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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Donnerstag, 13. April 2017

KINOVORSCHAU SOMMER 2017 (Teil 1)

Letztes Update vom 29. April: Die schwarzhumorige dänische Komödie "Small Town Killers" wurde vom 15. Juni auf den 6. Juli verschoben, die US-Tragikomödie "Begabt" mit Chris Evans vom 29. Juni auf den 13. Juli. Neu am 29. Juni ist dafür mit "Wilson" mit Woody Harrelson eine andere US-Tragikomödie.

Auch wenn uns die ersten Vorboten der Kino-Sommersaison bereits im Frühjahr erreicht haben ("Fast & Furious 8", "Guardians of the Galaxy 2"), kommt die große Wucht der sündteuren Blockbuster-Schwemme traditionell erst ab Mai auf uns zu; doch auch für Anhänger inhaltlich anspruchsvollerer Filmkunst sollte es ausreichend Stoff geben. Die vielversprechendsten und/ oder erfolgverheißendsten Werke habe ich in meiner großen Vorschau zusammengetragen, alle deutschen Kinostarts gibt es wie immer im Startplan von InsideKino. Und damit in medias res:

4. Mai:
Vollkommen überraschend avancierte die wendungsreiche Horrorkomödie, die ein wenig andere Wege geht als man das aus dem Genre gewohnt ist, in den USA zu einem der erfolgreichsten Horrorfilme aller Zeiten (und mit voraussichtlich über $170 Mio. alleine in den USA bei einem Budget von gerade mal $4,5 Mio. ist sie bereits einer der profitabelsten Filme der Geschichte!). Das Regiedebüt des in den Vereinigten Staaten populären Komikers und Schauspielers Jordan Peele (Serienfans u.a. bekannt aus der ersten Staffel von "Fargo") befaßt sich auf hintersinnige und satirische Art und Weise mit den zunehmenden Rassenspannungen in den USA, die sich nach der Trump-Wahl kaum verringern werden. Interessanterweise geht es in "Get Out" jedoch nicht zum x-ten Mal um irgendwelche Rednecks, die den Protagonisten an den Kragen gehen, stattdessen nimmt Peele gekonnt die aufgeschlossenen weißen Liberalen aufs Korn, die, wenn es darauf ankommt, manchmal doch nicht ganz so liberal und tolerant sind, wie sie es selber glauben und die mit ihrem betont zuvorkommenden Verhalten eher für zusätzliches Unbehagen sorgen. Demonstriert wird das anhand der jungen Rose ("Girls"-Star Allison Williams), die ihren schwarzen Freund Chris (Daniel Kaluuya aus "Sicario") ihrer auf dem Land lebenden Familie vorstellt – die zu dessen Überraschung von Chris auf Anhieb begeistert ist. Möglicherweise ein kleines bißchen zu begeistert? Apropos begeistert: Bei Rotten Tomatoes gibt es bis dato 229 positive Kritiken bei nur einer einzigen negativen (und die stammt von einem Rezensenten, den aufgrund zahlloser haarsträubender Kritiken kaum jemand ernstnimmt)!

"Sieben Minuten nach Mitternacht":
Bevor der spanische Regisseur Juan Antonio Bayona ("The Impossible") mit "Jurassic World 2" erstmals einen großen Hollywood-Blockbuster inszeniert, präsentiert er mit dieser im Original "A Monster Calls" betitelten Jugendbuchverfilmung eine ungewöhnliche, düstere Mutter-Tochter-Geschichte mit Fantasy-Einschlag, die von den ziemlich beeindruckten Kritikern mit den frühen Werken eines Steven Spielberg (wie "E.T.") verglichen wird. Lewis MacDougall verkörpert den 12-jährigen Conor, der an der Schule Außenseiter ist und mit der schweren Erkrankung seiner alleinerziehenden Mutter (Felicity Jones, "Rogue One: A Star Wars Story") klarkommen muß. Kein Wunder, daß er von heftigen Alpträumen geplagt wird. Doch einer dieser Alpträume wird Realität, als eines Nachts ein vermeintliches Monster (in der Originalfassung gesprochen von Liam Neeson) vor seinem Fenster auftaucht, das Conor seltsame Geschichten erzählt …

"Regeln spielen keine Rolle":
15 Jahre nach seinem letzten Auftritt als Schauspieler und sogar 18 Jahre nach seiner letzten Regiearbeit (jeweils abgesehen von einem TV-Kurzfilm aus dem Jahr 2010) meldet sich der ehemalige Superstar und OSCAR-Gewinner Warren Beatty ("Bonnie und Clyde", "Reds", "Dick Tracy") im Alter von 79 Jahren noch ein (letztes?) Mal zurück. Nach jahrelangen Verzögerungen konnte er endlich sein Wunschprojekt über den geheimnisumwitterten Milliardär und Erfinder Howard Hughes (dem bereits Martin Scorsese in "Aviator" ein preisgekröntes Denkmal schuf) realisieren, dessen Rolle er dann auch gleich übernahm. Dabei handelt es sich aber nicht um ein klassisches Biopic, sondern eher um eine romantische Tragikomödie über die verbotene Liebesbeziehung zwischen einer jungen Schauspielerin (Lily Collins, "Spieglein Spieglein") und ihrem sehr religiös geprägten Fahrer (der neue Han Solo-Darsteller Alden Ehrenreich aus "Hail, Caesar!"), die Ende der 1950er Jahre beide für Hughes arbeiten.

"Einsamkeit und Sex und Mitleid":
Die deutsche Großstadt-Beziehungs-Tragikomödie ist ja bereits seit etlichen Jahren quasi ein eigenes Genre – einen neuen Beitrag leistet der mehrmalige "Tatort"-Regisseur Lars Montag, der in seiner Verfilmung des gleichnamigen episodischen Romans von Helmut Krausser ein Schlaglicht auf diverse Berlin-Bewohner mit sehr unterschiedlichen Lebenswegen wirft. Gespielt werden die u.a. von Jan Henrik Stahlberg ("Muxmäuschenstill"), Friederike Kempter ("Oh Boy") und Rainer Bock ("Das weiße Band").

"Victoria – Männer & andere Mißgeschicke":
Ungefähr 600.000 französische Kinogänger gab es für die Tragikomödie über die Enddreißigerin Victoria (Virginie Efira, "Birnenkuchen mit Lavendel"), eine leicht exzentrische alleinerziehende zweifache Mutter, die auf einer Hochzeit zufällig auf ihren Ex-Mann trifft – der am nächsten Tag wegen Mordversuchs verhaftet wird. Victoria glaubt an seine Unschuld und will ihm helfen, was angesichts ihres chaotischen Privatlebens aber keine einfache Aufgabe ist.

"Shin Godzilla":
Während erst kürzlich "Kong: Skull Island" das geplante Zusammentreffen des Riesengorillas mit dem Hollywood-"Godzilla" vorbereitete, können Anhänger der japanischen Originalreihe in ausgewählten Kinos den bereits 29. Teil der langlebigen Reihe bewundern, der in Japan mehr als $75 Mio. einspielte.

11. Mai:
13 Jahre ist schon wieder her, daß mit Antoine Fuquas "King Arthur" ein großer Film über die beliebte Artussage in die Kinos kam. Soweit ich mich entsinne, wurde die betont unglamouröse "wie es wirklich gewesen sein könnte"-Variante der Story damals durchaus mit eventuellen Fortsetzungen im Hinterkopf produziert, angesichts mäßiger Kritiken und Einspielergebnisse hatten sich etwaige Pläne jedoch sehr schnell erledigt. Mittelalter-Fans können nur hoffen, daß "King Arthur: Legend of the Sword" ein ähnliches Schicksal erspart bleibt, denn Guy Ritchies ebenfalls sehr freie, schmutzige und actionreiche Neuinterpretation ist ganz konkret als Auftakt einer sechsteiligen Reihe geplant. Charlie Hunnam ("Die versunkene Stadt Z") übernimmt die Titelrolle, Jude Law gibt den Antagonisten Vortigern – ansonsten setzt Ritchie auf überraschend wenige einem breiten Publikum bekannte Namen. Hoffentlich ein Zeichen des Vertrauens in die qualitative Stärke des Stoffes.

"Rückkehr nach Montauk":
Volker Schlöndorffs von Max Frischs Erzählung "Montauk" inspirierter Film lief im Wettbewerb der Berlinale, wurde allerdings mit überwiegend nur mittelmäßigen Kritiken bedacht und ging dementsprechend leer aus. Stellan Skarsgård agiert als der Schriftsteller Max, der nach der Vorstellung seines neuen Buchs in den USA Kontakt zu seiner früheren großen Liebe Rebecca (Nina Hoss) sucht, die er seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hat. Rebecca, inzwischen eine erfolgreiche Anwältin, lehnt ein Treffen zunächst ab, willigt dann aber doch ein, einen Tag mit Max zu verbringen …

"Überflieger – Kleine Vögel, großes Geklapper" (3D):
In dem europäischen Animationsfilm für Kinder wird der verwaiste Spatzenjunge Richard von Störchen aufgezogen – als die Störche jedoch über den Winter in wärmere Gefilde ziehen, muß Richard notgedrungen zurückbleiben. Stur will er jedoch beweisen, daß er die Reise ebenfalls irgendwie schafft – also macht er sich mit einigen leicht skurrilen Vogelfreunden auf den langen, beschwerlichen Weg …

"Denk ich an Deutschland in der Nacht":
Der Dokumentarfilm von Romuald Karmakar ("Der Totmacher") durchleuchtet die elektronische Musikszene in Deutschland.

18. Mai:
Eigentlich sollte es "Prometheus 2" werden, nach einigen Umbenennungen ist die Fortsetzung von Sir Ridley Scotts "Alien"-Prequel nun auch offiziell Teil der ikonischen Horror-SF-Reihe – allerdings immer noch als Prequel. Aus "Prometheus" ist nur noch Michael Fassbender dabei, der eine neuere Version seines Androiden David (nun: Walter) gibt sowie vermutlich die einzige menschliche Überlebende Noomi Rapace, die aber, soweit bekannt ist, keine Hauptrolle spielen wird. Im Zentrum steht stattdessen ein neues Raumschiff samt Besatzung (verkörpert u.a. von Katherine Waterston die in den Trailern durchaus überzeugend wie eine neue Ellen Ripley rüberkommt und James Franco), das Kolonisierungsvehikel "Covenant", dessen Mission es ist, bewohnbare Planeten zu finden. Das jüngste Forschungsobjekt wirkt paradiesisch, doch, wir ahnen es, es gibt gewisse, wunderschön-grausige außerirdische Kreaturen, die sich keiner als Nachbarn wünscht …

"Jahrhundertfrauen":
Filmemacher Mike Mills ("Beginners") wurde für sein autobiographisch gefärbtes Drehbuch zu dieser Ende der 1970er Jahre spielenden Tragikomödie, in der Annette Bening (Golden Globe-Nominierung) als alleinerziehende Mutter Dorothea glänzt, die mit ihrem Teenager-Sohn Jamie eine kleine Pension an der kalifornischen Küste betreibt, für einen OSCAR nominiert. Weil Dorothea zweifelt, ob sie Jamie noch richtig erreicht, bittet sie eine Bewohnerin der Pension, die Photographin Abbey (Greta Gerwig, "To Rome with Love"), und Jamies beste Freundin Julie (Elle Fanning, "The Neon Demon") um Unterstützung.

"Beuys":
Andres Veiels Doku über den ebenso kontroversen wie legendären deutschen Künstler Joseph Beuys wurde im Wettbewerb der Berlinale gezeigt, kam bei den Kritikern aber nicht so richtig gut weg, da er zu wenig echte Einblicke in das Leben und das Werk Beuys' biete.

"You'll Never Walk Alone":
Ein deutscher Dokumentarfilm von André Schäfer ("John Irving und wie er die Welt sieht") über den ursprünglichen Broadway-Song "You'll Never Walk Alone" von Rodgers & Hammerstein, der im Lauf der Jahrzehnte zu einem der berühmtesten Fußball-Fangesänge avancierte.

25. Mai:
Nach einer Kunstpause von sechs Jahren seit dem leicht mißglückten vierten Teil "Fremde Gezeiten" meldet sich Johnny Depp in seiner Paraderolle als exzentrischer Piratenkapitän Jack Sparrow zurück – wohl auch in der Hoffnung, endlich wieder einmal positive Nachrichten zu generieren, nachdem in den letzten Jahren die meisten seiner Filme enttäuschten und er auch privat vorwiegend negative Schlagzeilen machte. Mit dem norwegischen Duo Joachim Rønning und Espen Sandberg – wassererprobt durch das OSCAR-nominierte Biopic "Kon-Tiki" – gibt es neue Steuermänner, auch Drehbuch-Autor Jeff Nathanson ("Aushilfsgangster", "Catch Me If You Can") ist neu an Bord. Alte Bekannte gibt es außer Captain Jack auch, zu den prominentesten Rückkehrern zählen Geoffrey Rush als Barbossa und Orlando Bloom als Jacks seit dem Ende von Teil 3 verfluchter alter Freund/Rivale Will Turner. Dessen Hilfe kann Captain Jack vermutlich brauchen, denn er bekommt es mit dem Geisterpiraten Salazar (Javier Bardem, "No Country for Old Men") zu tun, der noch ein ganz persönliches Hühnchen mit Jack zu rupfen hat. Rettung verheißt nur Poseidons legendärer Dreizack – doch der will erst einmal gefunden werden …

"Churchill":
Gleich zwei Filme über den ehemaligen britischen Premierminister Winston Churchill, der das Vereinigte Königreich letztlich erfolgreich durch den Zweiten Weltkrieg manövrierte, kommen in der nächsten Zeit in die Kinos. Das prestigeträchtigere dürfte Joe Wrights für Ende 2017 (in Deutschland: 11. Januar 2018) geplante "Darkest Hour" mit OSCAR-Kandidat Gary Oldman in der Churchill-Rolle sein, schneller ist jedoch dieser Thriller von TV-Spezialist Jonathan Teplitzky ("Broadchurch"), der schildert, wie Churchill (Brian Cox, "Planet der Affen: Prevolution") im Juni 1944 den letzten Tag vor dem kriegsentscheidenden D-Day (also der alliierten Invasion in der Normandie) verbringt. Denn Churchill obliegt letztlich die Entscheidung, ob die Invasion – deren absolut mögliches Scheitern er nicht zu Unrecht als fatal einschätzt – tatsächlich durchgeführt wird oder nicht.

"Hanni & Nanni – Mehr als beste Freunde":
Nachdem es zwischen 2010 und 2013 drei erfolgreiche Filme (jeweils über 800.000 Zuschauer in Deutschland) über die von Enid Blyton ersonnenen und in einem Mädcheninternat lebenden Jugendbuch-Heldinnen gab, steht nun eine Neuauflage mit runderneuerter Besetzung ins Haus, darunter Jessica Schwarz und Henry Hübchen. Regie führt Isabell Šuba, die im Jahr 2014 mit ihrem satirischen Spielfilmdebüt "Männer zeigen Filme und Frauen ihre Brüste" für Aufsehen in der Branche sorgte.

"Song to Song":
Früher hat es viele Jahre gedauert, bis Terrence Malick einen neuen Film präsentierte – dafür waren die meisten richtig gut (u.a. "Badlands", "Der schmale Grat", "The New World"). Seit ein paar Jahren hat er die Schlagzahl plötzlich erhöht, bringt immerhin alle zwei bis drei Jahre ein neues Werk in die Kinos – die aber seit "The Tree of Life" eher wenig Anklang finden. "Song to Song" geht es in der Hinsicht zumindest wieder etwas besser als zuletzt "To the Wonder" und "Knight of Cups", für echte Begeisterung sorgt das Musikdrama bei den meisten Kritikern aber auch nicht. Zumindest die Besetzung kann sich aber – wie immer bei Malick – sehen lassen: Michael Fassbender verkörpert einen Musikproduzenten, Ryan Gosling und Rooney Mara zwei ehrgeizige Musiker, Natalie Portman eine Kellnerin und Cate Blanchett und Bérénice Marlohe ("Skyfall") sind auch mit dabei – und aus diesen Figuren ergeben sich gleich zwei komplizierte Liebesdreiecke. Übrigens: Malicks nächster Film, das Kriegsdrama "Radegund" (u.a. mit Bruno Ganz, Jürgen Prochnow, Tobias Moretti, August Diehl), soll in den USA noch 2017 anlaufen ...

"Berlin Syndrom":
Ganz offensichtlich haben der australischen Filmemacherin Cate Shortland ("Somersault") die Dreharbeiten in Deutschland zu "Lore" – dem letztlich jedoch nicht nominierten australischen OSCAR-Beitrag 2013 – gut gefallen, denn auch ihr neuer Film wurde größtenteils hierzulande gedreht, genau genommen in Berlin. In dem Thriller agiert Teresa Palmer ("Warm Bodies") als australische Photographin Clare, die beim Urlaub in Berlin Andi (Max Riemelt, Netflix-Serie "Sense8") kennenlernt. Zwischen ihnen knistert es gewaltig und am nächsten Morgen erwacht Clare in Andis Bett. Problem: Andi ist weg und hat sie in dem Raum sicher eingesperrt. Und er hat nicht vor, sie wieder gehen zu lassen!

1. Juni:
"Baywatch":
Eine Kinoversion der extrem erfolgreichen, aber auch ziemlich trashigen 1990er Jahre-Hitserie mit David Hasselhoff und vielen gutgebauten Rettungsschwimmerinnen – tut das wirklich Not? Ja, tut es – zumindest, wenn sich der Spaß, den die Darsteller rund um Dwayne Johnson (die große Triebfeder des Projekts), Zac Efron ("Bad Neighbors 2") und Alexandra Daddario ("San Andreas") bei den Dreharbeiten ganz offensichtlich hatten (wie man anhand zahlreicher Videos und Setberichte nachvollziehen kann), auf das Publikum überträgt. Dwayne Johnson hat die neue "Baywatch"-Version gemeinsam mit dem Regisseur Seth Gordon ("Kill the Boss") und den Drehbuch-Autoren von Beginn an betont komödiantisch-parodistisch angelegt, vermutlich nach dem Vorbild der erfolgreichen "21 Jump Street"-Kino-Wiederbelebung. Da dürfen natürlich auch Cameos von Hasselhoff und Pamela Anderson nicht fehlen …

"In Zeiten des abnehmenden Lichts":
In seinem gleichnamigen Bestseller schildert Eugen Ruge am Beispiel einer tragikomischen Familiengeschichte den Untergang der DDR – TV-Spezialist Matti Geschonneck (u.a. "Helen Dorn", "Das Zeugenhaus") hat diese Story auf Grundlage der Drehbuch-Adaption des mehrfach preisgekrönten Wolfgang Kohlhaase ("Sommer vorm Balkon") verfilmt. Bruno Ganz spielt den ehemaligen Widerstandskämpfer und immer noch voll überzeugten Kommunisten Wilhelm, zu dessen 90. Geburtstag im Herbst 1989 ein großes Fest veranstaltet wird, während die DDR kurz vor dem Zusammenbruch steht. Als bekannt wird, daß Enkel Sascha (Alexander Fehling) sich nach Westdeutschland abgesetzt hat, sorgt das für viel Aufregung.

"Gregs Tagebuch 4 – Böse Falle!":
Mit dem vierten Teil unternimmt die beliebte, auf den Kinderbüchern von Jeff Kinney basierende Reihe einen zwangsläufigen Reboot, da die ursprünglichen Darsteller mittlerweile einfach zu alt für ihre Rollen sind (die ersten drei Teile kamen ja zwischen 2010 und 2012 in die Kinos) – bei der Gelegenheit wurden dann auch gleich die Eltern neu besetzt. Jason Drucker übernimmt die Titelrolle von Zachary Gordon, als Eltern agieren nun Alicia Silverstone und Tom Everett Scott; für Kontinuität sorgt zumindest Regisseur David Bowers, der bereits die letzten beiden Teile in Szene setzte. Und worum geht es im neuesten Abenteuer? Greg muß seine Familie auf die lange Autoreise zum 90. Geburtstag seiner Oma begleiten, hofft aber, die günstige Gelegenheit zum Besuch bei einer mehr oder weniger auf dem Weg liegenden Videospiel-Messe nutzen zu können …

"Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie":
In den USA ist die Jugendbuch-Adaption trotz guter Kritiken gefloppt, dabei klingt die Prämisse durchaus interessant (wenn auch nicht ausgesprochen originell): Teenager Samantha (viel Lob für Zoey Deutch) stirbt bei einem Autounfall am Valentinstag – durchlebt diesen letzten Tag ihres Lebens in bester "Und täglich grüßt das Murmeltier"-Tradition aber immer wieder. Dabei merkt sie auch, wie oberflächlich und selbstbezogen sie bislang war. Ob sie sich aus ihrem Dilemma befreien kann, indem sie ein besserer Mensch wird?

8. Juni:
Nachdem Universals Versuch, mit "Dracula Untold" ein neuen "Cinematic Monster Universe" zu starten, trotz recht ordentlicher Einspielergebnisse die Studiobosse offenbar nicht überzeugte, soll mit einer Neuinterpretation von "Die Mumie" ein neuer Anfang gemacht werden. Nachdem das Original von 1932 mit Boris Karloff ebenso wie der dreiteilige, recht comedylastige Aufguß mit Brendan Fraser ab Ende der 1990er Jahre jeweils in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts spielte, findet die neueste Version in unserer Gegenwart statt. Ob das eine gute Idee ist oder nicht, wird sich zeigen müssen, der actionreiche erste Trailer wirkte jedenfalls eher, als würde er den nächsten "Mission: Impossible"-Teil bewerben als ein klassisches Gruselabenteuer. Das liegt natürlich auch daran, daß hier kein Geringerer als Tom Cruise die Hauptrolle übernommen hat – interessant ist zudem, daß wir es erstmals mit einer zum Leben erweckten weiblichen Mumie zu tun bekommen, die von der sehr kampfstarken "Kingsman"- und "Star Trek Beyond"-Amazone Sofia Boutella verkörpert wird und Cruise mit Sicherheit die Hölle heißmachen wird. Der bekommt allerdings Unterstützung von Russell Crowe in der Rolle des Dr. Henry Jekyll; yep, der aus "Dr. Jekyll & Mr. Hyde". Wie gesagt, "Die Mumie" soll der Auftakt eines großen, ineinander übergreifenden "Monster-Universums" werden …

"Mein neues bestes Stück":
In der französischen Geschlechterkomödie will Jeanne (Audrey Dana, die auch Regie führt und am Skript beteiligt ist) nach einer enervierenden Scheidung, bei der sie das alleinige Sorgerecht für die beiden Kinder verloren hat, nichts mehr von Männern wissen; doch dann wacht sie eines Tages auf und muß feststellen, daß sie plötzlich einen Penis hat! Nicht nur das, nach und nach scheint sie sich auch immer männlicher zu fühlen und zu verhalten, ohne dabei allerdings ihre Weiblichkeit zu verlieren – ihr Frauenarzt Dr. Pace (Christan "Asterix" Clavier) verfolgt das mit großer Verwunderung …

"Born To Be Blue":
Ethan Hawke ("Boyhood") spielt in dem (im weiteren Sinne, da nur teilweise auf der Biographie des realen Vorbilds basierenden) Biopic von Robert Boudreau den Jazztrompeter Chet Baker, der in den 1950er Jahren seinen Durchbruch feierte, im folgenden Jahrzehnt auch wegen einer Heroinabhängigkeit komplett abstürzte, dann aber noch einmal ein Comeback schaffte – das im Zentrum von "Born To Be Blue" steht. Laut Kritikern liefert Hawke in dieser Rolle eine der besten Leistungen seiner langen Karriere ab, auch der Film selbst erhielt viel Lob.

"Ein Kuß von Béatrice":
In der französischen Tragikomödie von Martin Provost ("Séraphine") glänzen Altstar Catherine Deneuve ("Das Schmuckstück") und Catherine Frot als zwei sehr unterschiedliche Frauen: Frot spielt die idealistische Hebamme und alleinerziehende Mutter Claire, der gegen Ende ihres Berufslebens der vorzeitige Verlust ihres Jobs droht, während Deneuve die titelgebende, leicht exzentrische und trunksüchtige frühere Geliebte von Claires verstorbenem Vater gibt. Als Claire von Béatrice unerwartet einen Anruf mit Bitte um eine seit Jahrzehnten überfällige Aussprache erhält, sagt sie nur zögerlich zu … In Frankreich erreichte "Ein Kuß von Béatrice" in den ersten beiden Wochen knapp eine halbe Million Zuschauer.

"The Dinner":
Das gern mit Polanskis "Der Gott des Gemetzels" verglichene psychologische Drama von Oren Moverman ("The Messenger") kann zwar eine sehr namhafte Besetzung vorweisen – Richard Gere, Laura Linney, Steve Coogan, Rebecca Hall und Chloë Sevigny –, die Kritiker waren aber trotzdem nicht übermäßig angetan von dem Kammerspiel um ein von Spannungen geprägtes Abendessen in einem Luxusrestaurant, das von einem für den Zuschauer lange im Dunkeln bleibenden schlimmen Vorfall mit den Teenager-Kindern beider zentraler Ehepaare überschattet wird. Größter Kritikpunkt ist, daß der Film seine schwierige Thematik zu selbstgerecht angehe.

"Plan B – Scheiß auf Plan A"
Sachen gibt's: Eine deutsche Martial Arts-Komödie – wer hätte damit gerechnet? Filmemacher und Darsteller sagen mir überhaupt nichts und die Story klingt ziemlich gaga – vier befreundete Kampfsport-Schauspieler wittern ihre große Chance bei einem Casting in Berlin, landen aber versehentlich bei Gangstern, die sie zwingen, einen Raubzug zu unternehmen –, aber wenn es schon mal einen mutigen deutschen Genrefilm gibt, soll das keinesfalls verschwiegen werden!

15. Juni:
Nachdem Wonder Woman, verkörpert von der israelischen Schauspielerin Gal Gadot ("Fast & Furious"-Reihe), noch zu den positivsten Aspekten von "Batman v Superman: Dawn of Justice" zählte, könnte sie nun in ihrem Solo-Debüt den ersten richtig guten DC-Superhelden-Film seit Jahren anführen. Die Chancen stehen jedenfalls gar nicht so schlecht, denn mit Patty Jenkins ("Monster") gibt es eine im Genre unverbrauchte Regisseurin und auch das Setting im frühen 20. Jahrhundert klingt spannend. "Wonder Woman" ist, obwohl wir den Charakter ja bereits in der Gegenwart kennengelernt haben, eine Origin-Story, die zeigt, wie die Amazonen-Prinzessin und Halbgöttin Diana ihre vom Rest der Welt abgeschnittene Insel verläßt, als sie von einem schiffbrüchigen Kampfpiloten (Chris "Captain Kirk" Pine) erfährt, daß sich die Welt im Ersten Weltkrieg befindet. Mit ihren übermenschlichen Kräften hofft sie, den Krieg vorzeitig beenden zu können, ehe noch mehr Menschen einen sinnlosen Tod sterben.

"Das Belko Experiment":
Nach einem Skript von "Guardians of the Galaxy"-Regisseur James Gunn hat der australische Genre-Experte Greg McLean ("Wolf Creek") einen actionreichen, schwarzhumorigen Horrorfilm gedreht, dessen Prämisse man als "Battle Royale" respektive "Die Tribute von Panem" im Bürogebäude zusammenfassen könnte. Etwas genauer: Als 80 überwiegend amerikanische Arbeiter im kolumbianischen Bogotá wie jeden Tag zu ihrem Job antreten, werden sie darüber informiert, daß die Arbeit ausfällt – das ist jedoch bei weitem keine so erfreuliche Nachricht, wie man denken würde. Das Gebäude wurde von außen komplett abgeriegelt und die Männer und Frauen (die von zahlreichen bekannten TV-Gesichtern wie John C. McGinley aus "Scrubs", Tony Goldwyn aus "Scandal", Owain Yeoman aus "The Mentalist", Michael Rooker aus "The Walking Dead" oder Abraham Benrubi aus "emergency room" verkörpert werden) werden per Lautsprecher angewiesen, sich gegenseitig zu töten! Die Kritiken sind mittelmäßig ausgefallen, aber Genrefans dürften durchaus ihre Freude an diesem ziemlich brutalen Film haben.

"Loving":
Das mit glänzenden Rezensionen ausgestattete Liebes- und Rassismusdrama von Jeff Nichols ("Midnight Special") erzählt die wahre Geschichte des gemischtrassigen Liebespaares Richard (Joel Edgerton, "Der große Gatsby") und Mildred Loving (OSCAR-Nominierung für Ruth Negga, "World War Z"), das in Virginia wegen seiner rechtswidrigen Heirat im Jahr 1958 im Gefängnis landet. Später muß das Paar den konservativen Bundesstaat für mehrere Jahre verlassen muß, während es vor Gericht um Gerechtigkeit kämpft.

"Mädelstrip":
In der Actionkomödie von Jonathan Levine ("50/50") spielen Komikerin Amy Schumer ("Dating Queen") und Altstar Goldie Hawn ("Die Kaktusblüte") ein ebenso chaotisches wie streitbares Mutter-Tochter-Gespann, das einen gemeinsamen Roadtrip nach Südamerika unternimmt, den Tochter Emily eigentlich mit ihrem Freund antreten wollte – der sie aber kurz vorher verließ.

"All Eyez One Me":
Biopic des erfahrenen Musikvideo-Regisseurs Benny Boom (drehte u.a. Videos für 50 Cent, Nicki Minaj, Nelly, Busta Rhymes) über den Rapper und Aktivisten Tupac Shakur (Demetrius Shipp Jr.), der in den 1990er Jahren als 2Pac zum Megastar wurde, ehe er 1996 auf offener Straße erschossen erschossen wurde – die genauen Umstände seiner Ermordung sind bis heute ungeklärt.

"Der wunderbare Garten der Bella Brown":
Eine Tragikomödie mit typisch britischen schrulligen Charakteren, in deren Zentrum die etwas wunderliche junge Bibliothekarin Bella (Jessica Brown Findlay aus "Downton Abbey") steht, die eigentlich Kinderbuch-Autorin werden will. In ihrem grantigen Nachbarn Alfie (Tom Wilkinson) findet Bella einen unerwarteten Freund, als der gelernte Gärtner ihr bei der Gartenarbeit hilft, vor der sie buchstäblich Angst hat.

"Bob, der Baumeister – Das Megateam":
Kinoausflug der beliebten animierten Kinderserie, in dem Baumeister Bob und seine Freunde einen früheren Steinbruch mit der Hilfe dreier eigenwilliger Mega-Maschinen zu einem Stausee samt Damm umbauen sollen.

22. Juni:
"Transformers 5: The Last Knight" (3D):
Im diesmal angeblich wirklich letzten Teil der kommerziell erfolgreichen, aber von den Kritikern großteils verachteten Krachbumm-Reihe, der von Michael Bay inszeniert wird, herrscht nach dem spurlosen Verschwinden des Autobot-Anführers Optimus Prime ein Krieg zwischen den Menschen (u.a. dargestellt von Mark Wahlberg und Anthony Hopkins) und den außerirdischen Transformern. Ein Artefakt aus der Zeit von König Artus könnte sich entscheidend auswirken …

"Du neben mir":
US-Jugendromanze nach einem Roman von Nicola Yoon, in der die 18-jährige Maddy (Amandla Stenberg, "Die Tribute von Panem – The Hunger Games") schwer daran zu tragen hat, daß sie aufgrund extremer Allergien gegen alles Mögliche nie ihre Wohnung verlassen darf. Nachbar Olly (Nick Robinson, "Jurassic World") läßt sich davon aber nicht abschrecken und nach und nach verlieben sich die beiden ineinander …

"Life, Animated":
Ein ungewöhnlicher, von der Kritik gefeierter und OSCAR-nominierter Dokumentarfilm über den jungen Autisten Owen Suskind, der als Kind durch seine Besessenheit von Zeichentrickfilmen von Disney (deren Dialoge er auswendig kann) lernte, mit der Außenwelt zu kommunizieren – weshalb im Film wiederholt animierte Sequenzen (sowohl aus den Disney-Klassikern als auch eigens geschaffene) Anwendung finden.

"Monsieur Pierre geht online":
Der französische Altstar Pierre Richard ("Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh") spielt in der Komödie von Stéphane Robelin ("Und wenn wir alle zusammenziehen?") den älteren Herren Pierre, der noch einmal Sehnsucht nach einem romantischen Abenteuer verspürt und sich deshalb dem Online-Dating zuwendet. Schnell findet er eine geeignete junge Kandidatin namens Flora, die auch an ihm interessiert ist – was allerdings daran liegen dürfte, daß Pierre sich in seinem Onlineprofil als jener junge Mann namens Alex ausgab, der ihm den Umgang mit dem Internet beigebracht hat …

29. Juni:
"Girls' Night Out":
Als weibliche "Hangover"-Variante wurden in den letzten Jahren einige Filme bezeichnet (allen voran "Bad Moms"), bei der derben Komödie von Kino-Debütantin Lucia Aniello (inszenierte im TV u.a. zahlreiche Episoden der Comedy-Serie "Broad City") scheint der Schuh aber nicht nur tonal, sondern auch storytechnisch zu passen. Denn im Mittelpunkt stehen fünf Freundinnen (gespielt u.a. von Scarlett Johansson und Kate McKinnon), die in einem Strandhaus in Miami einen rauschenden Junggesellinnenabschied feiern. Der endet jedoch nicht ganz wie geplant, denn ein versehentlich getöteter Stripper stand definitiv nicht auf der To-Do-Liste. Und was tut man, wenn jemand durch einen unglücklichen Unfall zu Tode kam? Klar, man ruft die Poli … ach, was red' ich; man versucht natürlich, es zu vertuschen! Zumindest, wenn man Hauptfigur in einer Hollywood-Komödie ist …

Zu den ungewöhnlicheren Filmen, die Clint Eastwood in seiner Blütezeit drehte, gehört Don Siegels erotischer Bürgerkriegs-Psychothriller-Western "Betrogen" aus dem Jahr 1971. Wobei man diese Genremischung natürlich fraglos generell für sehr ungewöhnlich halten kann. "Lost in Translation"-Regisseurin Sofia Coppola war von dem Film offensichtlich beeindruckt genug, um erstmals in ihrer Karriere ein Remake in Angriff zu nehmen – respektive eine Neuverfilmung der literarischen Vorlage von Thomas Cullinan –, das auch im Wettbewerb des Festivals von Cannes läuft. Und die Besetzung kann sich wahrlich sehen lassen: Colin Farrell übernimmt die Eastwood-Rolle des verwundeten Nordstaaten-Soldaten John McBurney, der hinter feindlichen Linien ausgerechnet in einem Mädchenpensionat gesundgepflegt wird – dort aber angesichts seines guten Aussehens und seines beträchtlichen Charmes bald zum Mittelpunkt sexueller Intrigen wird … Im Remake werden die drei größten Rivalinnen um Johns Aufmerksamkeit von Nicole Kidman (als Leiterin des Pensionats), Kirsten Dunst (als Lehrerin) und Elle Fanning (als 17-jährige Schülerin) verkörpert. Da möchte man glatt eifersüchtig werden auf John McBurney; aber wer das Original gesehen hat, der weiß, daß ihm durchaus nicht so richtig schöne Zeiten bevorstehen.

"Overdrive":
Der kolumbianische TV-Regisseur Antonio Negret (inszenierte Episoden der Serien "Arrow", "Lethal Weapon" und "The 100") wagt sich auf die große Leinwand mit diesem französischen Action-Thriller, in dem zwei US-Brüder (Scott Eastwood und Freddie Thorp) in Frankreich ihren Lebensunterhalt mit dem Diebstahl sündteurer Autos bestreiten. Natürlich geht das auf Dauer nicht gut und die beiden Brüder werden von einem Gangster (Simon Abkarian) erwischt, den sie bestehlen wollen. Als Wiedergutmachung sollen sie ihre Fähigkeiten für ihn einsetzen und den Ferrari seines größten Kontrahenten (Clemens Schick) klauen ... Ähnlichkeiten zur "Fast & Furious"-Reihe sind sicher kein Zufall, zumal das Autorenduo bereits für den zweiten Teil der Erfolgsreihe ("2 Fast 2 Furious") verantwortlich zeichnete – und Scott Eastwood wirkt in "Fast & Furious 8" mit.

"Sommerfest":
Sönke Wortmanns ("Das Wunder von Bern") neue Tragikomödie nach einem Roman von Frank Goosen handelt vom Münchner Theaterschauspieler Stefan (Lucas Gregorowicz, "Lommbock"), der nach vielen Jahren erstmals wieder in seine Heimatstadt Bochum zurückkehrt – für die Beerdigung seines Vaters. Dabei trifft er viele alte Freunde, die ihn von der eigentlich geplanten schnellen Rückkehr nach München abhalten.

"Axolotl Overkill":
Als Helene Hegemann 2010 mit 18 Jahren ihren ersten Roman "Axolotl Overkill" veröffentlichte, wurde sie zunächst vom Feuilleton als neues Schriftsteller-Wunderkind gefeiert, wenig später allerdings mit Plagiarismus-Vorwürfen konfrontiert. Anschließend wurde es trotz eines zweiten Buchs relativ ruhig um sie. So gesehen ist es wohl nur konsequent, daß Hegemann nun selbst als Regisseurin und Drehbuch-Autorin ihr erfolgreiches Debüt verfilmte – das immerhin bereits einen Sonderpreis für die Kameraführung beim Independent-Festival in Sundance erhielt. In dem unangepaßten Coming of Age-Film spielt (die 28-jährige) Jasna Fritzi Bauer die Hauptrolle der 16-jährigen Mifti, die nach dem Tod ihrer Mutter mit ihren beiden älteren Halbgeschwistern in einer WG in Berlin wohnt und ohne die elterliche Kontrolle ziemlich die Sau rausläßt – inklusive Sex und Drogen. Ohne geeignete erwachsene Vorbilder fällt es Mifti schwer, selbst erwachsen zu werden.

"Wilson - Der Weltverbesserer":
In der nur mittelprächtig rezensierten Tragikomödie nach einer Graphic Novel von Daniel Clowes ("Ghost World") spielt Woody Harrelson den titelgebenden Eigenbrötler, dessen einziger echter Freund sein Hund ist. Nach einem privaten Schickschalsschlag nimmt er erstmals seit vielen Jahren wieder Kontakt zu seiner Ex-Frau (Laura Dern) auf - und erfährt in der Folge, daß er eine Teenager-Tochter hat, die gleich nach der Geburt von einer anderen Familie adoptiert wurde. Kann Wilson diese zerrissene Familie wieder vereinen und so endlich sein Glück finden?

"Der Tod von Ludwig XIV.":
Vom geprügelten Schüler Antoine Doinel in Truffauts Kultfilm "Sie küßten und sie schlugen ihn" zum König von Frankreich – gar keine schlechte Karriere, die Jean-Pierre Léaud gemacht hat. Allerdings verkörpert er den legendären "Sonnenkönig" in Albert Serras bereits mit etlichen internationalen Filmpreisen geehrtem Historiendrama nicht in der Blüte seiner Jahre, sondern in den letzten Tagen vor seinem Ableben im Spätsommer 1715, als er bereits bettlägerig ist und Gevatter Tod erwartungsfroh zum Fenster hereinschaut, während die Ärzte ratlos versuchen, dem König noch irgendwie zu helfen ...


So viel zu den Kinostarts der Monate Mai und Juni, Teil 2 meiner Sommervorschau wird dann Juli und August mit etlichen weiteren Großproduktionen abdecken.


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