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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

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Dienstag, 15. Juli 2014

Neues aus Hollywood (28/2014)

Letzte Woche gab es gleich eine ganze Reihe spannende Neuigkeiten über kommende Projekte hochkarätiger Filmemacher:

  • Russell Crowe ("Robin Hood") und Ryan Gosling ("Drive") – na, wenn das keine Traumkombination ist, weiß ich auch nicht mehr. Es kommt aber noch besser: In ihrem neuen Film "The Nice Guys" werden sie unter der Leitung von Regisseur und Drehbuch-Autor Shane Black agieren. Der hat sich zwar zuletzt unter beinharten Comicfans mit "Iron Man 3" dank einer sehr umstrittenen Storywendung (mit der ich persönlich kein Problem habe) keine Freunde gemacht, ist grundsätzlich aber einer der talentiertesten Autoren im Filmgeschäft. Immerhin ist er der Mann, der uns die kultige "Lethal Weapon"-Reihe bescherte, und mit seinem gefeierten Regiedebüt, der rabenschwarzen Krimikomödie "Kiss Kiss Bang Bang" verhalf er Robert Downey Jr. nach jahrelangem drogenbedingten Karrieretief zu einem nur von den wenigsten erwarteten Comeback, das ihn innerhalb weniger Jahre zu einem der beliebtesten Filmstars weltweit machte. Der riesige kommerzielle Erfolg von "Iron Man 3" scheint nun Blacks Karriere beflügelt zu haben, denn in den nächsten Jahren soll er einen neuen "Predator"-Film machen, auch die Abenteuerroman-Adaption "Doc Savage" steht auf seinem Programm. Zunächst jedoch kommt die Zeit der "Nice Guys". Viel ist über den Inhalt dieses humoristischen Noir-Thrillers noch nicht bekannt, aber Handlungsort ist Los Angeles in den 1970er Jahren und die Protagonisten sind ein Privatdetektiv (vermutlich Crowe) und ein Schläger (Gosling), die sich als ungleiches Paar zusammentun, um den rätselhaften Tod eines Pornostars aufzuklären. Das Drehbuch hat Black gemeinsam mit dem hochgehandelten Newcomer Anthony Bagarozzi verfaßt, mit dem er ebenfalls bei "Doc Savage" zusammenarbeitet. Wann "The Nice Guys" in Produktion geht, wurde noch nicht verlautbart, ein Kinostart dürfte aber in der zweiten Jahreshälfte 2015 zu erwarten sein.

  • Eigentlich ist Richard Linklater, der aktuell mit seinem revolutionären Coming of Age-Meisterwerk "Boyhood" für Furore sorgt, vor allem für jene Filme bekannt, die er selbst geschrieben hat und in denen er normalerweise das Wesen menschlicher Beziehungen durchleuchtet. Wie eben "Boyhood", "Dazed and Confused" oder die OSCAR-gekrönte "Before"-Trilogie. Gelegentlich adaptiert er jedoch auch fremde Stoffe, die ihn einfach faszinieren. 2005 entstand so "Die Bären sind los", ein Remake des gleichnamigen Kinderfilmklassikers mit Walter Matthau aus dem Jahr 1976, ein Jahr darauf folgte das animierte SF-Drama "A Scanner Darkly", basierend auf einer Geschichte von "Blade Runner"-Autor Philip K. Dick. Und nun hat es Linklater auf "Der erstaunliche Mr. Limpet" abgesehen. "Der erstaunliche Wer?", dürfte nun die häufigste Reaktion sein. "Der erstaunliche Mr. Limpet" war 1964 ein erfolgreicher Zeichentrick-/Realfilm-Mix, in dem der Komiker Don Knotts den New Yorker Henry Limpet verkörpert, der sich im Jahr 1941 bei einem Sturz ins Meer unversehens in einen Fisch mit außergewöhnlichen Fähigkeiten verwandelt. Als kurz darauf die Japaner Pearl Harbor angreifen, will Mr. Limpet der Navy unbedingt helfen und unterstützt sie bei der Suche nach U-Booten der Nazis. Die abstruse Geschichte basiert auf einem Roman von Theodore Pratt. Offiziell hat Warner Bros. zwar noch nichts verkündet, es scheint aber sicher zu sein, daß "Hangover"-Star Zack Galifianakis in Linklaters stark modernisierter Version der Story die Titelrolle übernehmen wird. Nazis werden diesmal wohl nicht vorkommen, stattdessen kämpft der neue Mr. Limpet für die Erhaltung der Umwelt und speziell der Fischbestände. Linklater will das Konzept der Mischung aus Animations- und Realfilm beibehalten, wobei die Animationsszenen wie bei "A Scanner Darkly" in einem Rotoskopie-Verfahren verwirklicht werden sollen, in dem die Szenen zuerst von Schauspielern (und Fischen?) gedreht und dann aufgrund dieser Vorlage animiert werden. Für weitere Rollen (teilweise als Sprecher animierter Figuren) sind comedyerfahrene Schauspieler wie Jon Hamm (TV-Serie "Mad Men", als Bösewicht), Danny McBride ("Das ist das Ende"), Kevin Hart ("Denk wie ein Mann"), Sarah Silverman ("A Million Ways to Die in the West"), Josh Gad (der US-Sprecher von Schneemann Olaf in Disneys "Die Eiskönigin") und das Komiker-Duo Key & Peele in Verhandlungen. Es sollte also amüsant werden. Auch für "The Incredible Mr. Limpet" gibt es noch keinen genauen Zeitplan.

  • Nachdem es mit der Rolle als Queen-Sänger Freddie Mercury aufgrund kreativer Differenzen zu den noch lebenden Bandmitgliedern leider nichts wurde, läßt der britische Komiker Sacha Baron Cohen ("Borat") nun seine Wut als Hooligan aus. Natürlich nur im Film, denn in der anarchischen Agentenkomödie "Grimsby" spielt er eine Hälfte eines sehr unterschiedlichen Brüderpaars: Mark Strong ("The Guard") mimt einen erfahrenen Geheimagenten, der für einen neuen Fall zu seinem Verdruß gezwungen ist, mit seinem Proleten-Bruder zusammenzuarbeiten. Mehr ist zur Story, die Cohen gemeinsam mit Peter Baynham ("Borat") und Phil Johnston ersann, noch nicht bekannt, die Besetzung kann sich aber auf jeden Fall sehen lassen: Der französische Regisseur Louis Leterrier versammelt neben seiner "Die Unfaßbaren"-Hauptdarstellerin Isla Fisher Ian McShane ("Jack and the Giants"), Penelopé Cruz ("Vicky Cristina Barcelona"), Gabourey Sidibe ("Aushilfsgangster"), Scott Adkins ("The Expendables 2") und Rebel Wilson ("Pitch Perfect") vor der Kamera. Die Dreharbeiten in Großbritannien laufen bereits, anschließend soll auch in Südafrika gedreht werden. US-Kinostarttermin ist der 31. Juli 2015.

  • Eines der zahlreichen Projekte, die der deutsch-irische OSCAR-Nominee Michael Fassbender ("12 Years a Slave") demnächst angehen will, ist das Drama "The Light Between Oceans", Derek Cianfrances ("Blue Valentine") Verfilmung eines Romans von M.L. Stedman. Fassbender wird den ehemaligen Soldaten Tom spielen, der nach vier Jahren an der Front im Ersten Weltkrieg nun auf einer einsamen Insel vor der westaustralischen Küste als Leuchtturmwärter arbeitet. Als er eines Tages in einem angeschwemmten Ruderboot neben der Leiche eines Mannes ein Baby findet, will Tom den Fund sofort der Küstenwache melden; doch seine Ehefrau Isabel (Alicia Vikander, "Anna Karenina"), die sich seit Jahren ein Kind wünscht, will, daß sie das Baby als ihr eigenes aufziehen. Tom gibt nach, doch diese Entscheidung wird weitreichendere Konsequenzen nach sich ziehen, als sie ahnen. Momentan steht Rachel Weisz ("Die fantastische Welt von Oz") in Verhandlungen für eine weitere Rolle (die leibliche Mutter?). Da sich der Besetzungsprozeß also im vollen Gang befindet, sollten die Dreharbeiten in Australien im Idealfall schon bald beginnen. Als Starttermin in den US-Lichtspielhäusern würde ich angesichts des durchaus OSCAR-verdächtigen Personals (wie auch der Thematik) den Herbst 2015 vermuten.

Quellen:
Hollywood Reporter ("The Light Between Oceans") 


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