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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Samstag, 20. Dezember 2014

Samstags-Update (51/2014)

Im deutsche Kinostartplan bis Ende Februar 2015 gibt es (bis auf eine Neu-Terminierung der französischen Komödie "Jacky im Königreich der Frauen" Anfang Februar) nur eine Änderung. Die ist dafür aber die spektakulärste und meistdiskutierte des Jahres: Die US-Komödie "The Interview", in der Co-Regisseur Seth Rogen und James Franco als Journalisten im Auftrag der CIA Nordkoreas Diktator Kim Jong-un ermorden sollen, wurde nach Drohungen mutmaßlich nordkoreanischer Hacker weltweit komplett gestrichen. Vor allem in den USA hat diese Entscheidung heftige Reaktionen in Politik, Presse und Filmbranche ausgelöst, da viele darin (zurecht) eine Kapitulation vor Terroristen sehen (denn die Hacker, die bereits vor Wochen in das interne Firmennetzwerk von Sony Pictures eindrungen waren und seitdem diverse noch nicht veröffentlichte Filme sowie für Sony peinliche Dokumente und E-Mails ins Internet gestellt haben, drohten zuletzt mit Anschlägen auf Kinos, die den Film zeigen). Nicht nur könnte Sonys Einknicken – das vermutlich eher der Angst vor weiteren Hacker-Attacken als einer konkreten Anschlagsgefahr geschuldet ist – einen gefährlichen Präzedenzfall setzen, es könnte sich auf die Risikobereitschaft und die künstlerische Freiheit in ganz Hollywood auswirken. Falls jetzt jemand meint, diese Schlußfolgerung klinge etwas übertrieben: Unmittelbar nach der Absage von "The Interview" hat ein anderes Filmstudio die geplante Produktion des schwarzhumorigen Thrillers "Pyongyang" mit Steve Carell gecancelt! Aber nicht nur die zweifellos wenigen Filme mit direkter Nordkorea-Thematik könnten von den Auswirkungen der Geschehnisse betroffen sein, sondern generell Filme, die sich (anders als der sowieso ziemlich mies rezensierte "The Interview") ernsthaft und anspruchsvoll mit heiklen politischen und gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen. Es wird also definitiv spannend zu beobachten sein, wie sich diese Affäre eventuell auch auf politischer Ebene noch entwickeln wird ...

Box Office-News:
In Deutschland verteidigt das actionreiche "Hobbit"-Finale überlegen die Chartspitze, derzeit sieht es laut InsideKino-Hochrechnung nach etwa 900.000 weiteren Besuchern aus. Weit dahinter rangelt die sich weiterhin stark haltende Kinderbuch-Verfilmung "Paddington" mit dem besten Neustart "Nachts im Museum 3" mit je etwa einer Viertelmillion Zuschauern um Platz 2. Für Ben Stiller und die lebendig werdenden Museumsexponate ist das ein ziemlich magerer Start, starteten die beiden Vorgänger 2006 und 2009 doch noch mit über 600.000 respektive über 500.000 Kinogängern. Die sehr lukrativen Weihnachts-Feiertage werden dennoch dafür sorgen, daß einer der letzten Leinwandauftritte des verstorbenen Robin Williams (und der letzte Film von Mickey Rooney) am Ende wohl recht deutlich die Million überschreiten wird (Teil 1: gut 3,1 Millionen, Teil 2: knapp 2,4 Millionen). Der zweite breite Neustart "Der kleine Drache Kokosnuß" wird mit bis zu 150.000 Besuchern auf Platz 5 oder 6 landen.
In den USA ist "Der Hobbit 3" erst an diesem Mittwoch angelaufen und erobert natürlich auch hier sofort die Spitzenposition. Rekordzahlen gibt es allerdings keineswegs, ein Wochenende womöglich nur knapp über $50 Mio. (ab Mittwoch: etwa $85 Mio.) ist relativ gesehen eher mittelmäßig. Dennoch profitiert Peter Jacksons Mittelerde-Abschied auch in den Vereinigten Staaten von den Feiertagen und könnte mit etwas Glück und guter Mundpropaganda am Ende vielleicht sogar knapp die $300 Mio.-Marke knacken ("Hobbit 1": $303 Mio., "Hobbit 2": $258,4 Mio.). Zwei weitere Neustarts folgen mit je rund $20 Mio. am Wochenende, was für "Nachts im Museum 3" eher enttäuschend ist, für die Musical-Adaption "Annie" hingegen ziemlich gut. Am Ende könnten beide über $100 Mio. kommen. In Deutschland startet "Annie" am 15. Januar 2015.

Quellen:

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