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Dienstag, 4. Februar 2014

Neues aus Hollywood (5/2014)

Meine Rubrik über neue, spannende Kinoprojekte fällt dieses Mal leider etwas kürzer aus als geplant, denn einer der kommenden Filme, über die ich schreiben wollte, wäre "Ezekiel Moss" mit Jake Gyllenhaal und Amy Adams gewesen – die zweite Kino-Regiearbeit des vorgestern verstorbenen Philip Seymour Hoffman. Das hat sich natürlich zumindest vorerst erledigt; ob der Film später von einem anderen Regisseur inszeniert werden wird, ist noch unklar (auch, ob dann Gyllenhaal und Adams dabei sein werden), der geplante Verkauf der Verwertungsrechte im Umfeld der Berlinale wurde auf jeden Fall abgesagt. Was damit noch übrigbleibt:

  • 1997 brachte der neuseeländische Regisseur Andrew Niccol das sehr sehenswerte und philosophisch angehauchte SF-Drama "Gattaca" mit Ethan Hawke und Uma Thurman in die Kinos. Seitdem haben sich die Karrieren von Niccol und Hawke nicht vollkommen nach Plan entwickelt. Zwar sind beide weiterhin ganz gut im Geschäft, doch Niccol konnte eigentlich nur noch mit der Waffenhändler-Satire "Lord of War" (2005, mit Hawke in der zweiten Hauptrolle) überzeugen und erlitt zuletzt voriges Jahr mit der Jugendbuch-Verfilmung "Seelen" ziemlich kolossalen Schiffbruch. Hawke wiederum galt damals als einer der heißesten Jungstars – zum echten Hollywood-Star mit Millionengagen hat er es aber trotz einer OSCAR-Nominierung für den Action-Thriller "Training Day" nie geschafft, was aber vielleicht auch gar nicht seine Absicht war. Denn im Independentkino machte sich Hawke schnell einen guten Namen, allen voran mit der gemeinsam mit Richard Linklater und Julie Delpy entwickelten "Before ..."-Trilogie (die ihm zwei weitere OSCAR-Nominierungen einbrachte, allerdings als Drehbuch-Co-Autor). Nun wollen Andrew Niccol und Ethan Hawke beim Thriller "Good Kill" wieder zusammenarbeiten – und die Story eines ehemaligen Kampfjet-Piloten, der von Las Vegas aus Kampfdrohnen des US-Militärs in Afghanistan steuert, dabei aber zunehmend moralische Zweifel bezüglich seiner Tätigkeit bekommt, klingt nach einem Stoff, der wie gemacht ist für Niccol. Was auch kein Wunder ist, denn er selbst hat ihn geschrieben ... Als Hawkes Ehefrau wurde January Jones ("Sweetwater") verpflichtet, Bruce Greenwood ("Barney's Version") wird seinen Vorgesetzten spielen sowie Zoë Kravitz ("X-Men: Erste Entscheidung") und Jake Abel ("Percy Jackson") zwei seiner Kameraden. Die Dreharbeiten in Marokko und New Mexico haben bereits Ende Dezember begonnen, was für einen Kinostart Ende 2014 oder Anfang 2015 spricht.

  • Nach ihrer beinahe sensationellen Nicht-OSCAR-Nominierung (für ihre gefeierte Hauptrolle in "Saving Mr. Banks") widmet sich Emma Thompson einfach wieder ihrer Arbeit und hat für eine Rolle im Regiedebüt des schottischen Schauspielers Robert Carlyle ("28 Weeks Later") unterschrieben. "The Long Midnight of Barney Thomson" soll ein Comedy-Thriller werden, in dem Carlyle auch die Hauptrolle eines schottischen Barbiers übernimmt, der ungewollt in einen Serienkiller-Fall stolpert. Thompson wird Barneys dominante Mutter spielen, weitere Rollen gingen an Ray Winstone ("Hugo Cabret") und Carlyles alten "Trainspotting"-Kumpel Ewen Bremner ("Jack and the Giants"). Als Vorlage dient die auch ins Deutsche übersetzte "Barney Thomson"-Buchreihe von Douglas Lindsay, die von Richard Cowan und Colin McLaren in ein Drehbuch umgearbeitet wurde. Die Dreharbeiten sollen im ersten Halbjahr 2014 starten, womit das Resultat der Bemühungen erst 2015 das Dunkel der Kinosäle erreichen sollte.

  • Abschließend noch ein doppeltes Casting-Update, denn für viel Aufsehen im Internet sorgte am Freitag die Verkündung zweier Personalien für den kommenden und noch immer nicht betitelten Superman-vs.-Batman-Film. Daß Jeremy Irons ("Der große Crash") die in Christopher Nolans Trilogie von Sir Michael Caine verkörperte Rolle von Batmans/Bruce Waynes Butler Alfred übernimmt, ist dabei noch nicht so spektakulär – auch wenn es etwas seltsam erscheint, daß der deutlich älter konzipierte "neue" Batman (in Wirklichkeit ist Ben Affleck nur zwei Jahre älter als Christian Bale) einen wesentlich jüngeren Alfred zur Seite bekommt (Caine ist immerhin 15 Jahre älter als Irons). Wesentlich kontroverser wird die zweite Personalentscheidung diskutiert: Jesse Eisenberg ("The Social Network") wurde als Supermans Nemesis Lex Luthor (in früheren Filmen und Serien u.a. verkörpert von Gene Hackman, Kevin Spacey und Michael Rosenbaum) verpflichtet. Es fällt in der Tat schwer, sich den stets jungenhaft wirkenden Eisenberg als glatzköpfigen Oberbösewicht vorzustellen – aber wer weiß, was daraus wird ... ich habe schon vor langem gelernt, daß vorschnelle Urteile selten sinnvoll sind.

Quellen:
Deadline Hollywood ("Good Kill") 
Variety ("The Long Midnight of Barney Thomson") 
ComingSoon.net (Superman vs. Batman) 

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