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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Samstag, 24. Oktober 2015

TV-Tips für das Wochenende 43/2015

Samstag, 24. Oktober 2015:
Servus TV, 20.15 Uhr: "O Brother, Where Art Thou?" (2000)
Das tragikomische, ausgesprochen skurrile Road-Movie der Coen-Brüder ("The Big Lebowski") bescherte dem griechischen Dichter Homer rund 3000 Jahre nach seinem Tod seine erste OSCAR-Nominierung! Denn die wahnwitzige Geschichte dreier Gefängnisausbrecher (George Clooney, John Turturro und Tim Blake Nelson) in den US-Südstaaten der 1930er Jahre, die die Beute eines Bankraubs in Sicherheit bringen wollen, orientiert sich lose an Homers berühmter "Odyssee" und enthält tatsächlich phantasievolle Variationen etwa der Begegnung mit den Sirenen oder dem Zyklopen (John Goodman). In ihrer eigenen Version der Odyssee tarnen sich die Ausbrecher übrigens als Bluegrass-Band, was zu einer starken musikalischen Note des Films führt und einen Soundtrack hervorbrachte, der auch dank des zentralen Ohrwurms "Man of Constant Sorrow" zu den meistverkauften der Filmgeschichte zählt (und sogar drei Grammys in den Country-Kategorien gewann)! Eine kleine Warnung jedoch: Frauen kommen in diesem Kleinod nicht wirklich gut weg (spielen allerdings generell keine große Rolle darin) ...

Servus TV, 22.15 Uhr: "Bugsy" (1991)
Ein ziemlich klassischer, mit zwei OSCARs prämierter Gangsterfilm von Barry Levinson über den jüdischen Mafioso Bugsy Siegel (Warren Beatty), der maßgeblich dazu beitrug, Las Vegas zu jenem berühmten Glücksspiel-Zentrum zu machen, als das es heute jedermann kennt. In weiteren Hauptrollen sind Annette Bening, Sir Ben Kingsley und Harvey Keitel zu sehen.

ZDF Neo, 1.10 Uhr: "Being John Malkovich" (1999)
Mit dieser genial-durchgeknallten Groteske von Spike Jonze und Autor Charlie Kaufman bewies Cameron Diaz erstmals nachhaltig, daß sie nicht nur Comedy spielen kann. Tatsächlich ist sie kaum wiederzuerkennen als manische Tierliebhaberin Lotte, deren Ehemann ein talentierter, aber erfolgloser Puppenspieler ist. Bis es ihm irgendwie gelingt, (buchstäblich!) in den Kopf des berühmten Schauspielers John Malkovich einzudringen und diesen wie eine seiner Puppen zu dirigieren ...

MDR, 1.25 Uhr: "Lauf um dein Leben" (1968)
Ein Comedy-Italowestern und die gelungene Fortsetzung des bekannteren "Der Gehetzte der Sierra Madre", in der Tomas Milian erneut den Gauner Cuchillo spielt, der in eine wilde Jagd nach einem Goldschatz im Wert von $3 Mio. gerät.

WDR, 1.30 Uhr: "Happiness" (1998)
Eine für einen Golden Globe nominierte Independent-Tragikomödie von Todd Solondz, die die nicht wirklich perfekten Lebenssituationen dreier erwachsener Schwestern und ihrer Eltern in New Jersey unter die Lupe nimmt. Mit Lara Flynn Boyle und Philip Seymour Hoffman.

ARD, 2.20 Uhr: "Mississippi Burning – Die Wurzel des Hasses" (1988)
In dem engagierten und unglücklicherweise von realen Geschehnissen inspirierten Rassismus-Thriller von Alan Parker ("Angel Heart") ermitteln zwei sehr unterschiedliche FBI-Agenten (Gene Hackman und Willem Dafoe) Mitte der 1960er Jahre in den Südstaaten im Fall mehrerer Morde an schwarzen Bürgerrechtlern. Vor allem der von Willem Dafoe gespielte junge, idealistische Bundesagent ist schockiert über den allgegenwärtigen Rassismus, der auch vor Polizei und Politik nicht Halt macht und die hartnäckigen Ermittler bald in Lebensgefahr bringt. "Mississippi Burning" erhielt seinerzeit verdiente sieben OSCAR-Nominierungen und gewann in der Kamera-Kategorie.

Außerdem:
Hulk (Ang Lees ambitionierte Mischung aus Superheldenfilm und Arthouse-Charakterdrama mit Eric Bana, Liv Tyler und Nick Nolte gilt als gescheitert, ist aber dennoch durchaus sehenswert; ZDF Neo um 20.15 Uhr)
The American (stilvolle Killerballade mit George Clooney; 0.10 Uhr in der ARD)

Sonntag, 25. Oktober:
Arte, 20.15 Uhr: "Garp und wie er die Welt sah" (1982)
In George Roy Hills ("Der Clou") John Irving-Adaption zeigte der bis dahin nur als Komiker bekannte Robin Williams erstmals, wie sehr er auch in dramatischen Rollen glänzen kann. Er spielt den angehenden Schriftsteller T.S. Garp, Sohn einer alleinerziehenden feministischen Mutter (Glenn Close erhielt ebenso eine OSCAR-Nominierung wie John Lithgow als Darsteller des Transvestiten Roberta), deren unermüdlicher Kampf für die Rechte der Frauen auch das Leben ihres Sohnes vielfach beeinflußt; teilweise positiv, teilweise negativ.

RTL II, 20.15 Uhr: "Drei Engel für Charlie" (2000)
Man kann sicher darüber streiten, ob McGs ("Terminator – Die Erlösung") klamaukige Comedy-Version der gleichnamigen kultigen 1970er Jahre-Serie ihrem Vorbild gerecht wird. Aber eines ist sie ganz bestimmt: Verdammt witzig! Und das liegt auch am wunderbar harmonierenden Hauptdarsteller-Trio Drew Barrymore, Lucy Liu und Cameron Diaz sowie ihrem Chef Bill Murray.

RTL, 23.00 Uhr: "Einsame Entscheidung" (1996)
Meiner Meinung nach gibt es mit "Einsame Entscheidung" und "Machete" genau zwei gute Filme mit Steven Seagal in beiden spielt er bezeichnenderweise nur eine Nebenrolle. Hier stehen stattdessen Kurt Russell als Wissenschaftler und Militärberater David Grant sowieso Halle Berry als mutige Stewardess im Zentrum einer Flugzeugentführung durch islamistische Terroristen. Grant führt ob seiner Fachkenntnis über eine an Bord des Flugzeugs vermutete Bombe eine kleine Spezialeinheit an, die die Boeing heimlich entern, die Bombe entschärfen und die Terroristen überwältigen soll. Selbstverständlich läuft nicht alles nach Plan ... Generell gilt "Einsame Entscheidung" als ein sehr solider Actionfilm, aber nicht unbedingt als Genre-Highlight. Was ihn in meinen Augen aber zu einer Besonderheit macht, ist der ungewöhnlich starke Fokus auf Teamwork innerhalb der Spezialeinheit anstelle der sonst im Genre meist verwendeten Einzelgänger-Helden á la "Stirb Langsam" oder "Rambo".

NDR, 0.05 Uhr: "The Fog – Nebel des Grauens" (1980)
In meinem Lieblings-Gruselfilm wird der kleine Küstenort Antonio Bay eines Abends von einem meteorologisch nicht zu erklärenden dichten Nebel überzogen, der einen nicht zu verachtenden Schrecken mit sich bringt: untote Piraten! Denen stellen sich u.a. Adrienne Barbeau als taffe Radiomoderation sowie Jamie Lee Curtis, Hal Holbrook und Janet Leigh entgegen. "The Fog" ist vielleicht nicht der berühmteste Film von John Carpenter ("Das Ding aus einer anderen Welt", "Halloween"), aber mit Sicherheit sein stimmungsvollster; wozu er übrigens auch als Komponist des reduzierten, gänsehauterzeugenden Klavier-Soundtracks entscheidend beiträgt.

3sat, 0.20 Uhr: "Die Outsider" (1983)
Das Jugendbanden-Drama von "Der Pate"-Maestro Francis Ford Coppola ist nicht nur ein rasant und spannend inszenierter Film, er vereint auch noch zahlreiche Jungstars in seiner Besetzung, die später eine (mehr oder weniger) große Karriere machen sollten: Tom Cruise, Matt Dillon, Diane Lane, Patrick Swayze, Ralph "Karate Kid" Macchio und Emilio Estevez sind nur die Bekanntesten.

ARD, 1.50 Uhr: "Ein Jahr in der Hölle" (1982)
Mel Gibson ist in Peter Weirs ("Der Club der toten Dichter") spannendem, im Indonesien der 1960er Jahre spielenden Polit- und Bürgerkriegs-Drama zwar als australischer Reporter Guy Hamilton der Hauptdarsteller, Sigourney Weaver als die britische Botschaftsangestellte Jill die Hauptdarstellerin. Beide machen ihre Sache sehr gut, doch Filmgeschichte schrieb "Ein Jahr in der Hölle", weil Nebendarstellerin Linda Hunt (TV-Serie "Navy CIS: Los Angeles") für ihre Rolle als kleinwüchsiger Fotograf Billy Kwan die bis heute einzige Schauspielerin ist, die für die Verkörperung eines Mannes einen OSCAR erhielt!

Außerdem:
Last Night (emotionales, aber letztlich nichtssagendes und langweiliges Beziehungsdrama mit Keira Knightley, Sam Worthington und Eva Mendes; ARD um 0.20 Uhr)

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