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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Montag, 4. August 2014

Neues aus Hollywood (31/2014)

Drei neue Meldungen:

  • Als der frühere Werbefilmer Rupert Sanders 2012 die actionreiche Schneewittchen-Variante "Snow White and the Huntsman" in die Kinos brachte, waren die Kritiker nicht allzu angetan – das weltweite Einspielergebnis von fast $400 Mio. (bei einem allerdings auch exorbitanten Budget von geschätzt $170 Mio.) sprach jedoch eine ganz andere Sprache. So wurden schnell Planungen zu einer Fortsetzung bekannt beziehungsweise zu einem Spin-Off, in welchem der von Chris "Thor" Hemsworth verkörperte Jäger Eric für die Hauptrolle vorgesehen war. Ursprünglich sollte Kristen Stewart ("Adventureland") als Schneewittchen wieder mit von der Partie sein, davon hat man inzwischen aber offensichtlich Abstand genommen (wobei ein Cameo nicht auszuschließen ist). Nun soll nämlich die Vorgeschichte des Jägers erzählt werden, womit auch Charlize Theron ("Prometheus") wieder als böse Königin Ravenna zu sehen sein wird – zum Glück, zählte doch ihre leidenschaftliche Darstellung der Antagonistin zu den wenigen echten Höhepunkten des ersten Films. Immerhin hat das produzierende Studio Universal Pictures sehr wohl die Kritik vernommen und will bei "The Huntsman" stärker auf ein ausgefeiltes Drehbuch achten. Daß der erste Entwurf von dem soliden Autor David Koepp ("Premium Rush", "Jack Ryan") stammt, läßt zumindest hoffen, überarbeitet wurde es noch von Evan Spiliotopoulos (dessen "Hercules" mit Dwayne Johnson gerade zu ordentlichen Kritiken in den US-Kinos gestartet ist). Der letzte Feinschliff allerdings – und das stimmt mich besonders zuversichtlich – stammt von Frank Darabont, der ebenfalls die Regie übernimmt; und vom Drehbuch-Autor und Regisseur der beiden Meisterwerke "Die Verurteilten" und "Green Mile", der in der 1. Staffel auch den TV-Erfolg der Serie "The Walking Dead" mitbegründete, darf man ganz sicher Qualitätsarbeit erwarten. Wann genau die Dreharbeiten beginnen sollen, ist zwar noch nicht bekanntgegeben worden, dafür gibt es aber bereits einen US-Starttermin in den Kinos: den 22. April 2016.

  • Vom Renommee eines Frank Darabont noch weit entfernt ist Reed Morano, doch das liegt vor allem daran, daß er bislang nur als Kameramann tätig war. In dieser Funktion hat er jedoch bereits an einigen hochgelobten Independent-Produktionen wie "Frozen River" oder "Kill Your Darlings" mitgewirkt, auch der HBO-TV-Serie "Looking" verpaßte er einen einprägsamen Look. Mit dem psychologischen Thriller "Meadowland" wechselt er das Metier und feiert sein Regiedebüt. Zugegeben: In der jüngeren Vergangenheit haben selbst wirklich herausragende Kameramänner nicht überzeugen können, wenn sie auf den Regiestuhl gewechselt sind, anders als das etwa bei anfänglichen Drehbuch-Autoren wie Frank Darabont der Fall ist. Zuletzt enttäuschte beispielsweise Christopher Nolans Stamm-Kameramann Wally Pfister mit seinem SF-Flop "Transcendence", ähnlich lief es 2000 für Steven Spielbergs "Schindlers Liste"-Kameramann Janusz Kaminski, als er mit dem Gruselfilm "Lost Souls" debütierte. Andererseits gibt es aber auch einige positive Beispiele dieses speziellen Rollenwechsels: Bereits 1932 zeigte der Österreicher Karl Freund, daß er nicht nur grandiose Bildwelten komponieren kann wie in Fritz Langs "Metropolis", als er als Regisseur des heutigen Horror-Klassikers "Frankenstein" mit Boris Karloff reüssierte. Ähnlich gut lief es später bei Nicolas Roeg ("Wenn die Gondeln Trauer tragen") oder Barry Sonnenfeld ("Men in Black", "Get Shorty"). Es besteht also, rein historisch betrachtet, durchaus die Hoffnung, daß Reed Morano mit seiner ersten Regiearbeit gute Arbeit abliefern wird. Basierend auf einem Drehbuch von Newcomer Chris Rossi geht es in "Meadowland" um Sarah und David, ein New Yorker Ehepaar, dessen Sohn spurlos verschwindet. Olivia Wilde ("Rush"), die zusätzlich als eine Co-Produzentin fungiert, übernimmt die Hauptrolle der verzweifelten Mutter, die auf ungewöhnliche Weise mit ihrem Kummer umgeht, indem sie sich immer wieder in gefährliche Situationen begibt; ihren Gatten, einen Polizisten, wird Luke Wilson ("Die Royal Tenenbaums") spielen, für weitere Rollen wurden Elisabeth Moss (TV-Serien "Mad Men", "Top of the Lake") und Natasha Lyonne ("American Pie – Das Klassentreffen") verpflichtet. Die Dreharbeiten sollen im August in New York beginnen, womit der Thriller im Laufe des nächsten Jahres in die Kinos kommen sollte, möglicherweise bereits im Frühjahr.



  • Biopics sind und bleiben beliebte sehr Projekte in Hollywood. Die Verfilmungen der Lebensgeschichten (oder ausgewählter Teile) von bemerkenswerten historischen Persönlichkeiten aus Politik, Sport oder Kultur haben auch vielen Schauspielern zum Durchbruch verholfen, zumal sie häufig bei Preisverleihungen wie den OSCARs gut ankommen. Man denke nur an "Lincoln", "Ray", "Walk the Line" (Johnny Cash), oder aktuell in den US-Kinos "Get On Up" (über Soul-Legende James Brown). Im Sportbereich scheinen vor allem Boxer beliebter Mittelpunkt von Biopics zu sein, wie "Ali", "Das Comeback" oder "The Fighter" beweisen – so gesehen ist es kaum verwunderlich, daß nun auch das ziemlich ereignisreiche Leben des gefeierten Ex-Schwergewichts-Champions, berüchtigten Ohrbeißers, verurteilten Straftäters und amüsanten Gelegenheitsschauspielers ("Hangover") Mike Tyson verfilmt werden soll. Zwar ist noch nichts in Stein gemeißelt, doch gibt es immerhin bereits einen hochkarätigen Drehbuch-Autor und einen möglichen Hauptdarsteller. Der Autor ist Terence Winter, der maßgeblich am Erfolg der beiden Kultserien "Die Sopranos" und "Boardwalk Empire" beteiligt war bzw. ist und zuletzt auch im Kino mit seiner OSCAR-nominierten Drehbuch-Adaption für Martin Scorseses "The Wolf of Wall Street" einen riesigen Erfolg verbuchen konnte. Und für die Hauptrolle ist aktuell Jamie Foxx ("Django Unchained") vorgesehen, der dank "Ray" ja bereits Biopic-Erfahrung besitzt und zudem die Zustimmung von Tyson höchstpersönlich erhalten hat. Da die Finanzierung noch nicht komplett ist und es noch keinen Regisseur gibt, kann sich durchaus noch etwas ändern, aber im Moment sieht alles danach aus, daß Foxx diese Rolle erhalten wird – zumal sein Manager co-produziert. Ein Drehstart ist logischerweise noch nicht absehbar, frühester Kinostart dürfte Ende 2015 sein.

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