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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Montag, 25. September 2017

TV-Tips für die Woche 39/2017

Montag, 25. September:
Arte, 20.15 Uhr: "Paper Moon" (1973)
Peter Bogdanovichs ("Is' was, Doc?") Filmklassiker der 1970er Jahre ist eine in schwarzweiß gefilmte Roadmovie-Tragikomödie über einen Trickbetrüger während der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren, der sich überreden läßt, eine gerade zur Waise gewordene Neunjährige zu Verwandten zu bringen - stattdessen wird sie bald zu seiner Komplizin, als sich herausstellt, daß man ihm seine kleinen Betrügereien viel eher abkauft, wenn er ein süßes Kind dabei hat ... Einmal abgesehen von der gewitzten und warmherzigen Art der Erzählung funktioniert "Paper Moon" - aktuell auf Platz 210 in den IMDb Top 250 der besten Filme aller Zeiten - besonders deshalb so gut, weil die beiden Protagonisten sensationell miteinander harmonieren. Was kein Wunder ist, denn es handelt sich um Vater ("Love Story"-Star Ryan O'Neal) und Tochter (Tatum O'Neal), wobei Tatum ihrem Vater locker die Schau stiehlt und dafür mit einem sehr verdienten OSCAR belohnt wurde (als bis dahin jüngste Gewinnerin überhaupt)!

Arte, 21.55 Uhr: "Jugend ohne Jugend" (2007)
Free-TV-Premiere von Francis Ford Coppolas ("Der Pate"-Trilogie, "Apocalypse Now") Mystery-Drama über einen lebensmüden Professor der Sprachwissenschaft (Tim Roth), der während des Zweiten Weltkrieges nach einem Blitzschlag plötzlich nur noch halb so alt aussieht wie die 70 Jahre, die er bereits auf dem Buckel hat - und weiterhin immer jünger zu werden scheint. Außerdem entwickelt er merkwürdige, übernatürliche Fähigkeiten, die ihn ins Visier der Nazis bringen. Die Prämisse klingt ein wenig nach "Der seltsame Fall des Benjamin Button" oder "Für immer Adaline", doch Coppola legt deutlich mehr Wert auf eine allegorisch-philosophische Betrachtungsweise - was wohl zu Lasten des Unterhaltsamkeitsgrads seines Films geht. Die Kritiken fielen dementsprechend mittelmäßig aus und kommerziell erwies sich "Jugend ohne Jugend" als Flop, als Alterswerk eines grandiosen Filmemachers ist er jedoch für Cineasten sicherlich interessant - ich werde ihn mir jedenfalls anschauen. Die weibliche Hauptrolle spielt Alexandra Maria Lara, mit Bruno Ganz und André Hennicke sind weitere deutschsprachige Stars in größeren Rollen vertreten.


Dienstag, 26. September:
RTL Nitro, 22.05 Uhr (um drei Minuten geschnitten; ungekürzte Wiederholung in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag um 0.25 Uhr): "28 Weeks Later" (2007)
Siehe meine Empfehlung von September 2015 für die sehr gelungene Zombiefilm-Fortsetzung mit Rose Byrne und Jeremy Renner.

Außerdem:
Shutter Island (Leo DiCaprio und Mark Ruffalo ermitteln in Martin Scorseses stimmungsvoller Schauermär in den 1950er Jahren in einer auf einer kleinen Insel gelegenen Irrenanstalt; 20.15 Uhr um fast acht Minuten gekürzt bei Tele 5, ungeschnittene Wiederholung am Mittwoch um 22.00 Uhr)
Philomena (Stephen Frears' vierfach OSCAR-nominierte Tragikomödie über eine von Judi Dench verkörperte alte irische Dame, die mit der Hilfe eines schnöseligen Journalisten ihren ihr vor Jahrzehnten von der katholischen Kirche weggenommenen Sohn sucht; 22.45 Uhr in der ARD)

Mittwoch, 27. September:
Arte, 0.10 Uhr: "Ein Abendessen mit dem Teufel" (1992)
Free-TV-Premiere (als Originalfassung mit deutschen Untertiteln) des französischen Historien-Kammerspiels von Édouard Molinaro ("Ein Käfig voller Narren"), in dem auf der Grundlage eines Theaterstücks gezeigt wird, wie nach der Niederlage Napoleons bei der Schlacht von Waterloo 1815 Außenminister und Polizeiminister beim Essen über die Zukunft Frankreichs debattieren. Hochkarätig besetzt mit dem dieses Jahr verstorbenen Claude Rich ("D'Artagnans Tochter", Miraculix in "Asterix & Obelix: Mission Kleopatra") und Claude Brasseur ("La Boum") in den Hauptrollen sowie Ticky Holgado ("Die Stadt der verlorenen Kinder", "Mathilde - Eine große Liebe") und Alexandra Vandernoot ("Ein Mann sieht Rosa", TV-Serie "Highlander") in weiteren Rollen.

Außerdem:
Sein letztes Rennen (wenig originelle, aber überzeugend umgesetzte deutsche Tragikomödie, in der Dieter Hallervorden als Ex-Marathonstar, der in hohem Alter noch ein allerletztes Rennen bestreiten will, brilliert; 20.15 Uhr bei Arte)

Donnerstag, 28. September:
3sat, 22.25 Uhr: "Hurricane" (1999)
Denzel Washington glänzt in diesem engagierten, aber sehr konventionell in Szene gesetzten (und die Realität recht frei interpretierenden) Mix aus Boxerfilm und Rassismusdrama als (real existierender) Boxer "Hurricane" Carter, der Mitte der 1960er Jahre unschuldig wegen Mordes verurteilt wurde und jahrzehntelang um seine Rehabilitierung kämpfte.

Tele 5, 23.15 Uhr: "Chaos on the Bridge" (2014)
Free-TV-Premiere der von William Shatner inszenierten Doku über den steinigen Weg, "Star Trek: Die nächste Generation" ins Fernsehen zu bringen.

Freitag, 29. September:
3sat, 22.25 Uhr: "Wie ein wilder Stier" (1980)
Keine kurzfristige Programmänderung, sondern reiner Zufall: Genau 10 Tage nach dem Tod von Boxlegende Jake La Motta im Alter von 96 Jahren zeigt 3sat wieder einmal Martin Scorseses kunstvolles Biopic über das von Höhen und Tiefen durchsetzte Leben des Ex-Weltmeisters - kongenial und OSCAR-gekrönt verkörpert von Robert De Niro! Aktuell auf Platz 122 in den IMDb Top 250.

BR, 23.50 Uhr: "Robinson soll nicht sterben" (1957)
Die deutschsprachigen Superstars Romy Schneider und Horst Buchholz agieren in Josef von Bákys ("Münchhausen") Adaption eines Theaterstücks, in dem der "Robinson Crusoe"-Autor Daniel Defoe (Erich Ponto) im Alter verarmt in London lebt. Buchholz ist sein entfremdeter Sohn Tom, Schneider spielt die hart arbeitende Tochter von Defoes Vermieterin.

Außerdem:
Resident Evil: Retribution (Milla Jovovichs fünfter Einsatz als Zombiejägerin beginnt stark, läßt dann aber auch stark nach; 23.00 Uhr bei Pro 7)

Samstag, 30. September:
Servus TV, 22.05 Uhr: "The Virgin Suicides - Verlorene Jugend" (1999)
Mit ihrem Langfilm-Regiedebüt, einem beschwingt präsentierten, jedoch niederschmetternden Familien- und Gesellschaftsdrama, etablierte sich Francis Ford Coppolas Tochter Sofia auf Anhieb als ernstzunehmende Filmemacherin. In der Adaption des Romans "Die Selbstmord-Schwestern" von Jeffrey Eugenides geht es um die Familie Lux, die in den 1970er Jahren in Detroit lebt. Als die mit 13 Jahren jüngste der fünf von den puritanischen Eltern (James Woods und Kathleen Turner) streng von der Außenwelt abgeschirmten Töchter (die zweitälteste, die die größte Rolle innehat, wird von Kirsten Dunst verkörpert) einen Selbstmordversuch überlebt, folgen die Eltern dem Rat einer Psychologin, den Sprößlingen mehr Umgang mit Gleichaltrigen zu erlauben - mit fatalen Folgen ...

ZDF Neo, 23.10 Uhr: "Heat" (1995)
Michael Manns komplexes Thriller-Meisterwerk (Platz 123 in den IMDb Top 250) zählt ohne jeden Zweifel zu den besten Vertretern des Genres. Das erbitterte, aber durchaus respektvolle Duell zwischen Cop (Al Pacino) und Bankräuber (Robert De Niro) begeistert mit pausenloser Hochspannung, für Genreverhältnisse vielschichtigen Figuren und einem der spektakulärsten und besten Shootouts der Filmgeschichte!

Außerdem:
John Carter - Zwischen zwei Welten (kommerziell geflopptes, jedoch durchaus sehenswertes High Budget-Mars-Abenteuer nach Büchern des "Tarzan"-Autors Edgar Rice Burroughs; 20.15 Uhr bei VOX)

Sonntag, 1. Oktober:
Arte, 20.15 Uhr: "Gosford Park" (2001)
"Downton Abbey"-Fans sollten sich sofort zurechtfinden in dieser eleganten Krimikomödie von Robert Altman (nach einem OSCAR-gekrönten Drehbuch von "Downton Abbey"-Schöpfer Julian Fellowes), in der in einem britischen Landhaus zu Beginn der 1930er Jahre ein Mordfall der Aufklärung harrt. Mit den für ihn so typischen bissig-sarkastischen Dialogen, dem Kontrast zwischen Oberschicht und Bediensteten sowie leicht schrulligen Charakteren sorgt Fellowes in Verbindung mit Altmans spielerischem Inszenierungsstil für eine clevere und sehr humorvolle Variation klassischer Agatha Christie-Krimis, die mit der Crème de la Crème der britischen Schauspielzunft besetzt ist, darunter Dame Maggie Smith, Helen Mirren, Clive Owen, Kristin Scott Thomas ("Der englische Patient"), Michael Gambon (Professor Dumbledore in der "Harry Potter"-Reihe), Charles Dance (Tywin Lannister in "Game of Thrones"), Emily Watson, Kelly Macdonald ("Trainspotting"), Sir Derek Jacobi ("Gladiator"), Alan Bates und Stephen Fry (als Polizei-Inspektor).

Tele 5, 22.40 Uhr: "Tanz der Teufel 2" (1987)
Die Fortsetzung des seit kurzem nicht mehr indizierten Kult-Horrorfilms von Sam Raimi ist im Grunde genommen eher ein aufgemotztes Remake, bei dem allerdings noch deutlich an der Irrsinns-Schraube gedreht wurde - was die Geschichte um den von Dämonen bedrohten Ash (erneut: Bruce Campbell) deutlich humorvoller macht und insgesamt prima funktioniert. Groovy!

Außerdem:
Kingsman: The Secret Service (die wohl schwächere Fortsetzung läuft aktuell im Kino, dies ist der brillante erste Teil der actionreichen Spionagefilmparodie mit Colin Firth in seiner coolsten Rolle; um 20.15 Uhr um etwa sieben Minuten gekürzt bei Pro 7, ungeschnittene Wiederholung am Dienstag um 22.45 Uhr)
Sherlock Holmes (Guy Ritchies erstes Action-Abenteuer mit Robert Downey Jr. als Sherlock Holmes und Jude Law als Mr. Watson; 22.35 Uhr bei Pro 7)
Poseidon (visuell eindrucksvolles, aber narrativ enttäuschendes Katastrophenfilm-Remake, das Wolfgang Petersens Hollywood-Karriere ein jähes Ende bescherte; 22.45 Uhr bei SAT. 1)

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