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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Donnerstag, 4. Dezember 2014

KINOVORSCHAU WINTER/FRÜHLING 2015 (Teil 1)

Letztes Update vom 21. Februar: Ich habe meiner Vorschau die am Donnerstag startende und auf der Berlinale vorgestellte Literaturverfilmung "Als wir träumten" von Andreas Dresen hinzugefügt.

Mittlerweile mache ich meine Zwei-Monats-Vorschauen ja schon eine ganze Weile, da muß ich wohl nicht mehr viele Worte vorwegschicken. Also nur ganz kurz: Wie immer im Januar und Februar steht jede Menge anspruchsvolle OSCAR-Ware ins Haus, vor allem Arthouse-Freunde werden demnach auf ihre Kosten kommen. Die Auswahl der von mir kurz vorgestellten Filme ist nicht komplett (dafür empfehle ich den bis 2019 reichenden Startplan von InsideKino), sondern beschränkt sich auf die mir am interessantesten erscheinenden Produktionen, die auch mehr als nur einen Alibistart in zwei oder drei Kinos bundesweit erhalten werden. Terminänderungen aktualisiere ich immer samstags (und kommuniziere sie in meinen Samstags-Updates).

1. Januar:
Die anfänglichen Hoffnungen auf ein ganz großes Kriegsdrama von OSCAR-Kaliber konnte der Panzerfilm von Regisseur David Ayer ("End of Watch") zwar nicht erfüllen, dennoch fielen die Besprechungen für die actionreichen Abenteuer einer US-Panzercrew auf Geheimmission hinter feindlichen Linien in Deutschland Anfang 1945 positiv aus – und die Zuschauerreaktionen sogar noch besser. Dank Hauptdarsteller Brad Pitt ("Inglourious Basterds") sollten die Erfolgschancen auch in Europa so schlecht nicht stehen; in weiteren Rollen sind Shia LaBeouf ("Lawless"), Logan Lerman ("Vielleicht lieber morgen") und Jon Bernthal (TV-Serie "The Walking Dead") vertreten.

"Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach":
Die Bestseller-Verfilmung "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" hat sich in den deutschen Kinos nach langsamem Start mit am Ende fast 1,2 Millionen Zuschauern zu einem echten "Sleeper-Hit" entwickelt. Offenbar haben die Schweden generell ein Faible für etwas skurrile und vor allem ewig lange Buch- oder Filmtitel, denn auch "Eine Taube …" von Altmeister Roy Andersson ("Das jüngste Gewitter") stammt aus dem skandinavischen Staat – und könnte der nächste schwedische Langläufer in den deutschen Kunstkinos werden. Ohne Bestseller-Vorlage wird das natürlich schwieriger, aber die beinahe hymnischen Reaktionen der Fachpresse auf die Premiere beim Festival in Venedig (wo es den Hauptpreis gab, also den Goldenen Löwen) lassen zumindest hoffen, daß die von absurdem Humor á la Monty Python geprägte, eher anekdotenhaft strukturierte Geschichte zweier Scherzartikelverkäufer auf Reisen ihr Publikum finden könnte.

"Lilting":
Der aus Kambodscha stammende Filmemacher Hong Khaou hat in England ein gefühlvolles, von den Kritikern gelobtes Drama über eine trauernde Mutter geschaffen, die mit ihrem Sohn aus Kambodscha nach London emigriert ist, aber kein Englisch spricht. Eines Tages erhält sie Besuch vom Lebenspartner (Ben Whishaw, "Skyfall") ihres verstorbenen Sohnes, der ihr seine Homosexualität verheimlicht hatte. Obwohl die beiden nicht verbal kommunizieren können, entsteht durch die gemeinsame Trauer eine ungewöhnliche Beziehung zwischen den beiden, die ihnen Halt gibt.

8. Januar:
"96 Hours – Taken 3":
Zum dritten Mal läßt Liam Neeson ("The Grey") als Ex-Geheimagent Bryan Mills die Fetzen fliegen, um seine Familie zu beschützen. Wobei diesmal er selbst ins Visier gerät, als ihm ein Mord angehängt werden soll. Also muß er den wahren Killer finden … Regie führt wie beim zweiten Teil der Franzose Olivier Megaton, das Drehbuch stammt erneut von Luc Besson und Robert Mark Kamen, auch in der Besetzung ist dank der Mitwirkung von u.a. Maggie Grace und Famke Janssen die Kontinuität der Reihe gewahrt. Ein Neuzugang ist Forest Whitaker ("Der letzte König von Schottland") als Polizei-Inspektor.

"Let's Be Cops – Die Party-Bullen":
In den USA entwickelte sich die derbe Komödie von Luke Greenfield ("Fremd Fischen") trotz mieser Kritiken zu einem kleinen Überraschungserfolg. Die beiden Sitcom-Stars Jake Johnson und Damon Wayans Jr. (derzeit gehören beide zum Cast von "New Girl") spielen darin zwei befreundete, aber ziemlich erfolglose Schauspieler, die sich für eine Kostümparty als Polizisten verkleiden. Als sie auf den Straßen der Stadt feststellen, daß sie tatsächlich für Cops gehalten werden, beschließen sie, die Verkleidung länger aufrechtzuhalten und in der Gegend endlich für Ordnung zu sorgen ...

"St. Vincent":
Die Tragikomödie von Regisseur und Drehbuch-Autor Theodore Melfi, in der Comedy-Altmeister Bill Murray ("Moonrise Kingdom") und Publikumsliebling Melissa McCarthy ("Taffe Mädels") erstmals auf der Leinwand aufeinandertreffen, erhält in den amerikanischen Arthouse-Kinos viel Zuspruch. Murray spielt einen ebenso misanthropischen wie leichtlebigen Kriegsveteran und Ruheständler, der für den zwölfjährigen Sohn der neuen, alleinerziehenden Nachbarin (Melissa McCarthy) zu einem unkonventionellen Mentor wird, der ihn schon mal mit in den Stripclub nimmt (wo Naomi Watts aus "The Impossible" eine schwangere Stripperin spielt).

"The Best Of Me – Mein Weg zu Dir":
Ein romantisches Drama über zwei verliebte Teenager, die nach dem High School-Abschluß getrennte Wege gehen, ein Vierteljahrhundert später aber in ihrer kleinen Heimatstadt wieder zusammentreffen, als eine prägende Person ihrer Vergangenheit stirbt. Die älteren Versionen der Verliebten werden von Michelle Monaghan ("Mission: Impossible III") und James Marsden dargestellt, Regie führte Michael Hoffman ("Ein russischer Sommer"). Die Buchvorlage stammt von Romanzen-Experte Nicholas Sparks ("Wie ein einziger Tag", "Das Leuchten der Stille").

"Wild Tales – Jeder dreht mal durch!":
Der argentinische Beitrag zum Auslands-OSCAR 2015 gilt in dieser Kategorie als einer der Topfavoriten. Da es sich um einen Episodenfilm handelt, macht es nicht so viel Sinn, hier etwas über den Inhalt zu schreiben; aber es handelt sich um eine Mischung aus Thriller, Drama und Komödie, die sich mit den Frustrationen des Erwachsenen-Lebens auseinandersetzt und auf Festivals weltweit schon zahlreiche Preise abstauben konnte (und in Argentinien unglaubliche 21 Nominierungen für den nationalen Filmpreis erhalten hat!).

15. Januar:
Angelina Jolies (Spielfilm-)Regiedebüt, die Kriegsromanze "In the Land of Blood and Honey", ging 2011 trotz ordentlicher Kritiken und einer Golden Globe-Nominierung ziemlich unter. Für ihren zweiten Film als Regisseurin stehen die Vorzeichen deutlich besser: "Unbroken" erzählt nach einem Drehbuch, an dem die Gebrüder Coen ("Fargo", "Burn After Reading") beteiligt waren, die wahre Geschichte des im Juli verstorbenen amerikanischen Langstreckenläufers Louis Zamperini. Das bedeutet aber keineswegs, daß Jolie einen Sportfilm gedreht hat, denn Zamperini nahm zwar 1936 an den Olympischen Spielen in Berlin teil, kämpfte später aber als Soldat im Zweiten Weltkrieg, wo er in japanische Kriegsgefangenschaft geriet. Die Hauptrolle hat der junge Brite Jack O'Connell übernommen, der in seiner Heimat mit Rollen in der TV-Serie "Skins", dem harten Gefängnisfilm "Mauern der Gewalt" und dem Nordirland-Thriller "'71" für Furore sorgte und als kommender Weltstar gehandelt wird. Den ersten Schritt nach Hollywood ging er bereits mit einer Nebenrolle in "300 – Rise of an Empire", "Unbroken" könnte nun den endgültigen Durchbruch für ihn bedeuten.

"Der große Trip – Wild":
In den letzten Jahren verlief die Karriere von Reese Witherspoon recht steinig: Früher sehr erfolgreich mit Filmen wie "Eiskalte Engel", "Natürlich blond!", "Ernst sein ist alles" oder ihrer OSCAR-prämierten Rolle als June Carter in "Walk the Line", fiel sie in den letzten Jahren mehr durch mittelmäßige Werke ("Woher weißt du, daß es Liebe ist?", "Das gibt Ärger") und einige Fehltritte im "echten Leben" auf. Doch 2014 ist für sie ein grandioses Comeback-Jahr: In "Inherent Vice" (startet am 12. Februar) spielt sie für Regiegenie Paul Thomas Anderson an der Seite von Joaquin Phoenix, in dem Flüchtlings-Drama "The Good Lie" erhielt sie auch dafür viel Lob, daß sie als vermeintliche Hauptdarstellerin sich im Dienste der gesellschaftskritischen Geschichte angenehm zurücknimmt. Und für "Der große Trip – Wild", Jean-Marc Vallées ("Dallas Buyers Club") Verfilmung der Memoiren der Aussteigerin Cheryl Strayed, die mit einer 2000 Kilometer langen Solo-Wanderung entlang der amerikanischen Westküste auf die Suche nach sich selbst geht, hat sie sich dank einer intensiven, uneitlen Darstellung ihre zweite OSCAR-Nominierung erarbeitet.

"Annie":
Im englischsprachigen Raum ist das auf einem Comic von Harold Gray basierende Musical "Annie" sehr populär und wurde bereits 1982 von John Huston verfilmt. Auch wer mit Musicals überhaupt nichts am Hut hat, wird bestimmt den einen oder anderen Evergreen daraus kennen, etwa das eingängige "Tomorrow" oder – und wenn auch vielleicht nur aus der Hip Hop-Version von Jay-Z – "It's the hard-knock life". "Freunde mit gewissen Vorzügen"-Regisseur Will Gluck hat die Geschichte des armen Mädchens Annie, das aus dem Waisenhaus fliehen will, um seine Eltern zu suchen, von den 1930er Jahren in die Gegenwart verlegt. Quvenzhané Wallis ("Beasts of the Southern Wild") spielt die Titelrolle, Cameron Diaz ("Bad Teacher") zeigt als fiese Heimleiterin Miss Hannigan eine eher unbekannte Seite und Jamie Foxx ("Collateral") verkörpert den Unternehmer und Politiker Will Stacks, der Annie aus PR-Gründen adoptiert. Im Trailer sieht das Ergebnis durchaus vielversprechend aus.

"Amour Fou":
Das österreichische Drama von Filmemacherin Jessica Hausner ("Lourdes") erzählt von dem Bemühen des romantischen Dichters Heinrich (gemeint ist Heinrich von Kleist, gespielt von Christian Friedel aus "Das weiße Band"), eine Frau zu finden, die gemeinsam mit ihm in den Tod geht.

"Frau Müller muss weg!":
In der auf einem Theaterstück basierenden Komödie von Sönke Wortmann ("Das Wunder von Bern") versuchen überambitionierte Eltern von Grundschul-Kindern, deren streng benotende Klassenlehrerin Frau Müller (Gabriela Maria Schmeide, "Die Friseuse") loszuwerden, damit den Sprößlingen nicht der Gang aufs Gymnasium verweigert wird. Frau Müller weiß sich allerdings zu wehren, und so sind es schon bald die Eltern (gespielt von Hochkarätern des deutschen Kinos wie Justus von Dohnányi, Anke Engelke, Alwara Höfels, Milan Peschel, Ken Duken oder Mina Tander), die sich fragen (lassen) müssen, ob sie in der Erziehung versagt haben …

"Schändung":
"Erbarmen", die erste Verfilmung eines der düsteren Krimi-Bestseller von Jussi Adler-Olsen, war Anfang 2014 mit nur knapp über 200.000 Zuschauern kein wirklicher Hit in den deutschen Kinos. Vielleicht hat "Schändung", erneut mit Nikolaj Lie Kaas ("Adams Äpfel") in der Rolle des Polizei-Inspektors Carl Mørck, ja mehr Glück. Dieses Mal ermittelt er im Mordfall zweier 20 Jahre zuvor ermordet aufgefundener Geschwister.

"Doktor Proktors Pupspulver":
Man würde kaum erwarten, daß sich hinter diesem seltsamen Titel nicht nur ein erfolgreicher Film versteckt – sondern mit fast 400.000 heimischen Kinogängern gar eine der erfolgreichsten norwegischen Produktionen aller Zeiten. Weniger überraschend angesichts des Titels ist, daß es sich um die Adaption eines Kinderbuchs handelt. Genauer gesagt: des ersten Kinderbuchs des weltberühmten Krimi-Schriftstellers Jo Nesbø (Harry Hole-Reihe). Der titelgebende Doktor ist übrigens ein Erfinder, der lauter unnützes Zeugs erfindet. So wie das Pupspulver. Dann stellt sich allerdings heraus, daß das für die NASA interessant sein könnte, was dazu führt, daß zwei fiese und zwei nette Nachbarskinder um den Besitz des Pulvers ringen …

"The Gambler":
In Rupert Wyatts ("Planet der Affen: Prevolution") Thriller spielt Mark Wahlberg ("Date Night") einen spielsüchtigen Literaturprofessor, der sich durch immer größer werdenden Schulden bei Gangstern und Kredithaien angreifbar macht. Trotz der hochkarätigen Besetzung vor (neben Wahlberg agieren u.a. John Goodman und Jessica Lange) wie auch hinter der Kamera (das Drehbuch schrieb der für "Departed – Unter Feinden" OSCAR-gekrönte William Monahan) fallen erste Kritiken allerdings nur verhalten positiv aus.

22. Januar:
Der erste auf einem (ziemlich unbekannten) Marvel-Comic basierende 3D-Animationsfilm hat sich in den USA schnell zum erfolgreichsten Animationsfilm des Jahres gemausert. Auch die Kritiker zeigen sich begeistert von der humorvollen Geschichte des jungen Erfinders Hiro, der in der nicht allzu fernen Zukunft einen von seinem verstorbenen Bruder geschaffenen, etwas übergewichtigen Roboter namens Baymax findet. Und das gerade rechtzeitig, denn Schurken wollen die Stadt zerstören, und nur Hiro, Baymax und vier Freunde (der Originaltitel lautet "Big Hero 6") können sie noch retten …

"Mortdecai – Der Teilzeitgauner":
In der letzten Zeit hatte Johnny Depp nicht wirklich viel Glück mit seinen Kinofilmen ("Dark Shadows", "Lone Ranger", "Transcendence"). Ehe er 2016 mit "Alice im Wunderland 2" und ein Jahr darauf mit dem fünften "Fluch der Karibik"-Film mit sehr großer Wahrscheinlichkeit in die Erfolgsspur zurückfinden wird, macht auch "Mortdecai" einen vielversprechenden Eindruck. Regisseur David Koepp ("Premium Rush") hat einen Roman von Kyril Bonfiglioli verfilmt, in dem die von Depp verkörperte Titelfigur ein exzentrischer Kunsthändler ist, der auf der Suche nach einem gestohlenen Gemälde, das angeblich den Weg zu einem Haufen Nazi-Gold weisen soll, skurrile Abenteuer erlebt. Das klingt nach einer Paraderolle für Depp – und der Trailer bestätigt das fürs Erste.

In einem der großen OSCAR-Favoriten dieser Saison spielt Benedict "Sherlock" Cumberbatch den britischen Mathematiker Alan Turing, der im Zweiten Weltkrieg eine wichtige Rolle bei der Entschüsselung der deutsche Enigma-Codiermaschine spielte. Er war aber auch schwul, was ihm in der Nachkriegszeit erhebliche Repressalien bis hin zu einer Gefängnisstrafe einbrachte. Ein idealer Stoff also für großes Hollywood-Drama. Regie führte der Norweger Morten Tyldum ("Headhunters"), in der weiblichen Hauptrolle überzeugt Keira Knightley ("Anna Karenina"), die ebenso wie Cumberbatch eine OSCAR-Nominierung erhalten hat (insgesamt erhielt der Film hervorragende acht).

"3 Türken & ein Baby":
Im Grunde genommen sagt der Titel wohl schon fast alles darüber aus, was man von dieser deutschen Komödie wissen muß: Drei charakterlich sehr unterschiedliche und noch ziemlich unreife türkische Brüder jenseits der 30 (dargestellt von Kostja Ullmann, Kida Ramadan und dem Rapper Eko Fresh) müssen zumindest ein wenig erwachsen werden, als sie unverhofft auf das Baby der im Krankenhaus liegenden Ex-Freundin eines von ihnen aufpassen müssen. Bekanntlich nicht die allerneueste Filmidee, aber mit dem richtigen Comedy-Timing kann das immer noch funktionieren. Regie führte Sinan Akkus ("Evet, ich will!").

"Fräulein Julie":
Im reifen Alter von 75 Jahren feiert die norwegische Schauspiel-Legende und frühere Ingmar Bergman-Muse Liv Ullmann ("Szenen einer Ehe", "Die Stunde des Wolfs", "Zwei Leben") ihr englischsprachiges Regiedebüt mit dieser Verfilmung des gleichnamigen Theater-Klassikers von August Strindberg. Jessica Chastain ("Zero Dark Thirty") hat für die Verkörperung der Titelfigur – einer Adligen, die Ende des 19. Jahrhunderts eine Affäre mit einem Diener (Colin Farrell, "Saving Mr. Banks") eingeht – viel Lob erfahren; insgesamt wird der Film jedoch als zu altbacken kritisiert.

"Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel":
In dem teeniegerechten Low Budget-Horrorfilm wollen einige Jugendliche mithilfe eines Ouija-Bretts mit einer Verstorbenen kommunizieren. In der Realität würde das ziemlich langweilig enden, da es sich aber um einen Kinofilm handelt, braucht man nicht viel Phantasie, um sich in etwa vorzustellen, was passiert. Trotz mieser Kritiken war "Ouija" in den USA (wohl vor allem dank seines Starttermins kurz vor Halloween) einer der ganz wenigen kommerziell erfolgreichen Horrorfilme des Jahres 2014. Regie führte erstmals der bisherige Special Effects-Experte (er assistierte jahrelang dem legendären Stan Winston bei Filmen wie "Galaxy Quest", "Interview mit einem Vampir" oder "Jurassic Park III") und Drehbuch-Autor ("Boogeyman", "Know1ng") Stiles White.

29. Januar:
"Birdman" ist die erste (rabenschwarze) Komödie des mexikanischen Regisseurs Alejandro González Iñárritu ("Babel", "Amores Perros") und wurde von den Kritikern mit Lob überschüttet. Ex-Batman Michael Keaton spielt darin selbstironisch den alternden Ex-Superhelden-Darsteller Riggan, der mit einem Theaterstück am Broadway ein Comeback versucht. "Birdman" ist mit neun Nominierungen einer der Topfavoriten bei der OSCAR-Verleihung, wobei auf Darstellerseite neben Keaton auch Edward Norton ("Grand Budapest Hotel") und Emma Stone ("Einfach zu haben") nominiert wurden.

"John Wick":
Spätestens nach dem Flop mit "47 Ronin" haben viele geglaubt, daß Ex-Superstar Keanu Reeves ("Matrix"-Trilogie) den Weg von Kollegen wie Nicolas Cage oder John Cusack gehen und in Zukunft vorwiegend in billigen Direct-to-DVD-Produktionen auftreten würde. Doch ein Keanu Reeves läßt sich nicht so schnell unterkriegen – und hat als Hauptdarsteller des günstig produzierten Action-Thrillers "John Wick" Kritiker und Publikum sehr positiv überrascht. Zwar ist das Regiedebüt des erfahrenen Stuntmans und Stunt-Koordinators Chad Stahelski ("The Expendables"-Reihe, "Die Tribute von Panem"-Reihe, "Matrix"-Trilogie) nicht gerade ein globaler Smash-Hit, die Produktionskosten von rund $20 Mio. konnte die Geschichte eines früheren Auftragskillers, den seine Vergangenheit einholt, an den Kinokassen aber bereits um das Dreifache übertreffen. Erzählerische Raffinessen sind von der generischen Story eher weniger zu erwarten, dafür aber Hochspannung, Tempo und stilbewußt inszenierte Action-Sequenzen.

"Fünf Freunde 4":
Regisseur Mike Marzuk und sein Team behalten ihr hohes Arbeitstempo bei und präsentieren bereits das vierte Abenteuer von Enid Blytons Jugendbuch-Helden George, Anne, Julian, Dick und Hund Timmy innerhalb von vier Jahren. Dieses Mal verschlägt es sie nach Ägypten, wo sie die Unschuld des des Antiquitäten-Diebstahls beschuldigten Vaters von Anne, Julian und Dick beweisen müssen.

"Black Sea":
U-Boot-Filme sind (außer in den 1950er Jahren, wo sie offensichtlich ziemlich "in" waren) nicht allzu zahlreich, dafür aber erstaunlich oft richtig gut. "Duell im Atlantik" (1957), "U 23 – Tödliche Tiefen" (1958), "Unternehmen Petticoat" (1959), "Das letzte Ufer" (1959), "Das Boot" (1981), "Jagd nach Roter Oktober" (1990), "Crimson Tide" (1995), "Below" (2002), "Die Tiefseetaucher" (2004) – alles sehenswerte Produktionen. Die Chancen, daß sich der britische "Black Sea" in diese Liste einreihen kann, stehen nicht so schlecht, denn Regisseur Kevin Macdonald ("Der letzte König von Schottland") steht durchaus für Qualität. Und Jude Law ("Sherlock Holmes") als U-Boot-Kapitän einer britisch-russischen Crew auf der Suche nach einem versunkenen Nazi-Schatz klingt ebenfalls vielversprechend.

"Da muß Mann durch":
In der sehr klassisch klingenden romantischen Komödie von Marc Rothemund ("Sophie Scholl – Die letzten Tage") spielen Julia Jentsch ("Hannah Arendt") und Wotan Wilke Möhring ("Das Experiment") Liebende in spe, die sich für ihre Beziehung u.a. gegen Familienvorbehalte und Liebesrivalen durchsetzen müssen. Die Fortsetzung von "Mann tut was Mann kann", der 2012 immerhin gut 750.000 Zuschauer erreichte.

5. Februar:
Die Geschwister Andy und Lana Wachowski bleiben ihrem erklärten Faible für phantastische futuristische Geschichten treu – auch wenn das nach der "Matrix"-Trilogie v.a. kommerziell nie mehr so richtig erfolgreich war ("Speed Racer", "Cloud Atlas"). Entsprechend erwarten viele Branchenbeobachter auch von "Jupiter Ascending" einen Flop, zumal die Story über eine in ärmlichen Verhältnissen lebende junge Putzfrau (Mila Kunis, "Black Swan"), die ins Visier eines interstellaren Kopfgeldjägers (Channing Tatum, "G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra") gerät, weil ihre DNA identisch zu der der Königin des Universums ist, nicht allzu massentauglich klingt. Dafür aber einigermaßen originell, und darüber kann man sich als Zuschauer im heutigen fortsetzungs- und remakedominierten Blockbusterkino-Umfeld ja kaum ernsthaft beschweren …

"blackhat":
In den letzten Jahren ist es recht ruhig gewesen um den Meister-Regisseur Michael Mann, der Kinofans solche Geniestreiche wie "Der letzte Mohikaner", "Heat", "Collateral" oder "Insider" beschert hat. Nun meldet er sich zurück mit dem Cyber-Thriller "blackhat", in dem Chris "Thor" Hemsworth einen brillanten Hacker spielt, der aus dem Gefängnis entlassen wird, damit er hilft, raffinierte Cyber-Attacken gegen diverse Regierungen und Geheimdienste weltweit aufzuklären. Daraus ergibt sich eine Hetzjagd rund um den Globus

"Foxcatcher":
Bennett Miller ("Capote") erzählt die wahre Geschichte des alternden Ringers Mark Schultz (Channing Tatum), der 1984 in Los Angeles die olympische Goldmedaille gewann und nun für den millionenschweren Sportfan John du Pont (Steve Carell, "Ganz weit hinten") als Trainer ein erfolgreiches Team für Olympia 1988 in Seoul zusammenstellen soll. Auf du Ponts Farm, wo das Training stattfindet, entwickeln sich enge Bindungen, schließlich holt Schultz auch seinen Bruder Dave (Mark Ruffalo, "Die Unfaßbaren") ins Trainerteam. Doch je näher die Olympischen Spiele rücken, desto größer wird der Druck auf alle Beteiligten – und schließlich nimmt ein wahres Drama seinen Lauf. Bereits seit der gefeierten Premiere in Cannes im Mai 2014 wird "Foxcatcher" mit Lob geradezu überschüttet, wobei neben dem Drehbuch und der einfühlsamen Inszenierung vor allem die darstellerischen Leistungen der drei Hauptdarsteller gelobt werden. Carell und Ruffalo wurden dafür mit OSCAR-Nominierungen belohnt, alles in allem gab es für "Foxcatcher" fünf.

"The Interview":
Kann ein Film einen Krieg auslösen? Wenn man dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un Glauben schenkt, dann ja – bereits nach Veröffentlichung des Trailers ließ dieser nämlich die Komödie "The Interview" als kriegerischen Akt brandmarken. Zugegeben, man kann seine Verärgerung ein Stück weit nachvollziehen … immerhin spielen die Spaßmacher Seth Rogen ("Bad Neighbors") und James Franco in dem von Rogen und seinem "Das ist das Ende"-Partner Evan Goldberg geschriebenen und inszenierten Film zwei TV-Journalisten aus den USA, die ein rares Interview mit Kim ergattern können – kurz vor ihrer Abreise aber von der CIA rekrutiert werden, um den ungeliebten Diktator zu ermorden! Kurioserweise erging es Kims verstorbenem Vater Kim Jong Il übrigens schon einmal ähnlich, denn vor zehn Jahren machten ihn die "South Park"-Macher Trey Parker und Matt Stone für ihren anarchischen Puppenfilm "Team America: World Police" zum (am Ende toten) Oberbösewicht. Aus der damaligen Zeit sind allerdings keinerlei Hackerattacken, Kriegs- oder Terrordrohungen oder sonstige Reaktionen überliefert ...

"300 Worte Deutsch":
Christoph Maria Herbst ("Stromberg") spielt in Züli Aladags ("Die Fremde") Integrationskomödie wieder einmal das, was er wohl einfach am besten kann: ein richtig fieses Ekel. In diesem Fall den Ausländeramtsleiter Ludwig Sarheimer, der dummerweise eine sehr ausländerfeindliche Einstellung hat. Tja, wie sagt man so schön: Augen auf bei der Berufswahl! Hier trifft Sarheimer allerdings auf einen ebenbürtigen Gegner in Person der Germanistik-Professorin Lale Demirkan (Pegah Ferydoni, "Keinohrhasen"); deren Vater betreibt nämlich eine Art Heiratsvermittlung für traditionsbewußte Türken. Was im Klartext heißt, daß er "Importbräute" aus der Türkei nach Deutschland holt. Da die kein Deutsch sprechen, droht ihnen aber die Abschiebung, wenn sie nicht in einem Test nachweisen können, daß sie 300 Worte Deutsch beherrschen. Da kommt Lale ins Spiel ... 
 
12. Februar:
In der Vergangenheit haben die Filme von Paul Thomas Anderson häufig eine sehr gute Rolle bei Preisverleihungen gespielt ("There Will Be Blood", "Magnolia", "Boogie Nights", "The Master"); bei "Inherent Vice" war das von Anfang an weniger zu erwarten. Nicht etwa, weil die Verfilmung eines Kriminalromans des berühmten US-Schriftstellers Thomas Pynchon bei der Kritik durchgefallen wäre. Nein, viele Rezensionen sind durchaus positiv ausgefallen – doch dürften der wilde, komödiantische Inszenierungsstil und die skurrilen Figuren der komplizierten Story kaum den Geschmack konservativer Film-Juroren treffen (immerhin erhielt Andersons Drehbuch eine OSCAR-Nominierung). Das "normale" Kino-Publikum hingegen könnte sich bei den starbesetzten (Josh Brolin, Reese Witherspoon, Owen Wilson, Benicio Del Toro), in den 1970er Jahren spielenden Abenteuern eines kiffenden Privatdetektivs (Joaquin Phoenix, "Walk the Line") sehr gut amüsieren.

"Fifty Shades of Grey":
Es braucht schon Chuzpe, den Kinostart der berühmtesten und vermutlich auch erfolgreichsten SM-Buchreihe aller Zeiten (wenn der Marquis de Sade das wüßte …) ausgerechnet auf das Valentinstags-Wochenende zu legen; denn als klassisches Pärchen-Kino qualifiziert sich das sexuelle Erwachen der attraktiven Literatur-Studentin Anastasia Steele (Dakota Johnson, "21 Jump Street") mithilfe des ebenso charismatischen wie gutaussehenden Milliardärs Christian Grey (Jamie Dornan, "Marie Antoinette", TV-Serie "Once Upon a Time") sicher nicht. Doch angesichts weltweiter Verkaufszahlen der Buchvorlagen in zweistelliger Millionenhöhe sowie Rekord-Abrufzahlen der ersten Kino-Trailer dürfte das vorwiegend weibliche Publikum trotzdem in Scharen in die Kinosäle strömen.

"Manolo und das Buch des Leben" (3D):
In dem auf mexikanischer Folklore basierenden und stilistisch merklich von Co-Produzent Guillermo del Toro ("Pacific Rim") geprägten Animationsfilm kämpfen zwei beste Freunde am "Tag der Toten" um das Herz der schönen Maria. Die Story kommt bei den meisten Kritikern eher mittelmäßig an, dafür werden der originelle Animationsstil und die liebenswert-schrulligen Charaktere sehr gelobt.

"Wild Card":
"The Expendables 2"-Regisseur Simon West tut sich einmal mehr mit Actionstar Jason Statham zusammen, mit dem er auch schon "The Mechanic" gedreht hat. In "Wild Card" spielt Statham den ehemaligen Söldner und Spielsüchtigen Nick, der sich inzwischen als Bodyguard verdingt. Als seine Ex-Freundin in Konflikt mit einer brutalen Gangsterbande gerät, muß Nick noch einmal auf all seine Fähigkeiten zurückgreifen. Das klingt, wenn man ehrlich ist, nicht viel anders als alle anderen Actionfilme mit Jason Statham. Ein möglicherweise entscheidender Unterschied ist allerdings, daß die inzwischen 84-jährige Drehbuch-Legende William Goldman ("Die Braut des Prinzen", "Die Unbestechlichen", "Misery", "Butch Cassidy und Sundance Kid"; von ihm stammt auch der vielfach zitierte Ausspruch "Nobody knows anything" über das Filmgeschäft an sich) die Buchvorlage – die bereits 1986 unter dem Titel "Heat – Nick, der Killer" verfilmt wurde, wenngleich ziemlich erfolglos – geschrieben hat und ebenfalls für die Drehbuch-Adaption verantwortlich zeichnet. Hoffentlich beweist uns Mr. Goldman noch einmal, daß er es immer noch drauf hat.

"Ella und der Superstar":
Die Fortsetzung des finnischen Kinderfilms "Ella und das große Rennen", das in Deutschland an Weihnachten 2013 in die Kinos kam (aber kaum Zuschauer fand). Kuriosium am Rande: Der neue Regisseur Marko Mäkilaakso hat zuvor Filme mit so wohlklingenden Titeln wie "War of the Dead – Band of Zombies" und "Deadly Descent" (deutscher Titel: "Yeti") gedreht. Das nennt man wohl eine thematische 180°-Kehrtwendung für den Mann …

19. Februar:
Erfolgreiche Bühnen-Musicals hat Hollywood schon immer gerne verfilmt. Zuletzt traf es 2012 "Les Misérables", dieses Jahr ist also "Into the Woods" an der Reihe. Der musicalerfahrene Regisseur Rob Marshall (seine "Chicago"-Adaption gewann 2003 sechs OSCARs) hat sich des Musicals von Stephen Sondheim ("Sweeney Todd") angenommen, das diverse Volksmärchen lust- und phantasievoll durch die Mangel nimmt. So ist Meryl Streep ("Glaubensfrage") als böse Hexe zu sehen (was ihr die 19. OSCAR-Nominierung ihrer langen Karriere eingebracht hat), Anna Kendrick ("50/50") als Cinderella und Johnny Depp als böser Wolf. Auch Rotkäppchen, Rapunzel und Jack (der mit der Bohnenstange) sind mit von der Partie.

"Traumfrauen":
In der Komödie von Anika Decker (Co-Autorin von Til Schweigers "Keinohrhasen") geht es um diverse Frauen mit Männerproblemen – die hochkarätige Besetzung mit Hannah Herzsprung ("Die geliebten Schwestern"), Iris Berben ("Miss Sixty") und dem "Fack ju Göhte"-Duo Elyas M'Barek und Karoline Herfurth läßt auf eineinhalb Stunden unbeschwerter Unterhaltung ohne nennenswerten Tiefgang hoffen.

"Die Frau in Schwarz 2 – Engel des Todes":
"Die Frau in Schwarz" mit Daniel Radcliffe war im Jahr 2012 einer meiner Lieblingsfilme, ein unspektakulärer, aber sehr stimmungsvoller und im besten Sinne altmodischer Gruselfilm aus den wiederbelebten britischen Hammer-Studios. Die Fortsetzung erzählt die Geschichte des titelgebenden rachsüchtigen Geistes weiter, hat ansonsten aber nicht mehr allzu viel mit dem ersten Teil zu tun. Der Regisseur ist neu (Tom Harper ersetzt James Watkins), der Autor ist neu (Tom Croker statt James Goldman), die Besetzung ebenfalls. Nun agieren u.a. Helen McCrory (Narcissa Malfoy in den "Harry Potter"-Filmen) und Jeremy Irvine ("Gefährten"), die während des Zweiten Weltkrieges mit dem im Sumpf gelegenen Heim der Frau in Schwarz in Berührung kommen. Denn dieses wird nun (unklugerweise) als eine Art Auffangstation für von ihren Eltern vor den deutschen Bomber-Angriffen in Sicherheit geschickte Kinder genutzt.

Regisseurin Ava DuVernay ("Middle of Nowhere") schildert, wie Martin Luther King und andere afroamerikanische Bürgerrechtsaktivisten gegen starke Widerstände 1965 drei vielbeachtete Bürgermärsche für die Wahlrechte der Schwarzen organisieren, die in der Kleinstadt Selma ihren Ausgangspunkt nehmen und nach Montgomery führen (wo Rosa Parks ihren berühmten Protest gegen die Sitzplatztrennung nach Rassen in Bussen abhielt). Trotz herausragender Kritiken gab es für "Selma" nur zwei OSCAR-Nominierungen (darunter immerhin die prestigeträchtige für den "Besten Film"), was wieder einmal heftige Diskussionen über die Bevorzugung "weißer" Filme auslöstezumal auch Titeldarsteller David Oyelowo ("Der Butler") unerwartet leer ausging.

"Whiplash":
Filmemacher Damien Chazelle ("Grand Piano") hat mit "Whiplash" eine atmosphärisch dichte und herausragend gut gespielte Mentorengeschichte zwischen einem jungen Schlagzeuger (Miles Teller, "Divergent") und seinem strengen Lehrer (J.K. Simmons, "Juno") geschaffen. Bei der Premiere in Sundance wurde "Whiplash" gefeiert, die aktuelle IMDB-Bewertung von 8,7 von 10 Punkten bei über 32.000 abgegebenen Stimmen dürfte zudem für sich sprechen, ebenso wie fünf OSCAR-Nominierungen.

"SpongeBob Schwammkopf 3D":
In seinem zweiten Kinoabenteuer (nach dem 2004 erschienenen "SpongeBob Schwammkopf-Film") erleben SpongeBob und seine Freunde neue, kindgerechte Abenteuer. Dabei verschlägt es sie zeitweise in unsere Dimension, wo sie auf einen bösen Piraten (Antonio Banderas, "The Expendables 3") treffen – was nichts anderes bedeutet, als daß es sich hierbei um einen Mix aus Animations- und Realfilm handelt.

"Altman":
Dokumentar-Filmer Ron Mann hat ein Porträt des legendären "New Hollywood"-Regisseurs Robert Altman gedreht, der bis zu seinem Tod im Jahr 2006 Meisterwerke wie "M.A.S.H.", "McCabe & Mrs. Miller", "Short Cuts" oder "Gosford Park" drehte. Zu Wort kommen viele Weggefährten Altmans, darunter Robin Williams, Julianne Moore und Bruce Willis.

"Jacky im Königreich der Frauen":
In der französischen Satire von Multitalent Riad Sattouf (Comiczeichner, Musiker, Regisseur der Coming of Age-Komödie "Jungs bleiben Jungs") geht es um eine fiktive Militärdiktatur, die genauso aussieht wie jene, die wir aus der Realität kennen. Mit einem winzigen Unterschied: Hier sind die Frauen an der Macht und die Männer werden ganz erheblich diskriminiert – Verschleierungszwang inklusive! Ein provokantes, aber auch sehr interessantes Thema, je nachdem, ob es als eine scharfzüngige Satire oder doch eher als plumpe Holzhammer-Komik umgesetzt ist. Immerhin: Die Mitwirkung von Charlotte Gainsbourg ("Melancholia") läßt auf Ersteres hoffen, in einer weiteren Rolle ist auch "The Artist"-Regisseur Michel Hazanavicious mit von der Partie. In Frankreich erreichte der Film aber nicht einmal die Top 10 der Kinocharts.

26. Februar:
"Asterix im Land der Götter" (3D):
Nach diversen Realfilmen gibt es endlich mal wieder einen "Asterix & Obelix"-Animationsfilm. Allerdings leider nicht mehr eine der guten alten Zeichentrick-Produktionen, sondern einen am Computer geschaffenen 3D-Animationsfilm. Das Resultat finde ich nur bedingt attraktiv, aber die heutigen Kinder kennen es ja nicht mehr anders, die dürfte es also kaum stören. In Frankreich ist "Asterix im Land der Götter" – in dem Julius Cäsar die renitenten Gallier überlisten will, indem er ihr Dorf durch eine "Land der Götter" genannte Luxussiedlung "umzingeln" und somit zwangseingemeinden will – jedenfalls bereits erfolgreich gestartet.

Clint Eastwood bringt auch im Alter von über 80 Jahren zuverlässig Jahr für Jahr neue Filme in die Kinos – wenn auch mittlerweile meist "nur" noch als Regisseur. Nachdem seine letzten Regiearbeiten ("Invictus", "Hereafter", "J. Edgar", "Back in the Game", "Jersey Boys") eher verhalten aufgenommen wurden, scheint er mit "Der Scharfschütze" zumindest ansatzweise wieder zu seiner alten "Erbarmungslos"-, "Mystic River"-, "Million Dollar Baby"-, "Letters from Iwo Jima"- oder "Der fremde Sohn"-Form aufzulaufen. Jedenfalls fallen frühe Kritiken zu seiner Verfilmung der Lebensgeschichte des US-Scharfschützen Chris Kyle – der mit mindestens 160 "Abschüssen" im Irak als der "erfolgreichste" Scharfschütze in der Geschichte der US-Armee gilt – ziemlich positiv aus, zudem gab es starke sechs OSCAR-Nominierungen; darunter eine für Titeldarsteller Bradley Cooper ("American Hustle").

"bestefreunde":
Eine deutsche Komödie, in der einige Mittdreißiger lernen müssen, so ganz langsam doch mal erwachsen zu werden. Hauptdarstellerin ist Katharina Wackernagel ("Das Wunder von Bern"), Regie führen Jonas Grosch ("Die letzte Lüge") und Carlos Val.

"Heute bin ich Samba":
Im neuen Film der "Ziemlich beste Freunde"-Macher Éric Toledano und Olivier Nakache spielt erneut Omar Sy die Hauptrolle. Wiederum verkörpert er einen Einwanderer in Frankreich, den aus dem Senegal stammenden Samba. Dieser lebt bereits seit zehn Jahren im Land, allerdings illegal. Als er die Chance auf eine Anstellung als Koch erhält, will er endlich legal "einreisen" – stattdessen landet er prompt in der Abschiebehaft, wo er der ehrenamtlichen Betreuerin Alice (Charlotte Gainsbourg, "Nymphomaniac") begegnet. In Frankreich ist "Samba" mit bereits über drei Millionen Zuschauern sehr erfolgreich, ohne jedoch an die Sensationszahlen von "Ziemlich beste Freunde" (über 19 Millionen Besucher) heranzureichen. Das dürfte auch den relativ mittelmäßigen Kritiken der sozialkritischen Tragikomödie geschuldet sein.

"Als wir träumten":
Andreas Dresens ("Sommer vorm Balkon") Verfilmung eines Romans von Clemens Mayer spielt kurz nach der Wiedervereinigung in Leipzig und schildert das Leben einiger Halbstarker, die sich mit Diebstählen, Techno-Partys, Drogen und Alkohol die Zeit vertreiben, aber eigentlich nach einem Sinn für ihr Leben suchen. "Als wir träumten" lief im Wettbewerb der Berlinale, wo er zwar für seinen visuellen Stil gelobt wurde, insgesamt aber eher mittelmäßig ankam.

Damit ist meine Vorschau auf Januar und Februar 2015 am Ende angelangt. Den Monaten März und April widme ich mich in Teil 2 meiner Winter/Frühlings-Vorschau.


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