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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

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Dienstag, 20. Mai 2014

Neues aus Hollywood (20/2014)

In der vergangenen Woche gab es vor allem dank des Filmmarkts im Umfeld des Festivals in Cannes eine ganze Reihe interessanter Neuigkeiten aus der Welt des Films, sodaß ich tatsächlich einmal die Qual der Wahl hatte, welche ich in dieser Rubrik vorstellen möchte. Entschieden habe ich mich für folgende:

  • Kurz vor seinem Tod 1947 veröffentlichte der deutsche Schriftsteller Hans Fallada seinen Roman "Jeder stirbt für sich allein", in dem er inspiriert von tatsächlichen Geschehnissen die Geschichte eines gutbürgerlichen Berliner Ehepaars erzählt, das nach dem Tod des einzigen Sohnes an der Front Postkarten mit Aufrufen zum Widerstand gegen Hitler auslegt und damit ins Visier der Gestapo gerät. Es gibt bereits einige Verfilmungen aus Deutschland – darunter eine mit Hildegard Knef in der weiblichen Hauptrolle – und der Tschechischen Republik, doch nun ist erstmals eine englischsprachige Version in Vorbereitung, allerdings mit starker deutscher Beteiligung. Zu den Produzenten zählt nämlich die Firma X Filme ("Lola rennt", "Cloud Atlas"), das Drehbuch stammt von Achim von Borries ("Was nützt die Liebe in Gedanken", "Good bye, Lenin!") und Vincent Pérez. Der Franko-Schweizer, eigentlich vorrangig als Schauspieler in Filmen wie "Die Bartholomäusnacht", "Duell der Degen" oder "Fanfan, der Husar" bekannt, hat vor sieben Jahren die Filmrechte des Romans erworben und wird auch die Regie übernehmen. Als Darsteller sind bislang Emma Thompson ("Saving Mr. Banks") und Bühnenstar Mark Rylance ("Die Schwester der Königin", "Anonymus") bestätigt, die das Ehepaar Quangel spielen werden, sowie Daniel Brühl ("Rush"). Dessen Rolle ist noch nicht bekannt, es dürfte sich aber um den Haupt-Antagonisten handeln, den Gestapo-Inspektor Escherich. Die Dreharbeiten in Deutschland sollen im Winter beginnen, entsprechend dürfte "Alone in Berlin" (so der englische Titel) nicht vor Herbst 2015 in die weltweiten Kinos kommen.

  • Auch die zweite Neuigkeit hat nicht wirklich direkt mit Hollywood zu tun, denn bei dem Thriller "Eye in the Sky" handelt es sich um eine britische Produktion. Der südafrikanische Regisseur Gavin Hood ("Tsotsi", "Ender's Game") nimmt sich auf Grundlage eines Drehbuchs von Guy Hibbert (Autor des Nordirland-Dramas "Five Minutes of Heaven" von Oliver Hirschbiegel) des Themas der Kriegsführung mittels unbemannter, ferngesteuerter Drohnen an. OSCAR-Gewinnerin Helen Mirren ("Die Queen") wird darin eine hochrangige Offizierin des britischen Militärgeheimdienstes spielen, der die Verantwortung über eine Drohnenoperation übertragen wird, die in Kenia eine Gruppe von Terroristen aufspüren soll. Als sich herausstellt, daß diese eine großangelegte Selbstmord-Mission planen, sollen sie kurzerhand durch die Drohne getötet werden. Das Problem ist bloß, daß sich ein kleines Mädchen in direkter Nähe zum Terroristen-Unterschlupf aufhält ... Aaron Paul ("Need for Speed", TV-Serie "Breaking Bad") wurde für die Rolle des Drohnen-Piloten verpflichtet, "A Single Man"-Star Colin Firth (der den Film co-produziert) verkörpert einen Politiker, der maßgeblich an der Entscheidung über die finale Durchführung der Mission beteiligt ist. Der Drehstart in Südafrika ist für Mitte September anvisiert, womit auch "Eye in the Sky" irgendwann 2015 in die Lichtspielhäuser kommen sollte.

  • Nach ihrem hervorragenden Action-Thriller "Zero Dark Thirty" über die Jagd auf Terrorführer Osama bin Laden widmet sich die erste Regie-OSCAR-Gewinnerin der Filmgeschichte (für "The Hurt Locker") Kathryn Bigelow erneut einer Geschichte über die Nachwehen von 9/11. In "The True American" geht es, basierend auf einem Sachbuch des "New York Times"-Autors Anand Giridharadas, um den titelgebenden selbsternannten "amerikanischen Terroristen" Mark Stroman. Der rechtsextreme Texaner erschoß aus Wut über die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den folgenden Wochen zwei Immigranten und verletzte einen weiteren schwer. Dieser Überlebende ist die zweite Hauptfigur von Buch und Film, es handelt sich um den früheren Soldaten Raisuddin Bhuiyan, der aus Bangladesch in die USA einwanderte und sich dort ein neues Leben als Ladenbesitzer aufbaute. Nachdem Stroman verhaftet und später zum Tode verurteilt wurde, besuchte ihn der gläubige Muslim Bhuiyan in der Todeszelle und startete sogar eine Kampagne für die Umwandlung der Todesstrafe in lebenslange Haft. Klingt also nach einer beklemmenden Story, genau richtig für Kathryn Bigelow. Für die Stroman-Rolle wurde bereits der Brite Tom Hardy ("The Dark Knight Rises") engagiert, die restliche Besetzung steht noch nicht fest. Wer die Buchvorlage in ein Drehbuch umarbeitet, wurde ebenfalls noch nicht bekanntgegeben, was neben der (bis auf Hardy) fehlenden Besetzung dafür spricht, daß der Drehbeginn noch eine ganze Weile in der Zukunft liegen dürfte. Entsprechend sollte ein Kinostart frühestens Ende 2015 und somit rechtzeitig zur OSCAR-Saison 2015/2016 möglich sein.

  • Abschließend noch eine Kurzmeldung: Nach dem Wechsel von J.J. Abrams von "Star Trek" zu "Star Wars" wurde nun bekannt, daß sein langjähriger Weggefährte Roberto Orci mit dem nächsten "Star Trek"-Film sein Regiedebüt feiern wird. Orci zeichnete gemeinsam mit Alex Kurtzman und Damon Lindelof für die Drehbücher von "Star Trek" und "Star Trek Into Darkness" verantwortlich und scheint somit eine logische, wenn auch angesichts seiner mangelnden Erfahrung in dieser Funktion mutige Wahl. Dem Vernehmen nach soll er das produzierende Paramount-Studio mit einer beeindruckenden Präsentation seiner Vorstellungen für den Film von sich überzeugt haben. Auch das Skript soll Orci erneut verfassen, dieses Mal mit der Unterstützung des Newcomer-Duos Patrick McKay und J.D. Payne (die gemeinsam auch an einem Drehbuch zu einem neuen "Flash Gordon"-Film arbeiten). Da das "Star Trek"-Franchise 2016 sein 50-jähriges Jubiläum feiert, ist davon auszugehen, daß der insgesamt 13. Spielfilm der Reihe unbedingt rechtzeitig dafür (vermutlich im Sommer 2016) in die Kinos gebracht werden soll.

Quellen:


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Der Trailer für das bittersüße romantische Drama "Das Schicksal ist ein mieser Verräter", in dem sich "Divergent – Die Bestimmung"-Star Shailene Woodley als krebskranke Jugendliche in einen Leidensgenossen verliebt. Deutscher Kinostart der Adaption des Romans von John Green ist am 12. Juni 2014:

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