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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit einigen Monaten das Cover meines neuen Buchs präs...

Montag, 1. Mai 2017

TV-Tips für die Woche 18/2017

Montag, 1. Mai:
Arte, 20.15 Uhr: "Fritz Lang" (2016)
Free-TV-Premiere von Gordian Mauggs Film über die hier von Heino Ferch verkörperte deutsche Regielegende ("Metropolis"), wobei sich die Handlung größtenteils auf Langs Recherchen für sein Meisterwerk "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" (1931) konzentriert.

Arte, 21.55 Uhr: "Die Spielregel" (1939)
In seiner aktuellen Jean Renoir-Reihe bringt Arte dieses Mal ein besonderes Highlight aus der Karriere des zu den Hauptvertretern des poetischen Realismus zählenden Filmemachers mit seinem (neben "Die große Illusion" und vielleicht auch noch "Bestie Mensch") bekanntesten und besten gesellschaftskritischen Drama: In "Die Spielregel" kehrt der Pilot André nach einem Rekordflug über den Atlantik nach Paris zurück, wo er von begeisterten Massen erwartet wird - aber nicht von (der verheirateten) Christine, derentwegen er seinen Rekordflug überhaupt erst unternommen hat (um sie zu beeindrucken). Bei einem Jagdwochenende auf dem Anwesen von Christines Mann, zu dem André von einem gemeinsamen Freund eingeladen wird, spitzen sich die Ereignisse zu, zumal auch andere Personen in komplizierte Amourösen verstrickt sind ...

Außerdem:
12 Years a Slave (Steve McQueens dreifach OSCAR-prämiertes Sklaverei-Drama mit Chiwetel Ejiofor, Lupita Nyong'o und Michael Fassbender; 20.15 Uhr bei Pro 7)

Dienstag, 2. Mai:
SuperRTL, 22.15 Uhr: "Zeit zu leben" (2012)
Das Kino-Regiedebüt des Drehbuch-Autors Alex Kurtzman ("Star Trek") erhielt mittelmäßige Kritiken, beim "normalen" Publikum kam das Drama aber ziemlich gut an: Chris Pine spielt den ehrgeizigen jungen Geschäftsmann Sam, der es mit den Regeln und Gesetzen nicht ganz so genau nimmt und deshalb ins Visier der US-Bundeshandelskommission gerät. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, erfährt Sam auch noch, daß sein Vater verstorben ist. Obwohl Sam und sein Vater sich vor Jahren entfremdet und daher kaum noch Kontakt hatten, fährt er auf Drängen seiner Freundin (Olivia Wilde) zur Beerdigung. Dort erfährt er, daß sein Erbe aus $150.000 besteht - die er einem Jungen übergeben soll, von dem er noch nie zuvor gehört hat! Angesichts seiner beruflichen Schwierigkeiten könnte Sam das Geld natürlich sehr gut für sich selbst gebrauchen, dennoch forscht er nach, was genau es mit dem Jungen und seiner Mutter (Elizabeth Banks) auf sich hat ... In wenigen Wochen kommt übrigens Alex Kurtzmans zweite Regiearbeit in die Kinos, ein Reboot von "Die Mumie" mit Tom Cruise als Hauptdarsteller.

Mittwoch, 3. Mai:
Arte, 20.15 Uhr: "Victoria" (2015)
Free-TV-Premiere des deutschen Festivalhits von Sebastian Schipper ("Absolute Giganten"), der 2015 nicht nur bei der Berlinale (wo er u.a. den Kamerapreis gewann) für Furore sorgte. Die in einer einzigen, 140 Minuten langen Einstellung gefilmte Geschichte einer wendungsreichen Nacht in Berlin begeisterte Kritiker und Publikum ebenso mit der rohen und leidenschaftlichen Energie des im Detail improvisierten Storyverlaufs wie auch mit der beeindruckenden Leistung der Titeldarstellerin Laia Costa. Sie verkörpert eine spanische Touristin, die in einem Berliner Nachtclub vier junge Ortsansässige kennenlernt und sich unvorsichtigerweise überreden läßt, zusammen die Berliner Nacht unsicher zu machen. Daß das auch ihre Beteiligung an einem Bankraub bedeuten würde, hätte Victoria sicher nicht erwartet ...


Kabel Eins, 22.20 Uhr: "Der Ja-Sager" (2008)
Kaum zu glauben, daß Jim Carreys letzter guter Film schon wieder beinahe zehn Jahre in der Vergangenheit liegt. Dabei zählt "Der Ja-Sager" sicherlich nicht zu den ganz großen Highlights seiner Karriere ("Die Truman Show", "Der Mondmann"), ist aber eine amüsante Komödie über einen seit seiner Scheidung immer zurückgezogener lebenden Einzelgängers, der auf Wunsch eines Freundes an einem Motivationsseminar teilnimmt, von dessen Leiter er zum Versprechen gedrängt wird, fortan nie mehr "Nein" zu sagen. Widerwillig versucht er, dieses Versprechen zu halten und stellt nach anfänglichen Rückschlägen bald fest, daß sein Leben plötzlich deutlich abwechslungsreicher und aufregender wird ...

Donnerstag, 4. Mai:
Disney Channel, 20.15 Uhr: "Grüne Tomaten" (1991)
Siehe meine Empfehlung von November 2015 für die wunderbare Tragikomödie mit Kathy Bates über eine ungewöhnliche Frauenfreundschaft ab den 1920er Jahren.

3sat, 22.25 Uhr: "Der Schakal" (1973)
Siehe meinen TV-Tip von Februar 2016 zu Fred Zinnemanns europäischen Thriller-Klassiker.

Freitag, 5. Mai:
ZDF Neo, 23.15 Uhr: "War Games - Kriegsspiele" (1983)
Aus heutiger Perspektive wirkt vieles an John Badhams damaligem SF-Thriller natürlich eher unfreiwillig komisch, gleichzeitig ist es durchaus beeindruckend, wie weitsichtig die Geschichte eines drohenden Atomkrieges zwischen den USA und der Sowjetunion als Folge gehackter militärischer Systeme war. Auch wenn es nicht übermäßig realistisch ist, daß es sich hier um einen Teenager (Matthew Broderick) handelt, der glaubt, ein neues und noch unveröffentlichtes Videospiel namens "Weltweiter Thermonuklearer Krieg" gehackt zu haben - dafür ist der Film umso unterhaltsamer geraten ...

RTL II, 1.25 Uhr: "Desperado" (1995)
Robert Rodriguez' bleihaltige Mariachi-Ballade mit Antonio Banderas und Salma Hayek besitzt vollkommen verdient Kultstatus und ist der beste Teil seiner "Mariachi"-Trilogie.

Außerdem:
Sin City (Robert Rodriguez' und Frank Millers geniale und stilprägende, dabei nihilistische und sehr brutale Adaption von Millers episodisch aufgebauten Kultcomics; 23.00 Uhr bei RTL II)

Samstag, 6. Mai:
ZDF Neo, 20.15 Uhr: "Hallo, Mr. President" (1995)
Der US-Präsident als Zentrum einer romantischen Komödie? Heutzutage schwer vorstellbar, in der Clinton-Ära funktionierte so etwas noch (zugegeben: VOR der Lewinsky-Affäre ...). Michael Douglas verkörpert in Rob Reiners ("Harry und Sally") leichter, aber sympathischer Komödie den amtierenden, verwitweten Präsidenten Shepherd, der sich ausgerechnet in die Umwelt-Lobbyistin Sydney (Annette Bening) verliebt.

One, 22.00 Uhr: "Delicatessen" (1991)
In Jean-Pierre Jeunet und Marc Caros schwarzhumorig-skurrilem Kultfilm geht es in einer nicht näher definierten dystopischen Gesellschaft um den Metzger Louison (Dominique Pinon), der Menschen ermordet und ihr Fleisch an seine Kunden verkauft. Problematisch wird das für ihn erst, als sich seine Tochter in sein jüngst auserkorenes nächstes Opfer verliebt ...

Außerdem:
Die Tribute von Panem - Catching Fire (der deutlich stärkere zweite Teil der spannenden Young Adult-Dystopie mit Jennifer Lawrence; 20.15 Uhr bei SAT. 1)
Daybreakers (mittelmäßiger Vampirfilm mit originellen Ansätzen und guter Besetzung inklusive Ethan Hawke und Willem Dafoe; 23.00 Uhr bei SAT. 1)
The Salvation - Spur der Vergeltung (Free-TV-Premiere des geradlinigen, sehr unterhaltsamen dänischen (!) Oldschool-Westerns mit Mads Mikkelsen, Eva Green und Jeffrey Dean Morgan; 23.40 Uhr in der ARD)
Mit stahlharter Faust (klassischer Western mit Kirk Douglas, der sich durch einige interessante Abweichungen von den Genrekonventionen hervortut; 2.55 Uhr bei ZDF Neo)

Sonntag, 7. Mai:
Arte, 20.15 Uhr: "Nirgendwo in Afrika" (2001)
Für das während des Zweiten Weltkrieges spielende Afrika-Drama mit Juliane Köhler gewann Regisseurin Caroline Link für Deutschland erstmals seit Schlöndorffs "Die Blechtrommel" 1980 den Auslands-OSCAR.

Pro7Maxx, 22.25 Uhr: "Der letzte Mohikaner" (1992)
Michael Manns Abenteuer-Klassiker nach einem während der Kolonialkriege im Amerika des 18. Jahrhunderts spielenden Roman von James F. Cooper glänzt mit einem tollen Titeldarsteller Daniel Day-Lewis, ungemein stimmungsvollen Landschaftsaufnahmen, einer superben Musik und einer melancholischen Atmosphäre.

Arte, 22.30 Uhr: "Babettes Fest" (1987)
1988 gewann Dänemark den Auslands-OSCAR mit dieser Adaption einer Novelle von Karen Blixen ("Jenseits von Afrika"), in der es um zwei fromme Schwestern in einem dänischen Fischerdorf im 19. Jahrhundert geht, deren Vater eine Sekte gründete. Als Babette (Stéphane Audran, "Der diskrete Charme der Bourgeoisie", "Der Saustall"), eine vor dem Bürgerkrieg in Frankreich geflohene Köchin, in das Dorf zieht, wird sie zunächst skeptisch empfangen ...

Außerdem:
Der Hornochse und sein Zugpferd (slapstickreiche französische Abenteuer-Komödie mit Gérard Depardieu und Pierre Richard; 16.30 Uhr bei Tele 5)
Die Unfaßbaren (inhaltlich eher maues, aber sehr unterhaltsames Showmagier-Abenteuer mit hochkarätiger Besetzung inklusive Woody Harrelson, Jesse Eisenberg, Morgan Freeman und Michael Caine; 20.15 Uhr bei RTL)
Pacific Rim (Guillermo del Toros bombastischer "Riesenroboter vs. Riesenmonster"-Actionfilm mit Charlie Hunnam und Idris Elba; 20.15 Uhr bei Pro 7)
Die drei Musketiere (actionreiche Version des Dumas-Klassikers von "Resident Evil"-Regisseur Paul W.S. Anderson; 20.15 Uhr bei Pro7Maxx)
Snowpiercer (ein unkonventioneller, fast vollständig in einem riesigen Zug spielender Arthouse-Endzeitfilm von Park Chan-wook, der mit starker Besetzung - Chris Evans, Tilda Swinton, John Hurt, Ed Harris, Octavia Spencer - eine wenig glaubwürdige, aber spannende und actionreiche gesellschaftskritische Geschichte erzählt; 22.50 Uhr bei Pro 7)

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