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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Montag, 28. Juli 2014

Media Monday #161



1. Das Stilmittel, Splitscreens einzusetzen, finde ich generell gut, weil es Abwechslung bietet und die erzählerischen Möglichkeiten erweitert; aber natürlich muß es sinnvoll eingesetzt werden und nicht nur zum Selbstzweck oder aus "Hip-ness".
2. Selten gab es eine unsympathischere Hauptfigur als Mary Tilford in William Wylers Drama "Infam" (1961), denn wie herzlos dieses schreckliche Kind aus purem Trotz und verletzter Eitelkeit die Leben und Karrieren zweier engagierter Lehrerinnen (die auch noch von den höchst bezaubernden Audrey Hepburn und Shirley MacLaine verkörpert werden) zerstört, indem es ihnen eine lesbische Beziehung unterstellt, macht mich unbeschreiblich wütend. Mir ist klar, daß die Frage eher auf "echte" Protagonisten abzielen dürfte, die sehr unsympathisch sind, aber wenig hat mich einem Film je so sehr aufgeregt wie dieses verzogene, böswillige Gör. Um aber doch noch etwas zum eigentlichen Zweck der Frage beizutragen: Am Samstag habe ich mir im Fernsehen den Actionfilm "Lockout" angeschaut und der von mir eigentlich sehr geschätzte Guy Pearce zählt als obercooler wandelnder Oneliner definitiv zu den unsympathischeren Filmhelden, die ich in der letzten Zeit gesehen hab.
3. Mit einer ungewöhnlichen, überraschenden Storyline hat man mich im Grunde schon am Haken, weil für einen Vielseher wie mich das Unerwartete bei einem Film (gleich welchen Genres) eines der höchsten Güter ist. Gerade weil es so selten vorkommt ...
4. Es wird allerhöchste Zeit, dass der Hype um Schlagermusik ein Ende findet, denn Helene Fischer, Andrea Berg und Co. lassen meine Ohren bluten.
5. Bester Nebeneffekt, mich mit meinen Seh- und/oder Lese-Gewohnheiten auf meinem Blog auseinanderzusetzen ist es, daß ich meine schreiberischen Fähigkeiten konsequent trainieren (und hoffentlich verbessern) kann. Und ich schreibe einfach gern!
6. Von Menschen, die sich grundsätzlich keine Filme anschauen, die vor 1980 (oder gar 1990, hängt wohl auch vom Geburtsjahr ab) gedreht wurden, kann ich mich nur kopfschüttelnd abwenden, weil sie sich so verdammt viel Gutes freiwillig entgehen lassen!
7. Zuletzt gesehen habe ich Lee Tamahoris "The Devil's Double" und das war ein mediokres Erlebnis, weil die Story um einen (angeblichen) Doppelgänger von Saddam Husseins Sohn Uday zwar interessant und relativ originell ist, der Film aber kaum in die Tiefe geht. Dominic Cooper in der (Doppel-)Hauptrolle ist aber richtig gut.

Die Links zu den Antworten der übrigen Teilnehmer gibt es wie stets beim Medienjournal.

Kommentare:

  1. Eine überraschende und ungewöhnliche Storyline ist wirklich recht selten geworden...

    Mein Autoradio hat eine Abschaltautomatik bei Schlagermusik :)

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  2. Filme vor 1980 oder 1990 sind zum Teil sehr gut. Ist aber auch sehr viel Schrott dabei. Es ist also alles wie eh und je. :)

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    1. Den Schrott muß man sich ja nicht ansehen, aber welches Cineasten-Leben kann schon vollkommen sein ohne "Der Pate", "Casablanca", "Der weiße Hai", "Citizen Kane", Hitchcock-Thriller oder Lubitsch-Komödien?

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  3. The Devils Double hat mir damals richtig gut gefallen. Der Film macht viel richtig und die Schwächen würden mir wahrscheinlich bei einer Zweitsichtung erst so richtig auffallen, jedenfalls kann ich mich jetzt nicht mehr so gut erinnern.

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    1. Ich hatte mir einfach ein tiefergehendes, glaubwürdiges Psychogramm der beiden Hauptfiguren gewünscht, außerdem auch eine bessere Einbindung in die historischen Ereignisse. Der Regisseur hat aber offensichtlich andere Akzente gesetzt, insofern ist das natürlich auch eine Frage der Erwartungshaltung. Für mich 6 von 10 Punkten, aber anschauen kann man sich den Film auf jeden Fall ...

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