Wie so oft fällt der Kinomonat Februar recht unspektakulär aus, sollte aber trotzdem genügend interessante Filme für so ziemlich jeden Geschmack bieten:
5. Februar:
"Return to
Silent Hill":
Nein,
Kritikerlieblinge waren die beiden Verfilmungen der legendären
japanischen Videospiel-Horrorreihe "Silent Hill" aus den
Jahren 2006 (Rotten Tomatoes: 34% positive Kritiken, von denen die
meisten erst Jahre nach Release geschrieben wurden) und 2012 (8%)
definitiv nicht – aber bei Fans der Vorlagen (wie meiner Wenigkeit)
kam zumindest der vom Franzosen Christophe Gans ("Pakt der
Wölfe") inszenierte erste Teil trotzdem gut an (der zweite war
hingegen in der Tat eine große Enttäuschung). Dementsprechend
positiv war die Grundstimmung besagter Fans, als Gans – selbst ein
erklärter Fan der Videospiele – nach 20 Jahren eine Rückkehr zur
nebelverhangenen Alptraumwelt inszenieren durfte, die auch noch auf
dem besten Teil der Reihe basiert, "Silent Hill 2".
Dummerweise zeigen sich die Kritiker von dem u.a. in München und
Nürnberg gedrehten "Return to Silent Hill" erneut wenig
angetan (Rotten Tomatoes: 16%), aber wie beim ersten Film bewiesen,
muß das ja nicht immer etwas heißen (die Hoffnung stirbt zuletzt).
Zur Story: Als der depressive und trinksüchtige Maler James
Sunderland (Jeremy Irvine, "Gefährten") einen Brief seiner
eigentlich verstorbenen Lebensgefährtin Mary (Hannah Emily Anderson)
erhält, die ihn in den Ort Silent Hill einlädt, will er natürlich
herausfinden, was Sache ist ...
"No Other
Choice":
Ein
wahrer Kritikerliebling (Rotten Tomatoes: 97%!) ist hingegen wenig
überraschend das neue Werk des südkoreanischen Meister-Filmemachers
Park Chan-wook ("Oldboy"), das auf einem Roman des
populären Pulp-Autors Donald E. Westlake ("Parker")
basiert. In der schwarzhumorigen Gesellschaftssatire spielt Lee
Byung-hun ("Die glorreichen Sieben") den gutmütigen
Familienvater Man-soo, der nach 25 Jahren im Job entlassen wird. Als
er eineinhalb Jahre später immer noch keine neue Festanstellung
ergattert hat und die finanziellen Sorgen der Familie deshalb immer
größer werden, greift Man-soo zu zunehmend radikalen Methoden, um
sich seiner potentiellen Konkurrenten für seinen Wunschjob zu
entledigen.
"Wahrheit &
Verrat – Truth & Treason":
Das
unabhängig produzierte und trotz arg konventioneller Machart positiv
rezensierte historische Biopic von Matt Whitaker (der bereits 2002
eine Doku zum Thema namens "Truth & Conviction" drehte)
erzählt die im Kern wahre, aber fiktionalisierte Geschichte des
Hamburger Teenagers Helmuth Hübener (Ewan Horrocks, TV-Serie "The
Last Kingdom"). Dieser gründete im Zweiten Weltkrieg – obwohl
selbst zwangsweise Teil der Hitlerjugend – mit zwei Freunden eine
Widerstandsgruppe á la "Weiße Rose" und verteilte u.a.
Flugblätter gegen die Nazi-Herrschaft. Und wie bei Sophie Scholl und
Co. ging das nicht gut aus. Der Gestapo-Offizier Muessener, der Jagd
auf die "Hübener-Gruppe" macht, wird von Rupert Evans
("Hellboy") verkörpert.
12.
Februar:
"Die
Ältern":
In
der neuen Komödie von Sönke Wortmann ("Der bewegte Mann")
nach einem Roman von Jan Weiler spielt Sebastian "Eberhofer" Bezzel den Autor
Hannes, der lange beruflich und privat sehr erfolgreich war. Als
jedoch Hannes' Romanreihe aufgrund sinkender Verkaufszahlen vom
Verlag eingestellt wird, seine Frau Sara (Anna Schudt) eine
Beziehungspause will und es auch mit den beiden Kindern nicht gerade
super läuft, muß er sich eingestehen, daß es so nicht weitergeht.
"Wuthering
Heights – Sturmhöhe":
Nach
ihrem OSCAR-Erfolg "Promising Young Woman" widmet sich die
britische Schauspielerin und Filmemacherin Emerald Fennell einer
allerdings recht freien Neuadaption des Romanklassikers "Sturmhöhe"
von Emily Brontë.
Margot Robbie verkörpert in der tragischen Liebesgeschichte die
schöne Catherine, die sich in ihren Adoptivbruder Heathcliffe (Jacob
Elordi, "Frankenstein") verliebt – eine verbotene Liebe,
die immer manischer und obsessiver wird.
"Crime 101":
Chris
"Thor" Hemsworth spielt in Bart Laytons ("American
Animals") stark besetztem britisch-amerikanischen
Thriller den brillanten Juwelendieb Davis, der genretypisch noch
einen letzten großen Coup plant. Dabei kreuzen sich seine Pläne
allerdings mit denen der Versicherungsmanagerin Sharon (Halle Berry, "Cloud Atlas")
– während Detective Lubesnik (Mark Ruffalo, "Die Unfaßbaren") Davis immer dichter
auf die Spur kommt. Mit Barry Keoghan, Monica Barbaro, Nick Nolte und
Jennifer Jason Leigh.
"Das Beste
liegt noch vor uns":
Erst
drei Jahre nach seiner Premiere kommt die neue Tragikomödie des
italienischen Festivallieblings Nanni Moretti ("Das Zimmer
meines Sohnes") in die deutschen Kinos – vermutlich auch, weil
die Kritiken diesmal etwas weniger euphorisch ausfielen aus sonst.
Moretti selbst spielt den Filmemacher Giovanni, der kurz vor
Drehbeginn seines neuen Films steht, eines ambitionierten politischen
Zirkusfilms. Allerdings gibt es da einige Probleme: Die beginnen in
Giovannis Privatleben, setzen sich mit finanziellen Problemen seines
Koproduzenten und inhaltlichen Diskussionen mit seiner
Hauptdarstellerin fort und führen bis hin zur bedrohlichen
Konkurrenz durch die Streaminganbieter. Weitere Hauptrollen spielen
Mathieu Amalric ("Ein Quantum Trost"), Silvio Orlando
("Parthenope") und Margherita Buy ("Mia Madre").
19.
Februar:
"Dead of
Winter – Eisige Stille":
Nach
Salma Hayek, Kate Beckinsale, Mary Elizabeth Winstead oder Jennifer
Garner versucht sich nun auch eine waschechte OSCAR-Gewinnerin
fortgeschrittenen Alters als Actionheldin: Emma Thompson ("Sinn
und Sinnlichkeit"). Sie spielt in dem positiv rezensierten
amerikanisch-deutschen Survival-Thriller von Brian Kirk ("21
Bridges") die Fischerin Barb, die den letzten Wunsch ihres
verstorbenen Mannes erfüllen will: seine Asche in jenem See in der
Wildnis von Minnesota zu verstreuen, an dem sie sich kennengelernt
hatten. Doch dann sieht sie mit an, wie eine junge Frau in eine Hütte
im Wald verschleppt wird – Kontakt zur Außenwelt gibt es keinen,
also muß sie alleine handeln ...
"Dust
Bunny":
Der
US-Amerikaner Bryan Fuller ist vor allem bekannt als Schöpfer
respektive treibende kreative Kraft fast ausnahmslos kultiger
TV-Serien wie "Wonderfalls", "Dead Like Me",
"Pushing Daisies", "American Gods" oder "Hannibal". Branchenintern ist Fuller aber auch bekannt für
seine Kompromißlosigkeit, die schon häufiger dazu führte, daß er
sich vorzeitig von Serien verabschiedete oder diese gar nicht erst
zustandekamen. Vielleicht auch deshalb scheint er sich jetzt mehr
aufs Filmgeschäft zu konzentrieren, wo vielleicht nicht ganz so
viele Personen hineinreden wie im TV – jedenfalls gibt er nun sein
Kinodebüt mit dem sehr wohlwollend besprochenen Genremix "Dust
Bunny", in dem die achtjährige New Yorkerin Aurora (Sophie
Sloan) ihren mysteriösen Nachbarn (Mads Mikkelsen, "Doctor Strange") dazu überredet,
mit ihr das Monster unter ihrem Bett zu jagen, das ihre Eltern
verschlungen hat ...
"Cold
Storage":
In
Jonny Campbells ("Alien Autopsy")
französisch-amerikanischer Horrorkomödie nach einem Drehbuch von
"Jurassic Park"-Autor David Koepp spielen "Stranger
Things"-Star Joe Keery und Georgina Campbell ("They See
You") zwei Angestellte eines Self-Storage-Ladens auf einem
ehemaligen Militärstützpunkt, deren Nachtschicht ziemlich aus dem
Ruder läuft, als ein sich schnell verbreitender und mutierender
parasitärer Pilz ausbricht, der die Kontrolle über Menschen
übernehmen kann. Weitere Rollen spielen Liam Neeson, Vanessa
Redgrave, Lesley Manville und Sosie Bacon.
26.
Februar:
"Scream 7":
Nach
einem Film Pause (wegen finanzieller Differenzen) kehrt
Ur-"Scream"-Heldin Neve Campbell als Sidney Prescott zurück
zur erfolgreichen Slaherreihe. Wieder einmal versucht Sidney einen
Neuanfang in einer Kleinstadt, wo aber natürlich schon bald ein
neuer Ghostface-Killer auftaucht, der sich nicht nur Sidney zum Ziel
gesetzt hat, sondern auch ihre Teenager-Tochter Tatum (Isabel May,
TV-Serie "Alexa und Katie"). Auch Courteney Cox kehrt als
Reporterin Gale zurück. Das Drehbuch stammt von "Dawson's
Creek"-Schöpfer und "Scream"-Spezialist Kevin
Williamson, der bereits die Skripts zu den ersten beiden Filmen und
dem fünften Teil besteuerte und hier zusätzlich erstmals die Regie
übernahm.
"Marty
Supreme":
Für
neun OSCARs nominiert wurde Josh Safdies ("Der schwarze
Diamant") hochgelobte, lose auf einer wahren Geschichte
basierende Tragikomödie über den Schuhverkäufer Marty (Timothée
Chalamet, "Dune"), der in den 1950er Jahren unbedingt
Tischtennis-Weltmeister werden will. Um das dafür benötigte Geld zu
bekommen, versucht Marty so ziemlich alles … Mit Gwyneth Paltrow
und Odessa A'zion ("Hellraiser").
"Ein fast
perfekter Antrag":
In
Marc Rothemunds ("Wochenendrebellen") romantischer
Tragikomödie hat es sich der Witwer Walter (Heiner Lauterbach) zur
Aufgabe gemacht, Restaurants zu testen und anschließend penibel im
Internet zu bewerten. Bei dieser Tätigkeit trifft er zufällig auf
seine Jugendliebe Alice (Iris Berben), die inzwischen /(alleinstehende) Kunstprofessorin ist. Walter sieht eine zweite Chance gekommen, doch
Alice ist skeptisch und stellt eine Grundbedingung: Der bisherige
Kunstbanause Walter müsse echtes Interesse an "ihrer" Welt
beweisen. Prompt meldet er sich als Gasthörer an einem Unikurs an.
"EpiC: Elvis
Presley in Concert":
Mit
Musik kennt sich der australische Filmemacher Baz Luhrmann ("Moulin
Rouge!") bekanntlich aus und so besteht die Hoffnung, daß auch
seine Rückkehr zur Titelfigur seines OSCAR-gekrönten Films "Elvis"
in Form eines spektakulär inszenierten, positiv rezensierten
Konzertfilms zu einem Highlight wird. Gezeigt werden Elvis' Auftritte
in Las Vegas ab 1968, wobei neben den Konzertaufnahmen selbst viele
Szenen aus den Proben gezeigt werden, die den "King of Rock 'n'
Roll" hinter den Kulissen zeigen.
"Father
Mother Sister Brother":
Indie-Altmeister
Jim Jarmusch ("Dead Man") erzählt in seinem tragikomischen
Anthologiefilm unspektakuläre, aber gut beobachtete
Familiengeschichten aus drei verschiedenen Ländern (USA, Irland,
Frankreich). Zur hochkarätigen Besetzung zählen Adam Driver, Cate
Blanchett, Tom Waits, Vicky Krieps und Charlotte Rampling.
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