shawn Patterson, gesungen von Tegan and Sara, "The LEGO Movie"
- "Glory" von John Stephens und Lonnie Lynn, gesungen von John Legend und Common, "Martin Luther King – Der Marsch von Selma"
- "Grateful" von Diane Warren, gesungen von Rita Ora, "Beyond the Lights"
- "I'm Not Gonna Miss You" von Glen Campbell und Julian Raymond, gesungen von Glen Campbell, "Glen Campbell ... I'll Be Me"
- "Lost Stars" von Gregg Alexander und Danielle Brisebois, gesungen von Adam Levine und Keira Knightley (zwei unterschiedliche Versionen, die Nominierung bezieht sich wohl auf beide), "Can a Song Save Your Life?"

Mit "Lost Stars", "Glory" und "Everything is Awesome" sind die drei Favoriten dabei, unerwartet kommt die Nominierung vor allem für "Grateful". Dafür fehlt leider der "Hobbit 3"-Song "The Last Goodbye" von Billy Boyd ebenso wie die diversen "Muppets Most Wanted"-Lieder und die von Jennifer Lawrence vorgetragene Gänsehaut-Ballade "The Hanging Tree" aus "Die Tribute von Panem – Mockingjay, Teil 1" (die aus unverständlichen Gründen gar nicht gewählt werden durfte). Insgesamt dürfte "Lost Stars" leicht die Nase vorn haben.

Ton:
- John Reitz, Gregg Rudloff und Walt Martin, "American Sniper"
- Jon Taylor, Frank A. Montaño und Thomas Varga, "Birdman"
- Gary A. Rizzo, Gregg Landaker und Mark Weingarten, "Interstellar"
- Jon Taylor, Frank A. Montaño und David Lee, "Unbroken"
- Craig Mann, Ben Wilkins und Thomas Curley, "Whiplash"

Mit den beiden Musicals bzw. Musikfilmen "Get On Up" und vor allem "Into the Woods" haben es zwei Mitfavoriten nicht geschafft, ebenso erstaunt das Fehlen von "Godzilla", "Transformers 4" und "Der Hobbit 3" sowie des Kriegsfilms "Herz aus Stahl". Die größte Überraschung ist "Whiplash" (obwohl eine Art Musikfilm). Als Favoriten muß man nun wohl "American Sniper" und "Birdman" betrachten.

Tonschnitt:
- Alan Robert Murray und Bub Asman, "American Sniper"
- Martin Hernández und Aaron Glascock, "Birdman"
- Brent Burge und Jason Canovas, "Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere"
- Richard King, "Interstellar"
- Becky Sullivan und Andrew DeCristofaro, "Unbroken"

Erneut fehlen die Blockbuster-Produktionen "Godzilla" und "Transformers 4" und der Kriegsfilm "Herz aus Stahl". Dafür gibt es wenigstens doch eine Trost-Nominierung für "Der Hobbit 3". "American Sniper" und "Interstellar" dürften am besten im Rennen liegen.

Ausstattung:
- Adam Stockhausen und Anna Pinnock, "Grand Budapest Hotel"
- Maria Djurkovic und Tatiana Macdonald, "The Imitation Game"
- Nathan Crowley und Gary Fettis, "Interstellar"
- Dennis Gassner und Anna Pinnock, "Into the Woods"
- Suzie Davis und Charlotte Watts, "Mr. Turner"

Die erste Kategorie, in der "Birdman" etwas unerwartet fehlt. Eine Siegchance hätte er aber sowieso nicht gehabt, der Preis sollte an "Grand Budapest Hotel" oder vielleicht "Mr. Turner" gehen.

Schnitt:
- Joel Cox und Gary D. Roach, "American Sniper"
- Sandra Adair, "Boyhood"
- Barney Pilling, "Grand Budapest Hotel"
- William Goldenberg, "The Imitation Game"
- Tom Cross, "Whiplash"

Wiederum fehlt "Birdman", auch mit "Nightcrawler" war eigentlich zu rechnen. Die größte Überraschung ist hier "Grand Budapest Hotel", doch für den Sieg sollten primär "The Imitation Game" und "Boyhood" in Frage kommen.

Makeup und Hairstyling:
- Bill Corso und Dennis Liddiard, "Foxcatcher"
- Frances Hannon und Mark Coulier, "Grand Budapest Hotel"
- Elizabeth Yianni-Georgiou und David White, "Guardians of the Galaxy"

Durch die nur drei Nominierungen in dieser Kategorie war klar, daß einige würdige Anwärter fehlen würden. Bei fünf Nennungen wären vermutlich "Die Entdeckung der Unendlichkeit" und "Maleficent" berücksichtigt worden.

Dokumentarfilm:
- CitizenFour
- Finding Vivian Maier
- Last Days in Vietnam
- Das Salz der Erde
- Virunga

Eigentlich gab es zwei Topfavoriten – einer ist schon raus. "Life Itself" über den legendären Filmkritiker Roger Ebert hat es nicht in die Top 5 geschafft, damit sollte der Weg zum Sieg eigentlich frei sein für die gefeierte Snowden-Doku "CitizenFour". Mit "Das Salz der Erde"-Co-Regisseur Wim Wenders gibt es nach Komponist Hans Zimmer eine zweite "deutsche Nominierung".

Kurzdoku:
- Crisis Hotline: Veterans Press 1
- Joanna
- Our Curse
- The Reaper
- White Earth

Kurzfilm:
- Aya
- Boogaloo and Graham
- Butter Lamp
- Parvaneh
- The Phone Call

Animierter Kurzfilm:
- The Bigger Picture
- The Dam Keeper
- Feast
- Me and My Moulton
- A Single Life

Auflistung nach Anzahl der Nominierungen (Animationsfilme und nicht-englischsprachige Filme nur bei mehr als einer Nominierung aufgelistet):

Birdman (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit): 9
The Imitation Game: 8
American Sniper: 6
Foxcatcher: 5
Whiplash: 5
Into the Woods: 3
Unbroken: 3
Der große Trip – Wild: 2
Ida: 2
Inherent Vice – Natürliche Mängel: 2
Martin Luther King – Der Marsch von Selma: 2
Beyond the Lights: 1
Glen Campbell ... I'll Be Me: 1 
Maleficent – Die dunkle Fee: 1
Der Richter: 1
Still Alice: 1
Zwei Tage, eine Nacht: 1

Die Gewinner der Nominierungen:
An erster Stelle ist da wohl Clint Eastwoods "American Sniper" zu nennen, den beim Kinostart angesichts "nur" guter Kritiken nicht viele so prominent auf ihrer OSCAR-Rechnung hatten. Dafür sind sechs Nominierungen bemerkenswert. Auch "Whiplash" darf mit fünf Nominierungen sehr zufrieden sein. Gewinner sind natürlich ebenfalls "Grand Budapest Hotel", "Birdman", "Boyhood" und "The Imitation Game", aber daß die sehr gut abschneiden würden, war klar.

Die Verlierer:
Da gibt es so einige: Der hochgelobte "Martin Luther King – Der Marsch von Selma" wurde mit mickrigen zwei Nominierungen abgespeist (davon aber immerhin und kurioserweise eine in der Königskategorie "Bester Film"), David Finchers "Gone Girl" gar mit einer einzigen. Auch "Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere" bekam nur eine Nominierung ab und damit die wenigsten aller sechs Mittelerde-Filme von Peter Jackson. Für die größte (negative) Sensation sorgte zudem "The LEGO Movie", der als Siegfavorit bei den Animationsfilmen gar nicht erst nominiert wurde (dafür aber dank der Song-Kategorie dennoch nicht ganz ausgeschlossen ist).

Generelles Fazit:
Sehr offensichtlich ist, daß die Academy in diesem Jahr die kleineren Produktionen ("Birdman", "Whiplash", "Foxcatcher", "Boyhood", "Mr. Turner") überdurchschnittlich stark berücksichtigt hat, wohingegen die Publikumslieblinge (wie "Gone Girl", "Interstellar" oder "The LEGO Movie") großteils mit Mißachtung gestraft wurden. Persönlich erstaunt mich, daß mit "Grand Budapest Hotel" ausgerechnet einer der Filme von Wes Anderson, die ich am wenigsten liebe, bei der Academy hervorragend ankommt. Dennoch freut mich natürlich der große Erfolg eines meiner absoluten Lieblings-Filmemacher.

Quelle:

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen