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Dienstag, 30. Juni 2015

Neues aus Hollywood (25 und 26/2015)

Aufgrund meiner höchst unfreiwilligen Pause in der letzten Woche decke ich dieses Mal die interessantesten Neuigkeiten der letzten beiden Wochen ab (wobei das aber auch nicht viel mehr sind als sonst oft in einer Woche; das Sommerloch läßt grüßen ...):

  • Für viel Furore sorgte die mit Spannung erwartete Verkündung eines neuen Spider-Man-Darstellers wie auch -Regisseurs. Als vor einigen Monaten bekanntgegeben wurde, daß Sony als derzeitiger Inhaber der Spider-Man-Rechte mit Lizenzgeber Marvel zusammenarbeiten und dafür die Reihe ein weiteres Mal rebooten würde, löste das in der Fangemeinde überwiegend positive Reaktionen aus. Viele (auch ich) bedauerten zwar, daß schon wieder ein neuer Darsteller gesucht wurde, denn obwohl die beiden "The Amazing Spider-Man"-Teile von Marc Webb viel Kritik auf sich zogen, wurde Andrew Garfield für seine Interpretation des Spinnenmannes doch überwiegend gelobt; aber die Freude darüber, daß Spider-Man ins Marvel-Universum und damit auch ins erfolgreiche Marvel Cinematic Universe zurückkehren würde, überwog. Auch die Ankündigung, daß der neue Spider-Man ein Teenager sein soll, wurde wohlwollend aufgenommen, schließlich ist das in einem großen Teil der Comics auch so. Und die nun verkündete Wahl kann sich durchaus sehen lassen, denn der neue Peter Parker alias Spider-Man ist der 19-jährige Brite Tom Holland, der im Jahr 2012 bei seinem Kinodebüt in einer Hauptrolle als Filmsohn von Naomi Watts in Juan Antonio Bayonas Tsunami-Drama "The Impossible" beeindruckte. Seitdem war Tom Holland vor allem in Musicals und Theaterstücken im Londoner West End beschäftigt, wo er bereits seit 2008 auftritt, doch auch vor der Kamera blieb er mit Rollen in Kevin Macdonalds romantischem Endzeitdrama "How I Love Now", der preisgekrönten Historien-Serie "Wolf Hall" oder Ron Howards hochgewettetem Walfang-Abenteuer "Im Herzen der See" (das Anfang Dezember in die Kinos kommt und als OSCAR-Mitfavorit gilt) präsent. Nun geht er also den nächsten Karriereschritt als einer der beliebtesten Superhelden überhaupt. Sein Debüt in der Rolle wird Holland bereits im Frühjahr 2016 in "Captain America 3: Civil War" feiern, der erste Solo-"Spider-Man"-Film ist für Ende Juli 2017 geplant. Für Skepsis sorgte derweil bei vielen Beobachtern die Auswahl des Regisseurs für diesen Solo-Film, denn Jon Watts ist noch ein ziemlich unbeschriebenes Blatt. Der Amerikaner arbeitete bislang vor allem als Comedy-Regisseur im Fernsehen, sein erster Langfilm "Clown" (ein Mystery-Thriller) schaffte es in den USA nie ins Kino. Von Watts' Können wird sich zumindest das US-Publikum noch diesen Sommer überzeugen können, denn sein Independent-Thriller "Cop Car" mit Kevin Bacon kommt dort im August in die Kinos. Die Kritiken von einigen Festival-Vorführungen sind immerhin schon mal ziemlich positiv ausgefallen, dennoch ist es natürlich schon ungewöhnlich, daß Sony und Marvel einem dermaßen unerfahrenen Mann die Leitung bei einem ihrer wertvollsten Franchises überläßt. Aber gut, bei "Jurassic World" und Colin Trevorrow hat es ja auch funktioniert. Ein Drehbuch-Autor wurde übrigens noch nicht bestimmt, aber da Watts bei "Clown" und "Cop Car" auch das Manuskript verfaßt hat, dürfte er beim neuen "Spider-Man" wohl ebenfalls zumindest daran beteiligt sein. Zur Story ist dementsprechend bislang noch nichts bekannt, angeblich soll aber Spideys "Entstehungsgeschichte" (zum Glück) nicht ein drittes Mal innerhalb von 15 Jahren erzählt werden, sondern die Handlung etwas später einsetzen. Da die Dreharbeiten erst nächstes Jahr beginnen (zuvor muß Holland ja noch seine Szenen für "Captain America 3" absolvieren), dürfte es noch eine Weile dauern, bis weitere Details über Besetzung oder Inhalt (oder auch den genauen Titel) bekannt werden.

  • Bereits etwas mehr ist über ein anderes Projekt bekannt, das ebenfalls Teil eines Multi-Milliarden-Dollar-Franchise ist: "Fantastic Beasts and Where to Find Them" wird ein Spin-Off der "Harry Potter"-Filmreihe und basiert kurioserweise auf einem gleichnamigen Lehrbuch, das innerhalb des populären Zauberer-Epos vorkommt (in der deutschen Übersetzung: "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind") und später von Autorin J.K. Rowling auch "irdisch" als Büchlein mit gut 60 Seiten Umfang veröffentlicht wurde. David Yates wird wie bei den letzten vier "Harry Potter"-Filmen Regie führen, Rowling selbst verfaßt erstmals auch das Drehbuch. Für die Hauptrolle des Zauberers Newt Scamander, der sein Berufsleben der Erforschung der magischen Tierwelt widmete, wurde bereits vor einigen Wochen der aktuelle britische OSCAR-Gewinner Eddie Redmayne ("Die Entdeckung der Unendlichkeit") engagiert, dessen ebenfalls magisch begabte amerikanische Ehefrau Porpentina (kurz: Tina) wird von der Theater-Schauspielerin Katherine Waterston verkörpert, die sich vor wenigen Monaten mit einer tragenden Rolle in Paul Thomas Andersons polarisierendem Meisterwerk "Inherent Vice" für größere Aufgaben empfahl. Einen weiteren amerikanischen Zauberer namens Kredan soll Ezra Miller ("Vielleicht lieber morgen") spielen, das ist aber noch nicht offiziell. Gleiches gilt für "A Fine Frenzy"-Sängerin Alison Sudol, die zuletzt in den TV-Serien "Transparent" und "Dig" auch als Schauspielerin auftrat und prompt als Favoritin für die Rolle von Tinas jüngerer Schwester gilt; Kandidaten für die Besetzung von Newts Magier-Rivalen sind Josh Gad ("Pixels") und Michael Cera ("Adventureland"). Zudem werden vier jugendliche Hauptdarsteller (zwei männlich, zwei weiblich) gesucht. Wann die Dreharbeiten zu "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" beginnen sollen, ist noch nicht bekannt, dafür aber der deutsche Kino-Starttermin: 17. November 2016.

  • Ein richtiger Star ist Terry George nicht, dabei hat der nordirische Regisseur und Drehbuch-Autor einen der meiner Meinung nach besten Filme des 21. Jahrhunderts gedreht, nämlich das erschütternde Völkermord-Drama "Hotel Ruanda" (2004) mit Don Cheadle. Das brachte ihm zwar eine OSCAR-Nominierung für das Skript ein, aber nicht wirklich den Durchbruch in Hollywood. Sein nächster Film, das Drama "Ein einziger Augenblick" (2007) mit Joaquin Phoenix und Jennifer Connelly, floppte; vier Jahre später kam die Tragikomödie "Whole Lotta Sole" nicht einmal ins Kino. Immerhin konnte er 2012 mit dem OSCAR-Gewinn für seinen Kurzfilm "The Shore" wieder auf sich aufmerksam machen, was er hoffentlich auch mit seinem nächsten Kinofilm schaffen wird. Denn "The Promise" klingt durchaus vielversprechend: Das romantische Drama spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den letzten Tages des Osmanischen Reiches (bis 1923) und schildert die komplizierte Dreiecksbeziehung zwischen dem renommierten Kriegsberichterstatter Chris, dem brillanten Medizin-Studenten Michael und der ebenso schönen wie gebildeten Ana. Während die Besetzung des weiblichen Teils dieses Dreiecks noch aussteht, können sich die beiden männlichen Mitglieder wahrlich sehen lassen: Christian Bale ("American Hustle") wird Chris verkörpern und Oscar Isaac ("Inside Llewyn Davis", "Star Wars Episode VII") Michael. Das Drehbuch zu der Independent-Produktion stammt von Terry George und Robin Swicord ("Die Geisha"). Die Dreharbeiten in mehreren südeuropäischen Ländern (u.a. in Portugal und auf den kanarischen Inseln) sollen im Herbst beginnen, womit der Kinostart Ende 2016 zu erwarten ist.

  • Abschließend noch ein Update zu Martin Koolhovens Western-Thriller "Brimstone", über den ich im Februar berichtet hatte. Seitdem hat sich einiges geändert, denn mit Mia Wasikowska und Robert Pattinson sind zwei geplante Hauptdarsteller ausgestiegen. Lediglich Guy Pearce bleibt an Bord, seine neuen Leinwandpartner heißen Dakota Fanning ("Twilight"-Reihe, so gesehen ein guter Ersatz für Pattinson ...) und Kit Harington ("Silent Hill: Revelation", TV-Serie "Game of Thrones"). Ich bin gespannt, ob Dakota Fanning zur Western-Antiheldin taugt; schauspielerisch kann sie natürlich was, aber an Mia Wasikowska reicht sie meiner Ansicht nach nicht heran. Für Nebenrollen wurden zusätzlich zur bereits länger besetzten Carice van Houten die schweizerische "Feuchtgebiete"-Hauptdarstellerin Carla Juri und Paul Anderson ("Sherlock Holmes – Spiel im Schatten") angeheuert. Die Dreharbeiten u.a. in Deutschland haben bereits begonnen, mit dem Kinostart ist vermutlich in der ersten Jahreshälfte 2016 zu rechnen.

Quellen:

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