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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

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Montag, 21. Mai 2012

Neues aus Hollywood (20/2012)

Da erfreulicherweise bereits diesen Donnerstag der gefeierte Cannes-Eröffnungsfilm "Moonrise Kingdom" in Deutschland startet, werde ich dessen Regisseur Wes Anderson – der zu meinen absoluten Lieblings-Regisseuren zählt – eine Themenwoche mit Rezensionen seiner früheren Filme widmen.

Aber zunächst wie gewohnt zu ausgewählten Neuigkeiten aus der Welt des Films aus der vergangenen Woche:

- Im September sollen in New York die Dreharbeiten zu der Komödie "The Angriest Man in Brooklyn" beginnen, die eine durchaus beeindruckende Besetzung vorzuweisen hat: Altstar Robin Williams ("Club der toten Dichter", "Mrs. Doubtfire") übernimmt die Hauptrolle eines Patienten, dem von einer Vertretungsärztin fälschlicherweise mitgeteilt wird, er habe nur noch 90 Minuten zu leben. Während die Ärztin, nachdem sie ihr verhängnisvolles Versehen bemerkt hat, verzweifelt versucht, ihn zu finden und aufzuklären, will er die Fehler seiner Vergangenheit wiedergutmachen. Mila Kunis ("Black Swan", "Freunde mit gewissen Vorzügen") wird die Ärztin spielen, weitere Rollen gingen an Peter Dinklage ("Game of Thrones", "Station Agent"), OSCAR-Gewinnerin Melissa Leo ("The Fighter", "Frozen River") und OSCAR-Nominee James Earl Jones ("Conan der Barbar", die Stimme von Darth Vader in "Star Wars"). Auch die Inszenierung verantwortet mit Phil Alden Robinson ("Der Anschlag", "Feld der Träume", "Sneakers") ein echter Hochkaräter, der zwar nur selten Regie führt – "The Angriest Man in Brooklyn" wird erst sein sechster Film sein –, dann aber meist Qualitätsarbeit abliefert. Das Drehbuch steuert der bisher meist im TV tätige Daniel Taplitz ("Red Dog", "Black River") bei, Kinostart wird höchstwahrscheinlich 2013 sein.

- 1952 veröffentlichte die berühmte Krimi-Autorin Patricia Highsmith ("Der talentierte Mr. Ripley") unter Pseudonym ihren Roman "The Price of Salt", eine der ersten homosexuellen Liebesgeschichten der Literaturhistorie. Diese wird nun als "Carol" vom irischen Regisseur John Crowley ("Boy A") für die Leinwand adaptiert. Die Hauptrollen der beiden lesbischen Liebenden übernehmen zwei der derzeit renommiertesten Schauspielerinnen Australiens: Cate Blanchett ("Der Herr der Ringe", "Elizabeth") spielt die titelgebende Carol, beschrieben als eine reiche, in einer unglücklichen Ehe gefangene Frau, während Jungstar Mia Wasikowska ("Alice im Wunderland", "Jane Eyre") die junge Verkäuferin Therese verkörpert. Das Drehbuch stammt von der unbekannten Phyllis Nagy, deren bislang einziges Skript das zum amerikanischen TV-Thriller "Mrs. Harris" aus dem Jahr 2005 ist. Da die Dreharbeiten erst im Februar 2013 in London und New York beginnen sollen, wird "Carol" frühestens Ende 2013 in die Kinos kommen.

- Die Meldung, daß sich ein Remake von Dario Argentos (in Deutschland in der ungeschnittenen Fassung noch immer indiziertem) Horror-Klassiker "Suspiria" aus dem Jahr 1977 in Planung befindet, gehört normalerweise zu jenen Neuigkeiten, bei denen die meisten Filmfans resigniert die Augen verdrehen, weil die meisten dieser Remakes deutlich schlechter ausfallen als die Vorlagen. Bei "Suspiria" lassen allerdings Regisseur und Darstellerriege zumindest hoffen, daß das Resultat ansehnlich werden könnte. Die Inszenierung übernimmt Komödienspezialist David Gordon Green ("Ananas Express", "Your Highness"), was eine sehr ungewöhnliche Wahl ist, die aber zumindest neugierig macht. Noch interessanter ist die hochkarätige internationale Besetzung, zu der die diesjährige OSCAR-Nominee Janet McTeer ("Albert Nobbs", "Die Frau in Schwarz") aus England, die Französin Isabelle Huppert ("Die Klavierspielerin"), der Schwede Michael Nyqvist ("Mission: Impossible – Phantom Protokoll", männlicher Hauptdarsteller der schwedischen "Millennium"-Trilogie nach Stieg Larsson) und die Deutsche Antje Traue ("Pandorum", 2013 im neuen Superman-Film "Man of Steel" zu sehen) zählen. Die Hauptrolle einer jungen Amerikanerin, die neu an eine renommierte Schule in Europa kommt und dort bald Zeugin grausiger Vorfälle wird, übernimmt Isabelle Fuhrman ("Die Tribute von Panem"). In Argentos Original handelte es sich um eine Ballettschule, davon ist in der Kurzbeschreibung des Studios über die Neuverfilmung allerdings nichts zu lesen. Das Drehbuch verantwortet David Gordon Green selbst gemeinsam mit Christof Gebert, der bisher in Hollywood vor allem als Tonexperte in Erscheinung trat. Kinostart wird voraussichtlich 2013 sein.

- Brad Silberling, Regisseur von (ehrlich gesagt eher mittelmäßigen) Filmen wie "Lemony Snicket", "Casper" und "Stadt der Engel", hat sich als nächstes Projekt nach längerer Pause einen dramatischen Thriller vorgenommen, dessen Drehbuch er selbst verfaßt hat: In "An Ordinary Man" spielt der Ire Brendan Gleeson ("Braveheart", "The Guard", "Brügge sehen ... und sterben?") einen Kriegsverbrecher, der sich vor seinen Häschern versteckt. Sein einziger menschlicher Kontakt ist sein Zimmermädchen (Abbie Cornish, "Bright Star", "Sucker Punch"). Eine ungewöhnliche Handlung mit Kammerspielatmosphäre, zwei starke Hauptdarsteller – das könnte was werden. Geplanter Kinostart ist erst 2014.

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