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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Dienstag, 3. November 2015

Neues aus Hollywood (44/2015)

Heute wiederum mit drei Meldungen:

  • Im Lauf der Jahre gab es zahlreiche Filme, Serien oder Mini-Serien über den 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, John F. Kennedy. Teils standen er und entweder seine Politik ("Thirteen Days", TV-Serie "Die Kennedys") oder sein Tod durch einen Scharfschützen ("JFK – Tatort Dallas", "Parkland") im Mittelpunkt, öfter war er "nur" eine wichtige Nebenfigur (zuletzt etwa in "Der Butler"). Auch seine Ehefrau Jacqueline "Jackie" Kennedy kommt in vielen dieser Werke vor, spielt dabei aber meist die zweite Geige. Nachdem es immerhin bereits einige TV-Produktionen über die Stilikone der 1960er Jahre gibt, soll sie nun erstmals im Zentrum eines Kinofilms stehen. Genau genommen geht es im Drehbuch von Noah Oppenheim ("Maze Runner") um die logischerweise sehr schwierigen vier Tage zwischen der Ermordung ihres Ehemannes im November 1963 und seiner Beerdigung. Regie führt der Chilene Pablo Larraín, dessen Politdrama "No" 2013 für den Auslands-OSCAR nominiert war, zu den Produzenten zählt Darren Aronofsky. Dessen "Black Swan"-Hauptdarstellerin Natalie Portman wird Jackie Kennedy verkörpern (ursprünglich war Rachel Weisz für die Rolle vorgesehen), während Peter Sarsgaard ("Blue Jasmine") JFKs Bruder Robert Kennedy spielt und Greta Gerwig ("To Rome with Love") eine Assisstentin Jackies. Die Dreharbeiten sollen Ende des Jahres beginnen, der breite US-Kinostart ist für Anfang 2017 vorgesehen; sollte der Film gut genug werden, um in der Awards Season 2016/2017 eine Rolle zu spielen, dürfte das auf Ende 2016 vorverlegt werden.

  • Während "Jackie" ein intimes Charakterdrama werden dürfte, geht es bei dem vermutlich übernächsten Film (nach der "Alice im Wunderland"-Fortsetzung) von Portmans ebenfalls OSCAR-gekrönter Kollegin Anne Hathaway ("Les Misérables") einige Nummern größer zu. Das merkt man schon am Namen, denn sie wird die weibliche Hauptrolle in dem Science Fiction-Actionthriller "Colossal" spielen. Die vom spanischen Regisseur und Drehbuch-Autor Nacho Vigalondo ("Timecrimes", "Open Windows") erdachte Geschichte wird nicht unambitioniert als Mischung aus "Godzilla" und "Lost in Translation" beschrieben und handelt von der scheinbar stinknormalen New Yorkerin Gloria (Hathaway), die sich gerade von ihrem Freund getrennt hat, als sie völlig unerwartet erkennen muß, daß sie eine unerklärliche mentale Verbindung zu einem gigantischen Monster hat, das die südkoreanische Hauptstadt Seoul terrorisiert! Gloria versucht in der Folge, die Bedeutung dieser merkwürdigen Verbindung zu ergründen, um nach Möglichkeit weitere Zerstörungen durch die Kreatur zu verhindern. Als Glorias Ex-Freund, der sie noch lange nicht aufgegeben hat, agiert Dan Stevens ("The Guest", TV-Serie "Downton Abbey"), weitere größere Rollen gingen an Tim Blake Nelson ("Der unglaubliche Hulk"), Jason Sudeikis ("Wir sind die Millers") und Newcomer Austin Stowell (in Kürze mit Spielbergs "Bridge of Spies" in den deutschen Kinos vertreten). Die Dreharbeiten im kanadischen Vancouver haben bereits begonnen, als Starttermin wird bislang nur "2016" angegeben (vor der zweiten Jahreshälfte dürfte es aber kaum klappen).

  • Abschließend wieder zurück in die Arthouse-Gefilde, denn Jeff Nichols ist derzeit einer der profiliertesten Arthouse-Filmemacher der USA. Das hat der erst 36-Jährige in den letzten Jahren mit dem Thriller-Drama "Shotgun Stories" ebenso bewiesen wie mit dem Endzeit-Kammerspiel "Take Shelter" und dem Coming of Age-Film "Mud". Bereits abgedreht hat Nichols auch die futuristische Vater-Sohn-Geschichte "Midnight Special", die Ende November ihre Premiere feiern wird. Nichols' nächstes Projekt wird das Liebes- und Rassismus-Drama "Loving", das die wahre Geschichte des gemischtrassigen Liebespaares Loving (ja, nomen est omen) erzählt, das in Virginia wegen seiner rechtswidrigen Heirat im Jahr 1958 im Gefängnis landete und später den konservativen Bundesstaat jahrelang verlassen mußte, während es vor Gericht um Gerechtigkeit kämpfte. Eine spannende Story, die leider nicht allzu viel von ihrer Aktualität verloren hat, auch wenn natürlich heutzutage gemischtrassigen Paaren keine Gefängnisstrafen mehr drohen. Joel Edgerton ("Der große Gatsby") arbeitet nach "Midnight Special" zum zweiten Mal mit Jeff Nichols zusammen und spielt die männliche Hauptrolle des Richard Loving, während Ruth Negga ("World War Z", TV-Serie "Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D.") seine Gattin Mildred verkörpert. Ebenfalls mit dabei sind Nichols' Stamm-Schauspieler Michael Shannon ("Zeiten des Aufruhrs") sowie Marton Csokas ("The Equalizer") und Bill Camp (aktuell mit dem Gangsterfilm "Black Mass" in den deutschsprachigen Kinos vertreten). Die Dreharbeiten in Richmond, Virginia laufen bereits, mit dem Kinostart rechne ich im Herbst 2016.

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