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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Dienstag, 2. September 2014

Neues aus Hollywood (35/2014)

Eine relativ ruhige Woche:

  • Der letzte große Film über König Artus und die Ritter der Tafelrunde ist inzwischen auch schon wieder zehn Jahre alt. Actionthriller-Spezi Antoine Fuqua ("Training Day", "Olympus Has Fallen") war es damals, der mit durchaus beeindruckendem Staraufgebot (angeführt von Clive Owen und Keira Knightley) eine "So könnte es wirklich gewesen sein"-Variante der beliebten Sage in die Kinos brachte, die auf den schlichten Titel "King Arthur" hörte. Das Resultat war allerdings weder künstlerisch noch kommerziell sonderlich aufsehenerregend, weshalb es ja vielleicht gar nicht so schlecht ist, daß sich nun wieder jemand an der bewährten Geschichte versuchen will. Zumal dann, wenn dieser "Jemand" auf den Namen Guy Ritchie hört und nach einer längeren Schwächephase in den letzten Jahren vor allem mit seinen beiden "Sherlock Holmes"-Filmen wieder zurück in die Erfolgsspur gefunden hat. Dadurch hat Ritchie jedenfalls schon mal deutlich mehr Erfahrung mit historischen Stoffen vorzuweisen als es seinerzeit bei Fuqua der Fall war; auch wenn das späte 19. Jahrhundert natürlich immer noch weit von der Artus-Sage entfernt ist. Wie eng sich das Drehbuch von Joby Harold ("Awake") an die Sage hält, ist noch nicht bekannt; gemäß einer früheren Aussage Ritchies will er der Vorlage möglichst treu bleiben, ob das noch aktuell ist, weiß man aber nicht. Da er und das produzierende Studio Warner Bros. im Erfolgsfall die Geschichte auf bis zu sechs Filme auswalzen wollen, darf man wohl auf jeden Fall zumindest mit einigen Ausschmückungen rechnen. Für die Hauptrolle des vorläufig "Knights of the Roundtable: King Arthur" betitelten ersten Films befindet sich nun jedenfalls "Sons of Anarchy"-Star Charlie Hunnam in finalen Verhandlungen, der letztes Jahr mit Guillermo del Toros "Pacific Rim" bewies, daß er einen Blockbuster als Hauptdarsteller tragen kann. Für die weibliche Hauptrolle, die auffälligerweise nicht als Lady Guinevere bezeichnet wird, ist Elizabeth Olsen die Favoritin, die vor wenigen Monaten witzigerweise ebenfalls in einem "Monsterfilm" ihr Blockbuster-Debüt feierte: "Godzilla". Und da aller guten Dinge bekanntlich drei sind, soll Hunnams "Pacific Rim"-Co-Star Idris Elba Arthurs Mentor spielen, eine "merlineske" Figur, nach unbestätigten Gerüchten soll es sich um Sir Bedivere (manchmal: Bedwyr) handeln, einen der Ritter der Tafelrunde. Ob es in diesem Fall auch noch einen "richtigen" Merlin geben wird, muß die Zukunft zeigen. Ein Starttermin für die Dreharbeiten ist noch nicht bekannt, dafür aber der angepeilte Zeitpunkt des Kinostarts: Am 21. Juli 2016 soll es in Deutschland so weit sein.

  • In Sachen Produktionskosten so ziemlich das Gegenteil des neuen Artus-Films stellt "The Cellar" dar: Obwohl "Star Trek"- und "Star Wars"-Mastermind J.J. Abrams den klaustrophobischen Thriller produzieren wird, ist lediglich ein Budget von etwa $5 Mio. vorgesehen. Das kann unter anderem deshalb funktionieren, weil die Geschichte hauptsächlich an einem einzigen Schauplatz vonstatten gehen soll, eben jenem titelgebenden, gut gesicherten Keller. Dort erwacht eine junge Frau, nachdem sie einen Autounfall hatte. Sie befürchtet, daß sie entführt wurde, doch ein älterer Mann – einer der in den USA gar nicht so seltenen "Doomsday Preppers", die sich akribisch auf den Weltuntergang vorbereiten – eröffnet ihr, daß er vielmehr ihr Leben gerettet habe, da ein verheerender chemischer Angriff das Leben auf der Oberfläche unmöglich gemacht habe. Erzählt er die Wahrheit oder lügt er sie dreist an? Die Rolle der jungen Frau soll Mary Elizabeth Winstead ("Death Proof", "Final Destination 3") übernehmen, ihren Retter oder Entführer wird John Goodman ("Argo") spielen. Dan Trachtenberg, der in der Branche 2011 mit seinem gefeierten Kurzfilm "Portal: No Escape" (basierend auf dem erfolgreichen Videospiel "Portal") Aufsehen erregte, wird mit "The Cellar" sein Spielfilm-Debüt geben. Der erste Drehbuch-Entwurf stammt von Josh Campbell (Assistant Editor von Filmen wie "Blade II" und "Van Helsing") und Matthew Stuecken (einer der Produzenten von "G.I. Joe – Geheimauftrag Cobra"), die aktuelle Version von Dan Casey, der bisher nur als Autor einiger Kurzfilme in Erscheinung getreten ist. In diesem Fall gibt es weder Informationen über den Beginn der Dreharbeiten noch über den angestrebten Kinostart.

  • In einem in etwa vergleichbaren Budget-Bereich dürfte sich der nächste Film der Independent-Ikone Kevin Smith ("Clerks", "Dogma") bewegen, der auf den schönen Titel "Yoga Hosers" hört. Naja, eigentlich der übernächste, denn der nächste ist der Horrorfilm "Tusk", der am 6. September beim Festival in Toronto seine Weltpremiere feiern wird. Tatsächlich soll "Tusk" sogar den Auftakt einer "True North"-Trilogie darstellen, deren Mittelteil "Yoga Hosers" wird. Die Story der Action-Komödie klingt jedenfalls ähnlich bescheuert wie ihr Titel, denn es geht um zwei yogabegeisterte 15-jährige Mädchen, die sich an die Rettung der Welt machen, nachdem diese von einem Übel aus grauer Vorzeit heimgesucht wird. Johnny Depps Tochter Lily-Rose Depp und Kevin Smith' Tochter Harley Quinn Smith werden die beiden Mädels verkörpern, Superstar Johnny Depp ("Lone Ranger") ist als eine Art Mentor-Figur ebenfalls mit dabei. Ansonsten setzt Smith, der natürlich auch das Drehbuch verfaßt hat, auf etliche seiner "Tusk"-Darsteller, darunter Justin Long ("Drag Me to Hell"), Haley Joel Osment ("The Sixth Sense") und Michael Parks ("Red State"). Dazu gesellen sich Adam Brody ("Mr. & Mrs. Smith"), Natasha Lyonne ("American Pie – Das Klassentreffen"), Tyler Posey (TV-Serie "Teen Wolf"), Tony Hale (TV-Serie "Community"), Smith' alter Kumpel Jason Mewes (alias Jay aus "Jay und Silent Bob schlagen zurück") und die inzwischen 91-jährige Marvel-Comic-Legende Stan Lee. Die Dreharbeiten haben bereits begonnen, in die US-Kinos soll "Yoga Hosers" voraussichtlich im Juni 2015 kommen.

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