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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Freitag, 27. Dezember 2013

KINOVORSCHAU WINTER/FRÜHLING 2014 (Teil 2)

Letztes Update vom 29. März: Der Horrorfilm "Devil's Due – Teufelsbrut" wurde vom 10. April auf den 8. Mai verlegt.

Der zweite Teil meiner Vorschau auf den Kinowinter bzw. -frühling 2014 (Teil 1 gibt es hier nachzulesen) befaßt sich mit den Monaten März und April. Hier gibt es noch einige inhaltlich anspruchsvolle, aber kommerziell nicht ganz so attraktive (sonst wären sie bereits vor der OSCAR-Verleihung Anfang März in die deutschen Kinos gekommen) Nachzügler aus der Awards Season, aber auch bereits ein paar teure Genreproduktionen, die einen Vorgeschmack auf die Blockbuster in der Summer Season geben:

6. März:
Acht Jahre nach dem Überraschungserfolg von Zack Snyders ebenso stylisher wie blutiger Graphic Novel-Verfilmung "300" über den verzweifelten Kampf einer Gruppe Spartaner gegen eine gewaltige persische Übermacht kommt nun tatsächlich noch eine Fortsetzung in die Kinos. Inwieweit man von dieser eine ähnlich unterhaltsame Schlachtplatte erwarten darf, ist aufgrund diverser Begeleitumstände allerdings ungewiß. Erstens ist Snyder vom Regisseur zum Produzenten und Co-Autor abgestiegen, die Inszenierung hat er dem eher unbekannten Israeli Noam Murro überlassen, der bislang lediglich die mittelmäßig rezensierte Tragikomödie "Smart People" aus dem Jahr 2008 auf der Habenseite stehen hat und dessen Befähigung für einen antiken Actionfilm entsprechend schwer einzuschätzen ist. Zweitens sollte "300: Rise of an Empire" eigentlich schon im Frühjahr 2013 starten, wurde aber mehrfach verschoben (u.a. für eine nachträgliche 3D-Konvertierung) – was nur selten ein gutes Zeichen ist. Hoffen läßt dagegen, daß auch dieser Film auf einer Graphic Novel von Frank Miller (mit dem schlichten Titel "Xerxes") basiert und eine recht beeindruckende Besetzung aufweisen kann: Neben den Rückkehrern Lena Headey (Königin Gorgo), Rodrigo Santoro (Xerxes) und David Wenham (Dilios) sind Sullivan Stapleton (TV-Serie "Strike Back") als spartanischer General und Eva Green ("Dark Shadows") als wichtige Heerführerin Xerxes' in Hauptrollen zu sehen.

Nach seinem unerwartet großen Erfolg mit der brillanten Coming-of-Age-Komödie "Moonrise Kingdom" konnte Regisseur und Drehbuch-Autor Wes Anderson für sein Folgewerk ein noch größeres Starensemble zusammentrommeln, als man es von ihm ohnehin gewohnt ist: Bill Murray, Edward Norton, Tilda Swinton, Harvey Keitel, Owen Wilson, Willem Dafoe, Adrien Brody, Jeff Goldblum, Jason Schwartzman und Bob Balaban waren bereits Teil der großen "Anderson-Familie", neu mit dabei sind dieses Mal weitere Hochkaräter wie Ralph Fiennes ("Skyfall"), Saoirse Ronan ("Violet & Daisy"), Jude Law ("Anna Karenina"), Tom Wilkinson ("Duplicity"), Mathieu Amalric ("Ein Quantum Trost"), F. Murray Abraham ("Amadeus") und Léa Seydoux ("Inglourious Basterds", zuletzt groß in den Schlagzeilen mit dem Beziehungsepos "Blau ist eine warme Farbe") sowie dank deutscher Drehorte eine Handvoll deutschsprachiger Schauspieler (Karl Markovics, Florian Lukas, Matthias Matschke). Die Hauptrolle hat allerdings ein Unbekannter ergattert: Der 17-jährige Tony Revolori spielt einen Pagen in einem Budapester Luxushotel in den 1920er Jahren, in dem er vom Chef-Concierge (Fiennes) unter die Fittiche genommen wird und in der Folge in etliche unerwartete und haarsträubende Abenteuer gerät. Als Eröffnungsfilm der Berlinale hat Andersons Werk viel Lob erfahren.

Wenige Tage nach der OSCAR-Verleihung am 2. März kommt diese Disney-Komödie in die deutschen Kinos, von der sich der Verleiher bei der Terminierung sicherlich etwas Rückenwind durch die eine oder andere Goldstatue erhoffte. Diese Rechnung ging allerdings nicht auf, da der Wohlfühlfilm überraschend nur eine Nominierung erhielt. Dabei galt v.a. die Hauptdarstellerin Emma Thompson ("Radio Rock Revolution") für ihre Verkörperung der Kinderbuch-Autorin P.L. Travers, die die Filmrechte an ihrem Hit "Mary Poppins" eigentlich nicht verkaufen will, von Walt Disney (Tom Hanks, "Captain Phillips") höchstpersönlich aber hartnäckig bedrängt wird, als sichere Kandidatin. "Blind Side"-Regisseur John Lee Hancock hat aus dieser (im Kern) wahren Geschichte eine warmherzige Tragikomödie gemacht, die in den USA nicht ohne Grund zu Weihnachten gestartet wurde. In weiteren Rollen sind Paul Giamatti ("Barney's Version"), Colin Farrell ("7 Psychos") und Jason Schwartzman ("Darjeeling Limited") zu sehen.

"Im August in Osage County":
Die stargespickte (Meryl Streep, Julia Roberts, Ewan McGregor, Benedict Cumberbatch, Chris Cooper) Verfilmung eines Theaterstücks des gefeierten "Killer Joe"-Autors Tracy Letts ist eine recht hysterisch wirkende Familien-Dramedy, die von vielen Kritikern zwar vor allem für die darstellerischen Leistungen viel Lob erfährt (OSCAR-Nominierungen für Streep und Roberts folgten), insgesamt aber nicht ganz an die Qualität der Bühnenvorlage heranreichen soll. Es geht um eine Großfamilie in Oklahoma, die infolge einer Beerdigung erstmals seit längerer Zeit wieder in Gänze zusammengeführt wird und dabei alte und neue Konflikte hochemotional und wortreich austrägt.

"Alles inklusive":
Nachdem ihre letzten Filme sehr unterschiedlich ankamen ("Kirschblüten – Hanami" war ein großer Arthouse-Hit, "Die Friseuse" und "Glück" liefen eher enttäuschend und schnitten auch bei der Kritik nicht allzu gut ab), versucht sich die deutsche Regisseurin Doris Dörrie erneut an einer Komödie, die dieses Mal sogar auf ihrem eigenen Roman basiert. "Alles inklusive" dreht sich um Apple (Nadja Uhl, "Sommer vorm Balkon"), die bei ihrer Mutter (Hannelore Elsner, "Die Unberührbare") eine chaotische Hippie-Kindheit in den 1970er Jahren durchlebte und selbst Jahrzehnte später noch immer auf der Suche nach Ordnung in ihrem Leben ist. Als sie ihre Mutter bei einem Pauschalurlaub in Spanien besucht, holt sie das alte Chaos wieder ein ...

"Bibi & Tina – Der Film":
Der norddeutsche Regisseur ("Die Vermessung der Welt") und Gelegenheitsschauspieler ("Das weiße Band") Detlev Buck hat mit "Hände weg von Mississippi" im Jahr 2007 schon einmal einen erfolgreichen Kinderfilm gedreht, vielleicht gelingt ihm das mit der Adaption der beliebten Mädchenhörspiel-Reihe über die junge Hexe Bibi Blocksberg und ihre pferdeverrückte Freundin Tina erneut. Schließlich gab es zu Beginn des Jahrtausends bereits zwei sehr erfolgreiche Solo-Auftritte von Bibi Blocksberg, die damals von Sidonie von Krosigk verkörpert wurde (und jeweils über eine Million Zuschauer in die deutschen Kinos lockte). Inzwischen ist sie dafür natürlich einige Jahre zu alt, ihre Nachfolgerin ist deshalb Lina Larissa Strahl, dem jungen Zielpublikum vermutlich bekannt als Gewinnerin der Kindercasting-Show "Dein Song 2013".

13. März:
"Non-Stop":
Liam Neeson genießt weiterhin seine späte Karriere als Actionheld und stürzt sich nach Filmen wie "Taken – 96 Hours", "Unknown Identity" oder dem thematisch allerdings deutlich anders gelagerten "The Grey" erneut in actionreiche Thriller-Unterhaltung. Dieses Mal spielt er einen Air Marshal, der während eines interkontinentalen Fluges in Aktion treten muß, als er eine SMS von einem Unbekannten an Bord des Flugzeugs erhält, der droht, alle 20 Minuten einen Passagier zu töten, wenn er nicht $150 Mio. überwiesen bekommt. Die weibliche Hauptrolle spielt Julianne Moore ("A Single Man").

"Veronica Mars":
Von 2004 bis 2007 ermittelte Kristen Bell ("Scream 4") als jugendliche Detektivin in einer kalifornischen Kleinstadt. Obwohl die Zuschauerzahlen in den USA nur mittelmäßig waren und in Deutschland sogar miserabel (auch dank einer verfehlten Sendepolitik des ZDF, das aber immerhin alle drei Staffeln durchzog), errang die gewitzte TV-Serie von Rob Thomas für ihren intelligenten Genremix (Drama, Comedy, Krimi, dazu immer ein guter Schuß Film noir), die durchdachten Stories und das grundsympathische Figurenensemble verdienten Kultstatus. Auch als "Veronica Mars" abgesetzt wurde, hatten alle Beteiligten immer vage das Ziel zumindest eines abschließenden Films vor Augen, doch die Finanzierung wollte einfach nicht zusammenkommen. Dann kam Kickstarter. Auf der Crowdfunding-Plattform konnten diverse Projekte (vor allem Computer- und Videospiele) im Tausch für diverse "Belohnungen" (je nach Höhe der Investition) teils mehrere Millionen US-Dollar einsammeln, warum also sollte das angesichts der nicht gerade riesigen, aber enthusiastischen Fangemeinde nicht auch bei einem "Veronica Mars"-Film funktionieren? Und es funktionierte. Und WIE es funktionierte: $2 Mio. waren das Ziel für die Kampagne. Dieses Geld würde natürlich keinesfalls für die komplette Produktion eines Films ausreichen, aber es würde dem Studio Warner Bros. beweisen, daß genügend Interesse für einen solchen vorhanden ist; und für diesen Fall hatte Warner Rob Thomas versprochen, die Kosten für den Verleih zu übernehmen. Nach nicht einmal 24 Stunden hatten zehntausende Fans bereits mehr als die erhofften 2$ Mio. investiert, am Ende der 30-tägigen Kampagne waren es niemals erwartete 5,7 Millionen. Und so wurde der "Veronica Mars"-Film, dessen Handlung sich (angesichts der Thematik der Serie naheliegenderweise) rund um eine High School-Reunion entspannt, mit nahezu dem gesamten TV-Cast gedreht. Daß das Resultat der Bemühungen auch in Deutschland in die Lichtspielhäuser kommen würde, war nicht zu erwarten und ist daher eine schöne Überraschung; auch wenn die Anzahl der Kinos, die den Film zeigen werden, eher gering sein dürfte.

"Die Bücherdiebin":
Ein Zweiter Weltkriegs-Drama von Brian Percival (TV-Serie "Downton Abbey"), in dem ein kleines Mädchen (Sophie Nélisse, "Monsieur Lazhar") sich und nach und nach auch andere aufmuntert, indem sie Bücher stiehlt. Auf diese Weise wird das Kriegsgeschehen aus der Perspektive eines Kindes geschildert. Die erwachsenen Hauptrollen spielen Geoffrey Rush ("The Warrior's Way") und Emily Watson ("Gefährten"). Basiert auf einem Bestseller des deutsch-australischen Schriftstellers Markus Zusak. Die US-Kritiken sind allerdings ziemlich mittelmäßig ausgefallen, gelobt werden vor allem Rushs Leistung sowie der OSCAR-nominierte Soundtrack von Altmeister John Williams ("Star Wars").

"Vampire Academy":
Ein weiterer Versuch, mit der Adaption einer "Young Adult"-Buchreihe ähnlich viel Kasse zu machen wie die "Twilight"- und "Hunger Games"-Filme. Ob das klappt, ist fraglich, schließlich floppten ähnliche Projekte ("Beautiful Creatures", "Chroniken der Unterwelt") zuletzt. Über den Inhalt von "Vampire Academy" (deutscher Titel der Buchreihe: "Blutsschwestern") muß ich wohl nichts schreiben, den kann man sich angesichts des Titels schon denken. Regie führt Mark Waters, der immerhin mehrfach unter Beweis stellen konnte, daß er phantasievolle Geschichten für ein junges Zielpublikum gut umsetzen kann ("Freaky Friday", "Mr. Poppers Pinguine", "Die Geheimnisse der Spiderwicks"); die jugendliche Hauptrolle eines weiblichen Halbvampirs übernimmt Zoey Deutch (TV-Serie "Ringer").

"Man of Tai Chi":
Als sein Regiedebüt präsentiert Keanu Reeves ("Matrix") einen in Asien spielenden Actionfilm, in dem er selbst die Hauptrolle übernommen hat. Reeves spielt einen Mann auf der Suche nach einem herausragenden Kämpfer, mit dem er in der illegalen Kampfsportszene möglichst viel Geld einstreichen kann. In Chen Lin-Hu (Tiger Hu Chen) scheint er diesen gefunden zu haben, doch läßt sich Chen nicht ganz so einfach manipulieren wie erhofft. In China war "Man of Tai Chi" bereits in den Kinos zu sehen, mit weniger als einer Million Zuschauern aber nur mäßig erfolgreich. In den USA lief es trotz erstaunlich guter Kritiken sogar noch deutlich schlechter.

"Pettersson und Findus – Kleiner Quälgeist, große Freundschaft":
Nach vier erfolgreichen Animationsfilmen über den alten Schweden Pettersson und seinen schlauen Kater Findus steht nun ein kunterbunter Mix aus Real- und Animationsfilm ins Haus – mit Ulrich Noethen ("Comedian Harmonists") als Pettersson und Marianne Sägebrecht ("Out of Rosenheim") als ... nein, natürlich nicht Findus, der wird nämlich wiederum animiert werden; Sägebrecht spielt eine Nachbarin. Regie: Ali Samadi Ahadi ("Salami Aleikum").

20. März:
"Lone Survivor":
Ein auf wahren Ereignissen basierendes Kriegsdrama über ein vierköpfiges amerikanisches SEAL-Team, das 2005 in Afghanistan bei einer vermeintlich einfachen Mission schwer unter Beschuß gerät. "Operation: Kingdom"-Regisseur Peter Berg hat aus dieser Geschichte ein realistisches Überlebensdrama á la "Black Hawk Down" gemacht, das die US-Kritiker ziemlich polarisiert, beim heimischen Publikum jedoch zu einem Überraschungshit avancierte. In den Hauptrollen agieren Mark Wahlberg ("Date Night"), Emile Hirsch ("Savages"), Taylor Kitsch ("John Carter") und Ben Foster ("30 Days of Night").

"Need for Speed" (3D):
Aufgrund des anhaltenden Erfolges der "Fast & Furious"-Reihe ist es fast schon verwunderlich, wie lange es bis zum ersten wirklich ernstzunehmenden Versuch, eine funktionierende Genre-Konkurrenz auf die Beine zu stellen, gedauert hat. Auf Grundlage der seit Jahren populären namensstiftenden PC- und Videospiel-Reihe versucht sich nun "Act of Valor"-Regisseur Scott Waugh an einem solchen Vorhaben. Daß er dafür nicht auf große Stars setzt, sondern (neben Ex-"Batman" Michael Keaton) eher auf talentierte Schauspieler aus der zweiten Reihe wie "Breaking Bad"-Mime Aaron Paul, Dominic Cooper ("My Week with Marilyn"), Imogen Poots ("Centurion") oder Rami Malek (TV-Serie "The Pacific"), ist mutig, aber vielleicht gar keine so schlechte Idee.

"Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand":
Als der schwedische Autor Jonas Jonasson im Jahr 2009 in seiner Heimat seinen Roman mit dem sperrigen Titel veröffentlichte, träumte er wohl noch nicht einmal davon, daß sich dieser in den nächsten Jahren zu einem millionenfach verkauften Weltbestseller entwickeln würde. Die Verfilmung der abenteuerlichen und entfernt an "Forrest Gump" erinnernden Geschichte eines Mannes, der an vielen historischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts beteiligt war und an seinem 100. Geburtstag aus dem Altenheim flüchtet, ließ nicht allzu lange auf sich warten. Sie stammt nicht aus Hollywood, sondern direkt aus Schweden, ist aber mit rund sieben Millionen Euro für europäische Verhältnisse ziemlich aufwendig umgesetzt worden; Regie führte Felix Herngren, die Hauptrolle spielt der Komiker Robert Gustafsson.

"Kreuzweg":
Das bedrückende Arthouse-Religionsdrama vom deutschen Regisseur und (gemeinsam mit seiner Schwester Anna) Drehbuch-Autor Dietrich Brüggemann ("Drei Zimmer/Küche/Bad") über eine 14-jährige Tochter erzkonservativer, fundamentalistischer Christen wurde bei der Berlinale mit dem Drehbuchpreis geehrt.

"Die Frau des Polizisten":
Im Jahr 2005 erlangte der deutsche Regisseur Philip Gröning – der Anfang der 1990er Jahre für Schlagzeilen sorgte, als der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl seine Groteske "Die Terroristen" verbieten lassen wollte auch internationale Anerkennung, als er mit seiner fast dreistündigen, beinahe meditativen Kloster-Dokumentation "Die große Stille" unter anderem den Europäischen Filmpreis gewann. Doch trotz dieses Erfolges dauerte es acht Jahre, bis er sein nächstes Werk realisierte. Mit "Die Frau des Polizisten" verabschiedet er sich wieder von der Dokumentarfilmsparte und präsentiert ein erneut dreistündiges, bedächtig erzähltes und genau beobachtetes Familiendrama, das beim Festival in Venedig mit dem Spezialpreis der Jury bedacht wurde.

"Journey to Jah": 
Der Dokumentarfilm von Noël Dernesch und Moritz Springer folgt den beiden Reggae-Musikern Gentleman (Deutscher) und Alborosie (Italiener), die über sieben Jahre hinweg immer wieder die Reggae-Heimat Jamaika besuchten und sie dabei in all ihren Aspekten auch abseits der Musik kennenzulernen versuchten.

27. März:
Auch wenn das aus dem exklusiven deutschen Titel nicht direkt hervorgeht: Hierbei handelt es sich um den zweiten "Captain America"-Film. Da der erste in Deutschland relativ enttäuschend lief, dachte sich der Verleih wohl, daß man beim Titel lieber Assoziationen mit dem Megahit "The Avengers" weckt – der Originaltitel lautet "Captain America: The Winter Soldier". Besagter "Winter Soldier" (Sebastian Stan, "Black Swan") ist dieses Mal der Hauptgegner des nun in der Gegenwart operierenden patriotischen Superhelden, der unter anderem von Nick Fury (Samuel L. Jackson), "Black Widow" (Scarlett Johansson) und Neuling "Falcon" (Anthony Mackie, "The Hurt Locker") unterstützt wird, außerdem ist die lebende Schauspiellegende Robert Redford ("Die Unbestechlichen") als Mitglied des Weltsicherheitsrats dabei.

"Her":
In dieser etwas anderen romantischen Komödie von Spike Jonze ("Being John Malkovich") verliebt sich ein einsamer, zurückgezogen lebender Schriftsteller (Joaquin Phoenix, "Walk the Line") in der nicht fernen Zukunft in sein von Scarlett Johansson ("Vicky Cristina Barcelona") gesprochenes, sehr fortschrittliches Computer-Betriebssystem. Was nach albernem Klamauk klingt, wurde von Jonze den begeisterten Kritiken zufolge höchst feinfühlig und zugleich sehr humorvoll umgesetzt und von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences mit gleich fünf OSCAR-Nominierungen belohnt. Phoenix' Leistung als Darsteller wird ebenfalls in den höchsten Tönen gelobt, fast noch mehr jedoch Johanssons rein stimmliche Performance.

"Banklady":
Nachdem sein kurzer Ausflug in die englischsprachige Kinowelt mit dem Science Fiction-Horror-Hybrid "Pandorum" und dem Gruselfilm "Fall 39" ziemlich unbefriedigend ablief, ist "Antikörper"-Regisseur Christian Alvart inzwischen wieder vorrangig in Deutschland tätig. In den letzten Jahren arbeitete er vor allem fürs Fernsehen (er inszenierte vier "Tatort"-Folgen), mit dem dramatischen, auf Tatsachen beruhenden Thriller "Banklady" wagt er sich wieder einmal ins Kino. Nadeshda Brennicke ("Dampfnudelblues") spielt die Titelrolle einer nicht mehr ganz jungen Frau, die in den 1960er Jahren durch einen Bekannten (Andreas Schmidt, "Fleisch ist mein Gemüse") aus ihrem recht trostlosen Leben gerissen wird, als dieser sie bittet, die Beute eines von ihm und seinem Partner Hermann (Charly Hübner, "Krabat") begangenen Bankraubs zu verstecken. An weiteren Überfällen will sie sich direkt beteiligen ...

"Zwischen Welten":
Vier Jahre nach ihrem beeindruckenden, aber auch recht kontrovers diskutierten Regiedebüt mit "Die Fremde" mit Sibel Kekilli präsentiert die Österreicherin Feo Aladag ihren zweiten Kinofilm. Und auch der hat ein recht brisantes Thema (in "Die Fremde" ging es ja um eine junge Türkin, die vor ihrem gewalttätigen Ehemann nach Deutschland flieht, bei ihrer dort lebenden Familie aber wenig Verständnis findet): den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr. Ronald Zehrfeld, der sich in den letzten Jahren mit Filmen wie "12 Meter ohne Kopf", "Wir wollten aufs Meer" oder "Finsterworld" als einer der talentiertesten deutschen Schauspieler etablierte, spielt die Hauptrolle des deutschen Soldaten Jesper, der mit seiner Einheit ein afghanisches Dorf vor den Taliban beschützen soll. Der Film schildert die aufgrund der jederzeit möglichen Angriffe angespannte Situation ebenso wie die Versuche der Soldaten, trotz der sprachlichen und kulturellen Barriere eine Beziehung zu den Dorfbewohnern aufzubauen, wobei sich Jesper mit dem Dolmetscher Tarik (Mohamad Mohsen) anfreundet.

"Stories We Tell":
Das kanadische Multitalent Sarah Polley kann trotz ihrer erst 35 Jahre bereits auf ein sehr bewegtes Leben zurückblicken. Sie hatte große Erfolge als Schauspielerin im Mainstream-Kino ("Dawn of the Dead") wie auch vor allem im Arthouse-Bereich ("Mein Leben ohne mich", "Don't Come Knocking", "Mr. Nobody"), sie erhielt gleich für ihr (Langfilm-)Debüt als Regisseurin und Drehbuch-Autorin mit dem Alzheimer-Drama "An ihrer Seite" eine OSCAR-Nominierung, und so ganz nebenbei war und ist sie auch als engagierte politische und soziale Aktivistin tätig. Ihr neuester Geniestreich heißt "Stories We Tell" und ist ihr erster Dokumentarfilm, der bereits zahlreiche Preise gewonnen hat. Polley nimmt sich dabei einer Thematik an, die ihr sehr vertraut ist: ihrer Familiengeschichte. Das mag für jemanden, der mit Nachnamen nicht "Polley" heißt, nicht gerade aufregend klingen; aber ihre Suche nach verborgenen Geheimnissen ihrer zahlreichen Familienmitglieder hat die Kritiker durch ihre spielerische, aber auch narrativ raffinierte Vorgehensweise, durch die Gegenüberstellung subjektiver Wahrheiten (oder auch mal Lügen?) der einzelnen Personen zu einem Thema die Realität herzuleiten (was sehr an Akira Kurosawas Meisterwerk "Rashomon" erinnert), restlos begeistert.

"Endless Love":
In der an ein jugendliches Publikum gerichteten Romanze der "Country Strong"-Regisseurin Shana Feste verlieben sich die privilegierte Jade (Gabriella Wilde, "Die drei Musketiere") und der mit einer eher zwielichtigen Vergangenheit ausgestattete David (Alex Pettyfer, "Beastly") während des Sommerurlaubs unsterblich ineinander, müssen ihre Liebe aber gegen erhebliche Widerstände aus ihrem familiären Umfeld verteidigen.

3. April:
Die Produzenten von "Noah" dürften schon lange vor dem Kinostart eine Lektion gelernt haben: Wenn du einen teuren Bibelfilm machen willst, der im Stil von "Die Passion Christi" die gläubigen Christen in Scharen in die Kinos treiben soll – dann überlasse die Regie keinesfalls Darren Aronofsky! Jedenfalls lassen Berichte von Testvorführungen mit irritierten bis erzürnten gläubigen Zuschauern sowie darauf folgenden Spannungen zwischen Studio und Regisseur das vermuten. Überraschend kommt das auch nicht wirklich, wenn man Aronofskys bisherige Filme (etwa "Black Swan", "The Fountain" oder "Requiem for a Dream") kennt. Wer jedoch keinen wortgetreuen Bibelfilm erwartet, der darf sich wohl auf einen spektakulären Monumentalfilm mit Blockbuster-Budget ($130 Mio.) und Top-Besetzung freuen: Russell Crowe ("Robin Hood") ist in der Titelrolle zu sehen, Jennifer Connelly ("Little Children") als seine Frau und Sir Anthony Hopkins ("Thor – The Dark Kingdom") als Methusalem; und das "Vielleicht lieber morgen"-Duo Logan Lerman und Emma Watson ist auch dabei als Noahs Sohn respektive Ziehtochter. Kurios und bislang einmalig: International wird "Noah" in der (nachträglich konvertiertem) 3D-Fassung gezeigt werden, in den USA (wo die 3D-Müdigkeit des breiten Publikums bereits deutlich ausgeprägter ist) ausschließlich in 2D!

"Rio 2 – Dschungelfieber" (3D):
Der erste Animationsfilm der "Ice Age"-Macher über die Abenteuer ds zahmen Ara-Männchens Blu, das zum Zwecke der Arterhaltung in seine ursprüngliche Heimat Brasilien verfrachtet wird, war weltweit ein ziemlicher Erfolg (in Deutschland sahen ihn immerhin 1,75 Millionen Menschen in den Lichtspielhäusern), da war eine Fortsetzung nur eine Frage der Zeit. Dieses Mal versucht Blu, sich mit seiner inzwischen gegründeten Vogelfamilie in der Wildnis des artenreichen Amazonasbeckens einzugliedern. Was selbstverständlich wieder zu turbulenten, aber immer kindgerechten Verwicklungen führen wird ...

"Nymph()maniac 2":
Teil 2 von Lars von Triers provokantem vierstündigen Erotik-Epos mit Charlotte Gainsbourg, Shia LaBeouf, Uma Thurman, Willem Dafoe, Jamie Bell und Christian Slater (der erste Teil startet am 20. Februar).

Fast 10 Millionen Südkoreaner haben den international besetzten Endzeit-Thriller des gefeierten "The Host"- und "Mother"-Regisseurs Bong Joon-ho im Kino gesehen und damit zu einem der erfolgreichsten Filme in der südkoreanischen Kinogeschichte gemacht. Schauplatz der auf einer französischen Graphic Novel basierenden Handlung ist die Erde, die in der nahen Zukunft durch ein fehlgeschlagenes Experiment, das eigentlich die globale Erwärmung aufhalten sollte, von einer neuen Eiszeit befallen wird, die fast das gesamte Leben auf Erden und damit auch die Menschheit ausgerottet hat. Die wenigen Überlebenden bewegen sich auf einem riesigen Zug durch die eisige Landschaft, der von einem revolutionären, selbstversorgenden "Perpetuum mobile"-Antrieb am Laufen gehalten wird. Im Zug herrscht eine strenge Klassengesellschaft, doch scheint eine Revolution unmittelbar bevorzustehen. Die Hauptrollen dieser dystopischen, mit erfreulich guten Kritiken bedachten Geschichte spielen Chris "Captain America" Evans, Tilda Swinton, Song Kang-ho ("Memories of Murder"), John Hurt ("Alien"), Octavia Spencer ("The Help"), Ed Harris ("Sweetwater"), Alison Pill ("To Rome with Love") und Jamie Bell ("Der Adler der neunten Legion"). Einziger Wermutstropfen: Die für ihre eigenmächtigen Kürzungen vor allem asiatischer Filme berühmt-berüchtigten Weinstein-Brüder haben die Rechte für die US-Verwertung erstanden und bereits angekündigt, den etwas über zwei Stunden dauernden Film für den amerikanischen Markt aus Verständnisgründen deutlich zu beschneiden. Ob die europäischen Zuschauer die ungeschnittene Originalfassung oder den "Weinstein"-Cut zu Gesicht bekommen werden, ist noch nicht bekannt. Daß für die Berlinale Anfang Februar die Originalfassung angekündigt ist, läßt aber hoffen.

"Auge um Auge":
In den USA ist Scott Coopers ("Crazy Heart") mit Christian Bale ("Batman Begins"), Casey Affleck, Sam Shepard (beide "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford"), Zoe Saldana ("Star Trek"), Willem Dafoe, Forest Whitaker ("Der Butler") und Woody Harrelson ("Die Tribute von Panem – Catching Fire") glänzend besetzter, aber recht dröge und konventionell erscheinender Thriller auf der ganzen Linie gefloppt. Vielleicht läuft es hierzulande ja besser für die eher mittelmäßig rezensierte Geschichte zweier Brüder (Bale und Affleck) aus der Arbeiterklasse, die in organisierte Streetfights und andere kriminelle Verwicklungen geraten.

"A Long Way Down":
Diese Nick Hornby-Adaption ist das englischsprachige Debüt des französischen Regisseurs Pascal Chaumeil ("Der Auftragslover"). In der schwarzhumorigen Tragikomödie geht es um vier untereinander nicht bekannte Personen, die in der Silvesternacht zufällig auf einem Londoner Hochhausdach aufeinandertreffen, wo sie alle ihren Leben ein Ende setzen wollen. Verkörpert wird dieses unheilvolle Quartett von Ex-Bond Pierce Brosnan, Toni Collette ("Ganz weit hinten"), Aaron Paul (TV-Serie "Breaking Bad") und Imogen Poots ("28 Weeks Later"), in weiteren Rollen sind Rosamund Pike ("Jack Reacher") und Sam Neill ("Wimbledon") zu sehen.

"In Fear":
Ebenso wie "Snowpiercer" läuft der britische Psycho-Horrorfilm "In Fear" von TV-Regisseur Jeremy Lovering ("Sherlock", "Miss Austen Regrets") noch bis Ende März im Rahmen der Fantasy Filmfest Nights, direkt im Anschluß ist er dann auch regulär in den Kinos zu sehen: In dem Schocker geht es ganz klassisch um ein junges Pärchen, das allerdings erst seit zwei Wochen zusammen ist und ein erstes romantisches Wochenende in einem abgelegenen Hotel verbringen will – nunja, zumindest will er das, sie ist weniger begeistert. Die Spannungen zwischen den beiden steigern sich, als sie das Ziel ihrer Reise trotz zahlreicher Wegweiser einfach nicht erreichen, sich stattdessen hoffnungslos in einem labyrinthischen Straßennetz verfahren und schließlich auch noch von einem bedrohlichen Unbekannten belästigt werden ...

"Moliére auf dem Fahrrad":
Philippe Le Guays ("Nur für Personal!") Komödie über zwei Schauspieler – einer (Fabrice Luchini, "Das Schmuckstück") ein ausgebrannter Ex-Star, der andere (Lambert Wilson, "Matrix Revolutions") auf dem Höhepunkt seiner Karriere – und ihre Bemühungen, Moliéres berühmtes Theaterstück "Der Menschenfeind" auf die Bühne zu bringen, hat in Frankreich mehr als eine Million Kinozuschauer gefunden.

10. April:
"Super-Hypochonder":
Im Jahr 2008 lockte die warmherzige innerfranzösische Culture Clash-Komödie "Willkommen bei den Sch'tis" für 20,5 Millionen Kinozuschauer in Frankreich an und immerhin rund 2,5 Millionen in Deutschland. Nun sorgte auf der Münchner Filmwoche (auf der den deutschen Kinobetreibern von den Verleihern die vielversprechendsten Filme des Jahres vorgestellt werden) dessen Regisseur, Drehbuch-Autor und Hauptdarsteller Dany Boon mit seiner neuen Komödie "Super-Hypochonder" für Begeisterung. Die Story – Mittvierziger (Boon) sucht mithilfe eines Psychiaters ("Sch'tis"-Co-Star Kad Merad) seine Traumfrau – mag recht beliebig klingen, soll aber in den in München gezeigten Ausschnitten unfaßbar witzig gewesen sein. In Frankreich haben sich bereits in den ersten drei Wochen über 4 Millionen Kinobesucher amüsiert.

"The LEGO Movie" (3D):
Seit einigen Jahren ist eine ganze Reihe von PC- und Videospielen sehr erfolgreich, die den Spieler auf humorvoll-parodistische Art und Weise in Lego-Bausteinoptik beliebte Filmreihen wie "Der Herr der Ringe", "Indiana Jones" oder "Harry Potter" nacherleben läßt. Kein Wunder, daß Warner Bros. nun versucht, dieses Erfolgsrezept auch ins Kino zu bringen. Die Regie hat man mit Phil Lord und Chris Miller ("Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen 1 + 2") zwei animationsfilmerfahrenen Männern überlassen und die Handlung über eine ganz gewöhnliche Lego-Figur namens Emmet, die ungewollt zum entscheidenden Mann im Kampf gegen einen bösen Tyrannen (mit dem wenig subtilen Namen "President Business", im Original gesprochen von Komiker Will Ferrell) wird, könnte in diesem Rahmen durchaus funktionieren. Zumal diverse DC-Comichelden wie Superman (Channing Tatum), Batman (Will Arnett), Wonder Woman (Cobie Smulders) oder Green Lantern (Jonah Hill) Emmet zur Seite stehen und die US-Kritiken überraschenderweise phänomenal ausgefallen sind.

"Divergent – Die Bestimmung":
Der nächste Bewerber um den Thron des "Young Adult"-Subgenres wurde von dem "The Illusionist"-Regisseur Neil Burger inszeniert und handelt auf Grundlage einer Bestseller-Reihe von Veronica Roth von einer dystopischen Zukunft, in der alle Menschen im Alter von 16 Jahren anhand ihrer Persönlichkeit unabänderlich einer von fünf Fraktionen (selbstlos, ehrlich, friedlich, intelligent, mutig) zugeordnet werden. Als es bei Tris (Shailene Woodley, "The Descendants") so weit ist, ergibt ihr Test keine klare Zugehörigkeit, was extrem selten vorkommt und bedeutet, daß sie ihren Platz in der Gesellschaft erst finden muß. Daß diese Story dem derzeitigen Platzhirsch "Die Tribute von Panem" die Stirn bieten kann, dürfte eher unwahrscheinlich sein; aber allein die Tatsache, daß die für ihre sorgfältige Rollenwahl bekannte OSCAR-Gewinnerin Kate Winslet ("Movie 43" ignorieren wir einfach mal großzügig) mitspielt, spricht dafür, daß "Divergent" zumindest gut genug laufen könnte, um die bereits für 2015 und 2016 geplanten Fortsetzungen "Insurgent" und "Allegiant" Realität werden zu lassen.

"Sabotage":
Nach mehreren kommerziell wenig erfolgreichen Versuchen ("The Last Stand", "Escape Plan") versucht Arnold Schwarzenegger ein weiteres Mal, sein Comeback als Actionheld so richtig zu befeuern. Unter der Regie von David Ayer ("End of Watch", "S.W.A.T.") verkörpert er einen Drogenfahnder, der mit seinem Team selbst ins Visier skrupelloser Drogenbarone gerät. Klingt nicht gerade nach einem OSCAR-verdächtigen Drehbuch, sollte aber genügend Stoff für einen routinierten Actionfilm hergeben. In weiteren Rollen sind u.a. Sam Worthington ("Avatar", "Last Night"), Terrence Howard ("Iron Man"), Olivia Williams ("Hyde Park am Hudson") und Max Martini ("Pacific Rim") zu sehen.

"Spuren – Tracks":
In diesem auf wahren Geschehnissen beruhenden australischen Abenteuerfilm hat Arthouse-Darling Mia Wasikowska ("Stoker", "Jane Eyre") die heimischen Kritiker bereits beeindruckt mit ihrer Darstellung der jungen Robyn Davidson, die im Jahr 1977 zu Fuß halb Australien durchqueren will, nur begleitet von einem "National Geographic"-Photographen (Adam Driver, "Inside Llewyn Davis"), einem Hund und vier Kamelen. Regie führte John Curran ("Der bunte Schleier").

"Die Poetin":
Miranda Otto (Éowyn in den "Der Herr der Ringe"-Filmen) verkörpert in diesem Arthouse-Biopic des brasilianischen Regisseurs Bruno Barreto ("Vier Tage im September") die titelgebende US-Dichterin und spätere Pulitzer-Preisträgerin Elizabeth Bishop, die Anfang der 1950er Jahre unter einer Schreibblockade leidet. Beim Versuch, sich abzulenken, landet sie in Brasilien, wo sie die lesbische Architektin Lota de Macedo Soares (Glória Pires) kennenlernt, von der sie sich sofort angezogen fühlt.

17. April:
Nachdem der erste Teil des Spider-Man-Reboots aufgrund des erneuten Durchnudelns der bereits aus Sam Raimis "Spider-Man" sattsam bekannten Anfänge der Verwandlung des Schülers Peter Parker (Andrew Garfield, "The Social Network") in einen mit Spinnenkräften ausgestatteten Superhelden vom Publikum noch eher verhalten aufgenommen wurde, könnte Regisseur Marc Webb ("(500) Days of Summer") Peters Geschichte nun so richtig Fahrt aufnehmen lassen. Jedenfalls widmet er sich "neuen" (im Sinne von: in Raimis Trilogie nicht verwendeten) Bösewichten wie dem untertitelstiftenden Electro (Jamie Foxx, "Collateral") und Rhino (Paul Giamatti), auch die Trailer sehen recht vielversprechend aus. Peters bester Freund Harry Osborn (Dane DeHaan, "Chronicle") und sein Unternehmer-Vater Norman (Chris Cooper, "Die Muppets") werden ebenfalls eingeführt – das birgt zwar wiederum leichte Déjà-vu-Gefahr (in Raimis Filmen wurden sie ja bereits von James Franco respektive Willem Dafoe verkörpert), gehört aber letztlich wohl zur Figur Spider-Man einfach dazu.

"Dom Hemingway":
In dem Comedy-Drama von Regisseur und Autor Richard Shepard ("Mord und Margaritas") glänzt Jude Law ("Sherlock Holmes") als Londoner Safeknacker, der sich nach Verbüßung einer langjährigen Haftstrafe eigentlich in ein bürgerliches Leben zurückziehen will, dafür aber erst einmal bei seinem früheren Boß (Demián Bichir, "Taffe Mädels") seinen Anteil am letzten Raubzug einfordert. Doch ganz so leicht ist es nicht, sich aus der Kriminalität endgültig zu verabschieden ...

"Die schwarzen Brüder":
Der schweizerische Regisseur Xavier Koller ("Reise der Hoffnung") hat das gleichnamige, während des Zweiten Weltkrieges erschienene historische Jugendbuch von Lisa Tetzner und Kurt Kläber über einen Jungen aus der Schweiz namens Giorgio (Fynn Henkel), der im 19. Jahrhundert von seiner Familie aus Geldnot als "Kaminfegerbub" nach Italien verkauft wird, aufwendig verfilmt. Auch die Besetzung ist hochkarätig ausgefallen: Moritz Bleibtreu ("World War Z") als fieser Kinderhändler sowie Waldemar Kobus ("Wickie und die starken Männer"), Richy Müller ("Poll") und Jungstar Ruby O. Fee (TV-Serie "Allein gegen die Zeit") sorgen für schauspielerische Klasse.

"Lauf Junge lauf":
Mit seinen Dokumentarfilmen "Heimspiel", "Höllentour", "Am Limit" und "Joschka und Herr Fischer" hat der deutsche Regisseur Pepe Danquart viel Lob eingeheimst, seine Ausflüge ins Spielfilmfach ("Semana Santa", "Basta – Rotwein oder Totsein") verliefen weniger erfolgreich. Dabei müßte er es eigentlich können, schließlich gewann er 1994 für seinen bitterbösen Kurzfilm "Schwarzfahrer" sogar einen OSCAR. Vielleicht gelingt ihm ja mit "Lauf Junge lauf" (basierend auf dem grammatikalisch korrekt betitelten Jugendroman "Lauf, Junge, lauf" von Uri Orlev) der große Wurf, in dem die wahre Geschichte des neunjährigen jüdischen Jungen Srulik erzählt wird, der 1942 aus dem Warschauer Ghetto flieht und bis Kriegsende einfach nur versucht, am Leben zu bleiben. Danquart hat sowohl Autor Orlev als auch den inzwischen über 80-jährigen Yoram Friedman – den "echten" Srulik – getroffen, was auf eine authentische Erzählweise der aufwendigen deutsch-polnisch-französischen Co-Produktion hoffen läßt. Die (hierzulande) bekanntesten Darsteller sind übrigens Rainer Bock ("Inglourious Basterds") und Jeanette Hain ("Poll").

"Yves Saint Laurent":
Der junge französische Schauspieler und Regisseur Jalil Lespert hat den Karrierebeginn des legendären Modedesigners verfilmt. Pierre Niney ("Die anonymen Romantiker") spielt dabei die Titelrolle, Klaus Kinskis Sohn Nikolai ("Klimt") ist als junger Karl Lagerfeld zu sehen. Das Ganze ist  in Frankreich mit weit über einer Millionen Kinobesuchern ein Hit.

24. April:
"Transcendence":
Als Kameramann hat Wally Pfister den Look von Filmen wie "Insomnia", "The Dark Knight", "Inception" oder "Moneyball" geprägt, nun wagt er sich an sein Regiedebüt – und geht dabei gleich in die Vollen. Für mehr als $100 Mio. hat er einen (hoffentlich) anspruchsvollen philosophischen Science Fiction-Thriller geschaffen, in dem Johnny Depp ("Charlie und die Schokoladenfabrik") als weltweit führender Wissenschaftler für künstliche Intelligenz agiert. Dessen technologische Erfolge führen allerdings dazu, daß sein Körper von Fanatikern getötet wird – sein Gehirn kann von seiner Ehefrau (Rebecca Hall, "Iron Man 3") gerettet und mit einem Computer verbunden werden. Weitere Rollen spielen Morgan Freeman ("Oblivion"), Cillian Murphy ("The Dark Knight Rises"), Paul Bettany ("Ritter aus Leidenschaft") und Kate Mara ("Brokeback Mountain"). In den USA entpuppte sich der Film als großer Flop, zu dem auch die schlechten Kritiken beigetragen haben dürften.

"Miss Sixty":
Iris Berben (TV-Reihe "Rosa Roth") verkörpert in dieser etwas reiferen romantischen Komödie – dem Regiedebüt der "Rammbock"-Produzentin Sigrid Hoerner – die engagierte und erfolgreiche Molekular-Biologin Luise, die im Alter von 60 Jahren feststellt, daß sie vor lauter Arbeiten nie so richtig gelebt hat. Das will sie ändern und vielleicht sogar eine Beziehung mit einem Galeristen (Edgar Selge, "Poll") beginnen, der allerdings eigentlich auf jüngere Frauen steht.

"Ride Along":
Die afroamerikanisch geprägte Actionkomödie von Tim Story ("Fantastic Four") dürfte in Europa eine eher limitierte Kinoauswertung erfahren – dabei klingt die Story über den vorlauten High School-Sicherheitsmann Ben (Kevin Hart, "Denk wie ein Mann"), der gemeinsam mit seinem Schwiegerbruder in spe, dem Polizisten James (Ice Cube, "21 Jump Street"), 24 Stunden lang auf Streife gehen muß, um sich dessen Schwester (Tika Sumpter, "Der perfekte Ex") würdig zu erweisen, als könne sie recht unterhaltsam sein. Zumal Hart und Ice Cube eine interessante Paarung sind, die Erinnerungen an die Buddy-Movies der 1980er Jahre ("Bevery Hills Cop", "Nur 48 Stunden") weckt. In den USA ist der Film jedenfalls trotz mieser Kritiken ein Hit.

"Irre sind männlich":
Komödien aus Deutschland über die Rolle der Geschlechter in der modernen Gesellschaft sind wahrlich nicht neu, aber vielleicht findet Regisseur Anno Saul ("Wo ist Fred"?) ja doch noch einen halbwegs innovativen Kniff für seinen mit Josefine Preuß ("Türkisch für Anfänger"), Fahri Ogün Yardim ("Der Medicus"), Marie Bäumer ("Der Schuh des Manitu") und Milan Peschel ("Schlußmacher") recht vielversprechend besetzten Beitrag zum arg strapazierten Genre. Der Trailer wirkt allerdings ziemlich generisch.

"20 Feet from Stardom":
Der Dokumentarfilm über Background-Sängerinnen von Stars wie Bruce Springsteen, Sting oder Mick Jagger gewann den OSCAR und setzte sich dabei gegen hochkarätige Konkurrenz durch. Als Geheimfavorit galt der Film von Morgan Neville aber sowieso, denn die Kritiken fielen fast ausnahmslos positiv aus und der Feelgood-Charakter der Story sowie die musikalische Qualität kamen auch beim zahlenden Publikum hervorragend an.


"Tao jie – Ein einfaches Leben":
In der bereits 2011 gedrehten und seitdem vielfach prämierten chinesischen Tragikomödie von Ann Hui ("Sommerschnee") verkörpert Deannie Ip ("Master der Shaolin") die selbstlose Waise Chun, die eigentlich nie eine wirkliche Familie hatte. Inzwischen ist sie seit fast 40 Jahren als Haushaltshilfe bei der Familie Leung tätig, doch als sie einen Schlaganfall hat, erhält sie wenig Hilfe. Nur Roger Leung (Andy Lau, "Infernal Affairs") steht ihr bei, als sie ins Altersheim muß.

"The Invisible Woman":
In Ralph Fiennes' zweiter Regiearbeit (nach der Shakespeare-Adaption "Coriolanus") spielt er selbst den britischen Schriftsteller Charles Dickens ("Eine Weihnachtsgeschichte", "Oliver Twist"), der sich in die deutlich jüngere Schauspielerin Nelly (Felicity Jones, "In guten Händen") verliebt und eine Affäre mit ihr eingeht. Für die Kostüme gab es eine OSCAR-Nominierung.

So viel also zu den deutschen Kinostarts der Monate März und April. Im Mai beginnt dann auch schon wieder die Summer Season mit ihren vielen Großproduktionen aus Hollywood – die ich in ein bis zwei Monaten im ersten Teil meiner großen Sommervorschau näher vorstellen werde.


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