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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

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Mittwoch, 2. März 2016

Neues aus Hollywood (9/2016)

Eigentlich wollte ich meine wöchentlichen Zusammenfassungen über die neuesten spannenden Filmprojekte aus Hollywood (und manchmal auch dem Rest der Welt) nur über Weihnachten pausieren lassen, weil da logischerweise sowieso nichts passierte. Allerdings tat sich auch im Januar nicht so viel und selbst im Februar konnte ich nie mehr als eine Meldung pro Woche auftreiben, die ich richtig berichtenswert gefunden hätte. Da ich keine Lust hatte, mir irgendwie etwas zurechtzuschustern, blieb "Neues aus Hollywood" halt einfach aus. Auch in Zukunft werde ich die Rubrik wohl etwas unregelmäßiger posten und auch mal neue Entwicklungen aus zwei Wochen zusammenzufassen anstatt krampfhaft jede Woche etwas zu schreiben. Diesmal hatte ich diesbezüglich jedoch keine Probleme und kann gleich mit drei hochkarätig klingenden kommenden Filmen aufwarten:

  • Will Smith war mit seinen Filmen in den letzten Jahren nicht unbedingt vom Glück verfolgt: "After Earth" war ein Totalflop, "Focus" und "Erschütternde Wahrheit" liefen kommerziell deutlich unter den Erwartungen und kamen auch qualitativ kaum über Mittelmaß hinaus. Außerdem machte er sich nicht nur Freunde mit dem offensiven Protegieren der Schauspiel-Karrieren seiner Kinder sowie der "Ich spiele nur mit, wenn es die klare Hauptrolle (oder ein Cameo) ist"-Devise, die ihn allen voran für "Independence Day 2" absagen ließ. Die Mißerfolge der jüngeren Vergangenheit scheinen ihn zumindest bezüglich dieser Einstellung zum Nachdenken gebracht zu haben, immerhin ist er bei der kommenden DC-Großproduktion "Suicide Squad" als "Deadshot" nur ein (wenngleich sicher wichtiger) Teil eines großen Ensembles. Am liebsten ist es ihm aber vermutlich, wenn es so läuft wie bei seinem nächsten Film "Collateral Beauty": Viele tolle Schauspieler, aber er ist dennoch der unumstrittene Star der Geschichte. In dem von "Der Teufel trägt Prada"-Regisseur David Frankel inszenierten Drama spielt Smith einen erfolgreichen New Yorker Werbeprofi, der sich nach einer Tragödie in seinem Privatleben komplett zurückzieht. Irgendwann beschließen seine Kollegen, ihm auf unkonventionelle Art und Weise den Weg zurück ins Leben zu ebnen. Das klingt einigermaßen kryptisch und mehr ist zum Drehbuch von Allan Loeb ("Wall Street 2") auch nicht bekannt, aber daß es in der Lage ist, neben Smith weitere Topstars wie Kate Winslet, Keira Knightley, Edward Norton, Dame Helen Mirren, Naomie "Miss Moneypenny" Harris und Michael Peña ("Ant-Man") zu einer Zusage zu bewegen, dürfte für sich sprechen (zwischenzeitlich hatten auch noch Hugh Jackman und Rooney Mara zugesagt, mußten aber wegen Terminüberschneidungen zurückziehen). Die Dreharbeiten in New York haben jüngst begonnen, der US-Kinostart ist für den 16. Dezember 2016 vorgesehen, was auf OSCAR-Hoffnungen hindeutet (bei zwei OSCAR-Gewinnern und drei mehrfachen OSCAR-Nominees im Cast sowie einem OSCAR-gekrönten Regisseur - wenngleich "nur" für einen Kurzfilm - keine wirkliche Überraschung).

  • Höchstens im technischen Bereich dürfte Ridley Scotts "Prometheus"-Fortsetzung OSCAR-Hoffnungen hegen, die die Verbindung zum ebenfalls von Scott begründeten "Alien"-Franchise so stark vertiefen soll, daß es nach mehreren Umbenennungen nun sogar "Alien: Covenant" heißt. Aus dem Prequel "Prometheus" wird offiziell nur Michael Fassbender in der Rolle des Androiden David zurückkehren; lange hieß es, daß auch die zweite "Prometheus"-Überlebende Noomi Rapace mit dabei sein soll, das wurde inzwischen korrigiert. Dennoch ist es natürlich sehr gut vorstellbar, daß sie etwa zu Beginn einen kurzen Gastauftritt absolviert, der ihr Schicksal erläutert. Die eigentliche Handlung jedoch soll nach früheren Aussagen Scotts etwa 10 Jahre nach "Prometheus" stattfinden. Im Fokus steht (ganz ähnlich wie im Ur-"Alien") ein Raumschiff namens "Covenant" mit seiner Besatzung, die als Weltraumpioniere einen abgelegenen unerschlossenen Planeten am äußersten Rand des bekannten Weltalls ansteuert, von dem sie sich eine paradiesische neue Heimat erhofft. Die Wirklichkeit sieht jedoch *etwas* anders und wesentlich gefährlicher aus, wie sie vom einzigen humanoiden Bewohner des Planeten erfahren müssen: David. Zu den Darstellern der "Covenant"-Crew zählen Demián Bichir ("The Hateful 8"), Katherine Waterston ("Inherent Vice"), Danny McBride ("Das ist das Ende") und Billy Crudup ("Watchmen"). Etwas Sorgen macht derweil die Auswahl der Drehbuch-Autoren, denn Michael Green ("Green Lantern") wie auch Jack Paglen ("Transcendence") haben schon ziemliche Gurken fabriziert. Hoffen läßt dagegen, daß laut IMDb mit John Logan ("Gladiator", "Skyfall", "Hugo Cabret") ein echter Könner seines Fachs das Skript überarbeitet hat. Die Dreharbeiten zu "Alien: Covenant" (der übrigens als zweiter Teil einer "Prometheus"-Trilogie veranschlagt ist) werden bald in Australien beginnen, der US-Kinostart wurde erst vor wenigen Tagen um zwei Monate auf den 4. August 2017 vorgezogen.

  • Dann wäre da noch "Miss Sloane". Der britische "Shakespeare in Love"-Regisseur John Madden inszeniert nach einem Drehbuch von Newcomer Jonathan Perera den Politthriller, in dem Jessica Chastain ("Zero Dark Thirty") die erfahrene Politstrategin Elizabeth Sloane verkörpert, die eine Kampagne für eine (aus europäischer Sicht: minimale) Verschärfung des Waffenrechts in den USA leitet. In deren Verlauf trifft sie naturgemäß auf mächtige und skrupellose Lobbyisten, vielfältig beeinflußbare Politiker und verdammt schmutzige Tricks, die nicht nur die Waffenverschärfung, sondern auch ihre Karriere bedrohen. Die Thematik ist in den USA angesichts nahezu täglicher Berichte über Amokläufer und "Unfälle" (gerne unter Beteiligung von Kindern) natürlich aktueller denn je und auch wenn zu befürchten steht, daß der Film wieder einmal nur zu den Bekehrten predigen wird, ist es doch höchste Zeit, daß sich Hollywood des Themas annimmt (auch wenn es sich um keine Hollywood-Produktion im eigentlichen Sinne handelt, da der Film unabhängig produziert wird). In weiteren Rollen sind Mark Strong ("Kingsman"), Gugu Mbatha-Raw ("Beyond the Lights"), Alison Pill ("To Rome with Love"), Michael Stuhlbarg ("Steve Jobs"), John Lithgow ("Planet der Affen: Prevolution") und Jake Lacey ("Carol") mit von der Partie, was ein Ensemble zwar ohne die ganz großen Stars, dafür aber mit reichlich Talent bedeutet. Die (ironischerweise in Kanada stattfindenden) Dreharbeiten haben letzte Woche begonnen, in die Kinos soll der Film 2017 kommen, vermutlich in der ersten Jahreshälfte.

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