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Montag, 3. Dezember 2012

Neues aus Hollywood (48/2012)

Während die Awards Season diese Woche volle Fahrt aufnimmt (heute machen die New Yorker Filmkritiker den Auftakt, am Mittwoch folgen die National Board of Review Awards, am Sonntag sind die Kritiker aus Los Angeles an der Reihe), gibt es natürlich auch weiterhin Entwicklungen rund um kommende Filmprojekte:

- Anhänger der "X-Men"-Reihe können sich auf ein riesiges Staraufgebot für das zweite Prequel mit dem Untertitel "Days of Future Past" freuen, denn Regisseur Bryan Singer hat per Twitter offiziell die Rückkehr von Sir Ian McKellen und Patrick Stewart verkündet, sehr wahrscheinlich wird auch Hugh Jackman (der als einziger in allen "X-Men"-Filmen zu sehen war) wieder mit von der Partie sein. Wie genau es in die Handlung paßt, daß somit Magneto und Professor X sowohl in jung (verkörpert von Michael Fassbender respektive James McAvoy) als auch in alt vertreten sein werden, wird sich zeigen müssen. Entsprechend auch, ob McKellen und Stewart in bloßen Cameos, richtigen Nebenrollen oder sogar wieder in Hauptrollen zu sehen sein werden. Der deutsche Starttermin für "X-Men: Days of Future Past" ist für den 17. Juli 2014 angesetzt.

- Inhaltlich nur sehr wenig bekannt ist bislang über eines der nächsten Projekte von George Clooney – doch die Namen der Beteiligten lassen auf Großes hoffen. Das Drehbuch, das eine Geschichte in der Welt des organisierten Verbrechens in New York erzählt, stammt von "Argo"-Autor Chris Terrio, die Regie übernimmt Thriller-Spezialist Paul Greengrass ("Das Bourne Ultimatum", "Flug 93"). Clooney wird sowohl die Hauptrolle übernehmen als auch (mit seinem langjährigen Geschäftspartner Grant Heslov) produzieren. Ein Termin für den Dreh- oder gar den Kinostart ist noch nicht absehbar.

- Der südkoreanische Regisseur Park Chan-wook ("Durst") scheint viele Fans in der US-amerikanischen Filmbranche zu haben. In wenigen Monaten entert sein englischsprachiges Regiedebüt "Stoker" mit Nicole Kidman und Mia Wasikowska die Lichtspielhäuser, außerdem wird derzeit ein Remake seines bekanntesten (und besten) Films "Oldboy" gedreht (Regie: Spike Lee, Hauptrollen: Josh Brolin, Samuel L. Jackson, Sharlto Copley, Elizabeth Olsen). Während "Oldboy" das Mittelstück von Parks inoffizieller Rache-Trilogie bildet (die mit "Sympathy for Mr. Vengeance" ihren Auftakt nahm), nimmt sich Hollywood nun auch noch deren Abschluß "Sympathy for Lady Vengeance" vor, in dem eine Frau unschuldig im Gefängnis landet und nach ihrer Entlassung auf bittere Rache sinnt. Nun darf man US-Neuverfilmungen asiatischer Meisterwerke durchaus skeptisch gegenüberstehen (es mag eine Minderheitenmeinung sein, aber ich bin bis heute ziemlich entsetzt, daß Martin Scorseses Over-the-top-Remake "The Departed" 2007 den OSCAR für den Besten Film gewann, obwohl das Hongkong-Original "Infernal Affairs" von Andrew Lau und Alan Mak viel besser ist); aber da OSCAR-Gewinnerin Charlize Theron ("Prometheus", "Snow White and the Huntsman") als Hauptdarstellerin und Produzentin treibende Kraft ihres Herzensprojektes ist, besteht durchaus Hoffnung. Die Drehbuch-Adaption übernimmt William Monahan, der für den erwähnten "The Departed" einen OSCAR erhielt und ergo bereits Erfahrung mit der Überführung asiatischer Filme in einen westlichen Kontext hat. Auch dieser Film befindet sich noch in einem frühen Planungsstadium, entsprechend steht der Kinostart in den Sternen.

- Abschließend noch ein Blick auf die Europäischen Filmpreise, die am Samstag in der maltesischen Hauptstadt Valletta vergeben wurden. Großer Gewinner war wenig überraschend Michael Hanekes Drama "Liebe", dem auch außerhalb der Fremdsprachen-Kategorie (wo er für Österreich antritt) gute OSCAR-Chancen eingeräumt werden. Alle vier Hauptkategorien konnte "Liebe" für sich entscheiden: Bester Film, beste Regie, bester Schauspieler (Jean-Louis Trintignant) und beste Schauspielerin (Emmanuelle Riva). Je zwei Nebenpreise gingen an Tomas Alfredsons hervorragenden Spionage-Thriller "Dame, König, As, Spion" (Szenenbild und Musik) und Steve McQueens Sexdrama "Shame" (Kamera und Schnitt). Die Drehbuch-Kategorie gewannen die Dänen Thomas Vinterberg und Tobias Lindholm für "Die Jagd", als bester Animationsfilm wurde der tschechische "Alois Nebel" geehrt, bester Dokumentarfilm wurde der schweizerische "Winternomaden". Das deutsche DDR-Drama "Barbara" von Christian Petzold ging leer aus.

Quellen:

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