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In eigener Sache: Mein neues Filmbuch

Einigen Lesern ist bestimmt aufgefallen, daß ich in der rechten Spalte meines Blogs seit längerer Zeit das Cover meines neuen Buchs präsen...

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Donnerstag, 8. Juni 2023

BLOOD & GOLD (2023)

Regie: Peter Thorwarth, Drehbuch: Stefan Barth, Musik: Jessica de Rooij und Hendrik Nölle
Darsteller: Robert Maaser, Marie Hacke, Alexander Scheer, Florian Schmidtke, Simon Rupp, Jochen Nickel, Stephan Grossmann, Jördis Triebel, Petra Zieser, Christian Kahrmann, Steffen Wink, Heiko Schaffartzik
Blood & Gold (2023) on IMDb Rotten Tomatoes: 85% (6,9); Altersempfehlung: 16, Dauer: 100 Minuten.
Frühjahr 1945: Der Zweite Weltkrieg ist aus deutscher Sicht eigentlich bereits verloren, nur die größten Nazi-Fanatiker wollen das noch nicht glauben. Zu diesen zählt der Wehrmachts-Soldat Heinrich (Robert Maaser, "1917") nicht, weshalb er nach einer schlimmen Nachricht desertiert, um sich in seiner Heimatstadt Hagen um seine kleine Tochter zu kümmern. So weit kommt er allerdings bei weitem nicht, denn der SS-Obersturmbannführer von Starnfeld (Alexander Scheer, "Gundermann") – definitiv einer von der fanatischen Sorte – und seine Truppe jagen Heinrich und knüpfen ihn kurzerhand am nächsten Baum auf. Seinen Tod warten sie allerdings nicht ab, weshalb Heinrich in letzter Sekunde von Elsa (Marie Hacke) gerettet wird, die in der Nähe mit ihrem mit dem Down-Syndrom geborenen jüngeren Bruder Paule (Simon Rupp) einen kleinen Bauernhof bewirtschaftet. Dummerweise tauchen von Starnfelds Männer – die in einem nahen Ort auf der Suche nach einem verborgenen Goldschatz sind – unter Leitung des sadistischen Dörfler (Florian Schmidtke, Netflix-Serie "Barbaren") am nächsten Morgen auf der Suche nach Verpflegung genau auf diesem Bauernhof auf ...

Mittwoch, 11. Januar 2023

IM WESTEN NICHTS NEUES (2022)

Internationaler Titel: All Quiet on the Western Front
Regie: Edward Berger, Drehbuch: Edward Berger, Lesley Paterson, Ian Stokell, Musik: Volker Bertelmann
Darsteller: Felix Kammerer, Albrecht Schuch, Edin Hasanović, Aaron Hilmer, Adrian Grünewald, Moritz Klaus, Daniel Brühl, Devid Striesow, Thibault de Montalembert, Sebastian Hülk, Andreas Döhler, Michael Wittenborn
All Quiet on the Western Front (2022) on IMDb Rotten Tomatoes: 90% (8,2); FSK: 16, Dauer: 148 Minuten.
Im Frühjahr 1917 und damit drei Jahre nach Beginn des Ersten Weltkrieges melden sich der Kleinstadt-Gymnasiast Paul Bäumer (Felix Kammerer) und einige Klassenkameraden freiwillig zum Kriegsdienst, aufgestachelt durch die aufpeitschenden Reden des Schuldirektors (Michael Wittenborn, "Wir sind die Neuen"). Angekommen an der Westfront, wo der brutale Grabenkrieg seit Jahren praktisch eingefroren ist, sieht es allerdings ganz anders aus als gedacht und die Kriegslust der jungen Männer verwandelt sich zwischen Scharfschützen und Gasangriffen rasch in endloses Grauen. Etwas Halt finden die Jungs beim erfahrenen Stanislaus "Kat" Katczinsky (Albrecht Schuch, "Schachnovelle"), der ihnen die Grundlagen des Überlebens an der Front beibringt, und beim etwas naiven, jedoch freundlichen Norddeutschen Tjaden Stackfleet (Edin Hasanovic, "Mein Ende. Dein Anfang."). Eineinhalb Jahre später hat sich an der Front wenig geändert, jedoch ist die deutsche Niederlage angesichts inzwischen zehntausender Toter pro Woche eigentlich nicht mehr zu verhindern. So führt der Zentrumspolitiker Matthias Erzberger (Daniel Brühl, "Rush") nach der Abdankung von Kaiser Wilhelm eine Delegation an, die mit den Franzosen um Marschall Ferdinand Foch (Thibault de Montalembert, TV-Serie "Call My Agent") einen Waffenstillstand verhandeln soll – allerdings gegen den Willen des deutschen Militärs ...

Donnerstag, 17. März 2022

SCHACHNOVELLE (2021)

Regie: Philipp Stölzl, Drehbuch: Eldar Grigorian, Musik: Ingo Frenzel
Darsteller: Oliver Masucci, Albrecht Schuch, Birgit Minichmayr, Rolf Lassgård, Samuel Finzi, Andreas Lust, Johannes Zeiler, Markus Schleinzer, Clemens Berndorff, Joel Basman, Moritz von Treuenfels, Alexander Khuon
Schachnovelle (2021) on IMDb Rotten Tomatoes: 89% (7,7); weltweites Einspielergebnis: $0,8 Mio.
FSK: 12, Dauer: 112 Minuten.
Wien, 1938: Am Vorabend des österreichischen "Anschlusses" an Nazi-Deutschland machen sich der renommierte Notar Josef Bartok (Oliver Masucci, "Werk ohne Autor") und seine Frau Anna (Birgit Minichmayr, "Nur Gott kann mich richten") relativ wenig Sorgen – immerhin steht die Volksabstimmung über den "Anschluß" unmittelbar bevor und Josef ist zuversichtlich, daß der ganze Nazi-Spuk in Österreich anschließend ein Ende hat. Das Bild auf den von stolzen Nazi-Gruppen dominierten Straßen spricht jedoch eine andere Sprache, dennoch lassen sich die Bartoks nicht vom Besuch einer glamourösen Veranstaltung abhalten. Dort allerdings erhält Josef von einem gut vernetzten Freund die dringende Warnung, er und Anna sollten noch diese Nacht das Land verlassen, denn noch vor der Abstimmung werde der "Anschluß" vollzogen und Josef stehe auf einer Nazi-Liste von Personen, die dringend "befragt" werden sollen. Josef hält die Warnung seines Freundes für übertrieben, entscheidet sich schließlich aber doch dazu, sie zu befolgen – aber zuvor will er noch wichtige Dokumente vernichten, die den Nazis nicht in die Hände fallen sollen. Genau dabei wird er von der Gestapo erwischt und in einem Hotelzimmer inhaftiert. Gestapo-Mann Franz-Josef Böhm (Albrecht Schuch, "Die Vermessung der Welt") will von ihm die Kontonummern reicher Österreicher wissen, deren Vermögen Josef verwaltet und die nun des Nazis zwangsweise bei den Kriegsvorbereitungen helfen sollen – Josef widersteht der zumeist psychischen Folter allerdings lange. Seine einzige Ablenkung in der Isolation des Hotelzimmers ist ein Büchlein mit den Notationen berühmter Schachpartien, von denen er bald regelrecht besessen ist ...

Mittwoch, 22. Dezember 2021

ICH BIN DEIN MENSCH (2021)

Regie: Maria Schrader, Drehbuch: Jan Schomburg und Maria Schrader, Musik: Tobias Wagner
Darsteller: Maren Eggert, Dan Stevens, Sandra Hüller, Wolfgang Hübsch, Hans Löw, Annika Meier, Falilou Seck, Jürgen Tarrach, Marlene-Sophie Haagen, Henriette Richter-Röhl
Ich bin dein Mensch (2021) on IMDb Rotten Tomatoes: 96% (7,6); weltweites Einspielergebnis: $1,1 Mio.
FSK: 12, Dauer: 108 Minuten.
Dr. Alma Felser (Maren Eggert, "Die Unsichtbaren") ist eine etwas spröde Wissenschaftlerin, die im Berlin der nahen Zukunft eher widerwillig der Teilnahme an einer Studie zustimmt, um im Gegenzug mehr Forschungsgelder für ihr eigenes Projekt zu erhalten. Im Rahmen der Studie soll Alma drei Wochen lang den humanoiden Roboter Tom (Dan Stevens, "The Guest") auf Herz und Nieren testen, der ganz auf sie zugeschnitten und als ihr perfekter Partner konzipiert ist. Alma hält das Ganze für Mumpitz und behandelt Tom wie eine Maschine, zumal der Roboter zunächst etliche Fehler macht, da seine Künstliche Intelligenz ja erst lernen muß, was genau Alma mag und was nicht. Trotzdem kann die Wissenschaftlerin eine gewisse Faszination für den gutaussehenden und immer freundlichen Tom mit seinem leichten britischen Akzent nicht verhehlen. Nach und nach gewöhnt Alma sich an Toms durchaus angenehme Gesellschaft und nimmt ihn auch zur Arbeit oder zu einer Party mit, wo er – ohne daß die Anwesenden merken würden, daß er kein Mensch ist – sehr gut ankommt. Alma, die noch unter ihrer Trennung von Julian (Hans Löw, "Hedi Schneider steckt fest") leidet, beginnt sich zu fragen, wie es wäre und welche konkreten Folgen es hätte, mit einem humanoiden Roboter zusammenzuleben ...

Donnerstag, 25. Februar 2021

FAKING BULLSHIT – KRIMINELLER ALS DIE POLIZEI ERLAUBT! (2020)

Regie und Drehbuch: Alexander Schubert, Musik: Román Fleischer
Darsteller: Erkan Acar, Sina Tkotsch, Adrian Topol, Sanne Schnapp, Alexander Hörbe, Bjarne Mädel, Alexander von Glenck, Xenia Assenza, Mišel Matičević, Maria Ehrich, Reza Brojerdi, Alexander Schubert
Faking Bullshit - Krimineller als die Polizei erlaubt! (2020) on IMDb Rotten Tomatoes: -; Zuschauer in Deutschland: 31.899
FSK: 12, Dauer: 103 Minuten.
Deniz (Erkan Acar, "Schneeflöckchen") hat keinen guten Abend: Erst entwickelt sich sein Blind Date mit Jasmin (Maria Ehrich, "Rubinrot") zum Political Correctness-Debakel und als sich daraufhin mit der ebenfalls im Restaurant anwesenden Tina (Sina Tkotsch, "Dschungelkind") alles zum Guten zu entwickeln scheint, verschwindet diese kommentarlos, sobald sie erfährt, daß Deniz Polizist ist. Nach einer einsamen Nacht erkennt Deniz am nächsten Tag allerdings, daß Tina keineswegs eine Polizisten-Hasserin ist, sondern den Flirt deshalb einstellte, weil sie ebenfalls Polizistin und in dienstlichem Auftrag unterwegs ist. Denn da es in der verschlafenen Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen kaum Kriminalität gibt, soll Tina darüber entscheiden, ob die Wache aufgelöst wird. Deniz, Rocky (Adrian Topol, "Ronny & Klaid"), Netti (Sanne Schnapp, "Wickie und die starken Männer") und ihr Mann Hagen (Alexander Hörbe, "Der Hauptmann") sind davon erwartungsgemäß nicht begeistert, und als Deniz nach einem Abend gemeinsamen Frustsaufens auf dem Heimweg eher versehentlich das Fenster des lokalen Thai-Restaurants zerstört, kommt ihm eine Idee: Wenn es hier keine Verbrechen gibt, dann begehen sie einfach selber welche und lösen sie anschließend auf – wobei sich der obdachlose Klaus (Bjarne Mädel, "25 km/h") in einem Tauschhandel gerne als Sündenbock zur Verfügung stellt. Tina ist jedoch nicht von gestern und wird angesichts der sich zumeist auf Bagatellen beschränkenden Verbrechenswelle schnell mißtrauisch – doch dann scheinen die Polizisten zufällig tatsächlich einem realen Kunstraub auf die Spur zu kommen …

Mittwoch, 3. Juni 2020

MEIN ENDE. DEIN ANFANG. (2019)

Internationaler Titel: Relativity
Regie und Drehbuch: Mariko Minoguchi, Musik: Jack Ritchie
Darsteller: Saskia Rosendahl, Edin Hasanović, Julius Feldmeier, Hanns Zischler, Emanuela von Frankenberg, Jeanette Hain, Michelle Barthel, Martha Bauer, Stefan Konarske, Leonard Kunz
Mein Ende. Dein Anfang. (2019) on IMDb Rotten Tomatoes: -; Deutsche Kinozuschauer am Startwochenende (inkl. Previews): 8406; FSK: 12, Dauer: 111 Minuten.
Aron (Julius Feldmeier, "Tore tanzt") ist Physik-Doktorand in München, beschäftigt sich u.a. mit Relativitäts- und Quantentheorie und ist überzeugt, daß alles miteinander verbunden ist. Nora (Saskia Rosendahl, "Werk ohne Autor") war als Kind eine talentierte Eiskunstläuferin, arbeitet nun aber als Supermarktkassiererin und glaubt eher an Zufälle als an Vorherbestimmung. Trotz ihrer Unterschiedlichkeit finden Aron und Nora zusammen – Zufall? Schicksal? –, sind glücklich und planen ihre gemeinsame Zukunft. Bis sie eines Tages in einen Banküberfall geraten, bei dem Aron erschossen wird. Natan (Edin Hasanović, "Nur Gott kann mich richten") arbeitet als Nachtwächter in einem Supermarkt und hat mit Luise (Michelle Barthel, "Spieltrieb") eine kleine Tochter namens Ava (Martha Bauer). Die Beziehung von Avas Eltern kriselt, doch dann stellt sich heraus, daß Ava an Leukämie leidet und nur eine Überlebenschance von 30-50% hat. Als Natan bei der Arbeit einen Fehler begeht, droht ihm der Verlust seines Versicherungsschutzes, weshalb er dringend Geld für die teuren Behandlungskosten benötigt. Eines Abends trifft Natan auf die von Arons Tod immer noch wie betäubt agierende Nora und rettet ihr das Leben. Zufall? Schicksal?

Donnerstag, 12. Dezember 2019

TRAUMFABRIK (2019)

Regie: Martin Schreier, Drehbuch: Arend Remmers, Musik: Philipp Noll
Darsteller: Dennis Mojen, Emilia Schüle, Ken Duken, Michael Gwisdek, Heiner Lauterbach, Nikolai Kinski, Anatole Taubman, Wilfried Hochholdinger, Ellenie Salvo González, Ilona Schulz, Svenja Jung, Milton Welsh, Lenn Kudrjawizki, Yevgeni Sitokhin, Lea Faßbender, Uwe Rohde, Lilian Mazbouh, Thomas Heinze, Oliver Korittke
 Traumfabrik (2019) on IMDb Rotten Tomatoes: -; weltweites Einspielergebnis: $0,9 Mio.
FSK: 6, Dauer: 128 Minuten.

Im August 1961 kommt der junge Emil Hellwerk (Dennis Mojen, TV-Miniserie "Morgen hör ich auf"), nachdem er seinen Dienst bei der Nationalen Volksarmee geleistet hat, in die Filmstudios Babelberg, wo ihm sein dort als Kulissenbauer tätiger älterer Bruder Alex (Ken Duken, "Zwei Leben") Arbeit besorgt hat. Eigentlich hält Emil wenig von der Scheinwelt des Films, doch als er die attraktive französische Hauptdarstellerin eines im Dreh befindlichen Piratenabenteuers erblickt, verliebt er sich sofort in sie – nur, daß es sich nicht um die berühmte Beatrice Morée (Ellenie Salvo González, "Wie Männer über Frauen reden") handelt, sondern um ihr Tanzdouble Milou (Emilia Schüle, "Jugend ohne Gott")! Das sorgt für Verwirrung und da sich Emil generell recht tollpatschig am Set anstellt (wo er als Komparse mitwirken soll), wird er vom grantigen Generaldirektor Beck (Heiner Lauterbach, "Wir sind die Neuen") kurzerhand gefeuert. Das hält Emil nicht davon ab, weiterhin um Milou zu werben, die selbst nicht abgeneigt ist – doch dann beginnt der Mauerbau und die innerdeutsche Grenze wird abgeriegelt, während Milou und die übrigen Schauspieler in ihrem Hotel in West-Berlin sind! Da der Film somit gestrichen ist, sieht Emil nur eine Chance, Milou wiederzusehen: Er schleicht sich unter dem falschen Namen Karl Boborkmann als vermeintlicher Produktionsleiter in die Babelsberger Studios ein und will die eitle Beatrice (und damit auch Milou) mit einem von ihm selbst geschriebenen und inszenierten Cleopatra-Film nach Ost-Berlin zurücklocken …

Dienstag, 20. August 2019

ENDZEIT (2018)

Regie: Carolina Hellsgård, Drehbuch: Olivia Vieweg, Musik: Franziska Henke
Darsteller: Gro Swantje Kohlhof, Maja Lehrer, Trine Dyrholm, Barbara Philipp, Axel Werner
 Endzeit
(2018) on IMDb Rotten Tomatoes: 83% (6,1); weltweites Einspielergebnis: $0,1 Mio.
FSK: 16, Dauer: 90 Minuten.
Vor zwei Jahren hat eine tödliche Seuche, die die Verstorbenen als Zombies wiederauferstehen läßt, fast die gesamte Menschheit ausgelöscht. Mit Jena und Weimar existieren nur noch zwei Städte, die jedoch unterschiedliche Ansätze des Umgangs mit der Katastrophe gewählt haben. Während Weimar ganz auf Nummer Sicher geht und jeden, der mit einem Zombie in Berührung kam, sofort umbringt, forscht Jena unverdrossen an einem Heilmittel. Die junge, traumatisierte Vivi (Gro Swantje Kohlhof, "Wir sind die Flut") will Weimar unbedingt verlassen, um nach ihrer kleinen Schwester zu suchen, von der sie beim Ausbruch der Zombieepidemie getrennt wurde. Sie schleicht sich auf den zwischen Weimar und Jena führerlos verkehrenden Versorgungszug, wo sie zu ihrer Überraschung auf die etwas ältere, im Kampf gegen die Zombies sehr erfahrene Eva (Maja Lehrer, TV-Serie "Unter uns") trifft – diese wurde beim letzten Ansturm der Untoten verwundet und will deshalb aus der Stadt flüchten, bevor das bemerkt wird und sie exekutiert wird. Dummerweise bleibt der Zug unterwegs stecken und so müssen die beiden sich in ihrer Persönlichkeit ziemlich unähnlichen jungen Frauen sich zu Fuß durch die ohne menschlichen Einfluß prächtig gedeihende Natur auf den gefährlichen Weg nach Jena machen …

Dienstag, 23. Juli 2019

Klassiker-Rezension: DAS INDISCHE GRABMAL (1921)

Regie: Joe May, Drehbuch: Thea von Harbou, Fritz Lang, Musik: Wilhelm Löwitt, hier: Vojtěch Havel und Irena Havlova
Darsteller: Conrad Veidt, Olaf Fønss, Mia May, Bernhard Goetzke, Erna Morena, Paul Richter, Lya de Putti, Lewis Brody
 Das indische Grabmal zweiter Teil - Der Tiger von Eschnapur
(1921) on IMDb Rotten Tomatoes: -; FSK: 6, Dauer: 233 Minuten.

Der renommierte britische Architekt Herbert Rowland (Olaf Fønss, "Der Gang in die Nacht") staunt nicht schlecht, als eines Tages der geheimnisvolle indische Yoghi Ramigani (Bernhard Goetzke, "Dr. Mabuse, der Spieler") unangekündigt in seinem Arbeitszimmer sitzt und ihm ein verlockendes Angebot macht: Herbert soll dem Maharadscha von Eschnapur, Ayan (Conrad Veidt, "Casablanca"), ein monumentales Grabmal für seine Frau bauen. Obwohl das Angebot ein paar merkwürdige Nebenbedingungen hat – so darf Herbert seiner Verlobten Irene (Mia May, "Die Herrin der Welt") nicht bezüglich seiner Abreise Bescheid sagen –, nimmt der Architekt es schließlich an, weil die berufliche Versuchung einfach zu groß ist. In Indien angekommen, muß Herbert allerdings zu seinem Schrecken erfahren, daß Ayans Frau Savitri (Erna Morena, "Die Verschwörung zu Genua") noch quicklebendig ist – aber eine Gefangene ihres Gatten, da der sie beim Fremdgehen mit dem britischen Offizier Mac Allan (Paul Richter, "Die Nibelungen") erwischt hatte. Für zusätzliche Komplikationen sorgt wenig später die Ankunft von Irene, die durch hartnäckige Nachforschungen herausfinden konnte, wohin ihr Verlobter verschwunden ist, und nun der Sache auf den Grund gehen will …

Freitag, 12. Juli 2019

ELECTRIC GIRL (2019)

Regie: Ziska Riemann, Drehbuch: Angela Christlieb, Dagmar Gabler, Ziska Riemann und Luci van Org, Musik: Ingo Frenzel
Darsteller: Victoria Schulz, Hans-Jochen Wagner, Björn von der Wellen, Svenja Jung, Irene Kugler, Oona von Maydell, Anna Amalie Blomeyer
 Electric Girl
(2019) on IMDb Rotten Tomatoes: -; FSK: 12, Dauer: 89 Minuten.

Die Mittzwanzigerin Mia (Victoria Schulz, "Die Unsichtbaren") ist eine lebenslustige junge Frau in der Großstadt, die sich im Poetry-Slam versucht und als Synchronsprecherin arbeitet. Als Mia die Hauptrolle in einer zehn Staffeln umfassenden japanischen Anime-Serie bekommt, ist sie überglücklich, zumal es zwischen ihr und dem Synchronregisseur Jacob (Björn von der Wellen, "Miss Sixty") funkt. daß ihr Vater in der Heimat todkrank ist und ihre Familie sie immer wieder bittet, ihn zu besuchen, verdrängt sie routiniert mit "Papa schafft das schon"-Plattitüden. Als Mia einen kleinen Stromschlag erhält, scheint sie zunächst unverändert, jedoch identifiziert sie sich immer mehr mit der Rolle, die sie spricht und scheint sogar mit dieser blauhaarigen Kimiko, die Elektrizität sehen kann und gegen böse, ihre Opfer durch Magnetfelder willenlos machende Dämonen kämpft, zu verschmelzen. Mia ist überzeugt davon, daß die Wesen auch in ihrer Welt die Menschheit bedrohen und nur sie mit ihren außerordentlichen Fähigkeiten sie aufhalten kann – gemeinsam mit ihrem griesgrämigen Nachbarn Kristof (Hans-Jochen Wagner, "Alle anderen") als Sidekick …

Dienstag, 16. Oktober 2018

WERK OHNE AUTOR (2018)

Regie und Drehbuch: Florian Henckel von Donnersmarck, Musik: Max Richter
Darsteller: Tom Schilling, Paula Beer, Sebastian Koch, Ina Weisse, Oliver Masucci, Cai Cohrs, Saskia Rosendahl, Jeanette Hain, Jörg Schüttauf, Hanno Koffler, Hinnerk Schönemann, Franz Pätzold, David Schütter, Jewgeni Sidichin, Johanna Gastdorf, Florian Bartholomäi, Hans-Uwe Bauer, Jonas Dassler, Rainer Bock, Ulrike C. Tscharre, Lars Eidinger, Ben Becker
Werk ohne Autor (2018) on IMDb Rotten Tomatoes: 77% (7,4); weltweites Einspielergebnis: $6,3 Mio.
FSK: 12, Dauer: 189 Minuten.

Dresden, 1937: Der künstlerisch begabte, fünf Jahre alte Kurt Barnert (Cai Cohrs), dessen Familie kürzlich aus der Stadt ins Umland ziehen mußte, weil der Vater (Jörg Schüttauf, "Der Staat gegen Fritz Bauer") wegen seiner Weigerung, der NSDAP beizutreten, seine Anstellung als Lehrer verlor, besucht mit seiner gerade erwachsenen Tante Elisabeth (Saskia Rosendahl, "Lore") eine Ausstellung, in der die Nazis "Entartete Kunst" anprangern. Die auffällig schöne Elisabeth ist nicht nur enge Bezugsperson für Kurt, sondern ein wahrer Freigeist – nebenbei aber auch ein wenig manisch. Da das bei den von der Rassenlehre besessenen Nazis nicht gut ankommt, wird sie kurzerhand in eine Anstalt eingewiesen und in der Frauenklinik Dresden unter der Leitung von Prof. Seeband (Sebastian Koch, "Bridge of Spies") zwangssterilisiert. Kurt sieht Elisabeth niemals wieder, dennoch prägt sie sein gesamtes Leben, auch mit ihrem eindringlichen Rat, niemals wegzusehen. Nach dem Krieg schafft es Kurt (Tom Schilling, "Oh Boy") in der DDR an die Kunstschule, wo sein Talent schnell entdeckt und gefördert wird. Auch privat läuft es rund, als er die Modestudentin Ellie (Paula Beer, "Frantz") kennenlernt und sich beide ineinander verlieben. Ellies Vater ist davon allerdings nicht begeistert – es ist Professor Seeband, dessen Nazi-Vergangenheit aufgrund eines für ihn glücklichen Zufalls verborgen blieb. Es dauert nicht lange, bis sich Kurt danach sehnt, die DDR – wo als einzige Kunstrichtung der "Sozialistische Realismus" gestattet ist – mit Ellie gen Westen zu verlassen …

Donnerstag, 12. Juli 2018

Kurzfilm-Rezension: MAREN (2018)

Regie und Drehbuch: Ludo Vici, Musik: Helen Beauchamp und Ludo Vici
Darsteller: Max Tidof, Margitta Janine Lippok, Heio von Stetten, Elizabeth Jane Dum, Michael Sigel, Leonie Thelen, Katrin Kaysser, Philipp Künstler, Patrick Meyer, Dascha Dumont
 Maren
(2018) on IMDb Rotten Tomatoes: -; FSK: -; Dauer 24 Minuten.
Maren (Margitta Janine Lippok, "Rossini") ist eine attraktive Frau um die 50, die offensichtlich sehr zufrieden mit ihrem Leben ist. An diesem Abend ist sie mit ihrem Mann (Heio von Stetten, "Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit"), der nach einer Dienstreise direkt vom Flughafen kommt, zum Essen in einem noblen Restaurant verabredet – doch dann erhält Maren einen Anruf: Ihr Gatte hatte einen schlimmen Autounfall, den er nicht überlebt hat. Kaum hat Maren das erfahren, sitzt ihr wie aus dem Nichts ein charismatischer, eleganter Mann mittleren Alters (Max Tidof, "Comedian Harmonists", "Bergkristall") gegenüber, der in Wirklichkeit allerdings gar kein Mensch ist … sondern der Tod höchstselbst! Verzweifelt fleht Maren den Tod an, ihr um jeden Preis ihren Ehemann zurückzugeben – und tatsächlich scheint er verhandlungswillig zu sein …

Donnerstag, 31. Mai 2018

ZWEI IM FALSCHEN FILM (2017)

Regie und Drehbuch: Laura Lackmann, Musik: Lukas und Simon Frontzek
Darsteller: Laura Tonke, Marc Hosemann, Hans Longo, David Bredin, Katrin Wichmann, Rolf Becker, Christine Schorn, Josefine Voss, Arnd Klawitter, Dietrich Hollinderbäumer
 Zwei im falschen Film
(2017) on IMDb Rotten Tomatoes: -; Zuschauer in Deutschland: ca. 5.000
FSK: 12, Dauer: 107 Minuten.

Hans (Marc Hosemann, "Oh Boy") und Laura (Laura Tonke, "Der Staat gegen Fritz Bauer"), Spitzname "Heinz", sind bereits seit acht Jahren ein Paar. Sie sind nicht verheiratet, weil Heinz das immer spießig fand, sie haben auch keine Kinder, weil zuerst sie (aus beruflichen Gründen) nicht wollte und dann er. Wirklich glücklich sind sie nach den acht Jahren vielleicht nicht mehr, aber eigentlich sind sie zufrieden in ihrem Alltagstrott. Hans ist Mitbesitzer eines Copyshops, Laura arbeitet als Synchronsprecherin und wenn sie am Abend zu Hause sind, spielen sie am liebsten zusammen Playstation und gelegentlich gehen sie ins Kino. Der dortige Besuch einer romantischen Komödie aus deutschen Landen sorgt allerdings nicht für Begeisterung – viel zu kitschig! Als dann aber bei einem gemeinsamen Essen zum Jahrestag der Beziehung in einem Restaurant Heinz' Ex-Freund Max (Hans Longo) auftaucht und Hans ihm anstandslos und ohne jeden Anflug von Eifersucht ihre Telefonnummer gibt, ist Heinz doch etwas geschockt. Sind sie wirklich so festgefahren in ihrer ereignisarmen Beziehung, daß sie nichts mehr richtig berührt? Auf Heinz' Drängen versuchen die beiden, vielleicht doch etwas mehr Romantik in die traute Zweisamkeit zu bringen – doch das erweist sich zunächst als eher kontraproduktiv …

Donnerstag, 25. Januar 2018

NUR GOTT KANN MICH RICHTEN (2017)

Regie und Drehbuch: Özgür Yildirim, Musik: Peter Hinderthür
Darsteller: Moritz Bleibtreu, Birgit Minichmayr, Edin Hasanovic, Kida Khodr Ramadan, Peter Simonischek, Franziska Wulf, Tim Wilde, Cem Öztabakci, Blerim Destani, Lilly Wagner, Ben Münchow, Marie-Lou Sellem, Alexandra Maria Lara, Kai Ivo Baulitz, Xatar, SSIO, Özgür Yildirim
 Nur Gott kann mich richten
(2017) on IMDb Rotten Tomatoes: -; Zuschauer in Deutschland: knapp 135.000
FSK: 16, Dauer: 101 Minuten.

Nach fünf Jahren Haft wird Ricky (Moritz Bleibtreu, "World War Z") aus dem Frankfurter Knast entlassen – und er hat sich fest vorgenommen, sauber zu bleiben. Doch um sich seinen Traum von seiner eigenen Bar in Spanien zu erfüllen, benötigt er zunächst eine niedrige fünfstellige Summe. Ricky hofft, daß sein alter Kumpel Latif (Kida Khodr Ramadan, "Mein Blind Date mit dem Leben") ihm aushilft, immerhin war er ebenfalls an dem schiefgelaufenen Überfall beteiligt und wurde nur durch Rickys Opfer vor dem Gefängnis bewahrt. Dummerweise hat Latif wegen seiner schlecht laufenden Shisha-Bar auch kein Geld, allerdings könnte ihm Ricky bei einem simplen Job für Gangster Branko (Cem Öztabakci) helfen und so an das benötigte Kleingeld kommen. Zögerlich willigt Ricky ein, doch als Latif am entscheidenden Tag verhindert ist, muß er seinen jüngeren Halbbruder Rafael (Edin Hasanovic, "Das Leben ist nichts für Feiglinge") ins Boot holen, obwohl der überhaupt nicht gut auf ihn zu sprechen ist. Da Rafael jedoch ebenfalls finanziell klamm ist und so seiner großen Liebe Elena (Franziska Wulf, "Groupies bleiben nicht zum Frühstück") kaum eine Traumhochzeit bieten kann, springt er für Latif ein. Alles könnte so ablaufen wie gedacht, doch zufällig ist die Polizistin Diana (Birgit Minichmayr, "Alle anderen") mit ihrem frisch von der Polizeischule abgegangenen, redseligen Partner Jimbo (Ben Münchow, "Boy 7") in der gleichen Gegend unterwegs …

Donnerstag, 15. September 2016

TONI ERDMANN (2016)

Regie und Drehbuch: Maren Ade
Darsteller: Peter Simonischek, Sandra Hüller, Trystan Pütter, Michael Wittenborn, Thomas Loibl, Ingrid Bisu, Victoria Malektorovych, Lucy Russell, Alexandru Papadopol, Radu Banzaru, Hadewych Minis, Vlad Ivanov
Toni Erdmann
(2016) on IMDb Rotten Tomatoes: 93% (8,3); weltweites Einspielergebnis: $12,0 Mio.
FSK: 12, Dauer: 162 Minuten.

Winfried Conradi (Peter Simonischek, "Rubinrot") ist ein pensionierter Lehrer, dessen einziger wirklich zuverlässiger Gefährte sein geliebter, aber bereits sehr altersschwacher Hund Willi ist. Von seiner Frau ist er geschieden, die Tochter Ines (Sandra Hüller, "Requiem"), eine ehrgeizige Unternehmensberaterin, arbeitet in Bukarest und hat mit Winfried bei ihren seltenen Besuchen wenig Gesprächstoff. Als Willi stirbt, macht sich Winfried zu einem unangekündigten Besuch bei Ines auf – wenig überraschend ist die nicht gerade begeistert, zumal der joviale, stets zu albernen Scherzen aufgelegte Winfried gleich (versehentlich) einige Leute verprellt, die wichtig für Ines' Karriere sind. Nachdem Vater und Tochter dennoch in eher frostiger Atmosphäre etwas Zeit miteinander verbracht haben, bricht Winfried zu Ines' Erleichterung auch schon wieder auf. Doch noch am gleichen Abend taucht er in der Bar auf, in der Ines mit zwei Freundinnen etwas trinkt – verkleidet mit einer üppigen Perücke und falschem Gebiß stellt er sich den Damen als Lifecoach Toni Erdmann vor! Ines ist perplex, doch "Toni" zieht die Sache knallhart durch …

Mittwoch, 14. Oktober 2015

MEIN PRINZ. MEIN KÖNIG. (2011)

Regie: Ciril Braem, Drehbuch: Thomas Huber, Musik: Marcus Johanssen und Johannes Malfatti
Darsteller: Johannes Moss, Dale Rapley, Oktay Khan, Narges Rashidi, Thomas Huber, Tilman Wiegers
 Mein Prinz. Mein König.
(2011) on IMDb Rotten Tomatoes: -; FSK: 16, Dauer: 80 Minuten.
Ritch (Johannes Moss) ist ein wütender junger Mann, der allein durch die Straßen Berlins zieht und sich ab und zu als Stricher verdingt. Mike (Dale Rapley) ist um die 40 und gerade aus dem Gefängnis entlassen worden. Beider Leben ist durch eine Straftat, die sie verbindet, zumindest schwer beeinträchtigt, vielleicht sogar zerstört worden. Ihr Umgang mit der Situation ist höchst unterschiedlich: Während Ritch die Menschen aggressiv von sich wegstößt und sich hin und wieder in einem Boxclub abreagiert, wirkt Mike sehr passiv bei dem Versuch, mit seiner Schuld und seinem Schuldbewußtsein zu leben sowie mit dem Wissen um die allgegenwärtige Gefahr, daß er womöglich rückfällig werden könnte. Eines Abends begegnen sie sich zufällig auf der Straße …

Donnerstag, 18. Dezember 2014

IM LABYRINTH DES SCHWEIGENS (2014)

Regie: Giulio Ricciarelli, Drehbuch: Elisabeth Bartel, Giulio Ricciarelli, Musik: Sebastian Pille und Niki Reiser
Darsteller: Alexander Fehling, André Szymanski, Gert Voss, Johannes Krisch, Johann von Bülow, Friederike Becht, Hansi Jochmann, Robert Hunger-Bühler, Elinor Eidt, Mathis Reinhardt, Tim Williams
 Im Labyrinth des Schweigens
(2014) on IMDb Rotten Tomatoes: 82% (6,5); weltweites Einspielergebnis: $4,9 Mio.
FSK: 12, Dauer: 123 Minuten.

Ende der 1950er Jahre in Frankfurt am Main: Johann Radmann (Alexander Fehling, "Buddy") geht es richtig gut. Im boomenden Wirtschaftswunderland hat er kürzlich sein Jura-Studium abgeschlossen und arbeitet nun für die Staatsanwaltschaft. Zwar muß er als Anfänger sich zunächst mit Verkehrsdelikten und ähnlich "spannenden" Angelegenheiten beschäftigen – aber immerhin lernt er auf diese Weise die gewitzte Verkehrssünderin Marlene (Friederike Becht, "Hannah Arendt") kennen, die schon bald seine Freundin wird. Eines Tages sieht Johann im Gerichtsgebäude, wie der wütende Journalist Thomas Gnielka (André Szymanski) die zufällig gerade anwesenden Anwälte der Reihe nach fragt, warum sie einen ehemaligen KZ-Wärter nicht anklagen wollen, obwohl sein jüdischer Künstlerfreund Simon Kirsch (Johannes Krisch, "Finsterworld") ihn als Lehrer auf dem Pausenhof einer Frankfurter Schule erkannt hat. Johann ist irritiert, denn wie viele seiner Altersgenossen weiß er über die Konzentrationslager im Zweiten Weltkrieg kaum etwas – und die älteren Generationen schweigen großteils zu dieser Thematik. Johanns Interesse ist geweckt, und das, was er von Gnielka und später diversen KZ-Überlebenden hört und liest, trifft ihn bis ins Mark. Er will die damaligen Mittäter, die bei den Nürnberger Prozessen keine Rolle spielten, vor Gericht bringen – stößt mit diesem Ansinnen aber vorwiegend auf Ablehnung. Die entscheidende Person allerdings stimmt ihm zu: Der (jüdische) Generalstaatsanwalt Fritz Bauer (Gert Voss, "Zettl") überträgt Johann kurzerhand die Leitung der Ermittlungen. Ein Name springt dem jungen Staatsanwalt dabei bald besonders ins Gesicht: der des früheren KZ-Arztes Josef Mengele …

Dienstag, 5. August 2014

WIR SIND DIE NEUEN (2014)

Regie und Drehbuch: Ralf Westhoff, Musik: Oliver Thiede
Darsteller: Gisela Schneeberger, Heiner Lauterbach, Michael Wittenborn, Patrick Güldenberg, Claudia Eisinger, Karoline Schuch, Julia Koschitz, André Jung, Gustav Peter Wöhler
 Wir sind die Neuen
(2014) on IMDb Rotten Tomatoes: -; weltweites Einspielergebnis: $8,4 Mio.
FSK: 0, Dauer: 92 Minuten.

Als Anne (Gisela Schneeberger, "Eine ganz heiße Nummer") ihre schöne Münchner Wohnung verlassen muß, hat sie ein echtes Problem. Zwar hat sie 30 Jahre lang fleißig gearbeitet, aber als Biologin wird man nunmal nicht reich. Eine neue Wohnung in der Stadt kann sie sich daher nicht leisten, aufs Land will sie als bekennende Städterin keinesfalls ziehen. Also kommt Anne auf die Idee, ihre früheren Mitbewohner aus glücklichen Studenten-WG-Zeiten zu fragen, ob sie sich nicht erneut eine Wohnung teilen wollen. Einige sagen ab, doch der idealistische (und deshalb ebenfalls nicht allzu gut betuchte) Anwalt Johannes (Michael Wittenborn, "Stromberg – Der Film") und der geschiedene Lebemann Eddi (Heiner Lauterbach, "Erleichtung garantiert") willigen tatsächlich ein. So zieht das Trio frohgemut ein und stellt sich sogleich den Nachbarn vor, einer – wie passend – Dreier-Studenten-WG. Doch müssen "die Neuen" feststellen, daß die heutigen Studenten ganz anders drauf sind als es die lockeren Alt-68er waren. Die jungen Leute wollen keine Party, sie müssen lernen, lernen, lernen. Da Anne, Johannes und Eddi eher für lautstarkes Feiern zu haben sind, entspinnt sich schon bald ein Kleinkrieg zwischen den Generationen …

Donnerstag, 12. Juni 2014

KOHLHAAS ODER DIE VERHÄLTNISMÄßIGKEIT DER MITTEL (2012)

Regie und Drehbuch: Aron Lehmann, Musik: Boris Bojadzhiev
Darsteller: Robert Gwisdek, Jan Messutat, Rosalie Thomass, Thorsten Merten, Michal Fuith, Eckhard Greiner, Luise Lähnemann, Heiko Pinkowski, Peter Trabner
 Kohlhaas oder die Verhältnismäßigkeit der Mittel
(2012) on IMDb Rotten Tomatoes: -; weltweites Einspielergebnis: $0,03 Mio.
FSK: 6, Dauer: 93 Minuten.
Nach dreijähriger Planungs- und Vorbereitungszeit kann der junge Regisseur Lehmann (Robert Gwisdek, "13 Semester") endlich mit den Dreharbeiten seiner aufwendigen Verfilmung der Heinrich von Kleist-Novelle "Michael Kohlhaas" beginnen. Der erste Tag ist wunderbar gelaufen, Lehmann entsprechend euphorisch, als er abends im Hotel einen Anruf erhält: Die Produzenten sind ganz kurzfristig abgesprungen, die erwarteten staatlichen Fördergelder gibt es auch nicht! Als Lehmann am nächsten Morgen der Filmcrew die neue Situation erklärt, gelingt es ihm, einen Teil davon trotz vorhandener Skepsis zu überzeugen, dennoch weiterzumachen. Mit Hilfe der Bewohner des Dorfes, in dem die Dreharbeiten stattfinden, wird also auf Teufel komm raus improvisiert – statt auf einem Pferd muß Kohlhaas (Jan Messutat, TV-Film "Mogadischu") beispielsweise auf einem Ochsen reiten, gekämpft wird pantomimisch. Die Schwierigkeiten werden bei allem Einfallsreichtum jedoch nicht weniger, der Hauptdarsteller droht immer wieder mit seinem Abgang. Doch Lehmann ist wild entschlossen, den Film zu Ende zu drehen …

Mittwoch, 11. Juni 2014

DAS WUNDER VON BERN (2003)

Regie: Sönke Wortmann, Drehbuch: Rochus Hahn, Sönke Wortmann, Musik: Marcel Barsotti
Darsteller: Louis Klamroth, Peter Lohmeyer, Johanna Gastdorf, Katharina Wackernagel, Peter Franke, Lucas Gregorowicz, Sascha Göpel, Knut Hartwig, Holger Dexne, Simon Verhoeven, Martin Bretschneider, Jo Stock, Joachim Kappl, Christian Broos, Andreas Bath, Jan Holland, Tobias Hartmann, Sylvester Pezena, Andreas Obering, Samuel Finzi, Jakob Jenisch, Mirko Lang, Birthe Wolter
 Das Wunder von Bern
(2003) on IMDb Rotten Tomatoes: -; weltweites Einspielergebnis: $24,8 Mio.
FSK: 6, Dauer: 117 Minuten.

Bundesrepublik Deutschland, 1954: Nach Jahren in russischer Kriegsgefangenschaft kehrt der ehemalige Bergarbeiter Richard (Peter Lohmeyer, "Vorne ist verdammt weit weg") heim zu seiner Familie in Essen. Der Krieg und die Lagerhaft haben ihn verständlicherweise verändert, weshalb sich das Familienleben mit seiner Frau Christa (Johanna Gastdorf, "Ruhm") und den drei Kindern nicht gerade einfach gestaltet. Vor allem mit dem ältesten Sohn Bruno (Mirko Lang, TV-Film "Der Mann mit dem Fagott"), einem überzeugten Kommunisten, kommt es immer wieder zu Konflikten, der elfjährige Mattes (Louis Klamroth) – der erst kurz nach Richards Einberufung als Soldat geboren wurde und seinen Vater daher vor dessen Rückkehr nie kennengelernt hat – hat derweil im lokalen Fußball-Nationalspieler Helmut Rahn (Sascha Göpel) eine andere Vaterfigur gefunden, die sich freundschaftlich um ihn kümmert. Als die Fußball-Weltmeisterschaft in der Schweiz ansteht, möchte Mattes unbedingt dort hinreisen, um seinen Freund Rahn und die Nationalmannschaft anzufeuern. Richard, der psychisch unter den Erlebnissen während des Krieges und der anschließenden Kriegsgefangenschaft leidet, kann die Begeisterung seines Sohnes für etwas so Unwichtiges und Banales wie Fußball überhaupt nicht nachvollziehen und verweigert die Reise zunächst. Doch während die WM läuft, nähern sich Vater und Sohn langsam an, bis schließlich das Endspiel gegen den haushohen Favoriten Ungarn ansteht …