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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Dienstag, 19. August 2014

Neues aus Hollywood (33/2014)

Drei interessante Meldungen:

  • Ariel Vromen ist ein israelischer Regisseur, der vor zwei Jahren mit seinem düsteren Independent-Thriller "The Iceman" mit dem großartigen Michael Shannon ("Zeiten des Aufruhrs") in der Hauptrolle einen Achtungserfolg feiern konnte. Und wie das nunmal so läuft in Hollywood: Hat man als Regisseur erst einmal das Interesse der finanzstarken Produzenten geweckt, dann darf man sich an immer größeren Projekten versuchen. Zumindest, solange man die erwarteten Ergebnisse bringt. Daß Vromens nächster Film "Criminal" ein deutlich größeres Projekt wird als "The Iceman", kann man bereits gut an der Besetzungsliste ablesen. Die umfaßt nämlich immerhin Namen wie Kevin Costner ("Open Range"), Gary Oldman ("Planet der Affen: Revolution"), Ryan Reynolds ("Green Lantern"), Tommy Lee Jones ("No Country for Old Men"), Alice Eve ("Star Trek Into Darkness"), Michael Pitt ("7 Psychos"), Jordi Mollá ("Riddick") und die neue "Wonder Woman" (in Zack Snyders "Batman vs. Superman: Dawn of Justice") Gal Gadot – übrigens eine Landsfrau Vromens. Das Drehbuch des Duos Douglas Cook und David Weisberg ("The Rock", "Doppelmord") handelt von einem gefährlichen Kriminellen (Kevin Costner), dem Gedächtnis und Fähigkeiten eines verstorbenen CIA-Agenten eingepflanzt werden, damit er eine teuflische Verschwörung vereiteln kann. Viel mehr als diese Prämisse ist über die Handlung oder auch die Figuren noch nicht bekannt, aber bei dieser Besetzung sollte ein solider Verschwörungs-Thriller das absolute Minimum sein. Die Drehplanungen sind noch nicht bekannt, aber da so viele Darsteller bereits an Bord sind, sollte es eigentlich bald losgehen. Damit wäre ein Kinostart in der zweiten Jahreshälfte 2015 wahrscheinlich.

  • Der Amerikaner Dean Devlin ist vor allem als langjähriger Geschäftspartner des deutschen Hollywood-Exports Roland Emmerich bekannt. Vor allem zu Beginn von Emmerichs erfolgreicher US-Karriere war Devlin an fast allen Produktionen als Produzent, oft auch als Co-Drehbuch-Autor ("Stargate", "Godzilla", "Independence Day") maßgeblich beteiligt. Nach der Jahrtausendwende ging Devlin zunehmend seinen eigenen Weg und machte sich u.a. als Produzent und Regisseur bei der TV-Serie "Leverage" einen Namen. Ehe er sich voraussichtlich ab 2015 für die langerwartete "Independence Day"-Fortsetzung wieder mit Emmerich zusammentut, will Devlin nun noch schnell sein Kinodebüt als Regisseur abliefern: "Geostorm" soll ein Science Fiction-Abenteuer werden, in dem Actionstar Gerard Butler ("Olympus Has Fallen") in der nahen Zukunft als eigenwilliger Satelliten-Designer die Welt vor einem verheerenden, vom kollektiven Versagen der dann die Erde umkreisenden, klimasteuernden Satelliten ausgelösten Megasturm bewahren soll. Das klingt also thematisch ganz so, als hätte auch Emmerich sich den Film vornehmen können ... Bislang ist Butler der einzige offiziell bestätigte Darsteller, doch bei weiteren sollen die Verhandlungen kurz vor dem Abschluß stehen. Wenn alles glatt geht, wird Jim Sturgess ("Cloud Atlas") Butlers Bruder spielen, zu dem er kein ganz einfaches Verhältnis hat, mit dem er aber zur Weltrettung unbedingt zusammenarbeiten muß. Während Butler sich ins All aufmacht, muß Sturgess sich auf der Erde auch noch mit einem geplanten Präsidenten-Mord herumschlagen. Diesen Präsidenten soll Andy Garcia ("Der Pate, Teil III", "Ocean's Eleven") verkörpern, den Außenminister Ed Harris ("Sweetwater"). Eine weitere Rolle ist für Abbie Cornish ("Sucker Punch") vorgesehen, die Sturgess' Freundin, eine Secret Service-Agentin, spielen soll. Dean Devlin hat übrigens auch das ursprüngliche Drehbuch verfaßt, das zwischenzeitlich von dem Ehepaar Kieran und Michele Mulroney ("Sherlock Holmes – Spiel im Schatten") überarbeitet wurde. Die Dreharbeiten sollen im Oktober in New Orleans beginnen, der US-Kinostart ist für März 2016 vorgesehen.

  • Eines der wohl kuriosesten Filmprojekte aller Zeiten – dessen bloße Existenz bei Menschen, die noch nicht wissen, daß das KEIN Scherz ist, nur ungläubiges Kopfschütteln auslöst – ist ohne Frage "Pride and Prejudice and Zombies". Dabei ist das gar nicht in erster Linie die Schuld Hollywoods, denn ursprünglich handelt es sich dabei um einen parodistischen Roman von Seth Grahame-Smith (von dem auch die Vorlage zum Film "Abraham Lincoln: Vampirjäger" stammt), in dem er darüber sinniert, wie wohl Jane Austens vielfach verfilmter Klassiker "Stolz und Vorurteil" aussähe, wenn es darin plötzlich zu einer Zombie-Invasion käme. Diesen Ansatz kann man genial finden oder total bescheuert, Fakt ist aber: Es ist mal etwas ganz Anderes. Kein Wunder, daß Hollywood Interesse an einer Verfilmung hat, zumal Zombies bekanntlich spätestens seit dem anhaltenden Mega-Erfolg von "The Walking Dead" sehr im Trend sind. Versuche einer Umsetzung des Projekts existieren allerdings sogar schon länger als diese TV-Serie, denn die OSCAR-Gewinnerin Natalie Portman ("Black Swan") will den Film seit Jahren verwirklichen. Anfangs wollte sie (unter Leitung von "Silver Linings"-Regisseur David O. Russell) auch die Hauptrolle der Elizabeth Bennett übernehmen, in der man sie sich sehr gut vorstellen kann. Als es zu immer weiteren Verzögerungen kam, nahm sie von diesem Vorhaben jedoch Abstand und ist inzwischen nur noch als Produzentin beteiligt. Nachdem der Film vor wenigen Wochen endlich Grünes Licht erhalten hat, setzt man offensichtlich eher auf talentierte Nachwuchs-Darsteller als auf etablierte Stars, denn als Liz Bennett wird Lily James (TV-Serie "Downton Abbey") zu sehen sein, die zuletzt für Sir Kenneth Branagh als "Cinderella" vor der Kamera stand, ihren "mal mehr, mal weniger"-Traummann Mr. Darcy wird Sam Riley ("Control", "Das finstere Tal") verkörpern. Dazu gesellen sich Jack Huston ("American Hustle", TV-Serie "Boardwalk Empire") als charmanter Mr. Wickham und die Australierin Bella Heathcote ("Dark Shadows") als eine von Lizzies Schwestern (wenn man nach dem Alter der Schauspielerinnen geht, müßte es die älteste sein, also Jane). Für den Regiestuhl wurde Burr Steers verpflichtet, der im Jahr 2002 mit seinem gelungenen Debüt "Igby" für Aufsehen sorgte und seitdem eine unauffällige Karriere mit Filmen wie der Komödie "17 Again" oder der Romanze "Wie durch ein Wunder" (beide mit dem Hauptdarsteller Zac Efron) hinlegte. Beers wird auch das Drehbuch überarbeiten, das noch vom ursprünglich für seine Position vorgesehenen David O. Russell stammt. Die Dreharbeiten sollen bereits im September beginnen, womit ein Kinostart irgendwann 2015 sicher sein dürfte (ich würde auf Spätsommer tippen).

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