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Dienstag, 4. Dezember 2012

OSCAR-News: "Zero Dark Thirty" und "Lincoln" dominieren bei den New Yorker Filmkritikern

Nun ist es also endlich soweit: Die Awards Season 2012/2013 hat mit der Bekanntgabe der Gewinner der New York Film Critics Circle Awards offiziell begonnen. Die ersten Sieger auf dem Weg zur OSCAR-Verleihung 2013:

Bester Film: "Zero Dark Thirty"
Regie: Kathryn Bigelow, "Zero Dark Thirty"
Drehbuch: Tony Kushner, "Lincoln"
Schauspielerin: Rachel Weisz, "The Deep Blue Sea"
Schauspieler: Daniel Day-Lewis, "Lincoln"
Nebendarstellerin: Sally Field, "Lincoln"
Nebendarsteller: Matthew McConaughey, "Bernie" und "Magic Mike"
Kamera: Greig Fraser, "Zero Dark Thirty"
Animationsfilm: "Frankenweenie"
Dokumentation: "The Central Park Five"
Ausländischer Film: "Liebe" (Österreich)
Debüt: David France, "How to Survive a Plague"

Kathryn Bigelows CIA-Thriller "Zero Dark Thirty" über die Jagd nach Osama bin Laden darf also mit Fug und Recht als großer Gewinner des Abends bezeichnet werden, dicht gefolgt von Steven Spielbergs "Lincoln". Größte Überraschung ist sicherlich der Sieg von Rachel Weisz, die man bisher trotz guter Kritiken für ihre Darstellung in dem mittelmäßig besprochenen und kommerziell erfolglosen Drama "The Deep Blue Sea" nicht wirklich auf der Rechnung hatte. Ihr wird dieser unerwartete Sieg auf jeden Fall einen dringend benötigten Schub in Richtung OSCAR-Nominierung verleihen. Auch McConaughey kann seine Aussichten weiter verbessern. Die übrigen Gewinner rekrutieren sich allesamt aus dem im Vorfeld erwarteten Topfavoritenkreis ihrer jeweiligen Kategorie.

Einen Dämpfer erleiden müssen dafür die komplett leer ausgegangenen Mitfavoriten "Les Misérables", "Silver Linings" und "Argo". Allerdings darf man die Bedeutung dieser Awards natürlich nicht überschätzen. Erstens sind es "nur" 35 Filmkritiker gegenüber den mehreren Tausend Academy-Mitgliedern, deren Filmgeschmack oft genug nicht oder nur teilweise mit dem der professionellen Kritiker übereinstimmt. Zweitens kann es durch die Bekanntgabe nur des Gewinners jeder Kategorie theoretisch sein, daß ein Film in jeder Kategorie Zweiter wird und damit trotz großer Beliebtheit nicht einmal erwähnt wird.

Glücklicherweise erfährt man in Zeiten des Internets aber natürlich doch noch ein paar Informationen über die Plazierungen, diesmal bloggt J. Hoberman interessante Details. So berichtet er, daß es die längste Entscheidungsfindung war, seit er Mitglied der Vereinigung ist, da keine Kategorie bereits im ersten Wahlgang entschieden wurde. "The Master", "Moonrise Kingdom" und überraschend auch "Silver Linings" waren ihm zufolge chancenlos, während "Beasts of the Southern Wild" erstaunlicherweise nur knapp am Triumph als Bester Film vorbeirauschte. Der haushohe Favorit Daniel Day-Lewis gewann bei den Darstellern relativ deutlich, sensationeller Zweiter wurde allerdings Jack Black ("Bernie") knapp vor Joaquin Phoenix ("The Master"). Überraschungssiegerin Rachel Weisz setzte sich knapp gegen die Favoritinnen Jennifer Lawrence ("Silver Linings") und Emmanuelle Riva ("Liebe") durch. Bei den Nebendarstellern gewann McConaughey recht deutlich vor Christoph Waltz ("Django Unchained") und Tommy Lee Jones ("Lincoln"), wohingegen bei den Nebendarstellerinnen Sally Field hauchdünn vor Favoritin Anne Hathaway ("Les Misérables") plaziert war. "Frankenweenie" gewann derweil vor "Merida" und "ParaNorman", "Liebe" setzte sich knapper als erwartet gegen Leos Carax' "Holy Motors" und den türkischen "Once Upon a Time in Anatolia" durch.

Am Mittwoch geht es weiter mit den NBR Awards, die schon deshalb interessanter sind als viele andere Kritiker-Preisverleihungen, da sie neben dem "Besten Film" zusätzlich die weiteren zehn besten Filme des Jahres benennen. Wenn einer der Favoriten in dieser Liste fehlt, ist das zumindest kein allzu gutes Zeichen für sein OSCAR-Schicksal ...

Quellen:

Meine laufend aktualisierte Übersicht über die OSCAR-Favoriten in der Kategorie "Best Picture":

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