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Montag, 18. Dezember 2017

TV-Tips für die Woche 51/2017

Nächste Woche wird es angesichts der Weihnachtsfeiertage wahrscheinlich keine TV-Tips von mir geben. Diese Woche hält jedoch einige echte Highlights parat:

Montag, 18. Dezember:
Arte, 20.15 Uhr: "Alles über Eva" (1950)
Eine Woche vor Weihnachten beglückt Arte Cineasten mit einem ganz besonderen Geschenk: Erstmals seit Jahrzehnten läuft im deutschen Free-TV Joseph L. Mankiewiczs tragikomischer Klassiker "Alles über Eva", der bis heute (mit "Titanic" und "La La Land") den Rekord für die meisten OSCAR-Nominierungen hält. Ganze 14 Stück waren es, gewinnen konnte "Alles über Eva" immerhin sechs, davon den Hauptpreis für den besten Film des Jahres sowie u.a. Regie und Drehbuch (jeweils Mankiewicz). Die unnachahmliche Hauptdarstellerin Bette Davis mußte sich diesmal mit einer Nominierung begnügen, aber da sie zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Goldjungen gewonnen hatte, konnte die Hollywood-Legende ("Jezebel", "Die Wacht am Rhein", "Was geschah wirklich mit Baby Jane?") vermutlich ganz gut damit leben. Sie brilliert in der ein wenig an Billy Wilders "Boulevard der Dämmerung" erinnernden Story als langsam alternder Theaterstar Margo, die zur Mentorin der ehrgeizigen jungen Schauspielerin Eve (Anne Baxter) wird - bis diese ihr den Platz streitig machen will ... In den IMDb Top 250 der besten Filme aller Zeiten belegt "Alles über Eva" aktuell Platz 113.

Dienstag, 19. Dezember:
RTL Nitro, 20.15 Uhr: "Drei Bruchpiloten in Paris" (1966)
Gérard Ourys Kriegskomödie ist auch unter dem Titel "Die große Sause" bekannt und zählt zu den größten Erfolgen in der französischen Kinogeschichte. Unfaßbare 17 Millionen Zuschauer zählte der Film in den Kinos, was bis "Titanic" sogar den erfolgreichsten französischen Film aller Zeiten bedeutete. Die hochgelobte Komödie handelt von der dreiköpfigen Besatzung eines britischen Bombers, die 1942 den Abschuß ihres Flugzeugs über Paris überlebt. Gemeinsam mit drei eher widerwillig in die Geschichte hineingezogenen Franzosen - dem eitlen Dirigenten Stanislas (Louis de Funès), der Puppenspielerin Juliette (Marie Dubois) und dem Malermeister Augustin (Bourvil) - versuchen sie, das von den Nazis kontrollierte Gebiet zu verlassen.

Servus TV, 20.15 Uhr: "Tod eines Immobilienmaklers" (2009)
Die schwarze Komödie aus Dänemark handelt von einem sehr unglücklichen Immobilienmakler (Regisseur und Drehbuch-Autor Anders Matthesen), der bei einem Verkehrsunfall stirbt. Er darf jedoch ins Leben zurückkehren, sofern er sich bei einer Spielshow im Himmel eine zweite Chance erarbeitet. Dafür muß er jedoch die Jury davon überzeugen, daß er all seine negativen Charaktereigenschaften ablegt. Der Druck auf ihn wird durch die Information nicht geringer, daß er, sollte er die Jury nicht für sich gewinnen, in der Hölle landen wird ...

Mittwoch, 20. Dezember:
Arte, 20.15 Uhr: "Pelle, der Eroberer" (1987)
Bille Augusts ("Nachtzug nach Lissabon") Literaturverfilmung gewann 1988 für Dänemark den Auslands-OSCAR. Sie handelt von dem achtjährigen Pelle, der Ende des 19. Jahrhunderts mit seinem Vater Lasse (OSCAR-Nominierung für Max von Sydow) vor der Armut in Schweden nach Dänemark flieht, wo Lasse wie viele Landsleute als Tagelöhner etwas Geld verdienen will. Da der Witwer dafür aber schon zu alt ist, verdingt er sich bei einem wohlhabenden Gutsherrn als Stallknecht, während Pelle als Vierhirte arbeiten muß - und davon träumt, fremde Länder zu erkunden.

Kabel Eins, 20.15 Uhr: "Königreich der Himmel" (2005)
Siehe meine Empfehlung von Dezember 2015 für Sir Ridley Scotts unterschätztes Kreuzritter-Spektakel mit Orlando Bloom und Eva Green.

Arte, 22.40 Uhr: "Die Frau des Bäckers" (1938)
Arte zeigt die französische Komödie von Marcel Pagnol in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Es geht um ein kleines Dorf in den Bergen, das seit langem ohne eigenen Bäcker auskommen mußte - bis Aimable (Raimu) mit seiner deutlich jüngeren Frau herzieht und einen Laden aufmacht. Die Einwohner sind begeistert, doch ihre Gaumenfreuden finden schnell ein Ende, als Aimables Gattin mit dem örtlichen Schafhirten durchbrennt und Aimable erst wieder backen will, wenn sie zu ihm zurückkehrt ...

Außerdem:
Der große Gatsby (Baz Luhrmanns ungehemmt sentimentale und visuell begeisternde moderne Neuverfilmung des Literaturklassikers von F. Scott Fitzgerald, mit Leo DiCaprio, Carey Mulligan und Tobey Maguire in den Hauptrollen; 20.15 Uhr bei Pro 7)
The Tree of Life (Terrence Malicks bildgewaltige Meditation über den Sinn des Lebens, mit Brad Pitt und Jessica Chastain)
The Tourist (elegantes, aber etwas sehr gemächliches Thriller-Verwirrspiel mit Angelina Jolie und Johnny Depp; 23.10 Uhr bei Pro 7)

Donnerstag, 21. Dezember:
ZDF Neo, 23.10 Uhr: "About a Boy oder: Der Tag der toten Ente" (2002)
Die Nick Hornsby-Verfilmung von Chris und Paul Weitz ("American Pie") ist eine schrullige Komödie, die Hauptdarsteller Hugh Grant in einer sehr typischen, gleichzeitig aber ziemlich ungewöhnlichen Rolle präsentiert. Er spielt wie so oft einen charmanten, aber etwas töffeligen Single auf der Suche nach Liebe. Die findet Will in Person der alleinerziehenden Mutter Fiona (Toni Collette, "The Sixth Sense") - deren 12-jähriger Sohn Marcus (der spätere "Mad Max: Fury Road"-Star Nicholas Hoult) ist ein ziemlich unkonventionell denkender Außenseiter ohne Freunde. Doch Will versteht sich nach anfänglichen Schwierigkeiten relativ gut mit Marcus, freundet sich mit ihm an und versucht ihm beizubringen, wie man "cool" ist. Da Will selbst nicht gerade ein Ausbund an Coolneß ist, führt das zu einigen humorigen (und manchmal auch peinlichen) Situationen ...

Außerdem:
Barney's Version (Paul Giamatti glänzt in der wunderbaren kanadischen Tragikomödie - mein Lieblingsfilm des Jahres 2011! - als ein alternder Lebemann, der mit beginnender Alzheimer-Erkrankung auf sein höchst ereignisreiches Leben zurückblickt; 0.35 Uhr bei 3sat)

Freitag, 22. Dezember:
Super RTL, 21.35 Uhr: "Jack und das Kuckucksuhrherz" (2013)
Free-TV-Premiere des französischen Animationsfilms über einen schottischen Jungen, der im 19. Jahrhundert mit einem zu Eis gefrorenen Herzen zur Welt kommt. Dennoch lebt Jack, weil seine offenbar ausgesprochen einfallsreiche Hebamme das Eis-Herz durch ein mechanisches Uhrwerk ersetzte. Dieses funktioniert allerdings nur, solange sich Jack an einige Regeln hält. Eine davon: Er darf keine starken Gefühle entwickeln und sich somit vor allem nicht verlieben!

BR, 23.25 Uhr: "Der kleine Lord" (1936)
Das Anschauen von "Der kleine Lord" im Familienkreis ist für viele Menschen ein alljährliches vorweihnachtliches Ritual - allerdings in der Regel mit dem Film von 1980 mit Alec Guinness und Ricky Schroder, eventuell auch mit der deutschen Verfilmung aus dem Jahr 1996 mit Mario Adorf. Es gibt allerdings zahlreiche weitere Adaptionen der Geschichte von Frances Hodgson Burnett, von denen die heute vom BR präsentierte Hollywood-Version mit Freddie Bartholomew und Mickey Rooney als eine der besten gilt.

Außerdem:
Wolverine - Weg des Kriegers (in Wolverines zweitem Solo-Abenteuer verschlägt es den von Hugh Jackman gespielten unverwundbaren Mutanten nach Japan, wo er auf einen alten Freund trifft und in unerwartete Abenteuer verwickelt wird; 20.15 Uhr bei Pro 7)

Samstag, 23. Dezember:
SAT. 1 Gold, 20.15 Uhr: "Der Zauberer von Oz" (1939)
Victor Flemings ("Vom Winde verweht") farbenfrohe Technicolor-Adaption des Kinderbuchs von L. Frank Baum gewann nicht nur zwei OSCARs, sondern zählt inzwischen zu den ganz großen Hollywood-Klassikern. Judy Garland bezaubert in dem Musical (aktuell auf Platz 233 in den IMDb Top 250) als jugendliche Dorothy, die aus ihrer grauen irdischen Heimat in Kansas von einem Wirbelsturm in das magische Land von Oz gebracht wird, in dem es gute und böse Hexen sowie zahllose Phantasiegestalten gibt. Mit einigen ungewöhnlichen neuen Freunden macht sich Dorothy auf die Suche nach dem angeblich allmächtigen Zauberer von Oz, der sie wohl als einziger zurück zu ihrer Tante in Kansas bringen kann.

SAT. 1 Gold, 22.20 Uhr: "Weiße Weihnachten" (1954)
Der heutzutage leider relativ selten gezeigte Weihnachts-Klassiker von "Casablanca"-Regisseur Michael Curtiz ist eine warmherzige und wunderbar nostalgische romantische Komödie mit viel Musik. Bing Crosby singt als Soldat Bob während des Zweiten Weltkrieges den titelgebenden Welthit "White Christmas", nach dem Krieg tritt er mit seinem besten Freund (Danny Kaye) am Broadway auf. Als sie aus alter Verbundenheit im schlecht laufenden Hotel ihres vorgesetzten Offiziers im Krieg eine Weihnachts-Revue auf die Beine stellen wollen, treffen sie auf die beiden charmanten Schwestern Betty (Rosemary Clooney, die Tante von George Clooney) und Judy (Vera-Ellen), was zu reichlich Liebeswirren führt ...

Außerdem:
Die Eiskönigin - Völlig unverfroren (der kommerziell erfolgreichste Animationsfilm aller Zeiten ist ein typisches Disney-Werk mit technischer Brillanz, viel Humor und tollen Songs, aber einer wenig einfallsreichen Storyentwicklung; 20.15 Uhr bei RTL)

Sonntag, Heiligabend:
Servus TV, 20.15 Uhr: "Der Geist und die Dunkelheit" (1996)
Als Stephen Hopkins' ("Predator 2") von einer wahren Geschichte inspiriertes Afrika-Abenteuer mit Horrorelementen in die Kinos kam, fielen die Kritiken nicht übermäßig positiv aus - zu seicht und im Kern zu altbekannt sei die an ein "Der weiße Hai" an Land erinnernde Story, so das Urteil vieler. Da ist durchaus was dran, dennoch kam "Der Geist und die Dunkelheit" bei den Kinogängern - auch bei mir - deutlich besser an. Das liegt an der großartigen Atmosphäre, an gekonnt inszenierten Schockmomenten und auch an der spielfreudig (wenn auch mitunter etwas übertrieben) agierenden Besetzung mit Michael Douglas als Großwildjäger, der Ende des 19. Jahrhunderts zwei menschenfressende Löwen im heutigen Kenia töten soll, die mit ihren wiederholten nächtlichen Angriffen den von dem Ingenieur Henry (Val Kilmer) verantworteten Bau einer Eisenbahnstrecke massiv behindern.

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