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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

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Montag, 8. Dezember 2014

Neues aus Hollywood (49/2014)

Heute wird diese kleine Rubrik ihrem Namen tatsächlich einmal voll gerecht, denn ich werde drei Großproduktionen vorstellen, von denen man zumindest zwei mit Fug und Recht als fast garantierte Blockbuster ansehen kann (bei der dritten sind Zweifel durchaus angebracht):

  • Das meiste zwar war bereits in den Wochen zuvor durchgesickert, doch letzten Donnerstag wurden in London offiziell Besetzung und Titel des nunmehr 24. James Bond-Abenteuers "SPECTRE" bekanntgegeben. Wie der Name schon verrät, wird die berüchtigte Verbrecherorganisation, die schon dem ersten Bond-Darsteller Sean Connery wiederholt das Leben schwer machte, ihre lange erwartete Rückkehr feiern. Entgegen der allgemeinen Vermutungen scheint ihr legendärer Anführer Ernst Stavro Blofeld (bisher u.a. von Donald Pleasance, Telly Savalas und Max von Sydow verkörpert) allerdings sein Comeback noch nicht zu feiern; nachdem erste Gerüchte die Runde machten, wonach der zweimalige OSCAR-Gewinner Christoph Waltz ("Django Unchained", "Inglourious Basterds") im neuen Film agieren werde, gingen viele Fans davon aus, daß er der neue Blofeld werden würde. Bei der offiziellen Präsentation wurde nun zwar Waltz' Mitwirken als Bösewicht bestätigt, jedoch hört seine Figur auf den eher wenig spektakulären Namen "Oberhauser". Dennoch sollte niemand überrascht sein, falls sich dieser Oberhauser am Ende doch als Blofeld herausstellt, schließlich wurde beim letzten Bond-Film "Skyfall" Naomie Harris im Vorfeld auch nicht als Miss Moneypenny angekündigt ... Aber bevor ich das Pferd von hinten aufzäume, zurück zum Wesentlichen: Das bewährte "Skyfall"-Team hinter der Kamera ist fast komplett zusammengeblieben, was bedeutet, daß Sam Mendes ("Zeiten des Aufruhrs") wiederum Regie führt, John Logan ("Gladiator", "Hugo Cabret") für das Drehbuch verantwortlich zeichnet (überarbeitet wurde es von den langjährigen Bond-Filmautoren Neil Purvis und Robert Wade) und Thomas Newman ("Road to Perdition", "Saving Mr. Banks") die Filmmusik beisteuert. Vor der Kamera kehren Bond-Darsteller Daniel Craig, Ralph Fiennes, Naomie Harris, Ben Whishaw (der neue "Q"), Rory Kinnear ("M"s Assistent Tanner) sowie etwas überraschend Jesper Christensen zurück. Daß der Däne seine (relativ kleine) Schurkenrolle des Mr. White aus Daniel Craigs Debüt in "Casino Royale" sowie "Ein Quantum Trost" fortführen darf, belegt zudem, daß man die bisherige Haupt-Antagonisten-Gruppe der Craig-Ära nicht einfach zugunsten von SPECTRE unter den Tisch fallen läßt. Ob Quantum einfach nur ein Vorläufer von SPECTRE ist oder so etwas wie eine Unterabteilung, wird sich sicherlich zeigen. Es ist jedenfalls schön zu sehen, daß man diesen nicht gerade unbedeutenden Handlungsstrang nicht einfach ignoriert. Waltz und Christensen sind aber nicht die einzigen, die Bond an den Kragen wollen, ein dritter Bösewicht mit Namen Mr. Hinx wird von dem Ex-Wrestler Dave Bautista ("Guardians of the Galaxy", "The Man with the Iron Fists") verkörpert werden. Und selbstverständlich dürfen auch die "Bond-Girls" nicht fehlen – wie üblich kann sich Bond in dieser Hinsicht nicht beschweren, denn in "SPECTRE" werden ihm Léa Seydoux ("Blau ist eine warme Farbe", "Grand Budapest Hotel") und Monica Bellucci ("Die Passion Christi") zur Seite stehen; naja, oder auch nicht, denn über die tatsächliche Handlung ist noch kaum etwas bekannt. Zu guter Letzt vervollständigt Andrew Scott (Moriarty in der TV-Serie "Sherlock") als MI6-Mitarbeiter Mr. Denbigh den Cast. Die Dreharbeiten beginnen genau heute und führen das Team nach Österreich, Marokko, Mexiko und natürlich London. Der (fast) weltweite Kinostart von "SPECTRE" ist der 6. November 2015.

  • Ein fast noch größeres Staraufgebot als "SPECTRE" kann eine neue Comic-Verfilmung vorweisen: "Suicide Squad". Auch hier war schon länger bekannt, daß das Hollywood-Studio Warner Bros. für die Hauptrollen mit einigen großen Namen verhandelt, und offensichtlich konnte das Konzept (und/oder der Gehaltsscheck) für die durchaus ungewöhnliche DC Comics-Adaption fast alle angesprochenen Stars überzeugen. Das war nicht selbstverständlich, denn hier stehen einmal nicht die bekannten Superhelden im Fokus, sondern diverse Superschurken, die sich für einen Auftrag zusammentun müssen. Auch in diesem Fall gibt es noch keine Details zur Handlung, doch in der Comicvorlage ist es wohl so, daß die Bösewichte für die "Guten" kämpfen, um als Gegenleistung geringere Gefängnisstrafen zu erhalten. Also eine Art "Das dreckige Dutzend" in der Superhelden-Comicwelt. Und die Besetzung läßt durchaus auf gute Unterhaltung hoffen: Will Smith ("I Am Legend") agiert als Scharfschütze Deadshot, Tom Hardy (der bereits DC Comics-Bösewicht-Erfahrung sammeln konnte als Batman-Gegenspieler Bane in "The Dark Knight Rises") als Elitesoldat und Suicide Squad-Anführer Rick Flag, Jared Leto ("Dallas Buyers Club") als Joker, Margot Robbie ("The Wolf of Wall Street") als dessen durchgeknallte Gespielin Harley Quinn, Jai Courtney ("Jack Reacher") als Captain Boomerang (in den Comics vor allem als Gegenspieler von "The Flash" bekannt) und das Topmodel Cara Delevingne ("Anna Karenina") als zaubermächtige Enchantress. Gerüchteweise soll auch Jesse Eisenberg ("The Social Network") in seiner Rolle als Lex Luther aus "Batman vs. Superman" (2016) auftauchen, das wurde allerdings noch nicht bestätigt. Für Regie und Drehbuch von "Suicide Squad" zeichnet David Ayer verantwortlich, der in den USA erst kürzlich mit dem Panzer-Kriegsfilm "Herz aus Stahl" erfolgreich war, der übrigens an Neujahr auch in die deutschen Kinos kommen wird. Die Dreharbeiten zu "Suicide Squad" sollen im April in Toronto beginnen, der US-Kinostart ist für den 5. August 2016 vorgesehen.

  • Während die Erfolgsaussichten von "SPECTRE" und "Suicide Squad" also immens sind, ist bei der Neuverfilmung von "Ben-Hur" eine gute Portion Skepsis erlaubt. Erstens, weil man Remakes oder eben Neuverfilmungen von großen Filmklassikern generell skeptisch sehen darf und sie sich im Nachhinein nur selten als gute Idee erweisen (man denke etwa an Gus van Sants "Psycho"-Remake oder in den letzten Jahren solche bestenfalls mittelmäßigen Werke wie "Total Recall" oder "Carrie"). Zweitens aber auch deshalb, weil der russische Regisseur Timur Bekmambetov bei Filmen wie "Night Watch", "Wanted" oder "Abraham Lincoln – Vampirjäger" zwar gestalterische Finesse gezeigt hat, diese allerdings stark zu Lasten der erzählten Geschichten und der handelnden Charaktere ging. Wenn dieser Mann also die Story des jüdischen Edelmannes Judah Ben-Hur, der infolge einer fiesen Intrige zum Galeerensklaven wird und später zum Anführer eines Aufstands gegen die Römer, erneut verfilmen möchte, dann löst das in mir kaum Euphorie aus. Zugegeben: Bereits William Wylers mit sage und schreibe elf OSCARS prämierte Kultversion von 1959 mit Charlton Heston in der Titelrolle war nicht die erste Verfilmung – denn bereits 1925 hat Fred Niblo eine ebenfalls positiv rezensierte Stummfilm-Version in die Kinos gebracht. Dennoch befürchte ich, daß Bekmambetovs "Ben-Hur" zwar sicherlich visuell, aber nicht unbedingt auch erzählerisch überzeugen wird. Doch immerhin macht die Wahl des Drehbuch-Autors Hoffnung, denn John Ridley hat zuletzt mit seinem OSCAR-prämierten Skript für Steve McQueens "12 Years a Slave" bewiesen, was er drauf hat. Hier ist er zwar nicht alleinverantwortlich, hat aber immerhin das ursprüngliche Skript von Keith R. Clark (Peter Weirs "The Way Back") überarbeitet, das sich ausdrücklich enger an die Romanvorlage von Lew Wallace halten soll als die früheren Adaptionen. Bei der Rollenverteilung setzt Bekmambetov anders als die beiden oben vorgestellten Projekte nicht auf viele bekannte Stars, sondern eher auf unverbrauchte Gesichter aus aller Herren Länder. Der bekannteste Darsteller ist noch Morgan Freeman ("Lucy"), der als Ildarin wieder einmal eine Mentorenrollen übernimmt und Ben-Hur das Wagenlenken beibringt. Als Judah Ben-Hur wird der Engländer Jack Huston ("American Hustle") zu sehen sein, seinen Gegenspieler Messala mimt Toby Kebbell ("Planet der Affen: Revolution"). Die iranisch-britische Schauspielerin Nazanin Boniadi (TV-Serie "Homeland", "Iron Man") agiert als Ben-Hurs "love interest" Esther, die Israeli Ayelet Zurer ("Man of Steel") als seine Mutter Naomi und Olivia Cooke (TV-Serie "Bates Motel") als seine Schwester Tirzah. Auf römischer Seite wird der Chilene Pedro Pascal (TV-Serie "Game of Thrones") als Statthalter Pontius Pilatus zu sehen sein, während der Holländer Marwan Kenzari ("Die letzten Tage der Emma Blank") den Offizier Druses gibt. Die Dreharbeiten für "Ben-Hur" sollen Anfang 2015 in Europa beginnen, der deutsche Kino-Starttermin ist der 10. März 2016.

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