Montag, 12. Januar:
Arte, 20.15 Uhr: "Mit einem Fuß in der Hölle" (1960)
Der selten gezeigte, aber mit viel Lob bedachte Western von Genreexperte John Ford ("Der schwarze Falke") war seiner Zeit weit voraus, indem er Rassismus thematisiert und eine schwarze Hauptfigur hat. Als der afroamerikanische Sergeant Rutledge (Woody Strode, "Spartacus") im Jahr 1881 wegen Mordes und Vergewaltigung angeklagt wird, übernimmt sein Vorgesetzter Lieutenant Cantrell (Jeffrey Hunter, "König der Könige") in der aufgeheizten Atmosphäre seine Verteidigung. Direkt im Anschluß zeigt Arte um 22.00 Uhr die 100-minütige französische Doku "Black Far West - Nicht alle Cowboys waren weiß" aus dem Jahr 2022.
One, 20.15 Uhr: "The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit" (2002)
Nicole Kidman gewann ihren bislang einzigen OSCAR als Schriftstellerin Virginia Woolf in Stephen Daldrys episodischem Frauenportrait, dessen drei u.a. mit Meryl Streep, Julianne Moore und Ed Harris besetzte Handlungsstränge zu verschiedenen Zeiten alle einen Bezug zu Woolfs Roman "Mrs. Dalloway" haben. Insgesamt gab es neun OSCAR-Nominierungen, auch für die phantastische Klaviermusik von Philip Glass.
Außerdem:
The Expendables (Sylvester Stallones Zusammtreffen alternder 80er Jahre-Actionhelden wie Dolph Lundgren, Jet Li und Mickey Rourke kann aufgrund massiver Drehbuchschwächen nur bedingt überzeugen; 20.15 Uhr um zehn Minuten geschnitten bei Kabel Eins, ungekürzte Nachtwiederholung um 0.45 Uhr - es soll jeweils der gegenüber der Kinofassung rund 10 Minuten längere Extended Cut laufen)
Dienstag, 13. Januar:
Kabel Eins, 22.30 Uhr: "Die Truman Show" (1998)
Jim Carrey zeigt die zweitbeste schauspielerische Leistung seiner Karriere (knapp nach "Der Mondmann") in Peter Weirs brillanter, für drei OSCARs nominierter Medien- und Gesellschaftssatire, in der Truman Burbank (Carrey) unwissentlich fast seit seiner Geburt in einer riesigen TV-Show lebt, deren Konzept dem Begriff "Big Brother" eine ganz neue Dimension verleiht. Als Truman in der Folge einiger unerklärlicher Vorfälle langsam Verdacht schöpft, daß nicht alles so ist, wie es sein sollte, unternimmt der Showerfinder und Produzent Christof (Ed Harris) alles, um die Illusion aufrechtzuerhalten. In den IMDb Top 250 der besten Filme aller Zeiten belegt "Die Truman Show" aktuell Platz 128.
MDR, 23.10 Uhr: "Dalíland" (2022)
Free-TV-Premiere des mit mediokren Kritiken ausgestatteten Dramas von Mary Harron ("Charlie Says"), das von dem jungen Kunstschulabsolventen James (Christopher Briney) erzählt, der im New York des Jahres 1973 den berühmten surrealistischen Maler Salvador Dalí (Ben Kingsley) kennenlernt und ihm bei der Vorbereitung einer neuen Ausstellung helfen soll. Dabei wird James immer stärker in die Welt des exzentrischen Künstlers hineingezogen, der unter Finanznöten leidet und dessen Beziehung zu seiner Gattin Gala (Barbara Sukowa) zu bröckeln beginnt.
Außerdem:
Die Farbe aus dem All (gelungene, angemessen manische Adaption der kultigen Lovecraft-Kurzgeschichte mit Nicolas Cage; 22.25 Uhr bei Tele 5)
Mittwoch, 14. Januar:
Arte, 23.05 Uhr: "Weiße Nächte" (1957)
Luchino Viscontis ("Der Leopard") Adaption des gleichnamigen Kurzromans von Fjodor Dostojewski wurde beim Festival von Venedig mit dem Silbernen Löwen prämiert. Der deutsche Hollywood-Star Maria Schell ("Die Brüder Karamasow") verkörpert in dem romantischen Melodram die emotional etwas unausgeglichene Natalia. Mario (Marcello Mastroianni) verliebt sich Hals über Kopf in Natalia, die in ihm jedoch nur einen Freund sieht und auf die (ungewisse) Rückkehr ihres Geliebten wartet ...
Außerdem:
Snow White and the Huntsman (mittelmäßige Action-Fantasy-Version von Schneewittchen, die aber zumindest mit der Optik und Charlize Theron als herrlich böser Königin punktet; 20.15 Uhr bei Pro 7)
Es (Andy Muschiettis Stephen King-Adaption, die dank eines glänzenden Teenie-Ensembles rund um Sophia Lillis und des gruseligen Clown-Bösewichts Pennywise zum erfolgreichsten Horrorfilm aller Zeiten avancierte; 22.50 Uhr bei Pro 7)
Donnerstag, 15. Januar:
One, 20.15 Uhr: "Destination Wedding" (2018)
Free-TV-Premiere der romantischen Komödie von Victor Levin, die zwar bei der Kritik geteilt aufgenommen wurde, aber mit zwei charismatischen Hauptdarstellern punktet. Die Prämisse: Zwei nicht mehr ganz junge und ziemlich griesgrämige Menschen (gespielt von Keanu Reeves und Winona Ryder) treffen sich auf dem Flug zur gleichen Hochzeit und stellen sofort fest, daß sie sich nicht leiden können - was selbstredend nicht so bleiben wird!
RBB, 20.15 Uhr: "Und der Zukunft zugewandt" (2019)
In dem wohlwollend besprochenen deutschen Historiendrama von Bernd Böhlich ("Bis zum Horizont, dann links!") spielt Alexandra Maria Lara die überzeugte Kommunistin Antonia, die 1952 in die DDR zieht und dort mit ihrer schwerkranken Tochter mit offenen Armen empfangen wird. Als sie sich in den Arzt Konrad (Robert Stadlober) verliebt, scheint alles gut zu werden, jedoch liegt ein Schatten auf Antonias Leben, den sie nicht verdrängen kann: Nach dem Krieg war sie (wie viele andere) von Stalins Schergen jahrelang zu Unrecht in ein Kriegsgefangenenlager gesteckt worden. Das darf aber niemand erfahren, da die Wahrheit den jungen sozialistischen Staat gefährden würde ...
Außerdem:
Iron Man 2 (der schwächste Film der MCU-Trilogie mit Robert Downey Jr. ist immer noch unterhaltsam genug und birgt zudem den ersten Auftritt von Scarlett Johansson als Black Widow; 20.15 Uhr bei Pro 7)
American Sniper (Clint Eastwoods arg propagandistischer Kriegsfilm mit dem OSCAR-nominierten Hauptdarsteller Bradley Cooper; um 22.55 Uhr bei VOX)
Freitag, 16. Januar:
Disney Channel, 20.15 Uhr: "Oben" (2009)
Für mich aufgrund eines etwas zu actionreichen und klischeehaften letzten Drittels keiner der allerstärksten Pixar-Animationsfilme, aber die Geschichte des unwahrscheinlichen Abenteuers des grantelnden Ruheständlers Carl und eines kleinen Pfadfinders, die in Carls mit unzähligen Luftballons versehenem Haus einfach wegfliegen, ist fraglos trotzdem ein guter, stark animierter Film mit einem wunderbaren ersten Akt. Aktuell auf Platz 105 in den IMDb Top 250.
Außerdem:
Jack Reacher: Kein Weg zurück (enttäuschend mittelmäßiger Actionthriller mit Tom Cruise und Cobie Smulders, der deutlich hinter dem Vorgänger zurückbleibt; 20.15 Uhr um knapp zwei Minuten geschnitten bei Pro 7, ungekürzte Wiederholung am Donnerstag um 22.55 Uhr)
Samstag, 17. Januar:
One, 22.00 Uhr: "Greta" (2018)
Free-TV-Premiere des leicht positiv rezensierten B-Movie-Thrillers von Neil Jordan ("Die Zeit der Wölfe"), in dem die junge und etwas einsame Kellnerin Frances (Chloë Grace Moretz) durch eine zufällige Begegnung in der älteren Klavierlehrerin Greta (Isabella Huppert) eine Freundin und Mentorin findet. Bald findet Frances jedoch heraus, daß Greta nicht so harmlos und nett ist, wie sie auf den ersten Blick erscheint, sondern ihre ganz eigenen Pläne verfolgt.
Außerdem:
Der König der Löwen (technisch brillantes, aber inhaltlich eher enttäuschendes Quasi-Realfilm-Remake des Disney-Zeichentrickklassikers; 20.15 Uhr bei SAT. 1)
Swiss Army Man (schrullige, tragikomische Groteske mit Daniel Radcliffe und Paul Dano über die wundersame Freundschaft zwischen einem Mann und einer Leiche ...; 22.00 Uhr im RBB)
Sonntag, 18. Januar:
Pro 7, 20.15 Uhr (um etwa drei Minuten gekürzt, ungeschnittene Nachtwiederholung um 0.45 Uhr): "Civil War" (2024)
Free-TV-Premiere des mit viel Lob bedachten und mehrfach ausgezeichneten Thrillers von "Ex Machina"-Schöpfer Alex Garland, der dieser Tage bedauerlicherweise zunehmend realistisch erscheint. Denn in den USA bricht ein Bürgerkrieg aus, als einige von Kalifornien und Texas angeführte Bundesstaaten aus den Vereinigten Staaten austreten, weil diese von einem US-Präsidenten (Nick Offerman) regiert werden, der verfassungswidrig in seiner dritten Amtszeit ist (etwas, womit Trump ja auch immer wieder liebäugelt). Zentrale Protagonisten des Films sind die renommierte Kriegsberichterstatterin Lee (Kirsten Dunst) und einige ihrer Kollegen, die die Geschehnisse dokumentieren.
Pro 7, 22.30 Uhr: "Land of Bad" (2024)
Free-TV-Premiere des positiv rezensierten US-australischen Actionhrillers von William Eubank ("The Signal"), in dem eine von Captain Grimm (Russell Crowe) angeführte US-Spezialeinheit bei einer Mission auf den Philippinen in einen tödlichen Hinterhalt islamistischer Terroristen gerät. Mit Liam Hemsworth, Milo Ventimiglia und Luke Hemsworth.
RTL II, 22.45 Uhr: "Bandit" (2022)
Free-TV-Premiere des überwiegend wohlwollend besprochenen und auf einer wahren Geschichte basierenden kanadischen Thrillers von Allan Ungar ("London Calling") über den US-Kriminellen Gilbert (Josh Duhamel), der nach seiner Flucht aus dem Gefängnis eine neue Identität annimmt und in Kanada Dutzende Banken ausraubt, teilweise mehrere an einem Tag (was ihm in den Medien den Spitznamen "Flying Bandit" einbringt)! Weitere tragende Rollen spielen Mel Gibson und Elisha Cuthbert.
Außerdem:
Gravity (Alfonso Cuaróns mit sieben OSCARs ausgezeichnetes Weltraum-Survival-Drama mit Sandra Bullock und George Clooney; 20.15 Uhr bei Arte)
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