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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Montag, 10. Februar 2014

Neues aus Hollywood (6/2014)

Während die Berlinale (zu der auch ein Filmmarkt gehört, bei dem viele vielversprechende Projekte erst die entscheidenden Finanzmittel auftreiben können) bereits läuft und den Kritiken zufolge bislang qualitativ überzeugt – vor allem Wes Andersons Eröffnungsfilm "The Grand Budapest Hotel", Lars von Triers psychologisches Erotikdrama "Nymph()maniac 1" und erfreulicherweise Dominik Grafs fast dreistündiger Historienfilm "Die geliebten Schwestern" über Friedrich Schiller werden sehr gelobt –, gibt es auch abseits davon einiges über interessante kommende Filme zu berichten:

  • Noch sind sie in Martin Scorseses Wirtschaftsfarce "The Wolf of Wall Street" sehr erfolgreich in den deutschen Kinos zu sehen, da planen sie bereits ihre nächste Zusammenarbeit: Leonardo DiCaprio und Jonah Hill (die auch schon in Tarantinos "Django Unchained" mitwirkten, dort aber ohne gemeinsame Szenen). "American Nightmare" soll der Film heißen und eine wahre, nicht wirklich heitere Geschichte erzählen: Während der Olympischen Sommerspiele 1996 in Atlanta entdeckte der Sicherheitsmann Richard Jewell einen verdächtigen Rucksack und half dabei, die Umgebung zu evakuieren, als die tatsächlich im Rucksack verborgene Bombe explodierte und zwei Menschenleben forderte – ohne Jewells Aufmerksamkeit wären es weit mehr gewesen, weshalb er in den Medien als Held gefeiert wurde. Doch drei Tage später geriet Jewell in Verdacht, selbst die Bombe gelegt zu haben. Ein Verdacht, der sich logischerweise extrem negativ auf sein Leben auswirkte. Erst einige Monate später wurde er entlastet und der wahre Täter gefaßt, doch in Jewells Leben war nichts mehr wie zuvor. Jonah Hill soll nun diesen tapferen Jedermann, der in fast hitchcock'scher Manier ohne eigenes Verschulden in die Bredouille geriet, verkörpern; eine gute Wahl, wie ich finde. DiCaprio will coproduzieren und zudem die zweite Hauptrolle eines mit Jewell flüchtig bekannten Anwalts spielen, der dessen Verteidigung übernahm, obwohl sein Fachgebiet Immobilienrecht ist. Bislang gibt es noch weder einen Regisseur noch einen Drehbuch-Autor, aber Basis der Story wird Marie Brenners Vanity Fair-Artikel "The Ballad of Richard Jewell" sein. Ein Kinostart vor 2015 ist nicht zu erwarten.

  • Die meisten westlichen Zuschauer dürften Ken Watanabe mit dem Tom Cruise-Abenteuerpos "Last Samurai" kennengelernt haben, für das er 2004 sogar eine OSCAR-Nominierung als bester Nebendarsteller erhielt. Seitdem ist Watanabe immer wieder mal in englischsprachigen Produktionen aufgetaucht, vor allem, wenn Christopher Nolan hinter der Kamera stand ("Batman Begins", "Inception"). Nun sieht es aber fast so aus, als wolle der Charakterdarsteller so richtig in Hollywood durchstarten, denn er hat gleich mehrere hochkarätige Projekte in Vorbereitung. Über Martin Scorseses Jesuitendrama "Silence" hatte ich in dieser Rubrik bereits im letzten Mai berichtet, in Gareth Edwards' heiß erwartetem und bereits am 15. Mai 2014 in den deutschen Kinos anlaufenden "Godzilla"-Reboot wird er in einer Nebenrolle zu sehen sein. Noch vor "Silence" steht zudem Gus van Sants ("Good Will Hunting") "Sea of Trees" an. Basierend auf einem Skript von Chris Sparling ("Buried"), das 2013 auf der "Black List" der besten noch nicht produzierten Drehbücher genannt wurde, geht es darin um einen Amerikaner, der nach Japan reist, um sich dort in einem Wald am Fuße des Berges Fuji, der als beliebter Ort für Selbstmorde gilt, das Leben zu nehmen. Im Wald angekommen, wird er jedoch von einem Japaner unterbrochen, der das Gleiche vorhatte, sich umentschied, nun aber nicht mehr den Weg aus dem Wald herausfindet ... Watanabe wird logischerweise den Japaner spielen, für die Rolle des Amerikaners wurde der aktuelle OSCAR-Topfavorit Matthew McConaughey ("Dallas Buyers Club", "Killer Joe") verpflichtet. Die Dreharbeiten sollen bereits in Kürze beginnen, was für einen Kinostart Ende 2014 oder Anfang 2015 spricht.

  • Zugegeben: Es ist schon eine ganze Weile her, daß der amerikansiche Regisseur, Drehbuch-Autor und Produzent Barry Levinson zu den ganz Großen in Hollywood zählte. Zwischen 1979 und 1992 erhielt er sechs OSCAR-Nominierungen (eine als Regisseur, vier als Drehbuch-Autor, eine als Produzent) und schuf Klassiker wie "Rain Man", "Der Unbeugsame", "Good Morning, Vietnam" oder "Bugsy". Dann wurde es ziemlich ruhig um ihm. Mit "Sleeper", "Wag the Dog" und "Banditen!" gelangen ihm zwar noch einige gute Filme, aber große Flops wie "Sphere" oder "Neid" sorgten dafür, daß ihm keine großen Budgets mehr anvertraut wurden. Immerhin bewies er 2010 mit dem gefeierten TV-Film "Ein Leben für den Tod" mit Al Pacino, daß er sein Talent nicht verloren hat, vielleicht gelingt ihm ja auch im Kino noch einmal ein Hit. Sein nächster Film, die Komödie "Rock the Kasbah", klingt jedenfalls nicht uninteressant: Es geht um den einst erfolgreichen Musikmanager Richie Vance, der inzwischen nur noch einen Klienten hat und mit diesem als Unterhaltungs-Act für die US-Truppen durch Afghanistan reist. Als er gerade am absoluten Tiefpunkt angekommen zu sein scheint, trifft Richie zufällig auf eine junge afghanische Frau mit einer sensationellen Stimme, nimmt sie unter seine Fittiche und bringt sie zur afghanischen Version von "Deutschland sucht den Superstar". Auch die Besetzung zur Story kann sich durchaus sehen lassen: Bill Murray ("Die Tiefseetaucher") wird die Hauptrolle des Musikmanagers spielen, außerdem sind Bruce Willis ("Looper"), Kate Hudson ("Almost Famous"), Zooey Deschanel ("The Happening", TV-Serie "New Girl"), Danny McBride ("Das ist das Ende") und Shia LaBeouf ("Transformers") mit von der Partie. Zumindest falls letzterer bis zum anvisierten Beginn der Dreharbeiten im Juni nicht vollends durchdreht, denn in den letzten Monaten und auch auf der Berlinale macht es fast den Anschein, daß es nicht mehr lange dauern kann: "Shia LaBeouf Wears Paper Bag on Head to 'Nymphomaniac' Berlin Premiere". Könnte natürlich auch sein, daß er sich einfach nur über die Medien und die eigene Branche lustig macht wie Joaquin Phoenix 2009/2010 für seine Fake-Doku "I'm Still Here", aber das läßt sich nur schwer beurteilen ...

  • Letzte Woche schrieb ich über den geplanten Film "Good Kill" mit Ethan Hawke ("Before Sunset") in der Hauptrolle, und auch diese Woche gibt es Neues über Hawke zu berichten. Für den Spanier Alejandro Amenábar ("The Others", "Das Meer in mir", "Agora"), der für Regie und Drehbuch verantwortlich zeichnet, wird er demnächst in dem Thriller "Regression" vor der Kamera stehen. Über die Handlung wurde offiziell noch nichts verlautbart, gemäß früheren Berichten soll Hawke jedoch einen Familienvater spielen, der für den sexuellen Mißbrauch seiner eigenen Tochter entweder angeklagt oder sogar verurteilt wird (da widersprechen sich die Berichte etwas), aber das Gedächtnis verloren hat. Mit der Hilfe einer Psychiaterin versucht er herauszufinden, was tatsächlich geschehen ist, und scheint einer Verschwörung von ungeahntem Ausmaß auf die Spur zu kommen. Für eine weitere Hauptrolle (die Tochter? Oder die Psychiaterin?) wurde Emma Watson ("Vielleicht lieber morgen") angeheuert. Der US-Kinostart ist bereits auf den 28. August 2015 festgesetzt worden, was sich aber natürlich noch ändern kann.

Quellen:

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