Eine recht magere Woche:
Montag, 12. Oktober:
Arte, 23.40 Uhr: "Aelita - Der Flug zum Mars" (1924)
Sehr späte Free-TV-Premiere des sowjetischen Stummfilm-Klassikers von Jakow Protasanow ("Nasreddin in Buchara") nach einem Roman von Alexei Tolstoi, der eine SciFi-Story mit einem quasi-dokumentarischen Blick auf das Nachkriegsleben verbindet. Der sowjetische Ingenieur Loss (Nikolai Zereteli) träumt kurz nach Ende des russischen Revolutionskrieges von einem Flug zum Mars, nachdem scheinbar von dort Signale aus dem Weltraum empfangen werden. Während sich Loss in Tagträumen über das Leben auf dem von Königin Aelita (Julija Solnzewa) regierten Mars ergeht, erhält seine am Moskauer Bahnhof arbeitende Frau Natasha (Walentina Kuindschi) kurze Einblicke in die Leben einiger der vielen Flüchtlinge und muß sich der Nachstellungen des Schiebers Erlich (Pavel Pol) erwehren. Kuriosum am Rande: Die "Aelita"-Vorführungen in Leningrad wurden damals von Livemusik eines Teenagers namens Dmitri Schostakowitsch begleitet, der später zu einem der berühmtesten klassischen Komponisten des Landes avancieren sollte. Leider ist sein (immer wieder improvisierter) Soundtrack nicht erhalten geblieben.
Außerdem:
Jack Reacher: Kein Weg zurück (enttäuschend mittelmäßiger Actionthriller mit Tom Cruise und Cobie Smulders, der deutlich hinter dem Vorgänger zurückbleibt; 20.15 Uhr um knapp zwei Minuten geschnitten bei Pro 7, ungekürzte Wiederholung am Freitag um 22.55 Uhr)
Inglourious Basterds (Quentin Tarantinos grandioses Zweiter Weltkriegs-Racheepos mit Brad Pitt und Christoph Waltz, aktuell auf Platz 68 der IMDb Top 250; 22.40 Uhr bei Pro 7)
Dienstag, 13. Oktober:
Tele 5, 20.15 Uhr: "Archive" (2020)
Free-TV-Premiere des positiv rezensierten britisch-ungarischen SciFi-Thrillers von Langfilm-Regiedebütant Gavin Rothery, der im Jahr 2038 spielt. Ingenieur George Almore (Theo James, "The Monkey") arbeitet in einer einsamen Forschungsstation an einem revolutionären, extrem menschenähnlichen Androiden, den er nach seiner verstorbenen Ehefrau Jules (Stacy Martin, "Nymphomaniac") modelliert und benannt hat. In Wirklichkeit versucht er insgeheim, auf diese Weise das Bewußtsein seiner Frau zu erhalten und sie quasi wieder zum Leben zu erwecken. Mit Rhona Mitra ("Underworld 3") und Toby Jones ("Tetris").
Außerdem:
Der Hobbit - Die Schlacht der fünf Heere (der übermäßig actionreiche letzte Teil der "Hobbit"-Trilogie nach J.R.R. Tolkien; 20.15 Uhr bei Nitro)
Mittwoch, 14. Oktober:
Arte, 23.00 Uhr: "Misericordia" (2024)
Free-TV-Premiere (im Originalton mit deutschen Untertiteln) des hochgelobten, u.a. für acht Césars nominierten tragikomischen Krimis von Alain Guiraudie ("Der Fremde am See"). Der 31-jährige Jérémie (Félix Kysyl) kehrt für die Beerdigung seines einstigen Lehrmeisters - in den er heimlich verliebt war - erstmals seit einer Dekade in seinen Heimatort zurück. Dessen Witwe Martine (Catherine Frot) freut sich sehr über Jérémies Rückkehr und lädt ihn ein, einige Tage lang in ihrem Haus zu wohnen - zum Mißfallen ihres Sohnes Vincent (Jean-Baptiste Durand). Schließlich schlägt Jérémie vor, die Bäckerei des Verstorbenen zu übernehmen - doch dann kommt es zu einem schwerwiegenden Vorfall, der auch die Polizei auf den Plan ruft ...
Außerdem:
Oblivion (nicht übermäßig innovativer, aber stimmungsvoller SciFi-Film mit Tom Cruise, Olga Kurylenko und Morgan Freeman; 22.30 Uhr bei Kabel Eins)
Captain Phillips (Tom Hanks liefert in Paul Greengrass' hochspannendem Survival-Thriller als Kapitän eines von somalischen Piraten gekaperten Frachtschiffes eine der besten Leistungen seiner Karriere ab; 23.10 Uhr bei ZDF Neo)
Donnerstag, 15. Oktober:
Silver Linings (leicht skurrile, OSCAR-gekrönte Außenseiterballade mit Jennifer Lawrence und Bradley Cooper; 20.15 Uhr im RBB)
Morbius (heftig gefloppter Anti-Superheldenfilm aus Sonys erweitertem "Spider-Man"-Universum mit Jared Leto als einer Art Vampir mit Superkräften; 1.15 Uhr im ZDF)
Freitag, 16. Oktober:
BR, 22.50 Uhr: "Mörder ohne Erinnerung" (2003)
Der exzellente, für einen Europäischen Filmpreis nominierte belgische Thriller erzählt von dem alternden Profikiller Angelo Ledda (Jan Decleir). Als der angeheuert wird, um die Aufdeckung eines Pädophilen-Rings zu verhindern (was die Ermordung einer 12-jährigen Zeugin beinhaltet), wendet er sich gegen seine höchst einflußreichen Auftraggeber und will selbst für Gerechtigkeit sorgen - wobei er dummerweise von seiner beginnenden Alzheimer-Erkrankung beeinträchtigt wird ... Auf Leddas Fersen befinden sich übrigens bald die beiden Polizisten Vincke (Koen De Bouw, "Loft") und Verstuyft (Werner De Smedt), die später in zwei weiteren Filmen ("Das Recht auf Rache" aus dem Jahr 2009 und "Das letzte Opfer" von 2017) ermittelten.
Außerdem:
Die Unfassbaren 2 (die Fortsetzung des Showmagier-Thriller-Verwirrspiels erzielt zwar nicht den hohen Unterhaltungswert des zügiger erzählten Vorgängers, bleibt mit neuen spektakulären Tricks und Neuzugang Lizzie Caplan aber unterhaltsam genug; 20.15 Uhr bei RTL II)
Samstag, 17. Oktober:
Wanted (rasante, jedoch moralisch allzu sorglos inszenierte Comicadaption mit James McAvoy und Angelina Jolie; 22.55 Uhr wohl um über vier Minuten geschnitten bei VOX)
Die Frau des Nobelpreisträgers (stark gespieltes Charakterdrama mit der OSCAR-nominierten Glenn Close sowie Jonathan Pryce und Christian Slater; 23.30 Uhr bei 3sat)
Sonntag, 18. Oktober:
Interstellar (Christopher Nolans fast dreistündiges philosophisches Science Fiction-Abenteuer mit Matthew McConaughey, Anne Hathaway und Jessica Chastain belegt in den IMDb Top 250 derzeit Rang 17; 20.15 Uhr bei Arte, das im Anschluß um 22.55 Uhr das einstündige französische Portrait "Jessica Chastain - Starke Besetzung" aus dem Jahr 2025 ausstrahlt)
Die fantastische Welt von Oz (visuell berauschendes, sehr amüsantes Prequel zum "Zauberer von Oz" mit Starbesetzung: James Franco, Rachel Weisz, Michelle Williams und Mila Kunis; 22.20 Uhr im Disney Channel)